An Weihnachten 2012 war ich recht intensiv dabei... hab' aber im Januar mich
voll der APC-Arbeit gewidmet: Es ging darum den Betrieb von APC-Tsumeb, von
APC-Otshikuku und von APC-Otjiwarongo fuer 2012 zu untermauern. Nun, der
Start ist geglueckt...
Wenn wir mit dem Kirchenjahr wandern, dann folgt nach der Geburtsszene bei Lukas die Namensgebung, die Praesentation im Tempel (Simon + Anna) und dann das
unbekannte Leben Jesu in Nazareth.
Bei Mt folgt auf die Geburtsszene, die interessante Ehrung durch die 3 Weisen
aus dem Morgenland, der dramatische Kindermord und dann auch der Hinweis auf
das Leben in Nazareth.
Der "Nazarener" verbringt also viele Jahre im Staedtchen mit der Family "Josef + Maria etc...". Und als ER mit 30 in der Oeffentlichkeit auftaucht, da war ER bereits
ein staunenswert reifer junger Mann - begabt - und gerade daran, seinen Lebens-
entscheid zu realisieren: Johannestaufe ja - aber ER hat seine eigenwillige, gar
eigensinnige Botschaft. Den Test in der Wueste (Mt 4.1-11) hat er hervorragend
bestanden. Jesus ist fuer seinen Auftritt bereit!
Fuer einen Entwicklungspsychologen stellt sich die Frage: wie kam es zu dieser fruehen Bereitschaft, zu seinem profetischen Lebensstil, zu diesem eigenartigen Empowerment, zu dieser klaren neuen Lebenslinie, die - obwohl kurz - bis heute viele fasziniert?
Ich denke man muesste die lukanische Fimszene Lk 2.41-52 sehr zu Herzen nehmen, sowohl in der Katechese als auch in der Religionspaedagogik.
1) Jesus war fuer die Family ein verlorenes Kind.
2) Er hat sich eben "der Sache Gottes" angenommen und ist damit irdischen Plaenen und Sorgen distanziert geworden.
3a) Das war die Folge von seinem intensiven Hinhoeren auf die juedischen Lehrer
(juedische Lebens-Weisheit, Weltverstaendnis, Zeitsituation)
3b) er befragte sie intensiv, hat wohl alles in Frage gestellt
3c) und er hat immer neue intelligente, staunenswerte Antworten preisgegeben; und wohl die Reaktionen darauf als Lernprozess erlebt.
4) Dieser langjaehrige Ausbildungsprozess hat ihn weiter gebracht - er wurde ein Virtuose, nicht im Harfenspiel (David) aber im Welt- und Lebensverstaendnis.
5) Er hat sich so ein Gottes- und Weltbild augeeignet, das noch heute - im Kern - ultramodern ist.
Erst wenn die Kirche sich diesem Erziehungsprozess wieder und wieder anvertraut, wird sie Profeten fuer die Zukunft gebaeren.
Ich will versuchen Gedanken zum Weiterdenken anzubieten in der Theologie, Psychologie und zu einem evolutiven Weltbild.
Samstag, 4. Februar 2012
Donnerstag, 29. Dezember 2011
Auf dem Weg in die Zukunft... 2012
In der naechtlichen Weihnachsfeier hat der Ev Lukas uns 1.) das Faktum der Geburt
und 2.) die Deutung dieses Faktums (Lk 2.1-14) mitgeteilt. Dass die erste
"post-factum" vertikale Deutungs-mitteilung (und damit die urspruengliche
Deutungshoheit) an die Hirten ergeht und nicht an die Priester im Tempel,
das ist schon etwas eigenartig. Die Hirten bringen die empfangene Deutung als
Botschaft zu Maria und Josef; damit sind diese nun informiert (Lk 2.15-20).
Dies ist die erste horizontale und damit entscheidende Verkuendigung:
alle sollen es hoeren (vernehmen), was ueber diese Kind gesagt wird;
was "man" von diesem Kind haelt.
Trotzdem: das Leben geht weiter - und zwar nach juedischem Brauch.
Maria und ihr Kind werden dem Brauch der Reinigung unterzogen. Die
Deutung bringt der alte Simeon (Lk 2.22-40) und die alte Frau Anna Phanuel.
Das ist: neue Verkuendigung vorerst mitten im alten Heiligtum!
Waehrend Jesus in Nazareth juedisch erzogen wird - mit jaehrlichem Tempel-
besuch - bereitet sich Jesus im Stillen auf seine Aufgabe vor. Wie dieses
Hineinwachsen in seine Rolle geschieht, das zeigt uns jene Momentaufnahme
die Lk "filmt" (2.41-52). Mitten in der religioes gelehrten juedischen Welt
beginnt Jesu Hinhoeren, Fragen und Antworten.. ein aufklaerends Symposion
im religioesen Binnenraum?
Weil wir nun ins Jahr 2012 hinueberwechseln soll dieses Ereignis vom
12 jaehrigen Jesus im Tempel zu Jerusalem fuer uns wichtig werden.
und 2.) die Deutung dieses Faktums (Lk 2.1-14) mitgeteilt. Dass die erste
"post-factum" vertikale Deutungs-mitteilung (und damit die urspruengliche
Deutungshoheit) an die Hirten ergeht und nicht an die Priester im Tempel,
das ist schon etwas eigenartig. Die Hirten bringen die empfangene Deutung als
Botschaft zu Maria und Josef; damit sind diese nun informiert (Lk 2.15-20).
Dies ist die erste horizontale und damit entscheidende Verkuendigung:
alle sollen es hoeren (vernehmen), was ueber diese Kind gesagt wird;
was "man" von diesem Kind haelt.
Trotzdem: das Leben geht weiter - und zwar nach juedischem Brauch.
Maria und ihr Kind werden dem Brauch der Reinigung unterzogen. Die
Deutung bringt der alte Simeon (Lk 2.22-40) und die alte Frau Anna Phanuel.
Das ist: neue Verkuendigung vorerst mitten im alten Heiligtum!
Waehrend Jesus in Nazareth juedisch erzogen wird - mit jaehrlichem Tempel-
besuch - bereitet sich Jesus im Stillen auf seine Aufgabe vor. Wie dieses
Hineinwachsen in seine Rolle geschieht, das zeigt uns jene Momentaufnahme
die Lk "filmt" (2.41-52). Mitten in der religioes gelehrten juedischen Welt
beginnt Jesu Hinhoeren, Fragen und Antworten.. ein aufklaerends Symposion
im religioesen Binnenraum?
Weil wir nun ins Jahr 2012 hinueberwechseln soll dieses Ereignis vom
12 jaehrigen Jesus im Tempel zu Jerusalem fuer uns wichtig werden.
Montag, 26. Dezember 2011
Weihnachten 2011
Wir freuen uns wieder die Geburt des JvN zu feiern. Es scheint so, dass fast
die ganze Welt mitfeiert... aber es scheint auch nicht mehr so klar zu sein,
was all diese Menschen nun feiern... arbeitsfreie Tage oder was?
Wir als Kirche meinen es noch zu wissen: Wir hoeren auf die Evangelisten
und die Apostel: Da ist die Rede von einem Erloeser, der geboren ist
in Bethlehem (im Advent haben wir unsere Augen geoeffnet fuer den
weltweiten Ruf nach "Erloesung").
Gottes schon bekannte Barmherzigkeit wird menschlich...
Die eigentliche Ueberraschung liegt darin, dass der erwartete Erloeser
als ein Kind in der Krippe vorgestellt wird...
ganz im Gegensatz zum beruehmten Kaiser Augustus, der eben
auch nun im roemischen Weltreich als Gott-Erloeser ausgerufen wird.
Diese arme Bescheidenheit von Bethlehem und die roemische militaerisch-
handelspolitische Glanzmacht stehen als 'ERLOESUNGSMAECHTE"
einander gegenueber - fuer sehend Glaeubige bis heute.
Darum empfehle ich als Krippenmeditation: Was denn sehe ich als Erloesungs-
macht fuer die ich mich entschieden hab'; von woher kommt mir tatsaechlich
Erloesung zu? Wenn uebrhaupt! Wie erklaere ich einem Kind von heute die
von mir geglaubte Botschaft von der Erloesung?
Eine zweite Krippenmeditation, die ich empfehle: Probiere diesen JvN als
Geschenk zu sehen.
a) ein Geschenk fuer jede Person auf dieser Welt (also fuer alle 7 Billionen)
b) d.h. eben auch ein Geschenk fuer Dich ganz persoenlich
c) ein Geschenk nicht fuer Nichts sondern: Wie die Schwestern die Bibel
tanzend in die Gemeinde brachten als ein Geschenk... es ist nur sinnvoll:
wenn ich die Bibel aufschlage und vorlese;
wird sie nicht im Lesen aktiviert, dann ist die Bibel fuers Feuer.
So wird auch JvN nur zum sinnvollen Geschenk, wenn ich ihn aktiviere;
bewundern allein genuegt nicht mehr.
d) JvN kann gesehen werden als eine geschenkte Tuer, die den Weg
in die Fuelle des Lebens oeffnet; oder wie Paulus sagt: Erloesung wird
moeglich; oder wie die Evv: das Himmelreich ist nahe.
Ich wuensche allen eine frohmachende Weihnachtszeit.
die ganze Welt mitfeiert... aber es scheint auch nicht mehr so klar zu sein,
was all diese Menschen nun feiern... arbeitsfreie Tage oder was?
Wir als Kirche meinen es noch zu wissen: Wir hoeren auf die Evangelisten
und die Apostel: Da ist die Rede von einem Erloeser, der geboren ist
in Bethlehem (im Advent haben wir unsere Augen geoeffnet fuer den
weltweiten Ruf nach "Erloesung").
Gottes schon bekannte Barmherzigkeit wird menschlich...
Die eigentliche Ueberraschung liegt darin, dass der erwartete Erloeser
als ein Kind in der Krippe vorgestellt wird...
ganz im Gegensatz zum beruehmten Kaiser Augustus, der eben
auch nun im roemischen Weltreich als Gott-Erloeser ausgerufen wird.
Diese arme Bescheidenheit von Bethlehem und die roemische militaerisch-
handelspolitische Glanzmacht stehen als 'ERLOESUNGSMAECHTE"
einander gegenueber - fuer sehend Glaeubige bis heute.
Darum empfehle ich als Krippenmeditation: Was denn sehe ich als Erloesungs-
macht fuer die ich mich entschieden hab'; von woher kommt mir tatsaechlich
Erloesung zu? Wenn uebrhaupt! Wie erklaere ich einem Kind von heute die
von mir geglaubte Botschaft von der Erloesung?
Eine zweite Krippenmeditation, die ich empfehle: Probiere diesen JvN als
Geschenk zu sehen.
a) ein Geschenk fuer jede Person auf dieser Welt (also fuer alle 7 Billionen)
b) d.h. eben auch ein Geschenk fuer Dich ganz persoenlich
c) ein Geschenk nicht fuer Nichts sondern: Wie die Schwestern die Bibel
tanzend in die Gemeinde brachten als ein Geschenk... es ist nur sinnvoll:
wenn ich die Bibel aufschlage und vorlese;
wird sie nicht im Lesen aktiviert, dann ist die Bibel fuers Feuer.
So wird auch JvN nur zum sinnvollen Geschenk, wenn ich ihn aktiviere;
bewundern allein genuegt nicht mehr.
d) JvN kann gesehen werden als eine geschenkte Tuer, die den Weg
in die Fuelle des Lebens oeffnet; oder wie Paulus sagt: Erloesung wird
moeglich; oder wie die Evv: das Himmelreich ist nahe.
Ich wuensche allen eine frohmachende Weihnachtszeit.
Dienstag, 6. Dezember 2011
ADVENT 2011
Vorwort: Wegen vielen Ereignissen konnte ich mir die Zeit nicht nehmen,
diese Advents-Serie vor dem Advent zu veroeffentlichen. Sorry...
Diese Skizzze versucht die vier B-Sonntage in eine aufbauende Reihe
zu stellen - so etwas wie ein Predigtzklus.
1. Advents-Sonntag Mk 13.33-37 "aufmerksam-sein"
A) Tagtaeglich sind wir auf dem Weg in die Fuelle des Lebens. Wir haben
schon einige Erfahrungen gesammelt was "Leben" bedeutet" : wunderbare
und schreckliche Ereignisse; Gelingen und Versagen...
Wir sind auch aufmerksam gemacht worden auf die Situation der Getauften,
dass - bildlich gesprochen im Gleichnis - der Eigner der Welt in die Ferne
gezogen ist. Er hat uns sein Eigentum uebergeben, je nach Eignung, dem
einen fuenf oder drei oder ein Talent... und zu unbestimmter Zeit wird er
auftauchen und Rechenschaft fordern.Wir verstehen uns als "im Dienst"
an der Vollendung der Schoepfung.
B) Wir versuchen "richtig" zu leben, Freude und Leid zu teilen, zu werken
und zu geniessen - und stellen fest: es reicht nicht; wir wollen das Gute tun
und tun das Falsche; wir brauchen Hilfe, was ja gut ist; aber wir brauchen
noch mehr: Erloesung, losgeloest werden von der Macht der Suende.
Wir sind adventliche Menschen: wir wissen Erloesung kommt auf uns zu.
Auch hier liegen Erfahrungen und Lebensweisheit vor. Erloesung is angesagt.
C) Nun sind wir doppelt gefordert: aufmerksam zu sein auf die auf uns zu-
kommende Erloesung und auf den zurueckkehrenden Eigner zur Stunde der
Rechenschafts-Ablegung.
D) Ist es da nicht klug und dringend, unsere Aufmerksamkeit zu erhoehen?
Genau darin besteht der Markus-Aufruf von heute: Dass wir uns als Talent-typ
verstehen; dass wir mit unserem Talent umzugehen wissen, Lebenserfahrungen
riskieren. Der 1-Talent-Typ genuegt der Situation nicht mehr, Besitzstands-
wahrung fuehrt ins Unglueck... aufmerksam auf das rettend Neue, auf die
ueberraschende Erloesung, auf die Gnade der rechtfertigenden Entlastung.
2. Advents-Sonntag Mk 1.1-8 "viele Stimmen"
A) Auf unserem Weg in die Fuelle des Lebens werden wir bereichert mit vielen
profetischen Stimmen: Die atl + die ntl Profeten stehen uns zur Seite. Und
im Verlauf der Kirchengeschichte gibt es sehr viele, einige sogar offiziell
anerkannt, die uns beistehen mit ihrer Einsicht, Erfahrung und Einsatz.
Auf diese Botschafter, die mitteilen wie wir persoenliche und globale
Probleme loesen koennen, sollten wir viel (kritische und wohlwollende) Aufmerksamkeit investieren.
B) Sowohl der Erloeser als auch die entlastende Gnadenfuelle kommen
auf uns zu - nur durch Vermittler. Die Evangelisten sind fuer uns ein Zugang
zu JvN - und fuer JvN ein Zugang zu uns. Anders geht's nicht. Das Wort
Gottes wird ja Mensch, damit Menschen es vernehmen koennen. Dem Erloeser,
der Gnadenfuelle den Weg bereiten, das ist nicht nebensaechlich sondern
sogar entscheidend. Aufmerksam die Vermittlerrolle be-achten bringt uns weiter.
C) Es waere nicht abwegig einmal jener Vermittler zu gedenken, die uns mit
ihrer Einsicht, Einsatz und Erfahrung Erloesung und Gnadenfuelle nahe bringen.
3. Advents-Sonntag Joh 1.6-8,19-28 "Zeuge sein"
A) Wir sind dankbar fuer all die Zeugen, die Zuegnis ablegen von Erloesung
und Gnadenfuelle. Sie machen uns Mut auf dem Weg in die Fuelle des Lebens.
B) Johannes der Taeufer ist da ein Vorbild. Er spricht fuer das Licht, aber er sagt auch deutlich: er sei nicht das Licht.Er versteht sich als anmahnende Stimme.
C) Wahrscheinlich ist es klug, die Zeugen, die mit Wasser taufen, gut zu be-achten.
Aber eben: sie sind Stueckwerk, farbig, kontextuell, interessegeleitet etc...
Wenn ein Zeuge die Taeterrolle uebernimmt, bricht der Prozess zusammen.
Es ist ein grosser Gewinn die Zeugen befragen zu koennen; aufmerksames Fragen
bringt viel ans Licht...
D) Und die spannende Frage, gehoeren wir auch zu den Zeugen? Koennen wir
gutes Zeugnis ablegen; wollen wir in den Zeugenstand treten? Wahrheits-
findung ohne Zeugen - geht das?
4. Advent-Sonntag Lk 1.26-38 "Gabriel".
A) Gabriel ist ein Botschafter vom Wort Gottes und ein Zeuge des Willens
Gottes. Er provoziert Maria ein 5-Talent-Typ zu werden; persoenlich mitzumachen
auf dem Weg zur Lebensfuelle. Diesmal sind nicht die andern gefragt, sondern Du,
Maria. Du bist eingeladen, Deine Rolle zu entdecken und zu spielen. Gabriel ist
bereit Entscheidungshilfe zu leisten. Er verweit auf Visionen und Ereignisse.
B) Das Wichtigste um zum marianisch freien Ja zu kommen ist wohl die Ueber-
zeugung Gabriels: Du bist voll der Gnade; 5 x talented! Unsere Priester sollten
alle Gabriel heissen, ueberzeugt sein, dass der Welt-Eigner seine Talente den
Laien anvertraut hat.
C) Ein Erloeser wird nur kommen aufgrund des marianischen Ja's. Und viele solche Ja's lassen die Gnadenfuelle Gottes mehr und mehr Realitaet werden - Schritte auf dem Weg in die Lebensfuelle.
diese Advents-Serie vor dem Advent zu veroeffentlichen. Sorry...
Diese Skizzze versucht die vier B-Sonntage in eine aufbauende Reihe
zu stellen - so etwas wie ein Predigtzklus.
1. Advents-Sonntag Mk 13.33-37 "aufmerksam-sein"
A) Tagtaeglich sind wir auf dem Weg in die Fuelle des Lebens. Wir haben
schon einige Erfahrungen gesammelt was "Leben" bedeutet" : wunderbare
und schreckliche Ereignisse; Gelingen und Versagen...
Wir sind auch aufmerksam gemacht worden auf die Situation der Getauften,
dass - bildlich gesprochen im Gleichnis - der Eigner der Welt in die Ferne
gezogen ist. Er hat uns sein Eigentum uebergeben, je nach Eignung, dem
einen fuenf oder drei oder ein Talent... und zu unbestimmter Zeit wird er
auftauchen und Rechenschaft fordern.Wir verstehen uns als "im Dienst"
an der Vollendung der Schoepfung.
B) Wir versuchen "richtig" zu leben, Freude und Leid zu teilen, zu werken
und zu geniessen - und stellen fest: es reicht nicht; wir wollen das Gute tun
und tun das Falsche; wir brauchen Hilfe, was ja gut ist; aber wir brauchen
noch mehr: Erloesung, losgeloest werden von der Macht der Suende.
Wir sind adventliche Menschen: wir wissen Erloesung kommt auf uns zu.
Auch hier liegen Erfahrungen und Lebensweisheit vor. Erloesung is angesagt.
C) Nun sind wir doppelt gefordert: aufmerksam zu sein auf die auf uns zu-
kommende Erloesung und auf den zurueckkehrenden Eigner zur Stunde der
Rechenschafts-Ablegung.
D) Ist es da nicht klug und dringend, unsere Aufmerksamkeit zu erhoehen?
Genau darin besteht der Markus-Aufruf von heute: Dass wir uns als Talent-typ
verstehen; dass wir mit unserem Talent umzugehen wissen, Lebenserfahrungen
riskieren. Der 1-Talent-Typ genuegt der Situation nicht mehr, Besitzstands-
wahrung fuehrt ins Unglueck... aufmerksam auf das rettend Neue, auf die
ueberraschende Erloesung, auf die Gnade der rechtfertigenden Entlastung.
2. Advents-Sonntag Mk 1.1-8 "viele Stimmen"
A) Auf unserem Weg in die Fuelle des Lebens werden wir bereichert mit vielen
profetischen Stimmen: Die atl + die ntl Profeten stehen uns zur Seite. Und
im Verlauf der Kirchengeschichte gibt es sehr viele, einige sogar offiziell
anerkannt, die uns beistehen mit ihrer Einsicht, Erfahrung und Einsatz.
Auf diese Botschafter, die mitteilen wie wir persoenliche und globale
Probleme loesen koennen, sollten wir viel (kritische und wohlwollende) Aufmerksamkeit investieren.
B) Sowohl der Erloeser als auch die entlastende Gnadenfuelle kommen
auf uns zu - nur durch Vermittler. Die Evangelisten sind fuer uns ein Zugang
zu JvN - und fuer JvN ein Zugang zu uns. Anders geht's nicht. Das Wort
Gottes wird ja Mensch, damit Menschen es vernehmen koennen. Dem Erloeser,
der Gnadenfuelle den Weg bereiten, das ist nicht nebensaechlich sondern
sogar entscheidend. Aufmerksam die Vermittlerrolle be-achten bringt uns weiter.
C) Es waere nicht abwegig einmal jener Vermittler zu gedenken, die uns mit
ihrer Einsicht, Einsatz und Erfahrung Erloesung und Gnadenfuelle nahe bringen.
3. Advents-Sonntag Joh 1.6-8,19-28 "Zeuge sein"
A) Wir sind dankbar fuer all die Zeugen, die Zuegnis ablegen von Erloesung
und Gnadenfuelle. Sie machen uns Mut auf dem Weg in die Fuelle des Lebens.
B) Johannes der Taeufer ist da ein Vorbild. Er spricht fuer das Licht, aber er sagt auch deutlich: er sei nicht das Licht.Er versteht sich als anmahnende Stimme.
C) Wahrscheinlich ist es klug, die Zeugen, die mit Wasser taufen, gut zu be-achten.
Aber eben: sie sind Stueckwerk, farbig, kontextuell, interessegeleitet etc...
Wenn ein Zeuge die Taeterrolle uebernimmt, bricht der Prozess zusammen.
Es ist ein grosser Gewinn die Zeugen befragen zu koennen; aufmerksames Fragen
bringt viel ans Licht...
D) Und die spannende Frage, gehoeren wir auch zu den Zeugen? Koennen wir
gutes Zeugnis ablegen; wollen wir in den Zeugenstand treten? Wahrheits-
findung ohne Zeugen - geht das?
4. Advent-Sonntag Lk 1.26-38 "Gabriel".
A) Gabriel ist ein Botschafter vom Wort Gottes und ein Zeuge des Willens
Gottes. Er provoziert Maria ein 5-Talent-Typ zu werden; persoenlich mitzumachen
auf dem Weg zur Lebensfuelle. Diesmal sind nicht die andern gefragt, sondern Du,
Maria. Du bist eingeladen, Deine Rolle zu entdecken und zu spielen. Gabriel ist
bereit Entscheidungshilfe zu leisten. Er verweit auf Visionen und Ereignisse.
B) Das Wichtigste um zum marianisch freien Ja zu kommen ist wohl die Ueber-
zeugung Gabriels: Du bist voll der Gnade; 5 x talented! Unsere Priester sollten
alle Gabriel heissen, ueberzeugt sein, dass der Welt-Eigner seine Talente den
Laien anvertraut hat.
C) Ein Erloeser wird nur kommen aufgrund des marianischen Ja's. Und viele solche Ja's lassen die Gnadenfuelle Gottes mehr und mehr Realitaet werden - Schritte auf dem Weg in die Lebensfuelle.
Freitag, 11. November 2011
Predigtskizze zum 33. Sonntag A (13.11.11) Mt. 25.14ff
Das Reich Gottes, das ja bekanntlich zum Greifen nahe ist (also eine high-level Potenz) - und das wir uebersetzen mit "Fuelle des Lebens fuer alle" - dieses Reich Gottes hat in seiner Verwirklichung folgende Dynamik:
A) Es geht zuerst darum, einen Eigner / Eigentuemer der Welt / des Kosmos anzu-
erkennen - viele von uns denken da an den israelischen Jahwe-Gott.
B) Dieser Eigentuemer, der Jahwe-Gott ist auf dem Weg in die Fremde; er entzieht sich uns (was moderne Menschen sehr deutlich spueren).
C) Zuvor ruft er seine Diener/innen - ev. denken wir an die Getauften oder an alle Menschen oder an die Totalschoepfung. Wichtig ist die Frage: Hat er auch mich aufgeboten? Wenn nicht, dann gilt das Folgende nicht fuer mich; dann gehoere ich zu einer Welt, zu einem System wo nichts anvertraut wird.
Also: Wie weit folge ich dem Aufgebot? Bin ich gespannt neugierig was denn wohl mir, gerade mir anvertraut wird / ist ???
D) In christlicher Sicht ist der Schoepfer-Jahwe-Gott ein Gott, der sein ganzes
Eigentum weggegeben hat - den Menschen allen, oder jenen, die sich als Diener/innen
verstehen. In christlicher Sicht liegt nichts mehr in Gottes Hand! Alles, gar alles ist den Menschen anvertraut.
E) Hier nun eine Nebenfrage: Bin ich mit wieviel Talenten begabt? Ein Zwischenruf zur Selbsterkenntnis! Bin ich ueber- oder unterfordert? Was ist denn gerade mir anvertraut? Kenn ich all die "Gueter", die mir geliehen sind?
F) Und nun die grossen Hauptfrage: Bin ich ein 5+5 tpy, ein 2+2 typ oder ein 1+0 typ? Um die Fuelle des Lebens zu erreichen ist der 1+0 typ unbrauchbar. Gelobt werden hier bei Mt die 5+5 typen; sie erhalten sogar mehr als genug...
[Eine Nachfrage: Koennte diese Parabel Mass geben fuer Katechese, gar fuer christliche Erziehung?]
A) Es geht zuerst darum, einen Eigner / Eigentuemer der Welt / des Kosmos anzu-
erkennen - viele von uns denken da an den israelischen Jahwe-Gott.
B) Dieser Eigentuemer, der Jahwe-Gott ist auf dem Weg in die Fremde; er entzieht sich uns (was moderne Menschen sehr deutlich spueren).
C) Zuvor ruft er seine Diener/innen - ev. denken wir an die Getauften oder an alle Menschen oder an die Totalschoepfung. Wichtig ist die Frage: Hat er auch mich aufgeboten? Wenn nicht, dann gilt das Folgende nicht fuer mich; dann gehoere ich zu einer Welt, zu einem System wo nichts anvertraut wird.
Also: Wie weit folge ich dem Aufgebot? Bin ich gespannt neugierig was denn wohl mir, gerade mir anvertraut wird / ist ???
D) In christlicher Sicht ist der Schoepfer-Jahwe-Gott ein Gott, der sein ganzes
Eigentum weggegeben hat - den Menschen allen, oder jenen, die sich als Diener/innen
verstehen. In christlicher Sicht liegt nichts mehr in Gottes Hand! Alles, gar alles ist den Menschen anvertraut.
E) Hier nun eine Nebenfrage: Bin ich mit wieviel Talenten begabt? Ein Zwischenruf zur Selbsterkenntnis! Bin ich ueber- oder unterfordert? Was ist denn gerade mir anvertraut? Kenn ich all die "Gueter", die mir geliehen sind?
F) Und nun die grossen Hauptfrage: Bin ich ein 5+5 tpy, ein 2+2 typ oder ein 1+0 typ? Um die Fuelle des Lebens zu erreichen ist der 1+0 typ unbrauchbar. Gelobt werden hier bei Mt die 5+5 typen; sie erhalten sogar mehr als genug...
[Eine Nachfrage: Koennte diese Parabel Mass geben fuer Katechese, gar fuer christliche Erziehung?]
Donnerstag, 10. November 2011
Oekumenischer Sonntags-Gottesdienst in APC-Tsumeb 06.11.11
25 Arts-Lehrer/innen von 3 Arts-Performance-Centres kamen nach Tsumeb zu einem
Weiterbildungs-weekend vom 04. - 06. Nov 2011
Alle ausser einem sind christich getauft. Sollen sie sich am Sonntag in ihre vier
Konfessionen aufspalten - oder wir feiern zusammen das "Wort Gottes" ? Die Tn sind soweit vertraut miteinander, dass wir einen oekumenischen Wort-Gottes-Dienst wagen koennen. Einstimmung mit einigen (gemeinsamen) Liedern - Einfuehrung: wir
widmen uns der Botschaft Jesu... - wir hoeren Mt 25.1-13 - drei Gruppen erscheinen: Braeutigam + Co, die Klugen (Lampen und Oel) und die Nachlaessigen.
In Gruppen (4 x 6Tn) wird nun meditiert ueber "Das Leben ist ein Fest..." und was es dazu braucht. - Jede Gruppe haelt eine kurze Homily - freies Gebet - Schweigen -Abschlusslieder....
Die Tn zeigten sich ein wenig ueberrascht, dass "man" sooo offen und einfach
miteinander das "Wort Gottes" feiern kann...
Weiterbildungs-weekend vom 04. - 06. Nov 2011
Alle ausser einem sind christich getauft. Sollen sie sich am Sonntag in ihre vier
Konfessionen aufspalten - oder wir feiern zusammen das "Wort Gottes" ? Die Tn sind soweit vertraut miteinander, dass wir einen oekumenischen Wort-Gottes-Dienst wagen koennen. Einstimmung mit einigen (gemeinsamen) Liedern - Einfuehrung: wir
widmen uns der Botschaft Jesu... - wir hoeren Mt 25.1-13 - drei Gruppen erscheinen: Braeutigam + Co, die Klugen (Lampen und Oel) und die Nachlaessigen.
In Gruppen (4 x 6Tn) wird nun meditiert ueber "Das Leben ist ein Fest..." und was es dazu braucht. - Jede Gruppe haelt eine kurze Homily - freies Gebet - Schweigen -Abschlusslieder....
Die Tn zeigten sich ein wenig ueberrascht, dass "man" sooo offen und einfach
miteinander das "Wort Gottes" feiern kann...
Samstag, 15. Oktober 2011
Predigtskizze zum 29. Sonntag A (16. Okt. 2011) Thess 1.1-5 + Mt 22.15-21
Paulus lobt die Thessaloniker und ich moechte Sie, die hier versammelten Glaeubigen
auch in dieser Art, in dieser Hinsicht loben:
+ Sie zeigen Ihren christlichen Glauben tagtaeglich in vielen guten Werken...
+ Sie arbeiten daran, dass die Liebe das Verhaeltnis zwischen den Menschen
bestimmt...
+ Sie halten in Schwierigkeiten durch, geben nicht so schnell auf, denn Hoffnung
auf das Gute treibt Sie an...
Als einen solchen Menschen ehren die Pharisaeer Jesus von Nazareth: er gilt als
ehrlich, lehrt den Weg, den Lebensstil Gottes (Glaube in der Tat, Liebe ueber alles,
in der Hoffnung verwurzelt) und sein Lehren ist ebenso ehrlich, ohne Falsch, indem er sebst tut was er lehrt, und er ist von den Funktionen der Menschen, die sie ausueben, nicht beherrscht sondern schaetzt die Menschen als Persoenlichkeiten.
Dieser Jeus, die Thessaloniker und auch wir heute noch werden bestaendig in eine
Falle gelockt, in Versuchung gefuehrt - denn wir leben plural: wir leben in vielen Systemen und muessen diesen Systemen gegenueber Stellung nehmen.
zB zum das uns nun beherrschende Geldwirtschaftssystem, heute aktiv in verschiedenen Kapitalismen. Im Blick auf dessen Symbol, die Banknote, muss es fuer den Christen klar und eindeutig sein: der Staat hat dieses System eingefuehrt, lebt davon - und wir halten ihn dafuer verantwortlich. Als Staatsbuerger nutzen wir dieses System - es geht nun mal nicht anders - und gleichzeitig kritisieren wir es in der Verantwortung vor Gott; d.h. in bezug auf das System, das wir bei der Taufe akzeptierten: dass der Kosmos und die Weltgeschichte "Leben in Fuelle fuer alle" verheisst. Das vom Staat (und in der Demokratie) auch vom Staatsbuerger zu ver-
antwortende Geldwirtschaftssystem ist a) vorerst zu akzeptieren im Sinne von
Erfahrung, Durchschauen und Nutzen (sehen) b) zu beurteilen im Sinne von Wirkungpruefung und c) weiterzuentwickeln im Rahmen der christlichen Verheissung (handeln)
Diese christliche Verheissung (Good News / Leben in Fuelle fuer alle) ist von den Christen in eine verstaendlich nachvollziehbare Sprache zu uebersetzen, in ein Wort, das sie ueberall proklamieren; sie ist als wegweisende Kraft im Konsumieren und im Geschaeften zu praktizieren; sie ist als Ueberlebensstrategie in all den schwer- wiegenden Weltproblem anzuerkennen - und sie bearf des alltaeglichen Zeugnisses jener, die von dieser Verheissung ueberzeugt sind.
auch in dieser Art, in dieser Hinsicht loben:
+ Sie zeigen Ihren christlichen Glauben tagtaeglich in vielen guten Werken...
+ Sie arbeiten daran, dass die Liebe das Verhaeltnis zwischen den Menschen
bestimmt...
+ Sie halten in Schwierigkeiten durch, geben nicht so schnell auf, denn Hoffnung
auf das Gute treibt Sie an...
Als einen solchen Menschen ehren die Pharisaeer Jesus von Nazareth: er gilt als
ehrlich, lehrt den Weg, den Lebensstil Gottes (Glaube in der Tat, Liebe ueber alles,
in der Hoffnung verwurzelt) und sein Lehren ist ebenso ehrlich, ohne Falsch, indem er sebst tut was er lehrt, und er ist von den Funktionen der Menschen, die sie ausueben, nicht beherrscht sondern schaetzt die Menschen als Persoenlichkeiten.
Dieser Jeus, die Thessaloniker und auch wir heute noch werden bestaendig in eine
Falle gelockt, in Versuchung gefuehrt - denn wir leben plural: wir leben in vielen Systemen und muessen diesen Systemen gegenueber Stellung nehmen.
zB zum das uns nun beherrschende Geldwirtschaftssystem, heute aktiv in verschiedenen Kapitalismen. Im Blick auf dessen Symbol, die Banknote, muss es fuer den Christen klar und eindeutig sein: der Staat hat dieses System eingefuehrt, lebt davon - und wir halten ihn dafuer verantwortlich. Als Staatsbuerger nutzen wir dieses System - es geht nun mal nicht anders - und gleichzeitig kritisieren wir es in der Verantwortung vor Gott; d.h. in bezug auf das System, das wir bei der Taufe akzeptierten: dass der Kosmos und die Weltgeschichte "Leben in Fuelle fuer alle" verheisst. Das vom Staat (und in der Demokratie) auch vom Staatsbuerger zu ver-
antwortende Geldwirtschaftssystem ist a) vorerst zu akzeptieren im Sinne von
Erfahrung, Durchschauen und Nutzen (sehen) b) zu beurteilen im Sinne von Wirkungpruefung und c) weiterzuentwickeln im Rahmen der christlichen Verheissung (handeln)
Diese christliche Verheissung (Good News / Leben in Fuelle fuer alle) ist von den Christen in eine verstaendlich nachvollziehbare Sprache zu uebersetzen, in ein Wort, das sie ueberall proklamieren; sie ist als wegweisende Kraft im Konsumieren und im Geschaeften zu praktizieren; sie ist als Ueberlebensstrategie in all den schwer- wiegenden Weltproblem anzuerkennen - und sie bearf des alltaeglichen Zeugnisses jener, die von dieser Verheissung ueberzeugt sind.
Freitag, 23. September 2011
Predigtskizze zum 24. Sonntag A / 10.'11.09.11 Kloten CH / Mt. 8.21-35
Petrus hat ein Problem: Wie grosszuegig soll er denn sein in seinem Versuch, das neue Christentum in seiner schwierigen Situation zu leben? Es scheint, dass dieses Problem die christliche Kirche durch 2000 Jahre nun begleitet hat. Noch heute hat sowohl der Papst als auch die Bischoefe und wohl die meisten der Glaeubigen dieses Problem: wie grosszuegig darf man sein, jeweils in der eigenen Weltsituation?
Um das Problem anzugehen, so sagt uns der Evangelist Mattheus heute, gibt sich Jesus nicht mit einer Kurzschluss-Antwort zufrieden. Die Parabel zeigt, dass Jesus zuerst klarstellen moechte, um was es im Projekt Christentum eigentlich geht. Es geht um das Himmelreich! [Himmelreich uebersetzen wir bekanntlich mit: Fuelle des Lebens fuer alle.] Wer nun als Glaubender, die Lebensfuelle fuer alle Wirklichkeit werden lassen will, [wer also im Projekt "Himmelreich" mitarbeiten will] der geht von folgendem Gottesbild aus:
A) Gott hat den Menschen alles gegeben: Das Leben in seiner Fuelle (und nicht etwa nur einen Drittel) zusammen mit allen Problemen, dazu auch noch die Chancen, die Probleme zu loesen, und wo der Mensch sie nicht loesen kann, gibt Gott die Kraft, die Situation zu ertragen.
B) Wenn der Mensch seine Begabung erkennt und dem grosszuegigen Geber zurueckzahlen moechte, was er schuldet, - dann erkennt der Mensch auch - eine so grosse Schuld ist unbezahlbar.
C) In dieser Erkenntnis vernimmt der Glaubende, dass Gott eine totale, ewige Amnestie angeordnet hat; er hat einen absoluten Schuldenerlass fuer alle unter-
schrieben.
D) Wer die von Gott offerierte Lebensfuelle in dieser Welt nicht realisiert, der ist zum Schadensfall der ganzen Welt geworden.
Dieses Gottesbild Jesu ziemt sich dem christlichen Glauben. Dieses Gottesbild ist dem Glaubenden Voraussetzung, wenn er die Fuelle des Lebens fuer alle anpeilt. Leider ist es dem Christentum noch immer nicht gelungen, dieses Gottesbild in den Glaubenden fest zu machen. Ob die christlichen Eltern ihren katholischen Kindern dieses Gottesbild Jesu tatsaechlich vermitteln ist leider noch nicht gesichert. Im noch immer (leider von vielen Christen noch propagandierten) fragwuerdigen Gottes-
bild laesst sich eine Erklaerung fuer die Schwaeche des heutigen Christentums finden.
Und nun kommt Jesus in der erzaehlten Parabel auf den springenden Punkt: Er tut es interessanterweise mit einem Negativ-Bild: Er zeigt, wie es nicht sein soll! Positiv gedeutet: Der getaufte Christ tut, was Jesus getan hat: er praktiziert dieses grosszuegige Gottesbild in seiner wie immer gearteten Situation. Dieses Gottesbild unter den Menschen Wirklichkeit werden zu lassen, das ist Inkarnatin. Die Gesinnung und das Verhalten Gottes zwischenmenschlich zu verwirklichen, das ist "glauben".
Wenn wir nun einen Blick auf die Menschen werfen, dann stellen wir freudig fest, dass dieses Gottesbild Jesu in recht vielen Menschen irgendwie vorhanden ist: die meisten Menschen haben Freude an der Grosszuegigkeit, haben Freude an ihrer Begabung. Die Menschen sind irgendwie disponiert zur Fuelle des Lebens fuer alle.
Wir stellen aber auch fest, manchmal haben die Menschen Schwierigkeiten sich zu aeussern, ihrer Guete Ausdruck zu geben, das Wort der Verzeihung will noch nicht auf die Lippen kommen. Diese Kunst, sich im Besten zu geben, die gute Absicht in die Tat umzusetzen, diese Kunst will erlernt sein. Innerhalb der Kirche ist die Katchese dafuer zustaendig; im offenen Bereich der Gesellschaft versuchen wir diesen Lernprozess in unseren APC's zu verwirklichen (Arts-Performance-Centers): im Tanzen und Musizieren, im Malen und im Drama etc... da lernen die Menschen einszeln und in der Gruppe "sich zu aeussern", ihr bestes zu geben. Und diesen Lernprozess "sich aeussern" zu koennen, halte ich heute fuer sehr wichtig.
Glaubende Christen sind dazu herausgefordert, dem Gottesbild Jesu im Alltag Gestalt zu geben... damit erweitern sie die Anteilnahme an der Fuelle des Lebens fuer alle.
Um das Problem anzugehen, so sagt uns der Evangelist Mattheus heute, gibt sich Jesus nicht mit einer Kurzschluss-Antwort zufrieden. Die Parabel zeigt, dass Jesus zuerst klarstellen moechte, um was es im Projekt Christentum eigentlich geht. Es geht um das Himmelreich! [Himmelreich uebersetzen wir bekanntlich mit: Fuelle des Lebens fuer alle.] Wer nun als Glaubender, die Lebensfuelle fuer alle Wirklichkeit werden lassen will, [wer also im Projekt "Himmelreich" mitarbeiten will] der geht von folgendem Gottesbild aus:
A) Gott hat den Menschen alles gegeben: Das Leben in seiner Fuelle (und nicht etwa nur einen Drittel) zusammen mit allen Problemen, dazu auch noch die Chancen, die Probleme zu loesen, und wo der Mensch sie nicht loesen kann, gibt Gott die Kraft, die Situation zu ertragen.
B) Wenn der Mensch seine Begabung erkennt und dem grosszuegigen Geber zurueckzahlen moechte, was er schuldet, - dann erkennt der Mensch auch - eine so grosse Schuld ist unbezahlbar.
C) In dieser Erkenntnis vernimmt der Glaubende, dass Gott eine totale, ewige Amnestie angeordnet hat; er hat einen absoluten Schuldenerlass fuer alle unter-
schrieben.
D) Wer die von Gott offerierte Lebensfuelle in dieser Welt nicht realisiert, der ist zum Schadensfall der ganzen Welt geworden.
Dieses Gottesbild Jesu ziemt sich dem christlichen Glauben. Dieses Gottesbild ist dem Glaubenden Voraussetzung, wenn er die Fuelle des Lebens fuer alle anpeilt. Leider ist es dem Christentum noch immer nicht gelungen, dieses Gottesbild in den Glaubenden fest zu machen. Ob die christlichen Eltern ihren katholischen Kindern dieses Gottesbild Jesu tatsaechlich vermitteln ist leider noch nicht gesichert. Im noch immer (leider von vielen Christen noch propagandierten) fragwuerdigen Gottes-
bild laesst sich eine Erklaerung fuer die Schwaeche des heutigen Christentums finden.
Und nun kommt Jesus in der erzaehlten Parabel auf den springenden Punkt: Er tut es interessanterweise mit einem Negativ-Bild: Er zeigt, wie es nicht sein soll! Positiv gedeutet: Der getaufte Christ tut, was Jesus getan hat: er praktiziert dieses grosszuegige Gottesbild in seiner wie immer gearteten Situation. Dieses Gottesbild unter den Menschen Wirklichkeit werden zu lassen, das ist Inkarnatin. Die Gesinnung und das Verhalten Gottes zwischenmenschlich zu verwirklichen, das ist "glauben".
Wenn wir nun einen Blick auf die Menschen werfen, dann stellen wir freudig fest, dass dieses Gottesbild Jesu in recht vielen Menschen irgendwie vorhanden ist: die meisten Menschen haben Freude an der Grosszuegigkeit, haben Freude an ihrer Begabung. Die Menschen sind irgendwie disponiert zur Fuelle des Lebens fuer alle.
Wir stellen aber auch fest, manchmal haben die Menschen Schwierigkeiten sich zu aeussern, ihrer Guete Ausdruck zu geben, das Wort der Verzeihung will noch nicht auf die Lippen kommen. Diese Kunst, sich im Besten zu geben, die gute Absicht in die Tat umzusetzen, diese Kunst will erlernt sein. Innerhalb der Kirche ist die Katchese dafuer zustaendig; im offenen Bereich der Gesellschaft versuchen wir diesen Lernprozess in unseren APC's zu verwirklichen (Arts-Performance-Centers): im Tanzen und Musizieren, im Malen und im Drama etc... da lernen die Menschen einszeln und in der Gruppe "sich zu aeussern", ihr bestes zu geben. Und diesen Lernprozess "sich aeussern" zu koennen, halte ich heute fuer sehr wichtig.
Glaubende Christen sind dazu herausgefordert, dem Gottesbild Jesu im Alltag Gestalt zu geben... damit erweitern sie die Anteilnahme an der Fuelle des Lebens fuer alle.
Ferien 2011 in CH Altdorf Uri
Vom 19. Aug. 11 bis 15. Sept 11 genoss ich Ferien in der CH: Viele Besuche, einige Feiern, einige Aktionen zugunsten von unseren APC's (Namibian-Arts-Perfomance-
Centres-Association), genuegend Schlaf, eine gute Kueche und vier Buecher ueber
Gott und Religion. Wie ich "Kirche" in der CH erfahre? Die Verantwortlichen, die ich traf, geben sich grosse Muehe, Talente sind vorhanden... Das Buch von FX Kaufmann
"Kirchenkrise" (Herder 2011) fand ich hervorragend; doch es trifft die Alltagsrealitaet nicht.Ich bin auch nicht in der Lage, die gemachten Erahrungen weder zu bewerten,
noch zu kritisieren.Momentane Stichworte: Ballon ohne Luft, Bild ohne Farbe, Schiff ohne Segel, ein Container-truck, Postkutsche mit angezogenen Bremsen...
Nun bin ich wieder in Namibia mit folgenden Aufgabenfelder:
+ Spv, Scty, Finance of NAPeCAs
+ Cp of Board of CSFN (Civil-Society-Foundation-of Namibia)
+ Board-member of "Lion-Arts-Foundation"
+ Studium: Evolution - Religion - Gott
+ Assistant Priest in the Otjiwarongo-Region
+ Spv of APC-Otjiwarongo
+ Life-consultant
Centres-Association), genuegend Schlaf, eine gute Kueche und vier Buecher ueber
Gott und Religion. Wie ich "Kirche" in der CH erfahre? Die Verantwortlichen, die ich traf, geben sich grosse Muehe, Talente sind vorhanden... Das Buch von FX Kaufmann
"Kirchenkrise" (Herder 2011) fand ich hervorragend; doch es trifft die Alltagsrealitaet nicht.Ich bin auch nicht in der Lage, die gemachten Erahrungen weder zu bewerten,
noch zu kritisieren.Momentane Stichworte: Ballon ohne Luft, Bild ohne Farbe, Schiff ohne Segel, ein Container-truck, Postkutsche mit angezogenen Bremsen...
Nun bin ich wieder in Namibia mit folgenden Aufgabenfelder:
+ Spv, Scty, Finance of NAPeCAs
+ Cp of Board of CSFN (Civil-Society-Foundation-of Namibia)
+ Board-member of "Lion-Arts-Foundation"
+ Studium: Evolution - Religion - Gott
+ Assistant Priest in the Otjiwarongo-Region
+ Spv of APC-Otjiwarongo
+ Life-consultant
Samstag, 13. August 2011
Predigtskizze zum 20. Sonntag A (14.08.2011) Aufnahme Marias + Mt. 15.21-28
Heute feiern wir den grossen Glauben einer fremden Frau und das glauben-
basierte Fiat der Mutter Jesu.Wir wollen also ueber "glauben" nachdenken.
Eigentlich sind alle Menschen "glaubende".Es ist eine erste Grundeigenschaft
des Menschen zu glauben; anders gesagt: Der Mensch hat eine natuerliche Grundkraft zu glauben. Immerschon hat der Mensch angenommen, dass die
Erde ihn traegt, dass die Sonne scheinen wird, dass die Sterne nicht vom
Himmel fallen, dass die Blumen bluehen werden. Der Mensch setzt voraus:
Morgen ist wieder ein Tag. Ohne diesen natuerlichen Glauben ist "leben" nicht
moeglich.
Diesem natuerlichen Glauben liegt eine "unbewusste" Entscheidung zugrunde:
Ich nehme an, der Boden traegt mich, also gehe ich. In der Erfahrung ist es um-
gekehrt: ich gehe einfach; denn es ist "selbstverstaendlich", dass der Boden
mich traegt. Erst im Zweifelsfall oder im Irrtum entsteht das Problem.Die
meisten unserer Taetigkeiten basieren auf diesem "glauben".
Aus diesem natuerlichen "glauben" entspringt das persoenliche "glauben":
Ich vertraue Dir. Das Kinde vertraut der Mutter, der Freund der Freundin.
Die Frau im heutigen Evangelium entscheidet sich, diesem Jesus zu vertrauen!
Im Ehesakrament wird ein solches gegenseitiges Vertrauen geheiligt.Leider
bleibt einigen Menschen das Wachsen in dieses persoenliche Vertrauen verwehrt;
oder die Vertrauenskraft schwindet.
Ein weiterer Schritt ist das religioese "glauben"; Menschen entwickeln die Faehig-
keit, an das Geheimnis Gott zu glauben. Sie entscheiden sich dafuer, dass Gott
existiert. Es ist hier nicht mehr die falsche Frage: ob Gott existiert oder nicht.
Er ist, seit der Mensch faehig ist, Transzendenz und "das Andere" zu denken, in
fast aller Menschen Denken und in vieler Mund. (Was denn der Mensch ueber Gott
denkt, das ist hier nicht Thema).
Wichtig ist das Einsehen, dass diese Glaubenskraft kreativ ist: Das natuerliche
"glauben" ermoeglicht unser Leben auf dieser Erde, das persoenliche "glauben"
ermoeglicht unsere Beziehungen und das religioese "glauben" ermoeglicht Gott.
Ohne diese Grundlage "glauben" geht gar nichts.
Da diese urwuechsige Glaubenskraft wie ein Wildwuchs ist, mahnt die christliche
Kirche zurecht, dass sie von der menschlichen Vernunft gerichtet werden muss.
Darauf haben Papst JP II und Papst BXVI deutlich aufmerksam gemacht. Glaube
und Vernunft gehoeren zusammen! Die Fragen: was nehme ich denn eigentlich an,
wem vertraue ich, sind fuer ein menschenwuerdiges Leben unumgaenglich.Noch
wichtiger wird die Frage, ob ich mich fuer das Geheimnis Gott entscheiden kann!
Das ist der jungen Frau Maria von Nazareth gelungen.
Auf unserem Weg zur Fuelle des Lebens muss die menschliche Grundkraft "glauben"
auf dem Feuer der Vernunft grilliert werden.Der Entscheid: ich glaube, muss von der
Vernunft aus der Erfahrung abgeleitet werden, muss begruendet werden und im
Risiko gewagt werden. Solches "glauben" versetzt Berge, heilt den Menschen und
erloest den Kosmos. Die fremde Frau aus Kanaa und Maria von Nazareth haben einen
fuer sie und fuer uns wertvollen Entscheid gefaellt.
basierte Fiat der Mutter Jesu.Wir wollen also ueber "glauben" nachdenken.
Eigentlich sind alle Menschen "glaubende".Es ist eine erste Grundeigenschaft
des Menschen zu glauben; anders gesagt: Der Mensch hat eine natuerliche Grundkraft zu glauben. Immerschon hat der Mensch angenommen, dass die
Erde ihn traegt, dass die Sonne scheinen wird, dass die Sterne nicht vom
Himmel fallen, dass die Blumen bluehen werden. Der Mensch setzt voraus:
Morgen ist wieder ein Tag. Ohne diesen natuerlichen Glauben ist "leben" nicht
moeglich.
Diesem natuerlichen Glauben liegt eine "unbewusste" Entscheidung zugrunde:
Ich nehme an, der Boden traegt mich, also gehe ich. In der Erfahrung ist es um-
gekehrt: ich gehe einfach; denn es ist "selbstverstaendlich", dass der Boden
mich traegt. Erst im Zweifelsfall oder im Irrtum entsteht das Problem.Die
meisten unserer Taetigkeiten basieren auf diesem "glauben".
Aus diesem natuerlichen "glauben" entspringt das persoenliche "glauben":
Ich vertraue Dir. Das Kinde vertraut der Mutter, der Freund der Freundin.
Die Frau im heutigen Evangelium entscheidet sich, diesem Jesus zu vertrauen!
Im Ehesakrament wird ein solches gegenseitiges Vertrauen geheiligt.Leider
bleibt einigen Menschen das Wachsen in dieses persoenliche Vertrauen verwehrt;
oder die Vertrauenskraft schwindet.
Ein weiterer Schritt ist das religioese "glauben"; Menschen entwickeln die Faehig-
keit, an das Geheimnis Gott zu glauben. Sie entscheiden sich dafuer, dass Gott
existiert. Es ist hier nicht mehr die falsche Frage: ob Gott existiert oder nicht.
Er ist, seit der Mensch faehig ist, Transzendenz und "das Andere" zu denken, in
fast aller Menschen Denken und in vieler Mund. (Was denn der Mensch ueber Gott
denkt, das ist hier nicht Thema).
Wichtig ist das Einsehen, dass diese Glaubenskraft kreativ ist: Das natuerliche
"glauben" ermoeglicht unser Leben auf dieser Erde, das persoenliche "glauben"
ermoeglicht unsere Beziehungen und das religioese "glauben" ermoeglicht Gott.
Ohne diese Grundlage "glauben" geht gar nichts.
Da diese urwuechsige Glaubenskraft wie ein Wildwuchs ist, mahnt die christliche
Kirche zurecht, dass sie von der menschlichen Vernunft gerichtet werden muss.
Darauf haben Papst JP II und Papst BXVI deutlich aufmerksam gemacht. Glaube
und Vernunft gehoeren zusammen! Die Fragen: was nehme ich denn eigentlich an,
wem vertraue ich, sind fuer ein menschenwuerdiges Leben unumgaenglich.Noch
wichtiger wird die Frage, ob ich mich fuer das Geheimnis Gott entscheiden kann!
Das ist der jungen Frau Maria von Nazareth gelungen.
Auf unserem Weg zur Fuelle des Lebens muss die menschliche Grundkraft "glauben"
auf dem Feuer der Vernunft grilliert werden.Der Entscheid: ich glaube, muss von der
Vernunft aus der Erfahrung abgeleitet werden, muss begruendet werden und im
Risiko gewagt werden. Solches "glauben" versetzt Berge, heilt den Menschen und
erloest den Kosmos. Die fremde Frau aus Kanaa und Maria von Nazareth haben einen
fuer sie und fuer uns wertvollen Entscheid gefaellt.
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