Die meisten christlichen Theologen sind sich darin einig, dass Gott letztlich ein absolutes Geheimnis ist. Gerade weil die Gottheit so geheimnisvoll ist, wurde sie
von ihren Bewunderer so sehr geliebt, von ihren Veraechtern so sehr gehasst und
von beiden unausweichlich hintergangen. Beide sind der Tatsache noch nicht auf die Spur gekommen oder scheinen stets zu vergessen, dass ihre Sicht auf das Heilige-Geheimnis-Gott sehr perspektivisch und gerade nicht umfassend ist. Einerseits
ist es das HGG, das in sich nicht durchschaubar ist, anderseits ist es der menschliche Geist, der sehr beschraenkt und selektiv und modellierend wahrnimmt.
Es ist daher erstaunlich, dass christliche Theologen bis heute den Mut haben das HGG als eine Drei-Eine-Einheit zu zkizzieren und das Wesen Gottes als "Beziehung" zu kennzeichnen. Damit haben sie in der mehrtausendjaehrigen Konstruktion von
Gottes-Vorstellungen einen philosophischen Hoehepunkt erreicht. Das ist wohl hoechst zweckmaessig - aber darf man fragen: welchem Zweck dient diese moderne Darstellung?
Ein Gottesbild ist im besten Sinne zurecht reflektierend pro-vokativ!
(Die kirchliche Pastoral sollte sich das sehr zuherzen nehmen).
Das Bild vom "Dreifaltigen Gott" stellt klar: Die abbildlich ueberlebende Grundstruktur von Mensch und Schoepfung ist Vielheit in Einheit und ihr zugrundeliegendes Wesen ist relation (Beziehung).
Einfacher gesagt: Die Dinge sind nicht wie sie sind sondern sie sind es nur in Beziehung! Das ist eine so umfassende Aussage, dass sie das Alltagsleben, die Wissenschaften, die Kulturen und eben auch das Gottesbild betrifft.
All der Dinge Werden und Erscheinen ist bedingt in den Beziehungen.
Sie leben in einer relation (oder sie sind nicht).
Das religioese Christentum verobjektiviert seine Aussagen zu: "Gott, das ens a se", oder "der Vater-Gott an sich" oder "die Kirche an sich" oder "Jesus Christus, der Erloeser an sich" und verwaltet diese Einheiten wie Objekte z.B. Gott anbeten, oder: Gott einen Dienst tun, der Kirche dienen, Gnade erwerben etc...
Das seculare Christentum respektiert Gott als das in bezug auf den Menschen
unaussagbar Heilige Geheimnis und sieht dieses Geheimnis inkarniert im Kosmos.
Der Kosmos ist Beziehung und darum kann und darf und sollte Gott als herausfordernde Beziehung gesehen werden.
Ich will versuchen Gedanken zum Weiterdenken anzubieten in der Theologie, Psychologie und zu einem evolutiven Weltbild.
Freitag, 1. Juni 2012
Freitag, 25. Mai 2012
Pfingsten Joh 20.15-23 (27.05.2012)
Zuerst eine Ueberlegung im Rahmen der gaengigen konservativen Theologie:
Die juedische und roemische Oberschicht haben Jesus auf dem Gewissen; daher
fuerchten sich die Juenger berechtigt vor beiden: also Tueren schliessen d.h.sich
verbarrikadieren - also aehnlich wie heute vor dem Traditionalismus und vor dem
Fundamentalismus. In dieser Situation ist es wie zu beginn der Schoepfung, wie bei den toten Gebeinen (Ez), wie bei Maria von Nazareth: ein lebendspendender Geist wird ausgegossen; diesmal ist es Jesus der diesen Geist aushaucht. Die ihm folgende Kirche wird daher verstanden als Quelle neuen Lebens: Die Getauften erben ein Neues Leben. Der neues Leben spendende Geist wird gesehen als ein Angebot an alle Menschen, das auf ein aktives Empfangen wartet. D. h. das Angebot wuenscht wahrgenommen zu werden im Sinne von Entdecken und Einverleiben - wer es nicht annimmt - verpasst das Neue Leben...
Es gilt also in der bisherigen Theologie an Pfingsten 3 Tatsachen festzuhalten:
1.) Der Geist Gottes ist bereits ausgegossen. Und weil der gegeben ist, muss er nicht mehr erbeten werden... (was die Kirche bis heute noch nicht anerkennt).
2.) Der ausgegossenen Geist Gottes ist einzuverleiben. Der Prozess dieser Ver-
koerperung ist die Aufgabe der christlichen Gemeinschaften (Kirchen); was diese auch oeffentlich bis heute beanspruchen, cf Sakramenten-theologie.
3.) Im und durch den Einverleibungsprozess wird der Heilige Geist logischerweise im Erscheinen und im Wirken "ungewiss" d.h. unkalkulierbar, unvorhersagbar; eben dynamisch... vielfaeltig, plural (was viele bis heute noch nicht ertragen).
In dieser alten Theologie sind wir es uns im Christentum gewohnt, letztlich alles Geschehen und alle Verantwortung dem allmaechtigen Schoepfer zuzuschreiben.
Er ist es... Er hat den Heiligen Geist ausgegossen... etc....
In einer eher neueren Theologie, wo der Heilige Geist als der "in den Kosmos und in alle Herzen ausgegossene Gott" ernst genommen wird (Kenosis), (und ausgegossen meint hier: Gott ist inkarniert als menschlichen Herzensgrund) - da werden wir den Herzens-entscheid der Menschen auch tatsaechlich fuer alles verantortlich erklearen muessen. Es gibt keinen Rekurs mehr auf einen metaphysischen Gott; man muss die menschliche Gemeinschaft (den homo sapiens / die Menscheit) total fuer verantwortlich erklaeren fuer alles humane (und inhumane) Geschehen.
Was historisch als Heiliger Geist verobjektiviert wurde, ist in Wirklichkeit das unfassbare Existenz- und Entscheidungs-Geheimnis von Kosmos und Menschheit.
Dieses Geheimnis wird im secularisierten Christentum zentral.Darum gilt:
Wir werden dann dem Heiligen Geist gerecht, wenn wir ihn als Personifizierung des
Deus incarnatus anerkennen, der als kosmosidentisch gilt.
M.a..W: der in der traditionellen Theologie oben dargestelle Punkt 2 (Der einst
ausgegossene Geist Gottes ist einzuverleiben) gilt in der neueren Theologie nicht mehr als Auftrag sondern als bereits realisiert.
Durch die Petrifizierung der kirchlichen Sprache, koennen wir diese theologische
Weiterentfaltung weder in der Pastoral noch in der Liturgie entsprechend ins Wort fassen. Aufbruch wagen meint zutiefst ein neues Gottes-verstaendnis und damit
ein neues Kosmosverstaendnis wagen. Das genau ist der heutige Auftrag eines secularisierten Christentums.
Die juedische und roemische Oberschicht haben Jesus auf dem Gewissen; daher
fuerchten sich die Juenger berechtigt vor beiden: also Tueren schliessen d.h.sich
verbarrikadieren - also aehnlich wie heute vor dem Traditionalismus und vor dem
Fundamentalismus. In dieser Situation ist es wie zu beginn der Schoepfung, wie bei den toten Gebeinen (Ez), wie bei Maria von Nazareth: ein lebendspendender Geist wird ausgegossen; diesmal ist es Jesus der diesen Geist aushaucht. Die ihm folgende Kirche wird daher verstanden als Quelle neuen Lebens: Die Getauften erben ein Neues Leben. Der neues Leben spendende Geist wird gesehen als ein Angebot an alle Menschen, das auf ein aktives Empfangen wartet. D. h. das Angebot wuenscht wahrgenommen zu werden im Sinne von Entdecken und Einverleiben - wer es nicht annimmt - verpasst das Neue Leben...
Es gilt also in der bisherigen Theologie an Pfingsten 3 Tatsachen festzuhalten:
1.) Der Geist Gottes ist bereits ausgegossen. Und weil der gegeben ist, muss er nicht mehr erbeten werden... (was die Kirche bis heute noch nicht anerkennt).
2.) Der ausgegossenen Geist Gottes ist einzuverleiben. Der Prozess dieser Ver-
koerperung ist die Aufgabe der christlichen Gemeinschaften (Kirchen); was diese auch oeffentlich bis heute beanspruchen, cf Sakramenten-theologie.
3.) Im und durch den Einverleibungsprozess wird der Heilige Geist logischerweise im Erscheinen und im Wirken "ungewiss" d.h. unkalkulierbar, unvorhersagbar; eben dynamisch... vielfaeltig, plural (was viele bis heute noch nicht ertragen).
In dieser alten Theologie sind wir es uns im Christentum gewohnt, letztlich alles Geschehen und alle Verantwortung dem allmaechtigen Schoepfer zuzuschreiben.
Er ist es... Er hat den Heiligen Geist ausgegossen... etc....
In einer eher neueren Theologie, wo der Heilige Geist als der "in den Kosmos und in alle Herzen ausgegossene Gott" ernst genommen wird (Kenosis), (und ausgegossen meint hier: Gott ist inkarniert als menschlichen Herzensgrund) - da werden wir den Herzens-entscheid der Menschen auch tatsaechlich fuer alles verantortlich erklearen muessen. Es gibt keinen Rekurs mehr auf einen metaphysischen Gott; man muss die menschliche Gemeinschaft (den homo sapiens / die Menscheit) total fuer verantwortlich erklaeren fuer alles humane (und inhumane) Geschehen.
Was historisch als Heiliger Geist verobjektiviert wurde, ist in Wirklichkeit das unfassbare Existenz- und Entscheidungs-Geheimnis von Kosmos und Menschheit.
Dieses Geheimnis wird im secularisierten Christentum zentral.Darum gilt:
Wir werden dann dem Heiligen Geist gerecht, wenn wir ihn als Personifizierung des
Deus incarnatus anerkennen, der als kosmosidentisch gilt.
M.a..W: der in der traditionellen Theologie oben dargestelle Punkt 2 (Der einst
ausgegossene Geist Gottes ist einzuverleiben) gilt in der neueren Theologie nicht mehr als Auftrag sondern als bereits realisiert.
Durch die Petrifizierung der kirchlichen Sprache, koennen wir diese theologische
Weiterentfaltung weder in der Pastoral noch in der Liturgie entsprechend ins Wort fassen. Aufbruch wagen meint zutiefst ein neues Gottes-verstaendnis und damit
ein neues Kosmosverstaendnis wagen. Das genau ist der heutige Auftrag eines secularisierten Christentums.
Sonntag, 20. Mai 2012
typisch dazwischen
Der Sonntag nach Himmelfahrt ist im Kirchenjahr ein Spiegel fuer viele Christen:
Der ermunternde Glaube an Jesus ist abgestorben und das Herz ist noch nicht
genug offen fuer den heiligenden Geist - so richtig dazwischen. Diese Situation
ist wohl nicht leicht zu ertragen, falls man sie an sich erspuert. Viele merken es
ja nicht, dass sie abtriften, verflachen...
Der Katholikentag in Mannheim (BDR) May 2012 will zum Aufbruch ermuntern. Lassen wir uns ueberraschen.
Der ermunternde Glaube an Jesus ist abgestorben und das Herz ist noch nicht
genug offen fuer den heiligenden Geist - so richtig dazwischen. Diese Situation
ist wohl nicht leicht zu ertragen, falls man sie an sich erspuert. Viele merken es
ja nicht, dass sie abtriften, verflachen...
Der Katholikentag in Mannheim (BDR) May 2012 will zum Aufbruch ermuntern. Lassen wir uns ueberraschen.
Freitag, 18. Mai 2012
Oster-Sonntag 7 B Joh 17.11-19 (20.05. 2012)
Der Ev. John - etwa 100 Jahre nach Jesus - sieht bereits, wie schwierig es ist,
in der Welt-Situation als Getaufter auf den Namen Jesu welt-richtig zu leben.
Darum laesst er Jesus selbst zu den Getauften reden und ihnen eindruecklich
drei Lebens-Dimensionen klarstellen:
1.) Es ist eindeutig: Ihr seid in die Welt-Situationen hinein gesendet; d.h.
Weltflucht ist klar unchristlich; die Liebe zur Welt ist erstklassig.
2.) Jesus gibt klar zu verstehen, dass er selbst nicht mehr in der Welt ist; d.h.
Er ist kein Partner; er ist entlassen; er hat seinen Anteil am Werk Gottes
bereits geleistet; es kommt nun ganz auf die Juenger an.
3.) Jesus selbst hat das Geheimnis Gott bestuermt: es moege sich der Juenger
annehmen d.h. sie bestimmen:
A) den Namen Gottes in der Welt bewahren zu koennen
d.h. das Geheimnis Gott nicht aufdecken sondern als Geheimnis aushalten!
B) volle Freude geniessen zu koennen
d.h. engagiert an der Lebensfuelle teilzunehmen
C) heilig zu leben; d.h. faehig zu werden, immer und ueberall
die ganze Kreation achtsam als Anspruch Gottes wahrzunehmen.
Nach der endgueltigen Verabschiedung Jesu ist es wie ein neuer Morgen;
das Gestern ist aufgehoben bewahrheitet und der christlich Engagierte
begibt sich, wie all seine Mit-Juenger in die jeweiligen Welt-situationen
und schwimmt im geschichtlichen Bewusstsein, dass das unfassbare
Geheimnis Gott, wie an Jesus demonstriert, unsaeglich auferstehende
Lebens-Freude und achtsam weltveraenderndes Gelingen bewirkt.
"Wie Ich das Bewusstsein hatte, von Geheimnis Gott in die Welt gesandt zu sein,
so moegen sie im Bewusstsein leben, dass Ich sie gesandt habe." Joh 17.18
in der Welt-Situation als Getaufter auf den Namen Jesu welt-richtig zu leben.
Darum laesst er Jesus selbst zu den Getauften reden und ihnen eindruecklich
drei Lebens-Dimensionen klarstellen:
1.) Es ist eindeutig: Ihr seid in die Welt-Situationen hinein gesendet; d.h.
Weltflucht ist klar unchristlich; die Liebe zur Welt ist erstklassig.
2.) Jesus gibt klar zu verstehen, dass er selbst nicht mehr in der Welt ist; d.h.
Er ist kein Partner; er ist entlassen; er hat seinen Anteil am Werk Gottes
bereits geleistet; es kommt nun ganz auf die Juenger an.
3.) Jesus selbst hat das Geheimnis Gott bestuermt: es moege sich der Juenger
annehmen d.h. sie bestimmen:
A) den Namen Gottes in der Welt bewahren zu koennen
d.h. das Geheimnis Gott nicht aufdecken sondern als Geheimnis aushalten!
B) volle Freude geniessen zu koennen
d.h. engagiert an der Lebensfuelle teilzunehmen
C) heilig zu leben; d.h. faehig zu werden, immer und ueberall
die ganze Kreation achtsam als Anspruch Gottes wahrzunehmen.
Nach der endgueltigen Verabschiedung Jesu ist es wie ein neuer Morgen;
das Gestern ist aufgehoben bewahrheitet und der christlich Engagierte
begibt sich, wie all seine Mit-Juenger in die jeweiligen Welt-situationen
und schwimmt im geschichtlichen Bewusstsein, dass das unfassbare
Geheimnis Gott, wie an Jesus demonstriert, unsaeglich auferstehende
Lebens-Freude und achtsam weltveraenderndes Gelingen bewirkt.
"Wie Ich das Bewusstsein hatte, von Geheimnis Gott in die Welt gesandt zu sein,
so moegen sie im Bewusstsein leben, dass Ich sie gesandt habe." Joh 17.18
Sonntag, 13. Mai 2012
"Himmelfahrt" 2012: endgueltiger Abschied.
Der Sensenmann TOD ist ein Schnitter, das STERBEN aber ist ein Weg, ein Prozess,
eine Entwicklung. Im Sterben lernt der Eine zu gehen in eine unsichere Zukunft -
sich verabschieden tut weh - die Zurueckgelassenen muessen das Gehenlassen lernen.
So war es bei Jesus: IHN gehen zu lassen faellt den Juengern schwer.
Maria von Magdala musste ermahnt werden: Halte mich nicht fest!
Und die Juenger muessen in 40 Tagen lernen: Jesus is kein spekulativer Geist;
er ist aus der Wahrnehmungs-sphaere verschwunden.
Im Memorial-Service (Abendmahl / Eucharistie) kann Er zwar von Glaeubigen
real gegenwaertig gesehen werden. Aber gerade in diesem Gedenken
wird uns deutlich gesagt: die Zeit ist gekommen, die VERABSCHIEDUNG
ernst zu nehmen.
a) Man kann IHM nicht mehr begegnen.
b) Er ist kein Spukgeist; er ist mit Einbildung nicht zu fassen.
c) Man kann ihn erdenken, aber das ist nicht ER sondern mein
konstruiertes Denkgebilde (eine gebastelte Biographie).
Ohne endgueltige Verabschiedung bleibt man an der eigenen Trauer am Toten haengen. Es gibt nur den AUSWEG: man wendet sich den Naechsten zu; jenen,
die IHN auch kannten... und man beginnt die grosse Erzaehlung cf. Apostel- geschichte, Evangelien, Briefe... und man macht die Erfahrung: "Wo zwei oder drei
in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen"
Wir heutig Getauften stehen in dieser grossen christlichen ERZAEHL-TRADITION:
Jeder sagt, was er vom Profeten JvN haelt, welche Lebenskonsequenzen ihm richtig
erscheinen; die einen zitieren Bibelworte, andere Vaeter- Muetter-weisheiten...
Wir muessen - achtsam aufeinander hoerend - den christlichen Weg in die Zukunft
miteinander finden: "Wo zwei oder drei..."
Jesu einstiger "profetischer Song" ist in tausend Toene zesplittert - wer eine ertraegliche Melodie wuenscht, muss seine Toene ins Gesamtkonzert einbringen.
Wer an seinem Jesus festhaelt verpasst den Auferstandenen.
Es ist jetzt an uns, im Gedenken seiner Taten und Worte (christliche Meditation
und Eucharistie) auf unsere Art in unserer Zeit seine Wunder-Taten zu tun und
seine Worte zu verwirklichen. In diesem Sinne ist "Himmelfahrt Jesu" eine Abschieds-
partie mit unvorstellbaren Konsequenzen: Es ist jetzt an uns...
eine Entwicklung. Im Sterben lernt der Eine zu gehen in eine unsichere Zukunft -
sich verabschieden tut weh - die Zurueckgelassenen muessen das Gehenlassen lernen.
So war es bei Jesus: IHN gehen zu lassen faellt den Juengern schwer.
Maria von Magdala musste ermahnt werden: Halte mich nicht fest!
Und die Juenger muessen in 40 Tagen lernen: Jesus is kein spekulativer Geist;
er ist aus der Wahrnehmungs-sphaere verschwunden.
Im Memorial-Service (Abendmahl / Eucharistie) kann Er zwar von Glaeubigen
real gegenwaertig gesehen werden. Aber gerade in diesem Gedenken
wird uns deutlich gesagt: die Zeit ist gekommen, die VERABSCHIEDUNG
ernst zu nehmen.
a) Man kann IHM nicht mehr begegnen.
b) Er ist kein Spukgeist; er ist mit Einbildung nicht zu fassen.
c) Man kann ihn erdenken, aber das ist nicht ER sondern mein
konstruiertes Denkgebilde (eine gebastelte Biographie).
Ohne endgueltige Verabschiedung bleibt man an der eigenen Trauer am Toten haengen. Es gibt nur den AUSWEG: man wendet sich den Naechsten zu; jenen,
die IHN auch kannten... und man beginnt die grosse Erzaehlung cf. Apostel- geschichte, Evangelien, Briefe... und man macht die Erfahrung: "Wo zwei oder drei
in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen"
Wir heutig Getauften stehen in dieser grossen christlichen ERZAEHL-TRADITION:
Jeder sagt, was er vom Profeten JvN haelt, welche Lebenskonsequenzen ihm richtig
erscheinen; die einen zitieren Bibelworte, andere Vaeter- Muetter-weisheiten...
Wir muessen - achtsam aufeinander hoerend - den christlichen Weg in die Zukunft
miteinander finden: "Wo zwei oder drei..."
Jesu einstiger "profetischer Song" ist in tausend Toene zesplittert - wer eine ertraegliche Melodie wuenscht, muss seine Toene ins Gesamtkonzert einbringen.
Wer an seinem Jesus festhaelt verpasst den Auferstandenen.
Es ist jetzt an uns, im Gedenken seiner Taten und Worte (christliche Meditation
und Eucharistie) auf unsere Art in unserer Zeit seine Wunder-Taten zu tun und
seine Worte zu verwirklichen. In diesem Sinne ist "Himmelfahrt Jesu" eine Abschieds-
partie mit unvorstellbaren Konsequenzen: Es ist jetzt an uns...
Nachtrag zum Muttertag 13.05.2012
Es ist die "Frau mit Kind" (Mutter), die dieses Gedicht am natuerlichsten erfuellt:
Es gibt ein Samenkorn
das alle Welt verblassen laesst
und eine neue in sich birgt
Es ist der Liebe taeglich Brot
geteilt im Hier und Jetzt.
Die "Frau mit Kind" ist eine natuerliche Konstellation, der es als Chance und
Herausforderung gegeben ist: "liebet einander" tief zu erfahren. Der Liebe Freud
und Schmerz ist hier konzentriert. Aus dieser Erfahrung waere es fuer die heutige Gesellschaft wertvoll, wenn "Frau mit Kind" gerade diese Erfahrung mehr in die Kultur, Gesellschaft, Politik und Geschaeftswelt einbringen koennte.
Welche Partei baut im Staat die Strukturen, dass ebendies ermoeglicht wird?
Und wer ermuntert "Frau mit Kind" ebendiesen Weg zu wagen?
Es gibt ein Samenkorn
das alle Welt verblassen laesst
und eine neue in sich birgt
Es ist der Liebe taeglich Brot
geteilt im Hier und Jetzt.
Die "Frau mit Kind" ist eine natuerliche Konstellation, der es als Chance und
Herausforderung gegeben ist: "liebet einander" tief zu erfahren. Der Liebe Freud
und Schmerz ist hier konzentriert. Aus dieser Erfahrung waere es fuer die heutige Gesellschaft wertvoll, wenn "Frau mit Kind" gerade diese Erfahrung mehr in die Kultur, Gesellschaft, Politik und Geschaeftswelt einbringen koennte.
Welche Partei baut im Staat die Strukturen, dass ebendies ermoeglicht wird?
Und wer ermuntert "Frau mit Kind" ebendiesen Weg zu wagen?
Mittwoch, 9. Mai 2012
Oster-Sonntag 6 B Joh 15.9-17 (13.05.2012)
Das wunderbare Gebot (Joh 15.17)!
Das was Menschen (wahrscheinlich in der ganzen Welt) am meisten und
innigsten wuenschen - gegenseitige wirkliche Liebe, das ist Jesu Gebot!
sogar Auftrag....
Des Herzens groesster, erhabenster, gluecklichster Wunsch -
er wird zur Erfuellung bestimmt.
Kurz gesagt: Mensch - erfuelle Deinen echtesten Wunsch:
"gegenseitige Liebe".
Das toent zu schoen um wahr zu sein; es darf aber Hoffnung bleiben!
Die Geschichte des Christentums (nun schon 2000 Jahre) erzaehlt
beides: Menschen, denen es gelang einander wirklich zu lieben
und Menschen, denen es nicht gelang, die einander zerstoerten.
Und dieses ambivalente Gelingen riss gewaltige Spuren in die Politik
und Kultur der Voelker.
Ich sehe dieses Gebot wieder als einen Quantensprung in der
evolutionaeren Kultur-Entwicklung des homo sapiens
(lange und vielseitig vorbereitet -
muehsam und beschwerlich aufbereitet fuer die Gegenwart).
Der Liebe Glueck und Schmerz
erhabner Anteil an der Lebensfuelle
zu der wir unterwegs
Es ist wichtig, es der Welt klar und eindeutig zu sagen, d.h. die Welt
muss es wissen: ebendas ist das Gebot Jesu: "liebet einander"
(auch unabhaengig davon, wieweit wir faehig sind, es zu verwirklichen).
Natuerlich sollte der Auftrag durch Verwirklichung proklamiert werden;
wie schwierig das ist, zeigt die Geschichte (des Einzelnen und der Voelker).
Darum nun 3 Hinweise (fuer christliche Gemeinschaften):
A) Die Herzensmeditation, wo wir einen kurzen Moment
Menschen + Welt + Jesus + Gott in Einheit wissen und fuehlen,
ist zur taeglichen Uebung zu empfehlen.
B) Die Pflege der Freundschaften unter den Menschen
bedarf mehr und mehr der oeffentlichen Anerkennung.
C) Wir muessen Strukture der Liebes-Erziehung erfinden:
angefangen bei der Aufmerksamkeits-Uebung
ueber das selbstlose Interesse aneinander
bis zur erfuellenden Liebeshingabe + zum Einsatz-Tod.
Es ist nicht erstaunlich, dass dieses Liebesgebot vielfaeltig hintergangen,
aber auch schwerstens unterdrueckt wird...
Wo kaemen wir hin, wenn sie einander wirklich lieben wuerden ?
Es gibt ein Samenkorn
das alle Welt verblassen laesst
und eine neue in sich birgt
es ist der Liebe taeglich Brot
geteilt im Hier und Jetzt.
Das was Menschen (wahrscheinlich in der ganzen Welt) am meisten und
innigsten wuenschen - gegenseitige wirkliche Liebe, das ist Jesu Gebot!
sogar Auftrag....
Des Herzens groesster, erhabenster, gluecklichster Wunsch -
er wird zur Erfuellung bestimmt.
Kurz gesagt: Mensch - erfuelle Deinen echtesten Wunsch:
"gegenseitige Liebe".
Das toent zu schoen um wahr zu sein; es darf aber Hoffnung bleiben!
Die Geschichte des Christentums (nun schon 2000 Jahre) erzaehlt
beides: Menschen, denen es gelang einander wirklich zu lieben
und Menschen, denen es nicht gelang, die einander zerstoerten.
Und dieses ambivalente Gelingen riss gewaltige Spuren in die Politik
und Kultur der Voelker.
Ich sehe dieses Gebot wieder als einen Quantensprung in der
evolutionaeren Kultur-Entwicklung des homo sapiens
(lange und vielseitig vorbereitet -
muehsam und beschwerlich aufbereitet fuer die Gegenwart).
Der Liebe Glueck und Schmerz
erhabner Anteil an der Lebensfuelle
zu der wir unterwegs
Es ist wichtig, es der Welt klar und eindeutig zu sagen, d.h. die Welt
muss es wissen: ebendas ist das Gebot Jesu: "liebet einander"
(auch unabhaengig davon, wieweit wir faehig sind, es zu verwirklichen).
Natuerlich sollte der Auftrag durch Verwirklichung proklamiert werden;
wie schwierig das ist, zeigt die Geschichte (des Einzelnen und der Voelker).
Darum nun 3 Hinweise (fuer christliche Gemeinschaften):
A) Die Herzensmeditation, wo wir einen kurzen Moment
Menschen + Welt + Jesus + Gott in Einheit wissen und fuehlen,
ist zur taeglichen Uebung zu empfehlen.
B) Die Pflege der Freundschaften unter den Menschen
bedarf mehr und mehr der oeffentlichen Anerkennung.
C) Wir muessen Strukture der Liebes-Erziehung erfinden:
angefangen bei der Aufmerksamkeits-Uebung
ueber das selbstlose Interesse aneinander
bis zur erfuellenden Liebeshingabe + zum Einsatz-Tod.
Es ist nicht erstaunlich, dass dieses Liebesgebot vielfaeltig hintergangen,
aber auch schwerstens unterdrueckt wird...
Wo kaemen wir hin, wenn sie einander wirklich lieben wuerden ?
Es gibt ein Samenkorn
das alle Welt verblassen laesst
und eine neue in sich birgt
es ist der Liebe taeglich Brot
geteilt im Hier und Jetzt.
Mittwoch, 2. Mai 2012
Oster-Sonntag 5B John 15.1-8 (05. May 2012)
Die Gleichnis-Erzaehlung ist heute recht klar und deutlich: zu einem gelingenden christlichen Leben brauchen wir die Verbindung mit Jesus Christus (wer immer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht).
Die Erzaehlung basiert auf wichtigen Voraussetzungen:
A) Der Jahwe-Gott und der Profet Jesus werden als Energie-Quelle gesehen.
B) Der Angesprochene ist bereits mit Gott + Jesus vereint (Taufe und Firmung);
es geht hier also um das Durchhalten dieser Vereinigung.
C) Die Verbingung tut gut, bringt Frucht + ist eine Ehre fuer Gott.
Damit stehen wir vor der Frage: Wie bleiben wir mit dem verstorbenen JvN in
Verbindung? Wie halten wir die Verbindung aufrecht?
Zuerst eine natuerliche Antwort: Da der Mensch ein Gedaechnis hat, bringt er durch intra-personale Wiederbelebung von gespeichertem Material (einstige Worte, Taten,
Bilder) die verstorbene Person selektiv und kontingent in sein Bewusstsein. Dies ist eine gute und gesunde Art mit der Vergangenheit konstruktiv umzugehen.Wie ist es doch wichtig, die verstorbenen Freunde nicht zu vergessen! Aber eben dieser Mechanismus ist noch nicht Auferstehung; er ist eine Gedaechnis-feier (memorial-service).Wir haben die Frage falsch gestellt: Verbindung mit einer toten Person!
Nach Ostern, nach der Taufe muss die Frage geaendert werden; sie heisst nun eindeutig: wie halten wir Verbindung mit dem auferstandenen Jesus, der mitten in unserer Gemeinschaft lebt und uns vorangeht (wir sind ja nicht blind; wir haben entschieden, dass Er lebt, bevor wir wissen, wie er unter uns lebt und wirkt).
Jesus selbst hat uns den Weg gewiesen:Er sagt: "tut dies zu meinem Gedaechnis".
Insofern ist das Abendmahl zuerst ein memorial-service. Aber wenn wir da hinhoeren auf die alten Worte der Bibel, da muessen wir unsere Einstellung so stimmen, dass wir sie als "Wort Gottes" hier und jetzt fuer uns hoeren. Das Brot wird in unsere Haende gegeben - aber wir verstehen es, wir haben entschieden, dass es "der Leib Christi" ist, den wir akzeptieren, so dass wir alle, die empfangen der eine Leib werden. Das ist gegenseitige Inkorporation. Wir in ihm und Er in uns - Aufbau der christlichen Gemeinschaft vor Ort. So werden Getaufte faehig, Brot zu teilen, Wunden zu heilen, sich des Lebens zu erfreuen, sich fuer Frieden einzusetzen, Armut zu reduzieren, sich zu einigen, Anmut auszustrahlen und zu transzendieren etc...
Damit sehe ich 3 Wege um die Verbindung mit Jesus aufrechtzuerhalten:
1.) Die taegliche Erinnerungsfeier; seine Worte und Taten meditieren
2.) Den woechentlichen Inkorporations-Akt als Gemeinschaft taetigen (Eucharist)
3.) Die jaehrlichen Feste und Sakramente feiern ... um zu entdecken: das Leben ist ein Fest!
Die Erzaehlung basiert auf wichtigen Voraussetzungen:
A) Der Jahwe-Gott und der Profet Jesus werden als Energie-Quelle gesehen.
B) Der Angesprochene ist bereits mit Gott + Jesus vereint (Taufe und Firmung);
es geht hier also um das Durchhalten dieser Vereinigung.
C) Die Verbingung tut gut, bringt Frucht + ist eine Ehre fuer Gott.
Damit stehen wir vor der Frage: Wie bleiben wir mit dem verstorbenen JvN in
Verbindung? Wie halten wir die Verbindung aufrecht?
Zuerst eine natuerliche Antwort: Da der Mensch ein Gedaechnis hat, bringt er durch intra-personale Wiederbelebung von gespeichertem Material (einstige Worte, Taten,
Bilder) die verstorbene Person selektiv und kontingent in sein Bewusstsein. Dies ist eine gute und gesunde Art mit der Vergangenheit konstruktiv umzugehen.Wie ist es doch wichtig, die verstorbenen Freunde nicht zu vergessen! Aber eben dieser Mechanismus ist noch nicht Auferstehung; er ist eine Gedaechnis-feier (memorial-service).Wir haben die Frage falsch gestellt: Verbindung mit einer toten Person!
Nach Ostern, nach der Taufe muss die Frage geaendert werden; sie heisst nun eindeutig: wie halten wir Verbindung mit dem auferstandenen Jesus, der mitten in unserer Gemeinschaft lebt und uns vorangeht (wir sind ja nicht blind; wir haben entschieden, dass Er lebt, bevor wir wissen, wie er unter uns lebt und wirkt).
Jesus selbst hat uns den Weg gewiesen:Er sagt: "tut dies zu meinem Gedaechnis".
Insofern ist das Abendmahl zuerst ein memorial-service. Aber wenn wir da hinhoeren auf die alten Worte der Bibel, da muessen wir unsere Einstellung so stimmen, dass wir sie als "Wort Gottes" hier und jetzt fuer uns hoeren. Das Brot wird in unsere Haende gegeben - aber wir verstehen es, wir haben entschieden, dass es "der Leib Christi" ist, den wir akzeptieren, so dass wir alle, die empfangen der eine Leib werden. Das ist gegenseitige Inkorporation. Wir in ihm und Er in uns - Aufbau der christlichen Gemeinschaft vor Ort. So werden Getaufte faehig, Brot zu teilen, Wunden zu heilen, sich des Lebens zu erfreuen, sich fuer Frieden einzusetzen, Armut zu reduzieren, sich zu einigen, Anmut auszustrahlen und zu transzendieren etc...
Damit sehe ich 3 Wege um die Verbindung mit Jesus aufrechtzuerhalten:
1.) Die taegliche Erinnerungsfeier; seine Worte und Taten meditieren
2.) Den woechentlichen Inkorporations-Akt als Gemeinschaft taetigen (Eucharist)
3.) Die jaehrlichen Feste und Sakramente feiern ... um zu entdecken: das Leben ist ein Fest!
Samstag, 28. April 2012
Oster-Sonntag 4 B Joh 10.11-18 (29. April 2012)
Der heutige Sonntag schenkt und das Bild vom Guten Hirten.
Schon der Jahwe-Gott wurde mit diesem damals sehr verstaendlichen Bild
gezeichnet und das Bild wurde auf den Profeten von Nazareth angewendet.
Das Bild wurde als Vorbild fuer die Bischoefe, die evangelischen Pastoren
und die kath. Priester uebernommen - erhielt aber in neuester Zeit weltweit
wieder einmal gewichtige Kratzer.
Da wir in 2012 leben moechte ich aufmerksam machen auf
A) Wir leben unter der Fuehrung vieler verschiedener secularer Hirten.
Als Staatsbuerger haben wir den STAAT als unseren "secularen Hirten".
In der Staatsverfassung ist festgeschrieben, dass der Staat fuer das Wohlergehen
aller Buerger, ja aller Einwohner zustaendig ist.
1. In einer Demokratie ist jeder Buerger ist ein "secularer Hirte", indem er seine
Rechte und Pflichten wahrnimmt. Vor allem: er waehlt Leute die "Staat-spielen"
sollen; er uebergibt ihnen besondere Ver-antwortung fuer das Allgemeinwohl.
2. Die Medien sind die secularen Hirten der Informationen. Dieses "Hirtenamt"
ist heute fuer alle ueberlebenswichtig. Die Schulen sollten das Fach "Information"
einfuehren.
3. Das seculare Parlament macht und verbessert Gesetze, ohne die wir nicht mehr
leben koennen. Vor allem wenn das ethische Bewusstsein schwindet, werden
Gesetze noch wichtiger.
4. Die seculare Regierung ist als Ausfuehrungsorgan besonders gefragt
fuer alle zu sorgen.
5. Das seculare Gerichtswesen versucht dem Gerechtigkeitsempfinden
gerecht zu werden.
"Die Schafe" muessen von ihren secularen Hirten verlangen, dass diese ihr
Amt ver-antwortungs-voll ausueben; sie zur Rechenschaft ziehen -
sonst klappt dieser "seculare Hirte" gewiss nicht!
Als Getaufte anerkennen wir den Profeten JvN als unseren "religioesen Hirten";
wir sehen die Kirchen als sein ausfuehrendes Organ (der Leib Christi) und die
Hintergrund-Religion als den Lieferanten der Energie Gottes.
Das muesste fuer die Menschheit eigentlich ein Segen sein!
Als Perseonlichkeit waehlen wir immer mehr unseren "privaten Hirten"; jemanden
dem wir zutrauen, unser persoenliches Wohlergehen zu managen.
Als Berufsleute haben wir eine ganze Hierarchie von secularen guten Hirten,
die uns weiterfuehren sollten - es gab mal die Idee, dass der Arbeitgeber
ein "guter Hirte" sein sollte.
B) Wie haben uns ins Gleichgewicht zu bringen. Waehrend wir all die vielen
verschiedenen Hirten in unserem Alltag ins Gleichgewicht bringen (eine schwierige
Balance), stehen wir auch noch in der heute normalen Situation, dass jeder und jede
sowohl in der Hirten - als auch in der Schaf-position sich vorfindet. In der Normal-
situation ist jede Person "umsorgt" und "sorgt sich um...". Zu vergegen-waertigen
wann und wo ich gerade in welcher Position schwebe - gewiss keine leichte Aufgabe.
C) Die gegenseitge Abhaengigkeit wahrnehmen.
Waehrend es als gerecht gilt, zu verlangen, dass der seculare gute Hirte auch gut
sorgt, muss betont werden, dass auch die "Schafs-position" anspruchsvoll
geworden ist. "Das Schaf" ist nicht ein niemand. "Umsorgt zu sein" heisst:
Ich bin recht kostbar; man kuemmert sich zu recht um mich. Im Ev heisst es nicht
nur: der gute Hirt gibt seine Energie fuer seine Schafe sondern (leider vernachlaessigt):
die beiden Positionen kennen einander! Es ist dieses einander kennen und einander
durchschauen auf was es heute ankommt. Im "Austausch-spiel" ist das Empfangen
ebenso wichtig wie das Geben.
Wenn der Jahwe-Gott, der als Schoepfer des Himmels und der Erde gesehen wird,
seine Schoepfung den Menschen in die Verantwortung uebergibt, dann ist nun eben
im jeweiligen heute das Empfangen dieser Gabe entscheidend. Wenn die voran-
gehende Vaetergeneration (die Hirten von einst) die Weltsituation der neuen
Generation uebergib (den Empfaengern), dann wird das Empfangen entscheidend.
Das Ziel des Hirten ist das Wohlbefinden der Schafe;
ein Hirte ohne Schafe ist ein Nichts. Was waere eine Welt, die nicht empfangen wird?
Schon der Jahwe-Gott wurde mit diesem damals sehr verstaendlichen Bild
gezeichnet und das Bild wurde auf den Profeten von Nazareth angewendet.
Das Bild wurde als Vorbild fuer die Bischoefe, die evangelischen Pastoren
und die kath. Priester uebernommen - erhielt aber in neuester Zeit weltweit
wieder einmal gewichtige Kratzer.
Da wir in 2012 leben moechte ich aufmerksam machen auf
A) Wir leben unter der Fuehrung vieler verschiedener secularer Hirten.
Als Staatsbuerger haben wir den STAAT als unseren "secularen Hirten".
In der Staatsverfassung ist festgeschrieben, dass der Staat fuer das Wohlergehen
aller Buerger, ja aller Einwohner zustaendig ist.
1. In einer Demokratie ist jeder Buerger ist ein "secularer Hirte", indem er seine
Rechte und Pflichten wahrnimmt. Vor allem: er waehlt Leute die "Staat-spielen"
sollen; er uebergibt ihnen besondere Ver-antwortung fuer das Allgemeinwohl.
2. Die Medien sind die secularen Hirten der Informationen. Dieses "Hirtenamt"
ist heute fuer alle ueberlebenswichtig. Die Schulen sollten das Fach "Information"
einfuehren.
3. Das seculare Parlament macht und verbessert Gesetze, ohne die wir nicht mehr
leben koennen. Vor allem wenn das ethische Bewusstsein schwindet, werden
Gesetze noch wichtiger.
4. Die seculare Regierung ist als Ausfuehrungsorgan besonders gefragt
fuer alle zu sorgen.
5. Das seculare Gerichtswesen versucht dem Gerechtigkeitsempfinden
gerecht zu werden.
"Die Schafe" muessen von ihren secularen Hirten verlangen, dass diese ihr
Amt ver-antwortungs-voll ausueben; sie zur Rechenschaft ziehen -
sonst klappt dieser "seculare Hirte" gewiss nicht!
Als Getaufte anerkennen wir den Profeten JvN als unseren "religioesen Hirten";
wir sehen die Kirchen als sein ausfuehrendes Organ (der Leib Christi) und die
Hintergrund-Religion als den Lieferanten der Energie Gottes.
Das muesste fuer die Menschheit eigentlich ein Segen sein!
Als Perseonlichkeit waehlen wir immer mehr unseren "privaten Hirten"; jemanden
dem wir zutrauen, unser persoenliches Wohlergehen zu managen.
Als Berufsleute haben wir eine ganze Hierarchie von secularen guten Hirten,
die uns weiterfuehren sollten - es gab mal die Idee, dass der Arbeitgeber
ein "guter Hirte" sein sollte.
B) Wie haben uns ins Gleichgewicht zu bringen. Waehrend wir all die vielen
verschiedenen Hirten in unserem Alltag ins Gleichgewicht bringen (eine schwierige
Balance), stehen wir auch noch in der heute normalen Situation, dass jeder und jede
sowohl in der Hirten - als auch in der Schaf-position sich vorfindet. In der Normal-
situation ist jede Person "umsorgt" und "sorgt sich um...". Zu vergegen-waertigen
wann und wo ich gerade in welcher Position schwebe - gewiss keine leichte Aufgabe.
C) Die gegenseitge Abhaengigkeit wahrnehmen.
Waehrend es als gerecht gilt, zu verlangen, dass der seculare gute Hirte auch gut
sorgt, muss betont werden, dass auch die "Schafs-position" anspruchsvoll
geworden ist. "Das Schaf" ist nicht ein niemand. "Umsorgt zu sein" heisst:
Ich bin recht kostbar; man kuemmert sich zu recht um mich. Im Ev heisst es nicht
nur: der gute Hirt gibt seine Energie fuer seine Schafe sondern (leider vernachlaessigt):
die beiden Positionen kennen einander! Es ist dieses einander kennen und einander
durchschauen auf was es heute ankommt. Im "Austausch-spiel" ist das Empfangen
ebenso wichtig wie das Geben.
Wenn der Jahwe-Gott, der als Schoepfer des Himmels und der Erde gesehen wird,
seine Schoepfung den Menschen in die Verantwortung uebergibt, dann ist nun eben
im jeweiligen heute das Empfangen dieser Gabe entscheidend. Wenn die voran-
gehende Vaetergeneration (die Hirten von einst) die Weltsituation der neuen
Generation uebergib (den Empfaengern), dann wird das Empfangen entscheidend.
Das Ziel des Hirten ist das Wohlbefinden der Schafe;
ein Hirte ohne Schafe ist ein Nichts. Was waere eine Welt, die nicht empfangen wird?
Freitag, 20. April 2012
Oster-Sonntag 3B : Lk 24.35-48 (22.04.2012) !!!
Es will mir scheinen, Lukas ist in der selben Situation wie wir noch heute: das mit der Auferstehung ist keine leichte Kost, damals nicht, heute schon gar nicht. Und
es geht ja nicht nur darum, Auferstehung irgendwie zu verstehen, also vernuenftig zu glauben, sondern es geht gleichzeitig / gleichwertig auch darum, von der Auferstehung Zeugnis abzulegen.
Ich versuche eine Annaeherung ans Thema
1.) mit einer inhaltlichen Zusammenfassung (Lk 24.35-48)
2.) mit einer Deutung vom "Kommen Jesu"
3.) mit dem Hinweis auf eine Konsequenz: Zeugnis ablegen
ad 1) Die Juenger Jesu waren im Gespraech ueber das Emmaus-Ereignis versammelt
Da kam Jesus dawischen und gruesste sie. Zu den erstaunt Erschrockenen sagte er, ihre aufgewuehlten Gefuehle, Zweifel, Fantasien ansprechend: beachtet meine Haende und Fuesse (Werke und Wege / ich bin ihr Existenzgrund); eigentlich bin Ich es. Nehmt Kontakt auf mit dem, was geschieht, versichert euch der neuen er-
freulichen Realitaeten. Diese Erkenntnis erfreute sie und sie setzten sich zum Mahl. Es wurde ihnen nun klar: was im Gesetz Moses, bei den Profeten und in den Psalmen steht, das kann auf Jesus gedeutet werden: auf seinen Einsatz-Tod und auf sein Weiter-wirken. Die eingefuehrte Bekehrung durch Vergebung wird nun fuer alle ein reales Angebot; und dafuer seid ihr Zeugen; dafuer wird mein Geist euch staerken.
ad 2) Fuer uns heute gilt: Das Ereignis Jesus wird seit 2000 Jahren erzaehlt und von einigen faktisch gelebt. Irgendwie ueberzeugte Menschen sagen, dass sie die Erzaehlung von der Auferstehung inhaltlich in ihrem Weltbild als wirklich erachten und daraus fuer ihre Lebensgestaltung die Konsequenzen gezogen haben. Diese Erzaehlung, beglaubigt von Fakten, dringt an unser Ohr. Es toent vorerst fuer viele unglaublich". Wir erschrecken: unser Leben - ein Auferstehungsweg in die Fuelle des Lebens? trotz Leid und Tod? Situationen, Natur und Kosmos als Angebot zu einer immer intensiveren Fuelle-partizipation? Ich zweifle; denn da hoer' ich eine ganz neue Lebens-Auffassung. Und die ist faktisch nicht bewiesen; es gibt Hinweise... mehr nicht. Es handelt sich also um eine riskante Grund-Entscheidung. Vielleicht bin ich dazu faehig? Die Entscheidungsfindung ist of ein turbulenter, anstrengender Weg. Es
gibt welche, die sich dann taufen lassen. Sie entscheiden sich, den Weg des JvN zu gehen. Diese personale Entscheidung ist der eigentliche "Beweis" fuer die Auferstehung. Das Ich transzendiert in ein lebendigeres, wirklicheres, weiteres ICH.
(Dass dieses "transzendieren" Gnade ist muss hier klargestellt werden, weil es gerade nicht als pure Eigenleistung deklariert werden kann).
Indem die Getauften die Erzaehlung (das Leben Jesu, sein Leiden und seinen Tod,
aber auch seine Auferstehung) als fuer sie real und richtig annehmen, identifizieren sie sich mit JvN; sie werden eine "Zelle im neuen Leib Christi". Sie leben ihr Ich
"Jesus-foermig". [Die Identification der Getauften mit JvN ist ein heikles Thema und soll ein andermal thematisiert werden].
ad 3) "Das Wort Gottes" kommt horizontal. Jemand hat es glaubhaft erzaehlt. Der Getaufte akzeptiert es und realisiert es in seiner Lebensgestalt. Er weiss: in allem partizipiert er an der Lebensfuelle. Und die andern? Und die andere Weltsituation?
Wei das "Wort Gottes" horizontal (inkarniert) wirkt, geht der "Bekehrte" an die Oeffentlichkeit. Er will Menschen und Situationen begegnen - damit der Impuls von Verzeihung (Erloesung) ueberspringt. Ein brennendes Zuendholz entflammt das Naheliegende.
es geht ja nicht nur darum, Auferstehung irgendwie zu verstehen, also vernuenftig zu glauben, sondern es geht gleichzeitig / gleichwertig auch darum, von der Auferstehung Zeugnis abzulegen.
Ich versuche eine Annaeherung ans Thema
1.) mit einer inhaltlichen Zusammenfassung (Lk 24.35-48)
2.) mit einer Deutung vom "Kommen Jesu"
3.) mit dem Hinweis auf eine Konsequenz: Zeugnis ablegen
ad 1) Die Juenger Jesu waren im Gespraech ueber das Emmaus-Ereignis versammelt
Da kam Jesus dawischen und gruesste sie. Zu den erstaunt Erschrockenen sagte er, ihre aufgewuehlten Gefuehle, Zweifel, Fantasien ansprechend: beachtet meine Haende und Fuesse (Werke und Wege / ich bin ihr Existenzgrund); eigentlich bin Ich es. Nehmt Kontakt auf mit dem, was geschieht, versichert euch der neuen er-
freulichen Realitaeten. Diese Erkenntnis erfreute sie und sie setzten sich zum Mahl. Es wurde ihnen nun klar: was im Gesetz Moses, bei den Profeten und in den Psalmen steht, das kann auf Jesus gedeutet werden: auf seinen Einsatz-Tod und auf sein Weiter-wirken. Die eingefuehrte Bekehrung durch Vergebung wird nun fuer alle ein reales Angebot; und dafuer seid ihr Zeugen; dafuer wird mein Geist euch staerken.
ad 2) Fuer uns heute gilt: Das Ereignis Jesus wird seit 2000 Jahren erzaehlt und von einigen faktisch gelebt. Irgendwie ueberzeugte Menschen sagen, dass sie die Erzaehlung von der Auferstehung inhaltlich in ihrem Weltbild als wirklich erachten und daraus fuer ihre Lebensgestaltung die Konsequenzen gezogen haben. Diese Erzaehlung, beglaubigt von Fakten, dringt an unser Ohr. Es toent vorerst fuer viele unglaublich". Wir erschrecken: unser Leben - ein Auferstehungsweg in die Fuelle des Lebens? trotz Leid und Tod? Situationen, Natur und Kosmos als Angebot zu einer immer intensiveren Fuelle-partizipation? Ich zweifle; denn da hoer' ich eine ganz neue Lebens-Auffassung. Und die ist faktisch nicht bewiesen; es gibt Hinweise... mehr nicht. Es handelt sich also um eine riskante Grund-Entscheidung. Vielleicht bin ich dazu faehig? Die Entscheidungsfindung ist of ein turbulenter, anstrengender Weg. Es
gibt welche, die sich dann taufen lassen. Sie entscheiden sich, den Weg des JvN zu gehen. Diese personale Entscheidung ist der eigentliche "Beweis" fuer die Auferstehung. Das Ich transzendiert in ein lebendigeres, wirklicheres, weiteres ICH.
(Dass dieses "transzendieren" Gnade ist muss hier klargestellt werden, weil es gerade nicht als pure Eigenleistung deklariert werden kann).
Indem die Getauften die Erzaehlung (das Leben Jesu, sein Leiden und seinen Tod,
aber auch seine Auferstehung) als fuer sie real und richtig annehmen, identifizieren sie sich mit JvN; sie werden eine "Zelle im neuen Leib Christi". Sie leben ihr Ich
"Jesus-foermig". [Die Identification der Getauften mit JvN ist ein heikles Thema und soll ein andermal thematisiert werden].
ad 3) "Das Wort Gottes" kommt horizontal. Jemand hat es glaubhaft erzaehlt. Der Getaufte akzeptiert es und realisiert es in seiner Lebensgestalt. Er weiss: in allem partizipiert er an der Lebensfuelle. Und die andern? Und die andere Weltsituation?
Wei das "Wort Gottes" horizontal (inkarniert) wirkt, geht der "Bekehrte" an die Oeffentlichkeit. Er will Menschen und Situationen begegnen - damit der Impuls von Verzeihung (Erloesung) ueberspringt. Ein brennendes Zuendholz entflammt das Naheliegende.
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