Freitag, 7. Februar 2014

Mt 5.13-16 erfrischen + erhellen

Mt hat uns eine vieldeutige Jesus-Aussage ueberliefert:
      IHR SEID DAS SALZ DER ERDE  /  IHR SEID DAS LICHT DER WELT
Gilt das als eine goettliche Ernennung ?
Ist das eine reportage-aehnliche Beschreibung ?
Sendet er uns eine moralische Aufforderung ?
Ist das nicht Hochmut sondergleichen ?
Koennte auch gelten als unbescheidener Missions-Auftrag ?
Widerspiegelt er ein kluges Selbstbewusstsein ?
Ist das nicht ein provozierendes Kompliment ?

Diese Deklaration ist auch noch mit einer WARNUNG versehen; so als ob sie ernstzunehmen waere: Wenn ihr geschmackloses Salz seid, seid ihr fuer nichts zu gebrauchen... wenn ihr nicht wie Licht erhellt, seid ihr sinnlos..

Es ist klar: diese Deklaration gilt der Juenger-GEMEINSCHAFT; nicht zuerst dem Einzelnen. Gilt sie der heutigen christlichen Kirche ? Den vielen Denominationen,
wenn sie denn einig waeren? Sollen wir heute uebersetzen:
All ihr christlichen Gruppen seid je ein Salzkorn, je ein Lichtstrahl ?

Dass wir "Salz + Licht" benoetigen (ERFRISCHENDE + ERHELLENDE TATEN)
ist ausser Frage...  wo aber finden wir sie in unserer ambivalenten Welt ?
Und vor allem: nach welchem Kriterium schaetzen wir sie ? Koennen wir uns
darauf einigen, welche Taten erfrischend + erhellend sind; bestimmt unser Gefuehl, unsere Erfahrung oder wer ?

Jesus hat durch seinen Tod und Auferstehung den Test bestanden. Die Heiligen auch (sagt die Kath. Kirche). Was wir heute im Zeitalter des Individualismus
brauchen sind "Salz-Licht-Gruppen" , wo die Einzelpersonen so sehr miteinander positiv vernetzt sind, dass sie wie "eine handvoll Salz", wie "gebuendeltes Licht" Welt erfrischen und erhellen; in die verworrene Situation Frische + Licht bringen.
Vielleicht wird die Kath. Kirche naechstens auf die Idee kommen, eine "Gruppe" als heilig zu deklarieren, nicht nur sich selbst.

Samstag, 1. Februar 2014

VERBINDUNG wieder hergestellt...

Am 2.Febr feiert die Kath. Kirche die PRESENTATION des Jesusknaben gegenueber dem Herrn, dem Jahwe-Gott, denn er war der Erstgeborene, und dies im Tempel zu Jerusalem gemaess dem Gesetz des Moses (Lk 2.22-40). Es war auch ein Los-Kauf des Knaben und die Reinigung der Eltern. Typisch juedisch...

Aber nun kommt Mr. SIMEON ! (rechtschaffen und glaeubig) voll von Hoffnung fuer
sein Volk Israel und begabt mit Heiligem Geist.Und nun unterstreicht Lk, dass ein "frommer richtiger Jude" diesen Jesus als den wahren MESSIAS anerkennt! Und dieser setzt so sehr auf diesen Jesus, dass er fuehlt: sein Warten und Hoffen ist nun er-fuellt, er kann nun getrost sterben. Er hat das kommende Heil gesehen, ein Licht, das sogar die Heiden erleuchten wird! Alles wird gut...   Was schon der Genesis-Bericht mitteilt: "die Schoepfung ist gut", das wird nun bestaetigt: der Vollender ist mit eigenen Augen gesehen worden - meint SIMEON.

Was Lk anmahnt ist religionsgeschichtlich nicht geschehen; das Judentum ging einen andern Weg... noch wartet das Judentum auf den MESSIAS!

Fuer "glaeubige Christen" mochte ich hier die SIMEON-Therapy empfehlen!
Wie immer der Tag verlief bis spaet in die Nacht - bevor du die Augen zum Schlafen
schliessest - uebernimm definitiv das Bewusstsein von SIMEON:
Der Welt- und Situations-Vollender ist geboren, ist am Werk... alles wird gut werden... du hast deinen Beitrag geleistet - nun kannst du getrost fuer diesen Tag abtreten, in den Schlaf versinken: Erleuchtung aller und Er-Loesung ist gesichert.
Nicht nur "der Mond ist aufgegangen", nicht nur die Sterne funkeln, die wahre Sonne taucht morgen die Wirklichkeit in ein Neues Licht...  schlussendlich:
alles wird gut! Du darfst ins Licht versinken...in den Schoss der Schoepfung.

Diese "gute Nacht" - Einbildung ist aeusserst gesund und heilsam; wer sie einuebt wird entdecken: besserer Schlaf ist gesichert, das Hirn erarbeitet Loesungen, die Nerven sind beruhigt, Morgen ist ein wirklich Neuer Tag!
Dieses alte Gebet "nunc dimitis" - nun laesst du Herr deinen Diener im Frieden gehen - ist Wunder-Medizin!

Sonntag, 12. Januar 2014

Waehle Deinen eigenen Christus... John 1.29-34

Diesen Aufruf verstehe ich fuer jeden Leser/in als Beitrag zu einem persoenlichen
Entwicklungsprozess und zum heutigen kirchlichen Suchprozess.

Im weihnaechtlichen Rueckblick auf die turbulenten Zeiten Israels zur Zeit der Geburt Jesu sehen wir, dass alle Reformbewegungen seiner Zeit den Messias er-
warteten, den Gesalbten Gottes zur Rettung Israels. Die Zeloten einen politischen
Befreier; die Pharisaeer einen, der den Tempel und die vielen Gebote bewahrte;
John der Taeufer das Lamm Gottes, das die Suende der Welt wegnimmt; und die Jesus-Bewegung den, der uns befaehigt zu heilen und zu lieben - und so an...
Alle gaben der Frage: "Wo ist der Messias" Prioritaet. Es war eine inner-juedische Frage, mehr ein religioeser Konflikt als eine Wurzel des Christentums.
Dagegen wurde der Jahwe-Gott in keiner Art und Weise in Frage gestellt; er war
im Judentum total abgesichert.
Erst nach der Entstehung des Auferstehungs-Glaubens, also nach Pfingsten, wurde die Frage: Wer ist der Christus (der Gesalbte Gottes / der Messias) inter-
national - und auf der internat. Szene scheint dann auch die Frage aufzubrechen:
Wer + Was + Wo ist Gott.

Heute (2000 Jahre spaeter) haben wir einen Internat. Dialog ueber Gott und Religion (Wie ist Gott? Wozu Gott? Religion vorbei?)
Heute haben wir einen Internat. Oekumenismus, der die richtige Einheit fuer alle
Christl. Bewegungen sucht (christliche Orthopraxis!)
Heute haben wir aber auch immer noch schreckliche Kaempfe zwischen Gott-
Glaeubigen und zwischen Christ-Glaeubigen (wer wird uns befaehigen zu lernen miteinander zu leben und Frieden zu schliessen?) Und der alte Kampf zwischen Glaeubigen und Nicht-Glaeubigen scheint heute auch wieder aufzuflammen (teils blutig, teils oekonomisch).
Von der urspruenglichen Jesus-Bewegung lernen wir: Sie hat sich von der Taeufer
Bewegung abgespalten - aber kein boeses Wort ueber Johannes; bis heute ist er
ein spezieller Heiliger in unserer Kirche - Dank den Evv Mk + Lk + Mt + Joh!
Wenn wir unseren eigenen Christus waehlen, werden wir es lernen, Abspaltungen zu vollziehen in Eintracht und Hoch-Schaetzung ?

Montag, 6. Januar 2014

Das BILD: Die Taufe Jesu im Jordon" / 12.01.2014

Es gab zur Zeit Jesu mehrere Parteien in Jerusalem (Juda / Israel) die, stoehnend
unter der Beatzungsmacht Roms, Reformen, gar Befreiung anstrebten.
Reformen in der Politik, in der Religion, in der Oekonomie...
"Reformieren" hiess:  + die fruehere alte Situation moeglichst erhalten
                                  + sich der neuen Situation anpassen
                                  + eine ganz neue Situation herbeifuehren
Und nun kam neu die "Johannes der Taeufer - Bewegung" auf; ein starker Umkehr-Aufruf; die Beschneidung genuegte nicht mehr, die Wassertaufe wurde zum Zeichen der Umkehr/Busse. Johannes betonte: Ihr alle seid Suender...

Als Jesus seinen eigenen Weg suchte wurde er mit dieser "Johannes-Bewegung"
konfrontiert. Er wurde "Mitglied" - ging aber spaeter seinen eigenen Weg; auch mehrere seiner Schueler kamen aus der Johannes-Bewegung...

Nach dem Tode Jesu und nach der speziellen Auferstehungs-Erfahrung der Juenger
versuchte die "Jesus-Bewegung" dem Volk Gottes zu zeigen, dass der "Profet aus
Nazareth" und nicht "Johannes aus der Wueste" der Messias ist; der vorhergesage
"Gesalbte Gottes" (der Christus).
In diesem Sinne ist das Bild von der "Taufe Jesu im Jordan" ein Meisterwerk!
Mt 3.113-17 / Mk 1.7-11 / Lk 3.15-22
Es zeigt einerseits den Wert der "Johannes-Bewegung" anderseits macht es klar:
Jesus ist der vom Jahwe-Gott Berufene.
Der Bruch der Jesus-Bewegung weg von der Johannes-Bewegung geschieht auf
ausdruecklichem Wunsch / Willen des Jahwe-Gottes. Das Bild ist eine wirklich gute Erklaerung warum die Jesus-Bewegung Existenz-Recht hat, warum sie
ihre Botschaft verkuenden muss und warum sie so unabhaengig wie moeglich werden muss...
Aber dieser Bruch ist teuer bezahlt -
                                                  und doch der einzige Weg zum Ueberleben.
[Wir leben auch in verschiedenen "Gruppen"; mit welchen muessen wir brechen,
wenn wir unseren eigenen Messias waehlen ? Und WIE vollziehen wir den Bruch ?
Wie die Luther-Reform ? oder wie die Oekumene ?

Freitag, 3. Januar 2014

Die 3 Weisen... Mt 2.1-12

Diese Mt-Geschichte gehoert wohl zu den beruehmtesten und weitverbreitesten
Missverstaendnis-Geschichten der Literatur - ich aber frage mich, kann sie auch als Inkarnations-Geschichte gelesen werden ?

A) Schon dem aegypt. Pharao wurde geweissagt: ein hebraeisches Kind wird Dir
die Herrschaft streitig machen - so kommt es zum Tod aller maennlichen Israel-Kinder in Aegypten: aber Moses wird nicht erwischt: ein Vor-Bild Jesu. Und der Profet Bileam wird nicht wie befohlen Israel verwuenschen sondern segnen als aufgehenden Stern! Und nun ist da wieder das Geruecht vom "neugeborenen Koenig der Juden" und wieder die schrecklichen Konsequenzen: aber Jesus wird nicht er-
wischt: ein Vor-Bild des Christentums ?
Die Bedrohung der politischen Gewalt durch das Christentum, oder ihre Maessigung und Reduction ist von den Aposteln bis auf heute weitervererbt.
Wer die Brotverteilung der politischen Macht unterwirft liegt falsch; sie hat sie zu ver-ortnen. Politik + Religion sind einander zugeordnete Gegen-Spieler!

B) Gold, Weihrauch und Myhrre und all die grossen Erstlingsgaben etc... galten einst dem Herr-Gott; dann dem Schoepfer Himmels + der Erde; dann dem, der die Erde fruchtbar werden liess...  "lobet und preiset ihr Voelker den Herrn"...
und nun sehen wir weise Menschen, die ebenso dem Krippen-kind huldigen.
Anstatt dem theistischen Gott in der Hoehe, dem juedischen Jahwe-Gott,
wird nun "goettliche Ehre" dem JvN zuteil. Das ist ein Perspektiven-Wechsel...
Die Inkarnation ist nicht nur angedeutet; sie erscheint oeffentlich...

C) Es ist interessant zu beobachten, wie im kath. Christentum die "Krippen-
Verehrung" und die "Eucharistie-Verehrung" einander aehneln. Das Volk Gottes hat ein Gespuer dafuer, dass das Kind in der Krippe und das Brot im Tabernakel
einander zugehoeren. In der Eucharistie ist das Brot des Lebens ebensosehr in die Hand des Menschen uebergeben wie das Kind in der Krippe seinem Volks-Stamm.
Wenn die Sorgfalt der Christen um "das taegliche Brot" echt zunimmt - wie das die
Caritas von England plant - dann ist das ein Schritt in die richtige Richtung.



Mittwoch, 1. Januar 2014

MADRE DI DIO 01.01.2014

Das war herrlich: wie unser Papst Francis in der Neujahrsmesse im Petersdom
die "Madre di Dio" hochgepriesen hat. Was ER allerdings (mitten im Theologen-disput) darunter versteht, das hat er nicht preisgegeben.
Ist es NUR ein Ehren-Titel ? "Madre di Gesu" ist mir verstaendlich. Und da JvN
vergoettlicht wurde - auch etwas, das sehr schwer nachzuvollziehen ist - geschah mit Maria von Nazareth aehnliches ? Wie der Sohn so die Mutter ? Fuer mich
steckt mehr hinter dieser theologischen Entwicklung.

Dass unser erster Praesident von Namibia - Hr. Sam Nujoma - den Ehrentitel
seitens der Swapo erhielt: "Father of the Nation" ist verstaendlich. Aber die Nation ist natuerlich aus ganz anderem Samen entstanden.
Ist die Proclamation Marias als "Mutter Gottes" eine Aussage ueber Maria oder eine Aussage ueber Gott (gar beides) ? Ist es katholisch moeglich und erlaubt zu denken, dass Gott (nicht nur Jesus) eine Mutter hat ?

Nehmen wir einmal an, das Universum hat evolutiv das Humanum hervor- gebracht [nicht nur biologisch den homo sapiens sondern kulturell die Menschheit (und all ihre "Errungenschaften" : Krieg + Frieden etc...)]. Und im Humanum entstand Gott, kam Gott zum Vorschein, wurde Gott geboren. Und wie es sich gehoert: haben die Akteuer des Humanum (die Menschen) diesen Gott gedacht, gestaltet, bemalt, bewortet, bezwungen, befreit ...  und tradiert und der Entwicklung ausgesetzt...  damit wird das Humanum real zur "Mutter Gottes"
und Maria von Nazareth zu ihrem Symbol.
Maria v N im fiat zum Willen Gottes (Gabriel / "was ist will werden") gebiert Jesus und zeigt an, dass Gott geboren ist als Emmanuel (als "Gott mit uns" / und nicht: als "Gott gegen uns" oder gar als "Gott ohne uns", die Menschen.

Damit kommen wir ins Geflecht der Inkarnations-theologie: dass der Gott Jesu
ein "Gott mit uns" wird (ohne Mensch kein Gott / ohne Gott kein Mensch) ???
Im 2014 kann das Christentum nicht mehr unschuldig von "GOTT" sprechen;
es muss bekennen: welchen Gott es bezeugt (Emmanuel oder Jahwe).

Sonntag, 29. Dezember 2013

Eugen Biser: Glaubens-Erweckung

Der Fundamentaltheologe und Religionsphilosoph Eugen Biser ist am 06.01.1918 geboren und 1946 zum Priester geweiht worden. Er ist Spezialist fuer den Apostel Paulus, fuer Gertrud von le Fort und fuer Nietzsche. Er hatte den Guardini-Lehrstuhl in Muenchen inne und 2002 wurde die Eugen Biser Stiftung gegruendet (fuer Dialog aus christlichem Ursprung).
Eugen Biser ist ein religionsphilosophisches Phaenomen: Vom Apostel Paulus her naehert er sich der Person Jesus Christus. Und er deutet diesen Jesus Christus in der Weiterfuehrung von Kierkegaard, R. Guardini, K. Rahner, Tillich und in Aus-
einandersetzung mit Augustinus und  H.U. vonBalthasar.
Eugen Biser hat zur Jahrtausendwende das Buch "Glaubenserweckung" (Patmos-
Verlag 2000 / 304 Seiten) veroeffentlicht.
Bei meiner ersten Lesung (2008) war ich tief beeindruckt von diesem Werk. Es ist wirklich ein aufruf, eine Vision! Die Analyse der Situation des heutigen Christen-tums ist tiefblickend und mahnt, die begonnene Wende tatsaechlich zu wagen:
vom Gehorsams- zum Verstehensglauben; vom Bekenntnis- zumErfahrungsglauben;
vom Leistungs- zum Verantwortungsglauben; vom Gegenstands- zum Identitaets-
glauben.
Er begruendet und rechtfertigt seinen Aufruf "zur Mitte des Glaubens" vorzu- stossen recht tiefsinnig. Er zeigt auf, wie sehr das Christentum nicht eine aske-
tische sondern therapeutische, nicht eine moralische sondern eine mystische
Religion ist. Das Werk fasst die theologischen Forschungs-Resultate eines langen und erlebnisreichen Lebens zusammen - sehr dicht, gar draengend: Hervorragend seine Deutung der Auferstehung (basierend auf Paulus) und das was er die Entdeckung Jesu nennt: dass Gott nicht (wie bisher) ambivalent sondern eindeutig ist: liebend.
Erst bei meiner 2. Lesung (Dec 2013) hab' ich entdeckt: wie reich das Buch ist, wie vielfaeltig, manchmal auch wie schwierig. Nimmt mich wunder, fuer wen er das Buch geschrieben hat ? wer seinen Reichtum ausschoepfen kann ? wer so offen
sein kann, um seine Vision ins alltaegliche Leben zu integrieren. Auch haette ich mir vom Verlagslektor gewuenscht, dass dieser mir einige "Gedanken-Uebergaenge"
erleichtert haette. Das Buch ist eine Fundgrube theologischer Einblicke und macht Mut fuer die Zukunft. Sehr zu empfehlen !




Freitag, 27. Dezember 2013

Der letzte Sonntag im Jahr 2013

Den Sonntag nach Weihnachten widmet die RCChurch einem ihrer Sorgenkinder,
dem Ideal der Family; sie erklaert Mary + Joseph + Jesus zu einer Heiligen Family.
Dabei unterschlaegt sie die Realitaet von der Bruechigkeit der Beziehung Joseph and Maria, und die Geschwister Jesu sind auch ausgeblendet. Der Ev Lk zeichnet ein Fest-programm and der Ev Mt eine Fluchtgeschichte um hervorzuheben, dass
der JvN der Messias ist (der heilend erloesende Gottesknecht).

Das ist Incarnationstheologie: im Menschenskind, im Humanum das Sakrament der Gegenwart Gottes zu sehen.

Im Blick auf die Eucharistie-Feier sehen wir:
a) im Zu-Ruf "Der Herr sei mit euch" wird das Volk "Emmanuel" genannt.  EM / INC
b) im Kyrie-Ruf wird Gott zur barmherzigen Intervention angerufen.        TR  / INV
c) in den Orationen wird Gott gebeten zu handeln.                                  TR  / INV
d) in den Lesungen wird Gottes Wort gegenwaertig                                EM / INC
e) in der Predigt wird dieses Wort situiert                                              EM / INC
f)  in den Fuerbitten wird Gott geradezu bestuermt einzugreifen             TR  / INV
g) in der "Wandlung" aktiviert Gott zusammen mit uns
    einen Neuen Leib Christi (wenigstens als Brot)                 EM / INC  + TR  / INV
h) im "Vater-unser" ist Gott im Himmel                                                    TR  / INV
i)  in der "Kommunion" wird durch den Hl Geist
    die Gemeinschaft zum Leib Christi.                                   EM / INC  + TR  / INV
k) im "ite missa est" segnet Gott die Gesendeten
   fuer ihren Weltauftrag                                                                           TR  / INV

In der heutigen kath. Messfeier leben wir diese historische Auseinandersetzung;
das Konzil hat einen Kompromiss gebracht  EM (Emmanuel) + TR (Transzendenz).
Aber wer stehen bleibt, stirbt! Sind wir Christen faehig auf die religioese Trans-
zendenz zu verzichten (Gott als ferne objektive allesumfassende Seinseinheit)
und die Incarnation (Gott im Menschen) zu leben ?
Die Fragen der Incarnation werden uns im 2014 ziemlich beschaeftigen. Was wir an Weihnachten feiern, wuerden wir gerne besser verstehen um es eher zu leben.

Dienstag, 24. Dezember 2013

Weihnachten 2013 INCARNATION

Der theologische Rahmen in dem Weihnachten noch heute einen gueltigen Platz hat ist die FRAGE nach der INCARNATION Gottes.
Viele Menschen erachten Gott als fern (absolut fern; total anders; transzendent-immanent; ueber den Sternen; kosmos-jenseitig; nicht nur unfassbar sondern gar unerreichbar).
Dengegenueber gibt es in den Religionen eine interessante weltweite historische auf und ab-Linie, die auf einen Incarnationstrend Gottes hinweist:
[im israelisch-christlichen Kulturraum als Ecksteine]
Fuer Moses wird Gott "Der da da ist fuer euch"  (Jahwe)
Fuer Isaias wird Gott einst "Immanuel" (Gott mit uns) werden.
Fuer Juenger Jesu wird Gott in JvN gegenwaertig gesehen.
Fuer Heutige wird Gott gegenwaertig in der Liebe der Menschen erfahren.

In diesem Incarnationsprozess schaut die Weihnachtsfeier auf ein natuerliches Ereignis (die Geburt eines juedischen Kindes) und deklariert es zu einem Meilen-
stein. Hier wird historisch erstmalig einem Menschen entschieden eine besondere einmalige bisher nicht erkannte reale Gegenwart Gottes zugestanden:
Dieses Menschenskind ist "IMMANUEL"

Damit hat sich die Auseinandersetzung zwischen Transzendenz-Theologie und Incarnations-Theologie verschaerft. Wie ist der unausdenkbare Gott in Zukunft zu denken?
absolutes Sein ?  [der jenseitige Jahwe Gott; der Schoepfer des Himmels und der Erde; der manchmal gnaedig vom Jenseits Eingreifende; interventionistisch)  //
ein Profet von Nazareth  ?  (einmalig; der einzige Sohn Gottes, der Gott kennt); //
ein liebendes Menschenpaar ?  (der Kosmos als Leib Gottes) //
ein engagiertes Team von heute im Einsatz der Vermenschlichung der Welt?
(Es liegt am Menschen seine Zukunft evolutionaer zu bestimmen; Gott als kosmische Energie).
Im Christentum wird eine Entscheidung, die dem II. Vatik. Konzil (1962 - 65) noch nicht anstand, "ueberfaellig".  Wie ist Gott heute incarniert ? Wer ist im 2014
EMMANUEL: wie erkennen wir ihn, wie ehren wir ihn, wie proklamieren wir ihn ?
cf. Krippe:            das Kind                  die Gaben              der Engelsgesang

Montag, 2. Dezember 2013

ADVENT Betrachtung Dec 2013

Der erste Advents-Sonntag spricht vom Tages-Anbruch - was wir lange erwartet
haben, die Sonne scheint aufzugehen, wir sehen schon die Strahlen: Alle Menschen
erwarten ein erfuelltes Leben, Glueck, Freude, Erfuellung, Heil - und nun scheint unsere Erwartung nahe, die Teilnahme an der Fuelle des Lebens wird moeglich...
was viele Profeten im Guten vorausgesagt...  es wird Wirklichkeit...

Der zweite Advents-Sonntag spricht vom Umbruch (Umkehr) - das Dunkel der Nacht bricht um in die Tages-Helle. Das Gegenteil von bisher wird in Zukunft real.
Im Licht wird die Wirklichkeit anders gesehen, erlebt, erfahren.Man muss sich daran gewoehnen all das was im Licht nun Gestalt wird zu sehen. Die Welt wird nun nicht mehr nur regional erkannt sondern global. Bald haben wir die Chance mit allen Menschen zu kommunizieren. Das Wissen ist ueberwaeltigend; die Technik imposant...   und die, die im Dunkel bleiben wollen mit ihren Machenschaften, sie
sind eine Schlangenbrut und wollen der bevorstehenden Vergeltung mit leeren Worten ausweichen. Es gibt Leute, die scheuen das Licht...

Der dritte Advents-Sonntag spricht daher die Frage an: der Mensch muss sich entscheiden, in welcher Richtung er im Licht weitergehen will; er sieht soviele Moeglichkeiten, Wege, Abenteuer... will der Mensch nun einen Neuen Himmel und eine Neue Erde...  oder soll alles besser beim Alten bleiben? Will er "Fuelle des Lebens" wirklich neu erkennen, neu sehen oder der alten dunklen fragmentarischen Vorstellung verhaftet bleiben ? Was heisst Erfuellung im Tageslicht gesehen und nicht im Dunkel der Umnachtung? Was heisst "Gluecks-Erfahrung" angesichts der
im Licht erkannten Weltwirklichkeit?

Der vierte Advents-Sonntag spricht von einer Ueberraschung: Wieder wird ein Mensch geboren, wie Tausende jeden Tag...   aber nun im Licht gesehen wagen es einige, den Menschen als "Gott mit uns" zu sehen. Hier hat der Inkarnationstrend
einen ersten Hoehepunkt erreicht: nicht nur Zeus ist im Roemischen Imperator inkarniert gesehen sondern der Jahwe Gott im Profeten Jesus von Nazareth.
Im angemessenen Tageslicht wird der Mensch anders gesehen als im Dunkel der
Chaosmaechte. Ein eigenartiges Licht, das da aufscheint...