Dienstag, 4. März 2014

FASTENZEIT 2014 MT 4.1-11

Wenn man das REICH GOTTES in dieser Welt einfuehren will, dann muss man eine Strategy entwickeln. Dieser Strategy-Entwicklung dient der 40 Tage Wuesten-Rueckzug. Mt 4.1-11 (die Versuchung Jesu) dient als Abschluss-Examen. Hier wird uns ein Jesus (an die Sohnschaft Gottes appelierend) gezeigt, der unsere Probleme nicht SO loest (Steine in Brot verwandeln) und der die Naturgesetze nicht aufhebt (sondern sie respektiert cf. Fallgesetz). Wo ist da die grossartige Allmacht Gottes ? Was ist das fuer ein Gott, der die Probleme der Menschen SO nicht loest und die Naturgesetze (von Zeit zu Zeit) zugunsten der Menschen nicht aufhebt ??? wozu ist ER gut ??? Soll man da nicht besser auf die Kraft des Boesen setzen ? Mit "luegen, stehlen, toeten und huren" kann man viel erreichen !
Aber Jesus (als Gottes Sohn) will SO nicht die Macht- und Verteil-probleme der Menschen loesen; er will den Menschen zeigen, WIE SIE, die Menschen aller- zeiten selbst, ihre Probleme loesen und das REICH GOTTES (die Teilnahme an der Lebensfuelle fuer alle) herbeifuehren - und dies mitten im beruehmten Evolutions- prozess. Das ist eine NEUE Strategy: der MENSCH erfuellt den Willen GOTTES.

Gott ist weder gegen noch fuer die Unabhaengigkeit Namibias. Er ist neugierig und besorgt, dass die Staaten das Gemeinwohl foerdern und dass in Namibia die Verantwortlichen das Verteilungs- und Gewaltproblem loesen. Aber Gott hat nicht im Sinn durch spezielle Interventionen die Probleme Namibias zu loesen; das ist nicht seine, die christliche Strategy! Gott ist eher wie ein Sonntagsturist, er bewundert Namibia und laesst die Namibier die namibischen Probleme loesen!
Auch am 06.03.2014 - also am Tag, den die Regierung als Gebetstag ansagte,   damit diese Katastrophe von GBV verdunste. Ein saekularer Staat,der Gebets- tage ausruft, hat das "Vater-unser" natuerlicherweise nicht begriffen.
Er traeumt noch von biblischen Zeiten, als Jahwe im Tempel hauste und dem Koenig erfolgreiche Regierungs-Richtlinien sandte. Dies zeigt, wie sehr wir noch spirituell trotz moderner Technik im magischen Zeitalter leben.
Dabei hat doch Mt 4.1-11 deutlich gezeigt: mit goettlichen Machtinterventionen ist bei Jesus nicht zu rechnen. Was zaehlt, ist die menschl. Erfuellung des Willens GOTTES - religioes oder saekular!
Die Fastenzeit ist also geeignet in einem Wuesten-Rueckzug unsere Strategy
zu evaluieren: WIE wir denn die Fuelle des Lebens fuer alle herbeifuehren.

Freitag, 28. Februar 2014

kna WVH

Der achte Sonntag spricht von der Zusage Gottes und wie antworten wir.
Is 49.14-15 Wort Gottes: "Ich werde euch nie vergessen."
Paulus: Die Leute sollten von uns denken: wir seien Diener Christi, denen die Geheimnisse Gottes anvertraut wurden. Der Herr wird die Absichten des menschlichen Herzens offenbaren. oder: "Gott allein ist mein Richter"
(1 Cor 4.1-5)

Dazu eine Geschichte:
Es geschah einst im staedtischen Dorf "Jammertal", jenseits der Landesgrenze.
Der Pfarrer verlas letzten Sonntag in der RKK einen Bischofsbrief, der bedauert,
dass die knaWVH [kirchlich-nicht-anerkannte Wieder-Ver-Heiratete] leider noch immer nicht zur Kommunion zugelassen werden koennen; aber man sei daran, eine Loesung zu finden; weshalb die knaWVH sich nicht scheuen sollten zur Messe zu kommen; der Segen sei schliesslich das Wichtigste und der sei fuer alle; sei es als kleines Kreuz auf die Stirn oder, falls sie die Messe nicht fuehzeitig verlassen,
jener am Schluss.
Am kommenden Sonntag nun getraute sich einer der im Dorf bekannten knaWVH zur Messe. Der Pfarrer sagte beim Kyrie: es sei nicht mehr klar, wem die Barm-
herzigkeit Gottes gelte; etwa allen? Und bei der Wandlung meinte der Pfarrer: auch hier sei eine Wandlung eingetreten: Jesus wisse nun auch nicht mehr ob er eigentlich fuer alle oder doch wenigstens fuer viele gestorben sei, und wenn fuer viele, fuer wen denn nicht, etwa nicht fuer die knaWVH? oder fuer jene nicht, die jenen das "Brot des Lebens" verweigern?
Der knaWVH aber war hungrig nach spiritueller Nahrung und ging bei der Kommunion nach vorn, beide Haende geoeffnet. Und siehe da: der Pfarrer gab ihm
wahrhaftig ein Kilo Schwarzbrot in die Haende mit den Worten: Wir alle sind ein Brot, ein Leib. Und vor dem Schluss-Segen bemerkte der Pfarrer: Der Segen Gottes ist wie die Sonne, sie/er geht auf fuer alle.
Und seither haben in der Kirche (oder gar im Dorf ?) die knaWVH merklich zuge-
nommen.
Das Geheimniss Gottes ist: Dass ER alle Menschen (und das ganze Universum) unfassbar unvoreingenommen und un-bedingt liebt.

Mittwoch, 19. Februar 2014

Eine hochgradige Empfehlung...

Eine Buchempfehlung ist fuer mich ein heikel Ding... denn ich bin ein kritischer Typ.
Aber hier mach ich nun eine Ausnahme... das folgende Buch fuehrt weiter + tiefer !

 Dr. Peter Wittwer: "Der Wind weht, wo er will" Paulus-Verlag CH / 2013

Der Autor war ein roem.kath, ein christ.kath + ein reformierter Pfarrer in der Stadt Zuerich und damit gelaeufig im Predigen. Nun hat er 42 davon dreiseitig getextet und legt sie je mit einem Anschlussgebet vor. Momentan ist Pfarrer Wittwer schwer-wiegend oekumenisch taetig.
Meine erste Lesung war im Dec 13; die 2. Lesung im Febr 14

In diesem Predigt-Zyklus geht es um das erst-klassierte Johannes-Evangelium und dessen zentrale Frage: Wer ist der Christus? Methodisch wird je ein kurzer Johannes-text vor Augen gefuehrt und dann dessen Thema haerauskristallisiert.
Die wohltuende Lese-Atmosphaere entsteht aus dem Gemisch von Sachkenntnis, gezielter undefinierter Wortwahl und mystischer Tiefe. Jene Fragen, die ein suchender Christ von heute gerne stellt sind eigentlich alle present, werden vertieft und einer tragenden Antwort nahe gebracht. Sprachlich bietet jedes Kapitel "goldene Saetze" jenem, der tiefer schuerfen will und "fluessige Merksaetze"
jenem, der verweilen moechte.  Inhaltlich wird "die Sehnsucht" heiliggesprochen, die Intuition gesegnet und der Hinweis klar, dass der Profet Jesus von Nazareth von Johannes als ein Lebender geglaubt wird. Gott dagegen wird als existent voraus-
gesetzt, aber das wo seines zum-Vorschein-kommens, das wird glaubhaft bekannt gemacht. Der Petrus-Felsen-Kirche wird die johanneische Gemeinde zur Balance empfohlen und das ritualisierte Abendmahl des Gekreuzigten wird weiter herausgefordert durch das "saekulare Morgenmahl" jener, die das inkarnatorische Wirken Gottes in der Welt erahnen.
Da diese Predigten zu einem neuzeitlichen Christenleben einladen und der Staerkung dienen, wird das Buch selten kritisch wohl aber manchmal gut ironisch.Wer die Hinweise des Autors beachtet, die er dem Johannes-Evangelium verdankt, wird seinen christlichen Weg im Wirrwarr der Zeit finden.
Das Buch ist dabei wie Wasser aus dem Jakobsbrunnen... 

Freitag, 14. Februar 2014

Etwas viel verlangt Mt 517-37

Soviel ist eigentlich klar: Ein gerechtes Gesetz steht im Dienst des Menschen und der Gesellschaft, es hat die Funktion Gemeinwohl und Einzelwohl ins Gleichgewicht zu bringen und die Menschen an der Lebensfuelle teilnehmen zu lassen.
Als so ein wohlwollendes "Gesetz" sehen wir die 10 Gebote vom Sinai, die Menschenrechte, die namibische Konstitution etc...
Diese "Gesetze" duerfen nicht abgeschafft werden, sie sind zu entwickeln...  damit sie ihre Funktion in neuen Situationen erfuellen. Einsatz fuer diese Gesetze, deren Einhaltung und Entwicklung ist hoch zu loben. Aber bei der Gesetzes-Entwicklung muss sehr darauf geachtet werden, wer denn das Sagen hat. Wie demokratisch geschieht "Gesetzes-Entwicklung". Wem dienen die neuen Gesetze? Allen, die ja vor dem Gesetz als gleich erklaert sind, oder doch nur den einen ? ev. den Besser-
verdienenden ? den Regierenden ? den multinationalen Konzernen den Finanz-
haien cf. Papst Francis: "Die Freude am Evangelium". Nicht jedes Freihandels-Abkommen dient allen oder gar den wenniger Bemittelten.
 JvN ist eindeutig fuer die Gesetzes-Entwicklung: Es steht im Grundgesetz "du sollst nicht toeten" [und das sollte auch fuer alle Namibier gelten!] und wer toetet muss vor Gericht! Darueber hinaus lehrt JvN nun: Jeder der den Mitmenschen zuernt, ihn verachtet, sich selbst bevorteilt (Corruption) muss nun auch vor Gericht; d.h. Rechenschaft ablegen. Wenn die Kath. Kirche das auch fuer sich selbst anwenden wuerde; zB im Kinds-Missbrauchs-Skandal. Oder in der Be- Ver-
urteilung der profetischen Theologen.
Das Problem: wenn die Gesellschaft sich nicht auch entwickelt, dann muessen wir bald alle for Gericht. Noch sind wir fast alle zwischenhinein "der Verachtung", der
"Selbst-Bevorteilung" schuldig! Gesellschafts-Entwicklung + Gesetes-Entwicklung muss hand in hand gehen und so demokratisch wie nur moeglich! Der Profet JvN
macht uns darauf aufmerksam, dass die gerechte Rechtssprechung ausser ordentlich ernst genommen werden muss  [gerade auch im "Herrschafts-Bereich"
Gottes]. Die Barmherzigkeit kommt nicht vor sondern nach der Gerechtigkeit; genau wie die Gnade die Natur voraussetzt. Zuerst kommt die Creation erst dann die Inkarnation. Es kommt auf folgendes heraus:
Die Forderung des JvN kann nur erfuellt werden, wenn wir "DIE KUNST DES LIEBENS" lernen; und das ist mehr als die Gesetzgeber und die Gelehrten lehren.

Freitag, 7. Februar 2014

Mt 5.13-16 erfrischen + erhellen

Mt hat uns eine vieldeutige Jesus-Aussage ueberliefert:
      IHR SEID DAS SALZ DER ERDE  /  IHR SEID DAS LICHT DER WELT
Gilt das als eine goettliche Ernennung ?
Ist das eine reportage-aehnliche Beschreibung ?
Sendet er uns eine moralische Aufforderung ?
Ist das nicht Hochmut sondergleichen ?
Koennte auch gelten als unbescheidener Missions-Auftrag ?
Widerspiegelt er ein kluges Selbstbewusstsein ?
Ist das nicht ein provozierendes Kompliment ?

Diese Deklaration ist auch noch mit einer WARNUNG versehen; so als ob sie ernstzunehmen waere: Wenn ihr geschmackloses Salz seid, seid ihr fuer nichts zu gebrauchen... wenn ihr nicht wie Licht erhellt, seid ihr sinnlos..

Es ist klar: diese Deklaration gilt der Juenger-GEMEINSCHAFT; nicht zuerst dem Einzelnen. Gilt sie der heutigen christlichen Kirche ? Den vielen Denominationen,
wenn sie denn einig waeren? Sollen wir heute uebersetzen:
All ihr christlichen Gruppen seid je ein Salzkorn, je ein Lichtstrahl ?

Dass wir "Salz + Licht" benoetigen (ERFRISCHENDE + ERHELLENDE TATEN)
ist ausser Frage...  wo aber finden wir sie in unserer ambivalenten Welt ?
Und vor allem: nach welchem Kriterium schaetzen wir sie ? Koennen wir uns
darauf einigen, welche Taten erfrischend + erhellend sind; bestimmt unser Gefuehl, unsere Erfahrung oder wer ?

Jesus hat durch seinen Tod und Auferstehung den Test bestanden. Die Heiligen auch (sagt die Kath. Kirche). Was wir heute im Zeitalter des Individualismus
brauchen sind "Salz-Licht-Gruppen" , wo die Einzelpersonen so sehr miteinander positiv vernetzt sind, dass sie wie "eine handvoll Salz", wie "gebuendeltes Licht" Welt erfrischen und erhellen; in die verworrene Situation Frische + Licht bringen.
Vielleicht wird die Kath. Kirche naechstens auf die Idee kommen, eine "Gruppe" als heilig zu deklarieren, nicht nur sich selbst.

Samstag, 1. Februar 2014

VERBINDUNG wieder hergestellt...

Am 2.Febr feiert die Kath. Kirche die PRESENTATION des Jesusknaben gegenueber dem Herrn, dem Jahwe-Gott, denn er war der Erstgeborene, und dies im Tempel zu Jerusalem gemaess dem Gesetz des Moses (Lk 2.22-40). Es war auch ein Los-Kauf des Knaben und die Reinigung der Eltern. Typisch juedisch...

Aber nun kommt Mr. SIMEON ! (rechtschaffen und glaeubig) voll von Hoffnung fuer
sein Volk Israel und begabt mit Heiligem Geist.Und nun unterstreicht Lk, dass ein "frommer richtiger Jude" diesen Jesus als den wahren MESSIAS anerkennt! Und dieser setzt so sehr auf diesen Jesus, dass er fuehlt: sein Warten und Hoffen ist nun er-fuellt, er kann nun getrost sterben. Er hat das kommende Heil gesehen, ein Licht, das sogar die Heiden erleuchten wird! Alles wird gut...   Was schon der Genesis-Bericht mitteilt: "die Schoepfung ist gut", das wird nun bestaetigt: der Vollender ist mit eigenen Augen gesehen worden - meint SIMEON.

Was Lk anmahnt ist religionsgeschichtlich nicht geschehen; das Judentum ging einen andern Weg... noch wartet das Judentum auf den MESSIAS!

Fuer "glaeubige Christen" mochte ich hier die SIMEON-Therapy empfehlen!
Wie immer der Tag verlief bis spaet in die Nacht - bevor du die Augen zum Schlafen
schliessest - uebernimm definitiv das Bewusstsein von SIMEON:
Der Welt- und Situations-Vollender ist geboren, ist am Werk... alles wird gut werden... du hast deinen Beitrag geleistet - nun kannst du getrost fuer diesen Tag abtreten, in den Schlaf versinken: Erleuchtung aller und Er-Loesung ist gesichert.
Nicht nur "der Mond ist aufgegangen", nicht nur die Sterne funkeln, die wahre Sonne taucht morgen die Wirklichkeit in ein Neues Licht...  schlussendlich:
alles wird gut! Du darfst ins Licht versinken...in den Schoss der Schoepfung.

Diese "gute Nacht" - Einbildung ist aeusserst gesund und heilsam; wer sie einuebt wird entdecken: besserer Schlaf ist gesichert, das Hirn erarbeitet Loesungen, die Nerven sind beruhigt, Morgen ist ein wirklich Neuer Tag!
Dieses alte Gebet "nunc dimitis" - nun laesst du Herr deinen Diener im Frieden gehen - ist Wunder-Medizin!

Sonntag, 12. Januar 2014

Waehle Deinen eigenen Christus... John 1.29-34

Diesen Aufruf verstehe ich fuer jeden Leser/in als Beitrag zu einem persoenlichen
Entwicklungsprozess und zum heutigen kirchlichen Suchprozess.

Im weihnaechtlichen Rueckblick auf die turbulenten Zeiten Israels zur Zeit der Geburt Jesu sehen wir, dass alle Reformbewegungen seiner Zeit den Messias er-
warteten, den Gesalbten Gottes zur Rettung Israels. Die Zeloten einen politischen
Befreier; die Pharisaeer einen, der den Tempel und die vielen Gebote bewahrte;
John der Taeufer das Lamm Gottes, das die Suende der Welt wegnimmt; und die Jesus-Bewegung den, der uns befaehigt zu heilen und zu lieben - und so an...
Alle gaben der Frage: "Wo ist der Messias" Prioritaet. Es war eine inner-juedische Frage, mehr ein religioeser Konflikt als eine Wurzel des Christentums.
Dagegen wurde der Jahwe-Gott in keiner Art und Weise in Frage gestellt; er war
im Judentum total abgesichert.
Erst nach der Entstehung des Auferstehungs-Glaubens, also nach Pfingsten, wurde die Frage: Wer ist der Christus (der Gesalbte Gottes / der Messias) inter-
national - und auf der internat. Szene scheint dann auch die Frage aufzubrechen:
Wer + Was + Wo ist Gott.

Heute (2000 Jahre spaeter) haben wir einen Internat. Dialog ueber Gott und Religion (Wie ist Gott? Wozu Gott? Religion vorbei?)
Heute haben wir einen Internat. Oekumenismus, der die richtige Einheit fuer alle
Christl. Bewegungen sucht (christliche Orthopraxis!)
Heute haben wir aber auch immer noch schreckliche Kaempfe zwischen Gott-
Glaeubigen und zwischen Christ-Glaeubigen (wer wird uns befaehigen zu lernen miteinander zu leben und Frieden zu schliessen?) Und der alte Kampf zwischen Glaeubigen und Nicht-Glaeubigen scheint heute auch wieder aufzuflammen (teils blutig, teils oekonomisch).
Von der urspruenglichen Jesus-Bewegung lernen wir: Sie hat sich von der Taeufer
Bewegung abgespalten - aber kein boeses Wort ueber Johannes; bis heute ist er
ein spezieller Heiliger in unserer Kirche - Dank den Evv Mk + Lk + Mt + Joh!
Wenn wir unseren eigenen Christus waehlen, werden wir es lernen, Abspaltungen zu vollziehen in Eintracht und Hoch-Schaetzung ?

Montag, 6. Januar 2014

Das BILD: Die Taufe Jesu im Jordon" / 12.01.2014

Es gab zur Zeit Jesu mehrere Parteien in Jerusalem (Juda / Israel) die, stoehnend
unter der Beatzungsmacht Roms, Reformen, gar Befreiung anstrebten.
Reformen in der Politik, in der Religion, in der Oekonomie...
"Reformieren" hiess:  + die fruehere alte Situation moeglichst erhalten
                                  + sich der neuen Situation anpassen
                                  + eine ganz neue Situation herbeifuehren
Und nun kam neu die "Johannes der Taeufer - Bewegung" auf; ein starker Umkehr-Aufruf; die Beschneidung genuegte nicht mehr, die Wassertaufe wurde zum Zeichen der Umkehr/Busse. Johannes betonte: Ihr alle seid Suender...

Als Jesus seinen eigenen Weg suchte wurde er mit dieser "Johannes-Bewegung"
konfrontiert. Er wurde "Mitglied" - ging aber spaeter seinen eigenen Weg; auch mehrere seiner Schueler kamen aus der Johannes-Bewegung...

Nach dem Tode Jesu und nach der speziellen Auferstehungs-Erfahrung der Juenger
versuchte die "Jesus-Bewegung" dem Volk Gottes zu zeigen, dass der "Profet aus
Nazareth" und nicht "Johannes aus der Wueste" der Messias ist; der vorhergesage
"Gesalbte Gottes" (der Christus).
In diesem Sinne ist das Bild von der "Taufe Jesu im Jordan" ein Meisterwerk!
Mt 3.113-17 / Mk 1.7-11 / Lk 3.15-22
Es zeigt einerseits den Wert der "Johannes-Bewegung" anderseits macht es klar:
Jesus ist der vom Jahwe-Gott Berufene.
Der Bruch der Jesus-Bewegung weg von der Johannes-Bewegung geschieht auf
ausdruecklichem Wunsch / Willen des Jahwe-Gottes. Das Bild ist eine wirklich gute Erklaerung warum die Jesus-Bewegung Existenz-Recht hat, warum sie
ihre Botschaft verkuenden muss und warum sie so unabhaengig wie moeglich werden muss...
Aber dieser Bruch ist teuer bezahlt -
                                                  und doch der einzige Weg zum Ueberleben.
[Wir leben auch in verschiedenen "Gruppen"; mit welchen muessen wir brechen,
wenn wir unseren eigenen Messias waehlen ? Und WIE vollziehen wir den Bruch ?
Wie die Luther-Reform ? oder wie die Oekumene ?

Freitag, 3. Januar 2014

Die 3 Weisen... Mt 2.1-12

Diese Mt-Geschichte gehoert wohl zu den beruehmtesten und weitverbreitesten
Missverstaendnis-Geschichten der Literatur - ich aber frage mich, kann sie auch als Inkarnations-Geschichte gelesen werden ?

A) Schon dem aegypt. Pharao wurde geweissagt: ein hebraeisches Kind wird Dir
die Herrschaft streitig machen - so kommt es zum Tod aller maennlichen Israel-Kinder in Aegypten: aber Moses wird nicht erwischt: ein Vor-Bild Jesu. Und der Profet Bileam wird nicht wie befohlen Israel verwuenschen sondern segnen als aufgehenden Stern! Und nun ist da wieder das Geruecht vom "neugeborenen Koenig der Juden" und wieder die schrecklichen Konsequenzen: aber Jesus wird nicht er-
wischt: ein Vor-Bild des Christentums ?
Die Bedrohung der politischen Gewalt durch das Christentum, oder ihre Maessigung und Reduction ist von den Aposteln bis auf heute weitervererbt.
Wer die Brotverteilung der politischen Macht unterwirft liegt falsch; sie hat sie zu ver-ortnen. Politik + Religion sind einander zugeordnete Gegen-Spieler!

B) Gold, Weihrauch und Myhrre und all die grossen Erstlingsgaben etc... galten einst dem Herr-Gott; dann dem Schoepfer Himmels + der Erde; dann dem, der die Erde fruchtbar werden liess...  "lobet und preiset ihr Voelker den Herrn"...
und nun sehen wir weise Menschen, die ebenso dem Krippen-kind huldigen.
Anstatt dem theistischen Gott in der Hoehe, dem juedischen Jahwe-Gott,
wird nun "goettliche Ehre" dem JvN zuteil. Das ist ein Perspektiven-Wechsel...
Die Inkarnation ist nicht nur angedeutet; sie erscheint oeffentlich...

C) Es ist interessant zu beobachten, wie im kath. Christentum die "Krippen-
Verehrung" und die "Eucharistie-Verehrung" einander aehneln. Das Volk Gottes hat ein Gespuer dafuer, dass das Kind in der Krippe und das Brot im Tabernakel
einander zugehoeren. In der Eucharistie ist das Brot des Lebens ebensosehr in die Hand des Menschen uebergeben wie das Kind in der Krippe seinem Volks-Stamm.
Wenn die Sorgfalt der Christen um "das taegliche Brot" echt zunimmt - wie das die
Caritas von England plant - dann ist das ein Schritt in die richtige Richtung.



Mittwoch, 1. Januar 2014

MADRE DI DIO 01.01.2014

Das war herrlich: wie unser Papst Francis in der Neujahrsmesse im Petersdom
die "Madre di Dio" hochgepriesen hat. Was ER allerdings (mitten im Theologen-disput) darunter versteht, das hat er nicht preisgegeben.
Ist es NUR ein Ehren-Titel ? "Madre di Gesu" ist mir verstaendlich. Und da JvN
vergoettlicht wurde - auch etwas, das sehr schwer nachzuvollziehen ist - geschah mit Maria von Nazareth aehnliches ? Wie der Sohn so die Mutter ? Fuer mich
steckt mehr hinter dieser theologischen Entwicklung.

Dass unser erster Praesident von Namibia - Hr. Sam Nujoma - den Ehrentitel
seitens der Swapo erhielt: "Father of the Nation" ist verstaendlich. Aber die Nation ist natuerlich aus ganz anderem Samen entstanden.
Ist die Proclamation Marias als "Mutter Gottes" eine Aussage ueber Maria oder eine Aussage ueber Gott (gar beides) ? Ist es katholisch moeglich und erlaubt zu denken, dass Gott (nicht nur Jesus) eine Mutter hat ?

Nehmen wir einmal an, das Universum hat evolutiv das Humanum hervor- gebracht [nicht nur biologisch den homo sapiens sondern kulturell die Menschheit (und all ihre "Errungenschaften" : Krieg + Frieden etc...)]. Und im Humanum entstand Gott, kam Gott zum Vorschein, wurde Gott geboren. Und wie es sich gehoert: haben die Akteuer des Humanum (die Menschen) diesen Gott gedacht, gestaltet, bemalt, bewortet, bezwungen, befreit ...  und tradiert und der Entwicklung ausgesetzt...  damit wird das Humanum real zur "Mutter Gottes"
und Maria von Nazareth zu ihrem Symbol.
Maria v N im fiat zum Willen Gottes (Gabriel / "was ist will werden") gebiert Jesus und zeigt an, dass Gott geboren ist als Emmanuel (als "Gott mit uns" / und nicht: als "Gott gegen uns" oder gar als "Gott ohne uns", die Menschen.

Damit kommen wir ins Geflecht der Inkarnations-theologie: dass der Gott Jesu
ein "Gott mit uns" wird (ohne Mensch kein Gott / ohne Gott kein Mensch) ???
Im 2014 kann das Christentum nicht mehr unschuldig von "GOTT" sprechen;
es muss bekennen: welchen Gott es bezeugt (Emmanuel oder Jahwe).