Donnerstag, 7. August 2014

RKK: Oktober-Synode 2014 (4)

Unter der Herausforderung "einander zu lieben" gibt es eine wunderbar ganzheitliche
Form des "einander liebens". Sie laeuft unter dem Namen "Zusammenleben".
Die "Familie" ist wohl die intensivste Form des wohltaetigen Zusammenlebens.
Aber es gibt deren viele Formen wie WG, Kloster, Gruppe, Vereine, Ferienlager,
Bergsteigen, Hochseeschifffahrt, Spital, Schulklasse, Buero... alles Formen des
Zusammenlebens in verschiedener Intensitaet. Was es alles braucht, dass diese
vielen Formen des Zusmmenlebens gelingen ! ! !
Und ich meine, dass die "Familien-Synode" diese vielen Formen des Zusammenlebens staerken sollte. Es wird heute in der RKK viel getan mit den Ehe-Vorbereitungs-
Kursen, dass die Familie gelingt. Die Lehre + Praxis der vielfaeltigen Beziehungen,
d.h. der Aufbau eines tragenden Beziehungs-Netzes duerfte ein Spezifikum der RKK
werden...  Was fuer eine Hoffnung !  Und es ist dringend !

Sobald ich aber das Wort "cohabitatio" gebrauche, wird deutlich, wie sehr die RKK sich verlaufen hat. Sie "verbietet" cohabitatio, d.h. die RKK hat den Ruf: sie sei gegen das "Zusammenleben". Wie konnte sie sich ein so schlechtes Image erwerben ? In jedem Zusammenleben spielt die Sexualitaet seine Rolle - Gott sei Dank! Und hier ist die RKK nicht gesund. Sexualitaet mus "administriert" werden zugunsten des Zusammenlebens, gepflegt und gelernt werden; sie ist eine recht kostbare Gabe, die es zu entfalten gilt.

Wer sich stark macht fuer die vielen Formen des Zusammenlebens, der weiss bald,
dass die Versuche auch misslingen koennen. Die Scheidungsziffern sind ein Indikator
aber auch die Bindungsaengste. Beim Bergsteigen lernten wir: auch der Abstieg ist zu lernen. Darum erwarte ich von der Familien-Synode, dass sie Wege findet und einfuehrt, die das "Aus-einander-gehen" der Eheleute versoehnlich macht und die Wunden der Trennung heilt. Wer aus einem Beziehungs-Netz herausfaellt, dessen Leben ist gefaehrdet; darum braucht es die "de-montage"-Lehre oder die Faehigkeit
des "dis-engagement".

Die RKK tut der Welt eine grossen Dienst, wenn sie das Zusammenleben in den vielfaeltigsten Formen begruesst und lehrt und heiligt und deren Gelingen feiert
und deren Nichtgelingen heilt.

Freitag, 1. August 2014

RKK: Oktober-Synode 2014 (3)

Die kath. Kirche kennt "Die HEILIGE FAMILIE". Entweder als Ideal, wie es einige
"der Bibel entnehmen" oder als "gelungene Ein-Ehe mit Kinder" wie es einigen tat-
saechlich gelingt.
Wenn man dem Jesus von Nazareth zugesteht, dass sein Leben gelang, dann wird dies von vielen seiner Familie zugeschrieben. In meiner Sicht ist jene "Heilige Familie"
in Nazareth eine recht problematische. Auch wenn alle ihre Mitglieder durch die Evv hoch stilisiert sind, so darf man doch annehmen, dass die Situation des Vater Josef nicht einfach war. Der Mann meistert sein Schicksal, aber mit wieviel Frage-
zeichen, Unsicherheiten, Zweifel ... Und die gelobte Mutter Maria! Ihr "fiat" gilt als theologische Maximal-Leistung, teuer errungen mit dem Bild einer unbiologischen
Empfaengnis (virgo-mater)...  und ihr "ausserehelicher" Ersteborener ist keinesfalls
einfach, er hat da so seine "Eingebungen". Und dann die "verschwiegenen" Geschwister, weitgehend nicht anerkannt, kaum von der Kirche. Haben diese
"Familien-Mitglieder" zusammen-gehalten ? einander auch wirklich verstanden ?
Mir will scheinen, die biblische Heilige Familie ist stilistisch heilig gemacht worden - gerade weil wir die Realitaet nicht kennen und weil sie - theologisch - nicht zaehlt.
Sie ist ein biologisch-kulturelles Ereignis, das der Erloesung bedarf; d.h. der Ent-
wicklung und der In-Dienst-Nahme seitens des Gemeinwohls.
Ich hoffe sehr, dass die Synode gerade nicht die "Nazareth-Familie" als idyllische Einheit beschwoert sondern ihre zentrifugalen Kraefte ins Auge fasst:
a) Ein Mann, der den Willen Gottes erforscht und ein Wagnis eingeht...
b) Eine Frau, die es wagt, dem sog. Willen Gottes Fragen zu stellen...
c) Kinder, die den eigenen Weg wagen...
In diesem zentrifugalen Wagnis einander beistehen, weil keiner allein leben kann,
weil Menschen Menschen brauchen (MbM), weil Menschen nicht verzweckt werden duerfen - das ist ein GRUNDZUG, der in Erinnerung zu rufen ist. Dieser Grundzug
ist human und geht tiefer als "gender", geht hoeher als "Fruchtbarkeit", geht breiter
als "Familien-Stammbaum". Wenn die Kirche diesen Grundzug faehrt, wird sie den verschiedenen Kulturen einen wichtigen Dienst erweisen. Und die Kulturen werden eher gangbare und Gemeinwohl vertraegliche Familienbilder finden.
"Wenn die beiden Verliebten vor dem Altar ihr ehrliches Ja zueinander verlauten -
dann darf das offiziell und oeffentlich als Inkarnation der Liebe Gottes proklamiert
werden (Sakrament) - aber man darf dem Herrgott nicht auch noch ganz andere
Inkarnationen seiner Liebe verweigern".

Mittwoch, 23. Juli 2014

RKK: Oktober-Synode 2014 (2)

Ein weiteres  "Family-problem", das die RKK in den Griff bekommen moechte ist die
WIEDER-VERHEIRATUNG. Sie wird bisher geahndet mit "Suende" und daher mit Ausschluss aus der Communio-Gemeinschaft. Hinter diesen Sanktionen versteckt
sich das Faktum der Aufloesung der ersten Ehe. In den Augen der RKK ist die Ehe
UN-AUF-LOESBAR. Soll man nun ab 2015 "Suender" zur Kommunion zulassen oder soll man die Unaufloeslichkeit der Ehe relativieren ?
Es ist theologisch, psychologisch und soziologisch recht verzwickt !!!
Nach dem bisherigen Dogma muss die erste Ehe durchgehalten werden. Das eheliche Zusammenleben kann zwar aufgegeben werden (Scheidung) aber eine weitere Ehe eingehen - auf keinen Fall. Denn damit geht der Symbolgehalt der
Ehe verloren: im AT: Gott + sein Volk / bei Paulus: Christus + die Kirche (Gemeinde)
Dabei hat Gott inzwischen viele Voelker und der Christus viele Kirchen !
Mit dieser Darstellung fliesst in die Wieder-Verheiratungs-Frage die ganze Oekumene ein: Gott + die Voelker; Christus hat eine Kirche oder viele?

Wenn der paulinische Symbolgehalt (Eph 21-28) und die Mattheus-Sicht
(Mt 19.5-6 ; dass Gott nur verbindet, nicht aber scheidet) saekularisiert wuerden,
koennte man die Ehe menschlich als einen Versuch "miteinander zu leben" sehen
lernen. Es steht also hier die Problematik an: Ist menschliches Leben einer gewissen zeitlichen Symbol- und Theology-Sicht unterworfen oder umgekehrt:
schaffen Menschen mit ihren Erfindungen immer wieder Symbole und das wird
"Gott sei Dank" von der Kirche anerkannt ???
theologisieren oder humanisieren ???  Ist der Sabbat fuer den Menschen
oder der Mensch fuer den Sabbat da ? Muss man nun die Ehe retten oder den Menschen ? (Und die Institution Ehe ist ganz klar eine Erfindung der "Kultur- evolution-in-progress, auch wenn sie dem Herrgot als Gebot zugeschrieben wird).
Wer die Institution so verhaertet und gegen das Menschliche zum entweder-oder
stilisiert, der schadet der Institution sehr; auch eine Institution lebt nur in der
Entwicklung (cf. die Entwicklung der Ehe-Gesetzgebung in den versch. Nationen).
Wieder-heiraten ist der Mut nach dem Scheitern nicht aufzugeben. 

Donnerstag, 17. Juli 2014

RKK: Oktober-Synode 2014

Gott sei Dank will die RKK ein Problem nun loesen, das sie sich seit vielen Jahren eingebrockt hat: Ihre FAMILIEN-Vorstellung (in Theorie + Praxis + Ethos: Familie = Ehe + Kinder) ist in eine weltweite Krise geraten. Die Kinder haben sich inzwischen veraendert und die Ehe noch viel mehr; was heisst da in 2014 "ein gutes Familien-Leben" ??? Noch abgesegnet mit dem frommen Spruch (sehr beliebt bei den afrikan.
Bischoefen): Familie = Hauskirche.

Ob da jene Bischoefe (die sich oeffentlich deutlich dagegen entschieden haben, eine
eigene Familie zu gruenden und zu leben) das der Krise zugrundeliegende Problem erkennen, geschweige denn gute Loesungen finden koennen, darf mit Recht aus verschiedenen Gruenden angezweifelt werden.

Eines der Probleme ist die "Einbildung": Familie sei ein humanes Naturprodukt,
wo Liebe + Sexualitaet + Fruchtbarkeit eine innere, natuerliche, exclusive Einheit bilden (Naturgesetz), sakramental als Ehe abgesegnet. Es war einmal...
Und doch, es gibt tatsaechlich dieses Wunder der Einheit von "Liebe + Sexualitaet
+ Kinder - und dazu noch ein genuegendes Einkommen + ein unterstuetzendes
Beziehungs-Netz". Eine wahrlich evolutionaere Hoechst-Leistung.
Seit der Neuzeit aber, da gibt es nun auch Kinder ohne Sex + Partner,
                          Sex ist nun ueberall zu haben (vor- ausser- nachehelich)
                    Liebe ist ein temperiertes Wohlgefuehl im Fuereinandersein.
          Ehe ist fuer alle geschlechtsunabhaengig eine Rechts-Institution
                  (das Recht miteinander zu teilen und zu besitzen).
Damit ist die in Kultur, Kirche + Staat gesegnete Einheit aufgebrochen, zersplit- tert, fragmentiert und als Einheits-Norm nicht mehr menschlich nach- vollziehbar  Was einst ein sog. vorwissenschaftliches "Naturgesetz" zusammen-
hielt hat sich elementar verselbstaendigt.

Will die RKK nun einen Leim erfinden, um die Fragmente notduerftig zusammenzu-
kleistern ? Und diesen neuen Leim am Synoden-Ende dem Papst von Humanae Vitae
Paul VI widmen ? Wo hat ein ganz neues Denken anzusetzen
um den Menschen der Zukunft ein Segen zu sein ?  MITDENKEN ist GEFRAGT !


Freitag, 11. Juli 2014

Die Saat als Erbe (Mt 13.1-23)

Unser alltaegliches christliches und kirchliches Leben (der Glaubensinhalt, der
Glaubensakt, der Lebensstil, die Rituale) ist bestimmt vom christlichen Erbe;
wir haben das Christentum nicht erfunden, nicht gesaeht. Es kommt auf uns zu...

Jesus Christus ist uns vererbt; ein Samenkorn in der Kosmos-Erde; urspruenglich in vier Bildern uns ueberliefert; spaeter noch in viel mehr... 
Und das Mix-Resultat dieser oft verschwommenen Bildern verfestigt sich kulturell in den Getauften; und selten bastelt eine getaufte Persoenlichkeit ein mehr oder weniger (bewusst und unbewusst) eigenes Jesus-Bild. Die Administration des Jesus-Bildes ist offiziell in den Haenden der Kirche; aber es gibt auch immer wieder eigen-staendige Kuenstler !

Ein weiteres Erbe ist die christliche Kirche, die offiziel das Erbe Jesu verwaltet, manipuliert. Ich sehe vier ueberwaeltigende Tendenzen, wilde Geist-Stroemungen, die uns bis heute bewegen (auch noch die roem. Okt-Synode 2014):
Der Mathaeus-Trend zeigt die Jesus-Bewegung als ein juedisches Ereignis,
zentriert im alt. Tempel mit seinen Psalmen und Heandlern... + Jahwe-Gott !
Der Paulus-Trend sieht ein weltweites Missions-Ereignis; eine neue Kosmos-
Geburt mit all ihren Wehen bis nach Heirachabis... [Neu-Evangelisierung ?]
Der Petrus-Trend baut im heidnischen Rom eine neue Hierarchie um die Welt
zu verbessern... [Ich meine, dieser Trend sei heutzutage in der Kirche dominant]
                  "Zwei Paepste heiligen zwei Paepste" / "unfehlbar" / "Liturgie-Diktat"
Der Johannes-Trend zeltet am Strand um allen Gestrandeten Solidaritaet
zu zeigen...   [Papst Franziskus- Trend ?]  Armuts-Diskussion...

Dieses Erbe wird empfunden teils als schwere bindende Kraft und Last, teils als
vielfaeltiges Angebot. Der Umgang und die Auseinandersetzung mit diesem Erbe ist, wie die Geschichte zeigt, teils synodal-demokratisch, teils kreuzzugartig-blutig.
Der Samen ist vielfaeltig aufgegangen...  

Ist bei so viel Erbe INNOVATION noch moeglich ? noch gefragt ?
Muessen wir uns wirklich als beguenstigte Erb-Verwalter verstehen ?
KIRCHE: Wir verwalten die Botschaft - aber leben sie nicht. Erb-sklaven ?


Mittwoch, 2. Juli 2014

Zu Ehren von Adolf Muschg * 13.05.1934

Mit Adolf Muschg sprach Martin Ebel zum 80. Gbtg: Tagi 20.05.14 /p20
Ein sehr eidrueckliches Interview mit vielen offenen Fragen:
"Was mich reut, sind Versaeumnisse an Courage" ? HsL: Wie gewinnt man Mut ?
"Der alte Mensch gleicht dem afrikan. Haeuptling, der noch alles ueber Geister weiss, aber nichts ueber Kunstduenger". HsL: aber vielleicht weiss er, welcher
Geist fuer Kunstduenger zustaendig ist.
"Die globalisierte Welt muss ja auch mit dem boesartigen Wachstum der Finanz-maerkte leben". HsL: Dieses Krebsgeschwuer wird heute wie von wem behandelt ?
"Ernst Bloch: Ein Abenteuer steht mir noch bevor, das Sterben." HsL:Hat er nicht im Alltag das Sterben erlebt und gelernt ?
"Ars moriendi. Sie ist die andere Seite der Lebenskunst." (Wie in einem Kunstwerk die Form, so sind unsere Grenzen verbindlich und zu akzeptieren). HsL: leben ist
aufbluehen und verbluehen! nacheinander oder in einem ?
"Was am Alter auch schoen ist: Das Nicht-mehr-muessen ist die gute Seite des
Nicht-mehr-koennens. Das entlastet ungemein." HsL: Die schlechte Seite: viele
fuehrt das Nicht-Koennen zum vermeintlichen Nicht-muessen.
"Mit dem Fluch der Endlichkeit sind wir alle geschlagen. Er definiert uns Menschen. Dieses Schicksal anzuerkennen macht uns sogar faehig, es zu lieben".
HsL: Ist Endlichkeit wirklich ein Fluch ? Und wenn wir beides sind ?
"Das Gefuehl, dass im Raffen der Wurm steckt, verbreitet sich allmaehlich".
HsL: Aber wohl kaum bei den Wurm-Esser.
"Die Hoffnung, lieber Teil der Loesung zu sein als Teil des Problems, stirbt zuletzt."
HsL: eine einseitige Hoffnung.
"Das Leben besteht aus Augenblicken, und die sind keine Bruchteile von Zeit."
HsL : sondern die Konzentration von Ewigkeit auf einen Moment.
"Ich erwarte nicht mehr, wie meine frommen Ahnen, dafuer (fuer meine Untaten)
im Jenseits richtiggestellt zu werden". HsL: denn es ist dann zu spaet.

Die Literatur ist fuer mich eine Art Temperatur-Messer der Gesellschaft; sie ist
disponiert Untergrundstroemungen sichtbar zu machen, Schlagseiten zu erkennen,
Heil und Unheil zu prophezeien. Vielleicht ist sie auch die Klagemauer der saekularen
Gesellschaft. Sie ist zum Vorbild der Welt-Bild-Konstruktionen geworden.


Samstag, 21. Juni 2014

Fronleichnam - unverstanden

Einst zeigte die Kirche "das Brot fuer das Leben der Welt" in oeffentlicher Prozession - die Welt hat uns nicht verstanden - wir muessen uns in 2014 verstaendlicher aeussern. Darum versuche ich eine Uebersetzung von Joh 6.51-18:
   Jesus teilt mit: Ich verstehe mich als Brot fuer das Leben der Menschen, Brot,
   das aus der Fuelle des Lebens kommt. Dieses Brot, das ich gebe ist mein Lebens-
   Stil, ein Lebens-Stil der das Leben der Welt garantiert.
   Diese Mitteilung wurde nicht verstanden, weshalb Jesus erklaert:
   Ich bin ueberzeugt, wenn ihr diesen meinen menschlichen Lebens-Stil nicht
   aktualisiert und meine Intentionen nicht als Lebens-Erfrischung realisiert,
   dann habt ihr nicht Anteil an der Lebensfuelle..
   Wer immer meinen Lebens-Stil aktualisiert und meine Intentionen realisiert,
   hat Anteil an der Lebensfuelle und ist einig mit mir.
   Mein Lebens-Stil ist wirklich Lebens-Energie
   und meine Intentionen sind wirklich Lebens-Erfrischung.
  Wie ich vom Geheimnis Gott gesendet, von ihm Lebens-Energie hatte,
   so hat wer mich lebt Lebens-Energie von mir.  
   Lebens-Energie, die aus der Lebens-Fuelle heraus fliesst bringt wirklich
   leben, nicht wie jene Lebens-Energie der Vorfahren, die nur Tod bringt.

Das Gottesverstaendnis Jesu sieht das Geheimnis Gott als BROT-GEBER,
der aus der Fuelle heraus gratis Lebens-Energie und Lebens-Erfrischung gibt.
Das Selbstverstaendnis Jesu ist: Mein Lebens-Stil und meine Intentionen, d.h.
Ich bin fuer Menschen dieses BROT, ich lebe und sterbe mit und fuer Menschen.
Und meine Lebens-Energie kommt aus der Lebens-Fuelle nicht aus dem Nichts.
Von der Lebensfuelle her leben und verteilen... das ist Christliches Leben.

Taufe heisst dieses Selbstverstaednis Jesu in sich einpflanzen... und es waer ja gut, wenn dieses Selbst-Verstaendnis moeglichst vielen Menschen einleuchtet.
Bis an die Grenzen der Erde und bis Otjiwarongo oder Heirachabis.
Die wirkliche Eucharistie-Feier gibt uns Lebens-Energie und Lebens-Erfrischung
weil wir uns fuer den Lebens-Stil und die Intentionen Jesu entscheiden konnten.
Die sog. Heilige Messe muesste daher eine Form und Sprache finden, in der die
Menschen von 2014 aufgerichtet werden, aufatmen und aufbluehen.

Montag, 16. Juni 2014

Vater-tag OSIRE 15.06.2014

Um 09h bekam ich im grossen Namibian Fluechtlings-Camp die Meldung, die Pfarrei moechte die Vaeter ehren. Zuerst aber begann das "Beicht-hoeren". Und sieheda: sie kamen ! Fuer 2 Stunden hoerte ich Beichte ... fuer uns Priester eines der eindruecklichsten Sakramente: Tief hinhoeren - die Situation des "Suenders" erfassen - und das Geheimnis Gott als liebevolle Herausforderung darstellen.
Und siehe da, es wirkt ! Schon oefters bekam ich das Feedback: Damals bei der Beichte, das war ein richtiger Aufsteller.
Und 11h begann die Messe mit dem Vaeter-Chor und dem tanzenden Lady-Chor.
Die Predigt war eindeutig: Sind wir noch einverstanden mit der einseitigen Gottes-
vorstellung als Vater ? "Im Namen des Vaters... Ehre sei dem Vater...Vater unser...
Es segne euch der Vater..." und wo ist die Mutter ? Im alten Patriarchalismus war der Patriarch totaler Eigentuemer ...   Jesus aber sagt im heutigen Evangelium
(Joh 3.16-18) Gott ist der absolute Geber: aus Liebe zur WELT hat ER alles gegeben: seinen Sohn, seinen Geist, seine Gnade... sein ganzes "Eigentum" ist dahin und  d.h WIR ALLE sind Empfaenger: die Kinder, die Frauen, die Maenner. Vor Gott sind wir alle gleich begabt... wir sind alle gleich wertig! Weder Frauen noch Kinder sind Eigentum. Diese neuere Botschaft zu beherzigen und dann zu bezeugen, zu realisieren ist die private und oeffentliche heutige Aufgabe der (noch die Macht beanspruchenden und verwaltenden) Vaeter /Maenner. Was fuer viele (privat und oeffentlich) eine schwierige Umkehr / Konversion bedeutet.
Dann wurden alle Vaeter in den Kirchenchor gerufen und erhielten einen speziellen
Segen. Und diese verteilten nach der Messe allen einen "z'Vieri". Und ich wurde dann
"Vorsitzender" eines kleinen Mahls, wo die Familien des Kirchenrates (Kinder, Frauen,Vaeter) meine Predigt (unvorhergesehen) hochleben liessen. Ich war beein-
druckt und dachte beim Heimfahren (um 16h / 150 km): drei Kuenste sind fuer einen
Priester von heute unerlaesslich: Die Kunst Liturgie zu feiern, die Kunst der
spirituellen Fuehrung (gerade auch im Beicht-hoeren) und die Kunst der Pfarrei-
Leitung. Wenn das die Rektoren der Priester-Seminare beherzigen wuerden...
Bemerkung: Der Vater-Tag ist nicht dazu da, den Patriarchalismus zu retten,
eher aber dazu da, die Vaeter zu ermuntern in ihrer neuen Rolle die Gleichwertigkeit
aller durchzusetzen. Auch fuer Namibia eine notwendige Aufgabe.
Ob das unsere Kirche auch so sieht ?

Samstag, 7. Juni 2014

PFINGSTEN - die Geburtsstunde der Kirche

Menschen, die im Augen-oeffnen die Welt entdecken (die Wirklichkeit) und zugleich die Sonne und den Wind spueren (den Heiligen Geist) und auch im Weltkonzert die Worte der Profeten hoeren (Moses, Joel, Jesus etc...) - und die sich fuer das Engagement Jesu' entscheiden, die Fuelle des Lebens fuer alle zu ermoeglichen -
das sind CHRISTEN...
wenn sie sich auch noch fuer ein gemeinsames Vorangehen entscheiden,
dann sind sie KIRCHE.

Genau das feiern wir an Pfingsten: Entschiedene Menschen sind vereint,
                                                  empfangen die Energie Gottes,
                                                  geben sie weiter -
                                                  und werden vielfaeltig verstanden.

Ob wir heute noch christliche Kirchen haben muss bezweifelt werden:
A) Sie tun so alsob der Heilige Geist aussteht ...   sie schreien nach ihm, sie singen
"Komme Heiliger Geist"!... alsob er nicht da waere... (strahlend wie die Sonne)
B) Sie senden ihm Bitten und Orders alsob er taub und untaetig waere... alsob er nicht wuesste, was es zu tun gaebe... (als ob keine Luft / Wind da waere)
C) Sie tun dies stark vereinzelt... nicht gemeinsam; oft sogar ohne voneinander zu wissen, nicht koordiniert, nicht abgestimmt aufeinander, oft gar gegeneinander ...
(alsob es keine total Vernetzung des Seienden gaebe).

Ein bizarres Beispiel:
Auf Pfingsten 2014 hat Papst Franziskus die Praesidenten Simon Peres und Mahmud Abbas zum gemeinsamen Gebet fuer den Frieden nach Rom eingeladen.
Das ist eine mutige hervorragend TAT !
Nun aber kommt die Nuntiatur an die Bischoefe und die Glaeubigen mit der Bitte
mitzubeten, "damit das Gebet so kraeftig wie moeglich sein wird und dem Land Jesu endlich der Friede gegeben wird". Das ist eine versteckte Anklage an den Hl. Geist, den Frieden noch nicht gegeben zu haben - die Gebete (Bitte an Gott) muessen ihn
herbeifuehren.  Eine andere Aktion kennt die Kirche kaum mehr...
Ich meine der Hl. Geist moechte den Frieden, aber es happert woanders... es gibt Leute, die ihn so nicht wollen! dort muessen wir taetig werden!
Dem Papst aber schicken wir eine Gratulation fuer seinen Mut!




Mittwoch, 4. Juni 2014

DER SEGEN fuer den Lion-Clan 31.05.2014 Charmey

Den Segen kann man "erleben" und spaeter vielleicht verstehen...
Etwas sagen als Information ist viel Wert. Einen guten Wunsch aussagen ist noch viel mehr Wert. Aber etwas als "gut" zu deklarieren - Besseres gibt's nicht mehr.
Der Segen ist eben so eine "Gutheits-Deklaration" und als solche ein alter, wohltuender, weltweiter Brauch. "Ich segne Dich" heisst: "Ich heisse Dich gut". Und wer den Segen Gottes gibt, der wiederholt Gottes Erklaerung Gn 1.1: dass sein Werk gut ist (ein juedisches und christliches Glaubensgut).
Es muesste heutzutage vieles deutlicher als "gut" oeffentlich deklariert werden !
zB ein fuenfzig jaehriger Ehe-Bund.

Wer etwas dreimal sagt, der meint in der ersten An-Sage eine Bekanntmachung, einen Wunsch, eine Bitte. In der zweiten An-Sage ist gemeint: Ich sehe es fuer richtig an, dass...  und in der dritten An-Sage ist mitgeteilt: Ich meine es sehr ernst...   (zB. dreimal "Herr erbarme Dich" / oder drei Kreuze beim Segnen / dreimal heilig heilig heilig etc...)

Wer etwas viermal sagt, der meint damit: es gilt fuer alle; es gilt total !
Der Segen deutsch:
Es segne und behuete Euch und alle Eure Wege der heilige und lebendige Gott
als der Schoepfer des Himmels und der Erde,
als der Erloeser aller in Jesus Christus,
als der Geist des Lebens fuer hier + jetzt und darum fuer immer + ueberall.
Der Segen english:
Accept the belssings of our God as Creator, as Redeemer, as Spirit of Life
for now and for ever.
Der Segen afrikaans:
Asseblief dog ontvang die seen van die Heilige God as die Skepper, die Verlosser
en die Gees van die Lewe, vir vandag vir more tot alle ewigheid.
Der Segen in oshiwambo:
He e mu yambeke Kalunga omunankondo adishe, Oshe n'Omona Mompepo Ondjapuki

AMEN heisst dann: jawohl, damit bin ich einverstanden.