1.) Unsere Gottes-Vorstellungen sind praechtig. Eine hervorragende humane Kultur-Leistung. Das Geheimnis Gott aber bleibt - wie je - tiefsinnig unerforsch-
bar. Diese Unterscheidung zwischen UNSEREN Vorstellungen und DER Wirklichkeit
ist zukunftsweisend und wird immer wichtiger. Der Mensch schwimmt im unueber-
sehbaren Meer der Wirklichkeit und spricht dem, was er wahrnimmt, mehr oder weniger Wirklichkeit zu. Bei der Unterscheidung zwischen MEINER Wirklichkeit und DER Wirklichkeit ist zwar kluge Demut angesagt; aber jeder Mensch moege seine Sicht zur Sprache bringen - das ist unser aller Gewinn.
2.) Die Religionen haben die Gottes-Vorstellungen gebuendelt, kultiviert, admini-
striert, verteidigt, bekaempft und manipuliert. Ihre Agenturen (Tempel, Kirchen,
Moscheen und ihre diesbezueglichen Organisationen) vermitteln der Menschheit dieses Kultur-Gut - wie Meereswellen am Strand. Davon zu unterscheiden ist die
Kraft des Einzelnen und der Gruppe aus den eigenen Intuitionen und Erfahrungen heraus dieses Kultur-Gut nicht nur zu hinterfragen sondern auch neu zu beleben,
gar NEUES beizutragen. So erfuellt sich die Verheissung: ein NEUER Himmel,
eine NEUE Erde ist angesagt... das ist unser aller Beitrag.
3.) Im praktischen Alltags-Leben des Einzelnen und in der Gruppe, vor allem auch in der Liturgie (gemeinsamer Gottesienst, Gebet...) treffen diese zwei Unterschei-
dungen aufeinander und ergeben ein grossartiges Konfliktsfeld. Es zu unterdruecken
waere ein Skandal, Leben zerstoerend. Darum wird in allen Tempeln, Kirchen, Moscheen das Konflikt-Management prioritaer. Das ist unser aller Chance.
Wenn jeder und jede - seine und ihre - Sicht der Wirklichkeit zur Sprache bringt,
die notwendige Kreativitaet einbringt, und den Konflikt fruchtbar gestaltet - dann
ist das Wagnis gerechtfertigt, hoffentlich ueberall auch erwuenscht.
Darum wuensche ich allen Blog-Leser und Leserinnen den Mut, "was immer wir haben, es fuer das Allgemeingut zu nutzen; was immer wir brauchen, es zu erwerben, wenn noetig auch zu erfragen; was immer uns geschenkt wird, es gemeinsam zu geniessen."
Ich will versuchen Gedanken zum Weiterdenken anzubieten in der Theologie, Psychologie und zu einem evolutiven Weltbild.
Dienstag, 13. Januar 2015
Mittwoch, 24. Dezember 2014
2014 NOCH un-entschieden
Es braucht Zeit bis die Getauften (und die Kirche als Ganzes) merken, was da
an Weihnachten verkuendet, was da in Szene gesetzt wird. Aber so langsam tagt es... Der Jenseits-Himmel ist inzwischen stark relativiert; das irdische Leben im Hier + Heute ist aufgewertet (leider zuwenig: "fuer alle" ! ); das Handeln Gottes "von Ewigkeit her" ist als Idee aufgeweicht; das Bild vom Interventions-Gott ist etwas verblasst (zugunsten der Einsicht, dass der Mensch einen vernuenftigen Handlungs-Auftrag hat).
Die Evolution des Geistes hat uns Menschen dahin gebracht, dass wir in vernuenftigen und gluecklichen Zeiten einsehen: das menschliche Hauptgebot besteht darin: "einander zu lieben". Diese evolutionaere Einsicht ist ueber die
Inkarnation gelaufen: So sehr Gott die Welt, die Menschen (seine Schoepfung)
liebt, so sollt auch ihr (Pfingsten wird sagen: Ihr seid die Representanten Gottes
in dieser Welt). Die Jesusbewegung "beweist" mit der Weihnachts-Inszenierung, dass die Evolution des Geistes stimmt. Der Gedanke vom "Deus incarnatus" vollendet (erloest) die Geschichte zum heutigen Tag hin... wo ER / der Immanuel gelebt, gefeiert werden sollte... leider hat sich die Kath. Kirche noch nicht entschieden: will sie den neuen "Deus incarnatus" / den IMMANUEL verkuenden oder : "Gott in der Hoeh' sei Preis und Ehr'; den Menschen auf Erden wohl aber sein Wohlgefallen.
Es waechst die Einsicht: Die Menschen von heute brauchen nicht mehr ein Gottes Wohgefallen, das ER vom Himmel her willkuerlich austeilt; gnaedig gewaehrt oder gar aushandelt. (Dieser alte Manipulations-Mechanismus seitens der Religionen
ist inzwischen gut durchschaut) IMMANUEL bedeutet: Got hat einfuerallemal sich
total ausgeleert; der Schoepfung, den Menschen gegeben, was er je zu geben hat -
und nun braucht IMMANUEL offene Herzen, einende Gedanken, dienende Haende,
die IHN gemeinsam HIER + HEUTE realisieren (Kirche als Leib Christi); die IHN gelingen lassen, so dass ER eine irdische Wirklichkeit wird in und fuer diese Weltzeit.
Es wird von uns traditionellen Christen viel verlangt, wenn wir die christliche Botschaft von IMMANUEL / Deus incarnatus fuer die heutige Zeit ein wenig verstehen wollen. Sie fuehrt uns in die Teilnahme an der verheissenen Lebensfuelle.
an Weihnachten verkuendet, was da in Szene gesetzt wird. Aber so langsam tagt es... Der Jenseits-Himmel ist inzwischen stark relativiert; das irdische Leben im Hier + Heute ist aufgewertet (leider zuwenig: "fuer alle" ! ); das Handeln Gottes "von Ewigkeit her" ist als Idee aufgeweicht; das Bild vom Interventions-Gott ist etwas verblasst (zugunsten der Einsicht, dass der Mensch einen vernuenftigen Handlungs-Auftrag hat).
Die Evolution des Geistes hat uns Menschen dahin gebracht, dass wir in vernuenftigen und gluecklichen Zeiten einsehen: das menschliche Hauptgebot besteht darin: "einander zu lieben". Diese evolutionaere Einsicht ist ueber die
Inkarnation gelaufen: So sehr Gott die Welt, die Menschen (seine Schoepfung)
liebt, so sollt auch ihr (Pfingsten wird sagen: Ihr seid die Representanten Gottes
in dieser Welt). Die Jesusbewegung "beweist" mit der Weihnachts-Inszenierung, dass die Evolution des Geistes stimmt. Der Gedanke vom "Deus incarnatus" vollendet (erloest) die Geschichte zum heutigen Tag hin... wo ER / der Immanuel gelebt, gefeiert werden sollte... leider hat sich die Kath. Kirche noch nicht entschieden: will sie den neuen "Deus incarnatus" / den IMMANUEL verkuenden oder : "Gott in der Hoeh' sei Preis und Ehr'; den Menschen auf Erden wohl aber sein Wohlgefallen.
Es waechst die Einsicht: Die Menschen von heute brauchen nicht mehr ein Gottes Wohgefallen, das ER vom Himmel her willkuerlich austeilt; gnaedig gewaehrt oder gar aushandelt. (Dieser alte Manipulations-Mechanismus seitens der Religionen
ist inzwischen gut durchschaut) IMMANUEL bedeutet: Got hat einfuerallemal sich
total ausgeleert; der Schoepfung, den Menschen gegeben, was er je zu geben hat -
und nun braucht IMMANUEL offene Herzen, einende Gedanken, dienende Haende,
die IHN gemeinsam HIER + HEUTE realisieren (Kirche als Leib Christi); die IHN gelingen lassen, so dass ER eine irdische Wirklichkeit wird in und fuer diese Weltzeit.
Es wird von uns traditionellen Christen viel verlangt, wenn wir die christliche Botschaft von IMMANUEL / Deus incarnatus fuer die heutige Zeit ein wenig verstehen wollen. Sie fuehrt uns in die Teilnahme an der verheissenen Lebensfuelle.
2014 Emmanuel
Und nun ist wieder Weihnachten: Krippe in Bethlehem; Jesusgeburt; die drei Weisen aus dem Osten - und noch mehr Szenen. Die Welt aber singt: "Stille Nacht, heilige Nacht". Konsum, Ferienbetrieb, Kirchenbesuch, aber auch "Weinen und Wehklagen" sind in diesen Tagen etwas ueberdurchschnittlich. Es ist als ob ein Teil der Welt eine etwas hoehere Temperatur hat; es ist wohl kaum ein christliches Erwartungs- fieber; der Advent wurde von zuviel Sorgen und Noeten, von Profitstreben und Vergnuegen ueberschattet. Wer will schon ein NEUES Gottes-BILD erarbeiten? Man hatte einst eines - jenes von gestern, jenes aus den Kindheitstagen - und es hat nicht viel geholfen. Ist denn die Welt besser geworden ? Was erwartet die KIRCHE von einem NEUEN Gottes-BILD ? wenn schon das alte sich kaum durch- setzen laesst. Gott ist stets der alte; einigen gar zu sehr vertraut.
Wer aber Weihnachten meditiert, der entdeckt: Da ist was ganz NEUES am Er-
scheinen. Die Jesusbewegung (die ersten Christen, Paulus, die 4 Evv, etc.) hat die INKARNATION GOTTES inszeniert. Wie die Roemer den Kaiser zum "Goettlichen" erklaerten, so aehnlich sagt Markus, dass Jesus in unseren christ- lichen Augen eben auch ein "Goettlicher sei". Und die Geburt des Kindes weist spezielle Zeichen auf, dass dieser Jesus der erwartete Messias sei; und die Mutter - wie es sich bei einem Goettlichen gehoert - ist ebenso auch eine Jungfrau. Diese Inszenierung ist der Jesusbewegung irgendwie vielfaeltig sehr wohl gelungen. Wer Johannes liest, staunt ueber das Bild, das von Jesus von Nazareth bereits 100 Jahre spaeter gezeichnet wird, verkuendet werden kann. Die Einheit von JvN und Jahwe-Gott ist nun perfekt. JvN gilt als richtiger, normaler, sterblicher Mensch; er gilt ebenso als wahrer Gott, Licht, Logos - zusammen ist ER der inkarnierte Gott (1 =+ 1 = 3). Und er wird auch deutlich so bekannt: ER ist der Immanuel (Gott mit uns). Dies ist eine epochale Einsicht, die sich nun unter Wehen und schweren Turbulenzen langsam in Theologie und in der Liturgie einnistet (cf. die Geschichte der Konzilien); aber vom Klerus immer mehr sabotiert wird, und von den Glauebigen kaum rezipiert werden kann. Und doch - die Szene: dass Gott vom Himmel herabsteigt und Mensch-Gott wird in einem (JvN / Immanuel) - gilt bis auf den heutigen Tag. Und diese Geltung wird sanktioniert durch die Szenen der Auferstehung und der Himmelfahrt.
Fortsetzung folgt
Wer aber Weihnachten meditiert, der entdeckt: Da ist was ganz NEUES am Er-
scheinen. Die Jesusbewegung (die ersten Christen, Paulus, die 4 Evv, etc.) hat die INKARNATION GOTTES inszeniert. Wie die Roemer den Kaiser zum "Goettlichen" erklaerten, so aehnlich sagt Markus, dass Jesus in unseren christ- lichen Augen eben auch ein "Goettlicher sei". Und die Geburt des Kindes weist spezielle Zeichen auf, dass dieser Jesus der erwartete Messias sei; und die Mutter - wie es sich bei einem Goettlichen gehoert - ist ebenso auch eine Jungfrau. Diese Inszenierung ist der Jesusbewegung irgendwie vielfaeltig sehr wohl gelungen. Wer Johannes liest, staunt ueber das Bild, das von Jesus von Nazareth bereits 100 Jahre spaeter gezeichnet wird, verkuendet werden kann. Die Einheit von JvN und Jahwe-Gott ist nun perfekt. JvN gilt als richtiger, normaler, sterblicher Mensch; er gilt ebenso als wahrer Gott, Licht, Logos - zusammen ist ER der inkarnierte Gott (1 =+ 1 = 3). Und er wird auch deutlich so bekannt: ER ist der Immanuel (Gott mit uns). Dies ist eine epochale Einsicht, die sich nun unter Wehen und schweren Turbulenzen langsam in Theologie und in der Liturgie einnistet (cf. die Geschichte der Konzilien); aber vom Klerus immer mehr sabotiert wird, und von den Glauebigen kaum rezipiert werden kann. Und doch - die Szene: dass Gott vom Himmel herabsteigt und Mensch-Gott wird in einem (JvN / Immanuel) - gilt bis auf den heutigen Tag. Und diese Geltung wird sanktioniert durch die Szenen der Auferstehung und der Himmelfahrt.
Fortsetzung folgt
Dienstag, 9. Dezember 2014
Eine Weihnachts-Geschichte
Wie aktives Warten aussieht wurde uns gezeigt am Beispiel des Profeten Isaias,
er hat grossartige Bilder geschildert, an Johannes, er hat eine Wassertaufe ein-
gefuehrt, an Markus, er hat ein Evangelium geschrieben...
Und Petrus (2 Peter 3.8-14): Wir warten auf das was Gott selbst hat vesprochen: den NEUEN Himmel und eine NEUE Erde.
Die folgende Geschichte will uns aufwecken auf dem Weg zu einem neuen Gottesbild
dem eine NEUE Erde wird folgen.
Herr Shikongo war ein normal-guter Katholik; fast jeden Sonntag ging er in die Messe und betete viel; immer wieder rief er Gott um gnaedige Hilfe an...
und eines Tages starb er - wie es sich gehoert.
Er waehnte sich je schon auf dem Weg zum Himmel - und siehe da, halbwegs vor dem Himmelstor begegnete er schon dem Hl. Pfoertner Petrus. Dieser verlangte von ihm: er moege das ticket vorweisen. Herr Shikongo zeigte sein grosses H-ticket
und Petrus wurde verwirrt. Es ging nicht anders; Petrus musste Herr Shikongo aufklaeren und also mitteilen: dass dieses H nicht Himmel meint sondern Hoelle. Herr Shikongo war geschockt. Da begann er sich verzweifelt zu verteidigen: Er sei jeden Sonntag in die Kirche gegangen und das Glaubensbekenntnis habe er stets laut gebetet: Ich glaube an Gott, den Schoepfer, an den Himmel und dass Gott guetig und hilfreich sei und so... Auch bete er jeden Tag das Vater-Unser, das Gott im Himmel weiss... Da verlor Petrus die Geduld und sagte bestimmt: Herr Shikongo wissen Sie denn nicht, dass Gott-Vater zusammen mit dem Sohn Jesus schon vor 2000 Jahren den Himmel verlassen hat, nach Bethlehem und Nazareth ging und nach Jerusalem und spaeter dann in das Gebiet der heutigen Schweiz und viel spaeter dann auch nach Namibia und so in die ganze Welt hinaus...
Haben Sie denn nie vernommen, dass Jesus den eigenartigen Namen "Immanuel"
erhielt (Gott mit uns) - und da Sie doch getauft sind, warum sind Sie IHM nicht gefolgt ??? Herr Shikongo, seither ist der Himmel leer und Sie sollten doch wissen,
dass Gott sich seither freut unter den Menschen zu sein.
Es blieb Herr Shikongo nicht anderes uebrig als ungluecklich umzukehren ...
Waehrend andere schon laengst gluecklich den "Immanuel" entdecken...
er hat grossartige Bilder geschildert, an Johannes, er hat eine Wassertaufe ein-
gefuehrt, an Markus, er hat ein Evangelium geschrieben...
Und Petrus (2 Peter 3.8-14): Wir warten auf das was Gott selbst hat vesprochen: den NEUEN Himmel und eine NEUE Erde.
Die folgende Geschichte will uns aufwecken auf dem Weg zu einem neuen Gottesbild
dem eine NEUE Erde wird folgen.
Herr Shikongo war ein normal-guter Katholik; fast jeden Sonntag ging er in die Messe und betete viel; immer wieder rief er Gott um gnaedige Hilfe an...
und eines Tages starb er - wie es sich gehoert.
Er waehnte sich je schon auf dem Weg zum Himmel - und siehe da, halbwegs vor dem Himmelstor begegnete er schon dem Hl. Pfoertner Petrus. Dieser verlangte von ihm: er moege das ticket vorweisen. Herr Shikongo zeigte sein grosses H-ticket
und Petrus wurde verwirrt. Es ging nicht anders; Petrus musste Herr Shikongo aufklaeren und also mitteilen: dass dieses H nicht Himmel meint sondern Hoelle. Herr Shikongo war geschockt. Da begann er sich verzweifelt zu verteidigen: Er sei jeden Sonntag in die Kirche gegangen und das Glaubensbekenntnis habe er stets laut gebetet: Ich glaube an Gott, den Schoepfer, an den Himmel und dass Gott guetig und hilfreich sei und so... Auch bete er jeden Tag das Vater-Unser, das Gott im Himmel weiss... Da verlor Petrus die Geduld und sagte bestimmt: Herr Shikongo wissen Sie denn nicht, dass Gott-Vater zusammen mit dem Sohn Jesus schon vor 2000 Jahren den Himmel verlassen hat, nach Bethlehem und Nazareth ging und nach Jerusalem und spaeter dann in das Gebiet der heutigen Schweiz und viel spaeter dann auch nach Namibia und so in die ganze Welt hinaus...
Haben Sie denn nie vernommen, dass Jesus den eigenartigen Namen "Immanuel"
erhielt (Gott mit uns) - und da Sie doch getauft sind, warum sind Sie IHM nicht gefolgt ??? Herr Shikongo, seither ist der Himmel leer und Sie sollten doch wissen,
dass Gott sich seither freut unter den Menschen zu sein.
Es blieb Herr Shikongo nicht anderes uebrig als ungluecklich umzukehren ...
Waehrend andere schon laengst gluecklich den "Immanuel" entdecken...
Freitag, 28. November 2014
Advent 2014
Der saekulare Staat kennt keinen Advent und kann ihn also auch nicht feiern.
Die Wirtschaft nutzt ihn clever fuer ihren Profit. Die Wissenschaft hat ihn vergessen. Die Zivilgesellschaft schwankt dazwischen - mit noch etwas vorweihnaechtlichem Gefuehl. Der KIRCHE aber ist der Advent wesentlich - daher feiert sie ihn (mehr oder weniger gluecklich) jedes Jahr.
Meine Ueberlegungen dazu (etwas kompakt niedergeschrieben):
Der Kosmos / die Welt ist in dynamischer Veraenderung / offener Bewegung. Diese
"bewegende Veraenderung" zeigt sich in drei Momenten stets in der Gegenwart:
An- und Aufkommen von Neuem / eine Art von Verweilen / Weggehen, Verschwinden.
cf. die Jahreszeiten / der Lebenszyklus: Geburt - Leben - Tod / Atom-Physik.
Im ADVENT feiern wir IN BEZUG AUF GOTT das erste Moment dieses weltlichen
Grundsatzes. Wir freuen uns, dass Gott immer wieder NEU in der Welt ankommt,
in der Geschichte auftaucht, irgendwie zur Erscheinung kommt; denn Gott ist (wie
die Welt) in Bewegung, Gott ist ein Prozess, Gott hat eine bewegende Biographie.
Dass ETWAS NEUES in bezug auf Gott stets ankommt, das ist mehr als evident.
In diesem Sinne ist Gott in der Welt immer schon toal incarniert (eingefleischt).
Aber, dass ER so weltlich wie die Sonne, wie der Fruehling, wie der Mensch stets
anfaengt, im Kommen ist (ADVENT), das freut die Glaeubigen: denn alle Welt ist Leben, ist Bewegung ! Sogar jene, die vom Tod oder Verschwinden Gottes reden,
bestaetigen (eher unbewusst) den ADVENT. Wir moechten diese Grund-Tatsache
feiern (auch wenn wir sie noch nicht genuegend ernst umsetzen cf. Liturgie).
Ein Beispiel, dass Gott NEU in der Welt ankommt ist Jesus (und mit ihm das Christentum). 1. Jesus macht bekanntlich die Entdeckung, dass der bis anhin so
zweideutige Gott eindeutig LIEBE ist. Diese NEUE VORSTELLUNG von Gott ist im Kommen (natuerlich steht uns zur vollen Bewusstwerdung dessen noch ein weiter Weg bevor). 2. ER macht den mutigen Vorschlag: der Mensch soll sich mit Gott identifizieren. Gott und das ICH sind irgendwie eins. Diesen Ratschlag zu kon- kretisieren ist fuer Glaeubige nicht so einfach (und bedarf der theolog.-psycholog. pastoralen Weiterentwicklung). 3. Jesus meint: Es gibt diese Mensch-Gott-Einheit ralistisch / faktisch in gewissen "Gedanken, Worten und Werken". Auch diese heilende Meinung verdichtet sich (cf. Papst Franziskus ist ein Beispiel dafuer).
So freut sich der Christ, dass Gott neu (nicht immer nur als der bekannte Alte) ankommt - aber WIE ??? - und feiert seine Grund-Entdeckung mit Freude. Und in diesem Prozess wird Weihnachten zur grossen Ueberraschung.
Die Wirtschaft nutzt ihn clever fuer ihren Profit. Die Wissenschaft hat ihn vergessen. Die Zivilgesellschaft schwankt dazwischen - mit noch etwas vorweihnaechtlichem Gefuehl. Der KIRCHE aber ist der Advent wesentlich - daher feiert sie ihn (mehr oder weniger gluecklich) jedes Jahr.
Meine Ueberlegungen dazu (etwas kompakt niedergeschrieben):
Der Kosmos / die Welt ist in dynamischer Veraenderung / offener Bewegung. Diese
"bewegende Veraenderung" zeigt sich in drei Momenten stets in der Gegenwart:
An- und Aufkommen von Neuem / eine Art von Verweilen / Weggehen, Verschwinden.
cf. die Jahreszeiten / der Lebenszyklus: Geburt - Leben - Tod / Atom-Physik.
Im ADVENT feiern wir IN BEZUG AUF GOTT das erste Moment dieses weltlichen
Grundsatzes. Wir freuen uns, dass Gott immer wieder NEU in der Welt ankommt,
in der Geschichte auftaucht, irgendwie zur Erscheinung kommt; denn Gott ist (wie
die Welt) in Bewegung, Gott ist ein Prozess, Gott hat eine bewegende Biographie.
Dass ETWAS NEUES in bezug auf Gott stets ankommt, das ist mehr als evident.
In diesem Sinne ist Gott in der Welt immer schon toal incarniert (eingefleischt).
Aber, dass ER so weltlich wie die Sonne, wie der Fruehling, wie der Mensch stets
anfaengt, im Kommen ist (ADVENT), das freut die Glaeubigen: denn alle Welt ist Leben, ist Bewegung ! Sogar jene, die vom Tod oder Verschwinden Gottes reden,
bestaetigen (eher unbewusst) den ADVENT. Wir moechten diese Grund-Tatsache
feiern (auch wenn wir sie noch nicht genuegend ernst umsetzen cf. Liturgie).
Ein Beispiel, dass Gott NEU in der Welt ankommt ist Jesus (und mit ihm das Christentum). 1. Jesus macht bekanntlich die Entdeckung, dass der bis anhin so
zweideutige Gott eindeutig LIEBE ist. Diese NEUE VORSTELLUNG von Gott ist im Kommen (natuerlich steht uns zur vollen Bewusstwerdung dessen noch ein weiter Weg bevor). 2. ER macht den mutigen Vorschlag: der Mensch soll sich mit Gott identifizieren. Gott und das ICH sind irgendwie eins. Diesen Ratschlag zu kon- kretisieren ist fuer Glaeubige nicht so einfach (und bedarf der theolog.-psycholog. pastoralen Weiterentwicklung). 3. Jesus meint: Es gibt diese Mensch-Gott-Einheit ralistisch / faktisch in gewissen "Gedanken, Worten und Werken". Auch diese heilende Meinung verdichtet sich (cf. Papst Franziskus ist ein Beispiel dafuer).
So freut sich der Christ, dass Gott neu (nicht immer nur als der bekannte Alte) ankommt - aber WIE ??? - und feiert seine Grund-Entdeckung mit Freude. Und in diesem Prozess wird Weihnachten zur grossen Ueberraschung.
Montag, 24. November 2014
Das KIRCHEN - Jahr
Die Abstinenz von meinem Vic-Blog is begruendet durch meine Teilnahme an der Abdankung von unserem juengsten Bruder KARL in Lausen BL (10.-17.11.2014)
Die Laufbahn der Erde um die Sonne bringt uns das Jahr und die Jahreszeiten. Die
Religionen nutzen diese Bahn als ihren Lebenszyklus. Das Christentum feiert in diesem Zyklus das Leben Jesu (wie in einer Spirale !). Sein irdisches und heiliges Leben wird auf den uralten Natur-Jahres-Zyklus projektiert ! (Ein weiteres Beispiel wie grossartig die Menschliche Projektionsfaehigkeit wirkt) ! Gott / Jesus ist wie das strahlende Sonnen-Licht - die richtige Distanz bringt das Ueberleben.
2013/14 (vergangen) zeigte uns den Neuen Papst am Ruder... fuer viele verheissungsvoll... (und es wurde wie selten deutlich, wie sehr heute die kath. Kirche "papstzentriert" wirkt / wir wuenschen uns nicht ein Papst-Solo sondern ein Papst-Orchester). Die Katholiken feierten das "Jahr der Familie" - waehrend die Bischoefs-Synode versuchte das Thema auszurollen...
Mich haben zwei Buecher auf dem Theolog. Feld weitergebracht: Als ich die Philo.
Seins-Zuschreibung an Gott beackerte kam: JL Marion "Gott ohne Sein" und als
ich die Evolution Gottes (gen.obj) vertiefte kam Keith Hill: "Die Gottes-Revolution".
Die Zelebration in den Gemeinden empfand ich als erfreulich und lehrreich. Ansonsten hat das KIRCHEN-jahr neben der Strukturfunktion eher wenig Aufregendes. Noch gehen bei mir K-Jahr und N-jahr eher hand in hand und kreuzen sich nur in wenigen Punkten wie. zB im Maerz: als unser Praesident einen Nationalen Gebetstag anordnete.
2014/15 (zukuenftig) Die Kath. Kirche hat ein neues Jahresthema angekuendigt: "Jahr des konsekrierten Lebens". Sie will unsere Aufmerksamkeit lenken auf die "Ordensberufe" (Kongregationen, religioese Gesellschaften) also auf die "Religioesen" (auch eine irrefuehrende Bezeichnung) Am besten sagt man es schwerfaellig: auf jene, die geloben "arm - gehorsam- keusch zu leben". Jahr des
Ordenslebens (ist zu eng gefasst) oder der Ordensgemeinschaften. Gottseidank
ist das Thema bereits von der Krimi-Literatur gut behandelt. Im Oct 15 will die Bischofs-Synode fuer das Kath. Familien-Leben Entscheidungen faellen. Ansonsten
freue ich mich, mit den Gemeinden Sonntag zu feiern.
Die Laufbahn der Erde um die Sonne bringt uns das Jahr und die Jahreszeiten. Die
Religionen nutzen diese Bahn als ihren Lebenszyklus. Das Christentum feiert in diesem Zyklus das Leben Jesu (wie in einer Spirale !). Sein irdisches und heiliges Leben wird auf den uralten Natur-Jahres-Zyklus projektiert ! (Ein weiteres Beispiel wie grossartig die Menschliche Projektionsfaehigkeit wirkt) ! Gott / Jesus ist wie das strahlende Sonnen-Licht - die richtige Distanz bringt das Ueberleben.
2013/14 (vergangen) zeigte uns den Neuen Papst am Ruder... fuer viele verheissungsvoll... (und es wurde wie selten deutlich, wie sehr heute die kath. Kirche "papstzentriert" wirkt / wir wuenschen uns nicht ein Papst-Solo sondern ein Papst-Orchester). Die Katholiken feierten das "Jahr der Familie" - waehrend die Bischoefs-Synode versuchte das Thema auszurollen...
Mich haben zwei Buecher auf dem Theolog. Feld weitergebracht: Als ich die Philo.
Seins-Zuschreibung an Gott beackerte kam: JL Marion "Gott ohne Sein" und als
ich die Evolution Gottes (gen.obj) vertiefte kam Keith Hill: "Die Gottes-Revolution".
Die Zelebration in den Gemeinden empfand ich als erfreulich und lehrreich. Ansonsten hat das KIRCHEN-jahr neben der Strukturfunktion eher wenig Aufregendes. Noch gehen bei mir K-Jahr und N-jahr eher hand in hand und kreuzen sich nur in wenigen Punkten wie. zB im Maerz: als unser Praesident einen Nationalen Gebetstag anordnete.
2014/15 (zukuenftig) Die Kath. Kirche hat ein neues Jahresthema angekuendigt: "Jahr des konsekrierten Lebens". Sie will unsere Aufmerksamkeit lenken auf die "Ordensberufe" (Kongregationen, religioese Gesellschaften) also auf die "Religioesen" (auch eine irrefuehrende Bezeichnung) Am besten sagt man es schwerfaellig: auf jene, die geloben "arm - gehorsam- keusch zu leben". Jahr des
Ordenslebens (ist zu eng gefasst) oder der Ordensgemeinschaften. Gottseidank
ist das Thema bereits von der Krimi-Literatur gut behandelt. Im Oct 15 will die Bischofs-Synode fuer das Kath. Familien-Leben Entscheidungen faellen. Ansonsten
freue ich mich, mit den Gemeinden Sonntag zu feiern.
Dienstag, 4. November 2014
Keith Hill: "Die Gott-Revolution" 2014
Der Autor beschreibt, wie die Vorstellung von Gott sich in der modernen Welt radikal veraendert hat - und zwar durch Erschuetterungen der alten ererbten Gewissheiten und durch den geistigen Aufschwung zubeginn des 20. Jhh.
Dieser erste Teil des Buches (Der Tod Gottes p 09 - 111) war mir wie ein geschichtlicher Spaziergang durch das 19. Jhh; viel Bekanntes wurde angeboten und in den Zusammenhang der einen Frage gestellt: Wie geht's Gott ? Die Neu-
entdeckung, zu unterscheiden zwischen der Gottes-Vorstellung und der Gottes-Wirklichkeit ist dem Leser ein ausserordentlicher Gewinn.
Die Proklamation von F. Nietzsche 1882: "Gott ist tot", stellt der Autor in den Kontext der Europa-Entwicklung seit 1582. Er zeigt die Erschuetterungen auf, die im 19. Jhh die Wirkllichkeits-Wahrnehmung vraenderte. Die Entdeckungen der Naturwissenschaften, der Glaube an die Vernunft, die Bibelkritik, der neue Deismus und die vergleichende Religionswissenschaft stuerzten das von Thomas von Aquin aufgestellte und von der Kirche gesegnete Weltbild um. Die Vollkommenheit der Natur konnte nicht mehr gehalten werden; wie das Erdbeben von Lissabon 1755 deutlich machte. Die Vernunft wollte mehr leisten als nur sehen und hoeren und bewundern; eben auch zweifeln und erforschen, auch gestalten wie in der Franzoesischen Revolution. Und die Offenbarung wurde als mythologisch durch-
schaut; der Mensch projektiert Gott.
Das europaeische gemeinsme Erbe vom Mittelalter her: dass da ein personaler hoechster Gott vom Jenseits her die Welt im Griff hat und gerne interveniert
(ens absolutum); dass die biblischen Mythen "die wirkliche Weltentwicklung" aufzeichneten - von der Schoepfung ueber den Suenden- Fall und die Volks- Fuehrung bis zur Erloesung in Jesus; dass eine Kirche in Staat und Gesellschaft fuer die rechte Ordnung sorgen muss - dieses Erbe kam in die Krise. Wie ueberlebt der "alte Gott" in der "neuen Wirklichkeit" ? oder muss der Mensch gar einen neuen Gott erfinden - oder ist der Mythos, die Geschichte mit Gott fertig ?
Der zweite Teil des Buches (p 116 - 251) mit der Verheissung: "Die Auferstehung
Gottes" zeigt die vielen neuen interessanten Loesungs-Ansaetze im 20. Jhh.
Werden sie verstanden und sind sie tragfaehig ?
Dieser erste Teil des Buches (Der Tod Gottes p 09 - 111) war mir wie ein geschichtlicher Spaziergang durch das 19. Jhh; viel Bekanntes wurde angeboten und in den Zusammenhang der einen Frage gestellt: Wie geht's Gott ? Die Neu-
entdeckung, zu unterscheiden zwischen der Gottes-Vorstellung und der Gottes-Wirklichkeit ist dem Leser ein ausserordentlicher Gewinn.
Die Proklamation von F. Nietzsche 1882: "Gott ist tot", stellt der Autor in den Kontext der Europa-Entwicklung seit 1582. Er zeigt die Erschuetterungen auf, die im 19. Jhh die Wirkllichkeits-Wahrnehmung vraenderte. Die Entdeckungen der Naturwissenschaften, der Glaube an die Vernunft, die Bibelkritik, der neue Deismus und die vergleichende Religionswissenschaft stuerzten das von Thomas von Aquin aufgestellte und von der Kirche gesegnete Weltbild um. Die Vollkommenheit der Natur konnte nicht mehr gehalten werden; wie das Erdbeben von Lissabon 1755 deutlich machte. Die Vernunft wollte mehr leisten als nur sehen und hoeren und bewundern; eben auch zweifeln und erforschen, auch gestalten wie in der Franzoesischen Revolution. Und die Offenbarung wurde als mythologisch durch-
schaut; der Mensch projektiert Gott.
Das europaeische gemeinsme Erbe vom Mittelalter her: dass da ein personaler hoechster Gott vom Jenseits her die Welt im Griff hat und gerne interveniert
(ens absolutum); dass die biblischen Mythen "die wirkliche Weltentwicklung" aufzeichneten - von der Schoepfung ueber den Suenden- Fall und die Volks- Fuehrung bis zur Erloesung in Jesus; dass eine Kirche in Staat und Gesellschaft fuer die rechte Ordnung sorgen muss - dieses Erbe kam in die Krise. Wie ueberlebt der "alte Gott" in der "neuen Wirklichkeit" ? oder muss der Mensch gar einen neuen Gott erfinden - oder ist der Mythos, die Geschichte mit Gott fertig ?
Der zweite Teil des Buches (p 116 - 251) mit der Verheissung: "Die Auferstehung
Gottes" zeigt die vielen neuen interessanten Loesungs-Ansaetze im 20. Jhh.
Werden sie verstanden und sind sie tragfaehig ?
Freitag, 24. Oktober 2014
HEILIGER - trotz Fehlentscheid -
Wo liegt der Fehl-Entscheid ? Bei der Seligsprechungsbehoerde, bei mir oder beim Papst Paul VI ??? Ich bin dem Erzbischof von Milano Seine Ex. G.B. Montini
ca. 5 x persoenlich begegnet. Mein Eindruck: Ein richtig nobler Aristokrat.
Als er 1968 in der Enzyklika "Humanae Vitae" die kuenstliche Empfaengnis-Verhuetung fuer Katholiken als nicht anwendbar deklarierte, war ich gerade mit einer internat. kath. Jugendgruppe auf einer Pilgerreise. Die Gruppe spuerte: hier ist ein Papst fehlgegangen. Nicht nur gegen die eigene Expertenkommission, nicht
nur gegen den Weltkongress der Laien, nicht nur gegen die Mehrheit der Moral-theologen sondern eben auch gegen das Gespuer der Mehrheit engagierter Katholiken. Es haette "anderes anders" gesagt werden muessen. Wir gestehen
ihm zu: er hat nach "bestem Wissen und Gewissen" selbst autokratisch ent- schieden. Er hat gewisse Argumente fuer ein Verbot anders gewichtet: "paepstlich"
statt kollegial. Es ist eben gefaehrlich, "mit bestem Wissen und Gewissen" allein ! statt partnerschaftlich zu entscheiden.Erfreulich am Synoden-Seligen ist fuer mich nur, dass nun offensichtlich (in meiner Sicht) "solche Fehlentscheidung" im Heiligtum
ein- und nicht ausgeschlossen ist. D.h. wer kuenstlich verhuetet hat trotzdem die Chance heilig zu werden.
Nach dem schwierigen Marathonlauf (JL. Marion "Gott ohne Sein" 2014) musste ich zur Erholung eine Pause einschalten. Vielleicht gelingt es mir das Buch nun auch zu
studieren - Ontologie hatte ich zuletzt 1960/61 bei Prof. Truetsch - aber zuerst mal: relax ! Dazu dient mir das Buch: Keith Hill: "Die Gott Revolution" (Verlag Via Nova 2014). Es ist wunderbar, wie Hill die Veraenderung der Gottes-Vorstellung - vor allem auch in Europa - beschreibt. Ich selber wuerde nicht von einer Revolution
sprechen sondern eher von einer Evolution (vor allem auch deshalb, weil viele Glaeubige diese Entwicklung kaum spueren, hoechstens erahnen und sehr wenige sie bewusst mitsteuern). Das Buch ritzt an der Frage: Ob der Mensch Gott er- funden hat? Und wenn JA, wuerde das dem Geheimnis Gott schaden ? oder den Menschen ehren ? Wie weit ertraegt es die Menschheit, einzusehen, dass sie Gott erfunden hat (nicht nur entdeckt!) Wenn schon der Kosmos-Anfang so sistiert war, dass Leben, Mensch entstanden, dann vielleicht auch so, dass Gott und Jesus dem
Leben entspringen konnten... "Gott im Horizont des Lebens"
ca. 5 x persoenlich begegnet. Mein Eindruck: Ein richtig nobler Aristokrat.
Als er 1968 in der Enzyklika "Humanae Vitae" die kuenstliche Empfaengnis-Verhuetung fuer Katholiken als nicht anwendbar deklarierte, war ich gerade mit einer internat. kath. Jugendgruppe auf einer Pilgerreise. Die Gruppe spuerte: hier ist ein Papst fehlgegangen. Nicht nur gegen die eigene Expertenkommission, nicht
nur gegen den Weltkongress der Laien, nicht nur gegen die Mehrheit der Moral-theologen sondern eben auch gegen das Gespuer der Mehrheit engagierter Katholiken. Es haette "anderes anders" gesagt werden muessen. Wir gestehen
ihm zu: er hat nach "bestem Wissen und Gewissen" selbst autokratisch ent- schieden. Er hat gewisse Argumente fuer ein Verbot anders gewichtet: "paepstlich"
statt kollegial. Es ist eben gefaehrlich, "mit bestem Wissen und Gewissen" allein ! statt partnerschaftlich zu entscheiden.Erfreulich am Synoden-Seligen ist fuer mich nur, dass nun offensichtlich (in meiner Sicht) "solche Fehlentscheidung" im Heiligtum
ein- und nicht ausgeschlossen ist. D.h. wer kuenstlich verhuetet hat trotzdem die Chance heilig zu werden.
Nach dem schwierigen Marathonlauf (JL. Marion "Gott ohne Sein" 2014) musste ich zur Erholung eine Pause einschalten. Vielleicht gelingt es mir das Buch nun auch zu
studieren - Ontologie hatte ich zuletzt 1960/61 bei Prof. Truetsch - aber zuerst mal: relax ! Dazu dient mir das Buch: Keith Hill: "Die Gott Revolution" (Verlag Via Nova 2014). Es ist wunderbar, wie Hill die Veraenderung der Gottes-Vorstellung - vor allem auch in Europa - beschreibt. Ich selber wuerde nicht von einer Revolution
sprechen sondern eher von einer Evolution (vor allem auch deshalb, weil viele Glaeubige diese Entwicklung kaum spueren, hoechstens erahnen und sehr wenige sie bewusst mitsteuern). Das Buch ritzt an der Frage: Ob der Mensch Gott er- funden hat? Und wenn JA, wuerde das dem Geheimnis Gott schaden ? oder den Menschen ehren ? Wie weit ertraegt es die Menschheit, einzusehen, dass sie Gott erfunden hat (nicht nur entdeckt!) Wenn schon der Kosmos-Anfang so sistiert war, dass Leben, Mensch entstanden, dann vielleicht auch so, dass Gott und Jesus dem
Leben entspringen konnten... "Gott im Horizont des Lebens"
Donnerstag, 16. Oktober 2014
Ein schwieriger Marathonlauf...
Seit 2000 Jahren beschaeftigen sich Maenner und Frauen mit der Christlichen Theology. Mit Jesus im Blick, die Evangelien im Ohr, die andeern Schriften im Gedaechtnis, das Alte Testament im Hintergrund, die Zeitepochen als Rahmen und vor allem "Gott im Glauben", so haben sie viel Erkenntnis, viel Streit und allerbeste Ratschlaege gefunden und all dies in den Geschichtsverlauf eingestreut... und die Entwicklung stolpert weiter in eine ungewisse Zukunft...
Und nun kommt ein Franzose, Mr. Jean-Luc Marion und veroeffentlicht erstmals 1982 ! den Text "Dieu sans l'etre".
Prof. JL Marion geb. 1946, lehrt Philosophie an der Sorbonne (Paris) und Theologie in Chicago und ist MItglied der Academie francaise.
Und - warum wohl ??? - wurde der Text erst 2014 ins Deutsche uebersetzt als
"Gott ohne Sein" ? Wurde dadurch nicht die Auseinandersetzung mit diesem epochalen Werk im deutschen Sprachraum straeflich verzoegert ???
Das Buch (erschienen 2014 im Verlag F. Schoeningh) empfinde ich als schwer zu lesen und noch schwerer zu verstehen. Es macht den Versuch - entgegen einer 2000 jaehrigen Tradition - Gott ausserhalb der Ontologie und der Metaphysik
anzusiedeln. Vor allem setzt er sich mit Thomas von Aquin auseinander und wider-
spricht Heidegger. Er versucht zu verstehen, was Schelling meinte mit "Freiheit Gottes gegen seine Existenz". Kann das Sein den wirklichen Gott in sich aufnehmen?
Hat Gott im Sein zu sein oder gibt es IHN ausserhalb des Seins?
Marion lehrt: Es gibt den unerkennbaren Gott - aber die Frage nach Gott hat nicht das Sein sondern die Liebe zum Horizont. Gott ist total GABE, die nicht ist da sie sich stets gibt bevor sie ist, also unfassbar. Es ist wie bei der eucharistischen Gabe, die darin besteht, dass in ihr die Liebe ein Leib wird mit unserem Leib.
GOTT IST NICHT - ER EXISTIERT NICHT - ES GIBT IHN NUR
Gott ist nicht im Sein, noch ist er weder Seinsgrund noch Existengrund; Er gibt sich in die Annahme. DIE LIEBE MUSS NICHT SEIN - SO LIEBT GOTT OHNE SEIN.
Die Deklaration "GOTT OHNE SEIN" entzaubert die ONTO-logy, saekularisiert die
META-physik, fordert die Neuro-psychology und ladet die THEO-logy ein, ganz neu
zu denken.
Und nun kommt ein Franzose, Mr. Jean-Luc Marion und veroeffentlicht erstmals 1982 ! den Text "Dieu sans l'etre".
Prof. JL Marion geb. 1946, lehrt Philosophie an der Sorbonne (Paris) und Theologie in Chicago und ist MItglied der Academie francaise.
Und - warum wohl ??? - wurde der Text erst 2014 ins Deutsche uebersetzt als
"Gott ohne Sein" ? Wurde dadurch nicht die Auseinandersetzung mit diesem epochalen Werk im deutschen Sprachraum straeflich verzoegert ???
Das Buch (erschienen 2014 im Verlag F. Schoeningh) empfinde ich als schwer zu lesen und noch schwerer zu verstehen. Es macht den Versuch - entgegen einer 2000 jaehrigen Tradition - Gott ausserhalb der Ontologie und der Metaphysik
anzusiedeln. Vor allem setzt er sich mit Thomas von Aquin auseinander und wider-
spricht Heidegger. Er versucht zu verstehen, was Schelling meinte mit "Freiheit Gottes gegen seine Existenz". Kann das Sein den wirklichen Gott in sich aufnehmen?
Hat Gott im Sein zu sein oder gibt es IHN ausserhalb des Seins?
Marion lehrt: Es gibt den unerkennbaren Gott - aber die Frage nach Gott hat nicht das Sein sondern die Liebe zum Horizont. Gott ist total GABE, die nicht ist da sie sich stets gibt bevor sie ist, also unfassbar. Es ist wie bei der eucharistischen Gabe, die darin besteht, dass in ihr die Liebe ein Leib wird mit unserem Leib.
GOTT IST NICHT - ER EXISTIERT NICHT - ES GIBT IHN NUR
Gott ist nicht im Sein, noch ist er weder Seinsgrund noch Existengrund; Er gibt sich in die Annahme. DIE LIEBE MUSS NICHT SEIN - SO LIEBT GOTT OHNE SEIN.
Die Deklaration "GOTT OHNE SEIN" entzaubert die ONTO-logy, saekularisiert die
META-physik, fordert die Neuro-psychology und ladet die THEO-logy ein, ganz neu
zu denken.
Samstag, 11. Oktober 2014
HGU + APC (3)
In 1988 (also schon vor der Unabhaengigkeit Namibias) diskutierten wir intensiv
die FRAGE: WAS / WIE die Kirche in einem unabhaengigen Namibia zur gesellschaftl.
Entwicklung beitragen kann ? In einem dreijaehrigen kreativen Prozess erarbeiteten wir "APC" als eine "METHODE durch Kunst-AUSUEBBUNG zu erziehen"- um dann auf
der Missions-Station Otshikuku 1993 das erste APC zu eroeffnen (damals war ich Bischofs-Vikar fuer das gesamte Owambo-Gebiet / die Katechetin Lis Hidber
wurde erste CM (Centre Manager).
Ein Grundprinzip von APC ist die Freiwilligkeit - die Kinder kommen, weil das APC attraktiv ist; alle im APC sind Lernende und Lehrende... Auch im APC uebernimmst du Vor- Gegebenes (Instrument, Noten, Technik, Mitspieler etc...) aber mit und nach der Aneignung gehst du weiter, du verausgabst dich in Auffuehrungen, Ausstellung- en, Aktionen etc... In der Einzel- und Gruppen-performance wird das "glauben" an sich selbst, an die Welt (dass, wenn ich die Floete richtig "handhabe, sie auch richtig toenen wird) und an die Transzendenz (Noten/Instrument + Ich = Musik) eingeuebt. Im Mitarbeiten am APC und im Spielen in den Orchestern etc.. wird das Einleben in die Gemeinschaft deutlich. Auf Abmachung hin spielt APC oefters in Kirchen. Im APC werden die sozialen Probleme der Kinder direkt angegangen, oft wird ihre "Laufbahn" besprochen; Schulprobleme werden geloest etc... "job-creation" fuer APC-Absolventen in den APC's selbst und in andern Institutionen sind uns ein wichtiges Anliegen.
2004 waehrend dem Aufbau von APC-Tsumeb haben wir entschieden die APC's in einer staatlich anerkannten "Company not for gain" rechtlich als staatlich und religioes unabhaengigen selbstaendigen Verein fuer die Zukunft abzusichern...
Seit 2011 arbeiten wir auch am APC-Otjiwarongo... und wir wurden faehig "Marimbas" herzustellen.
Diese Schilderung versucht zu verdeutlichen, warum wir nicht im heutigen kirchlichen Sinne "Katechese" sind. Wir dienen weniger der Kirche als vielmehr den Menschen und der Gesellschaft - was ja Grundaufgabe der Kirche waere.
"Eine Kirche die nicht dient dient zu nichts".
Wenn die kirchliche Katechese sich nicht sprunghaft weiter-entwickelt, wird sie zur
Immunisierung der Kinder gegenueber der Weltentwicklung und nicht zur heilenden
Mitspielerin.Wir sind also der "kirchl. Katechese" voraus und zeigen konkret was in der heutigen Situation jede Christl. Gemeinde (Pfarrei) tun sollte: ein APC eroeffnen.
die FRAGE: WAS / WIE die Kirche in einem unabhaengigen Namibia zur gesellschaftl.
Entwicklung beitragen kann ? In einem dreijaehrigen kreativen Prozess erarbeiteten wir "APC" als eine "METHODE durch Kunst-AUSUEBBUNG zu erziehen"- um dann auf
der Missions-Station Otshikuku 1993 das erste APC zu eroeffnen (damals war ich Bischofs-Vikar fuer das gesamte Owambo-Gebiet / die Katechetin Lis Hidber
wurde erste CM (Centre Manager).
Ein Grundprinzip von APC ist die Freiwilligkeit - die Kinder kommen, weil das APC attraktiv ist; alle im APC sind Lernende und Lehrende... Auch im APC uebernimmst du Vor- Gegebenes (Instrument, Noten, Technik, Mitspieler etc...) aber mit und nach der Aneignung gehst du weiter, du verausgabst dich in Auffuehrungen, Ausstellung- en, Aktionen etc... In der Einzel- und Gruppen-performance wird das "glauben" an sich selbst, an die Welt (dass, wenn ich die Floete richtig "handhabe, sie auch richtig toenen wird) und an die Transzendenz (Noten/Instrument + Ich = Musik) eingeuebt. Im Mitarbeiten am APC und im Spielen in den Orchestern etc.. wird das Einleben in die Gemeinschaft deutlich. Auf Abmachung hin spielt APC oefters in Kirchen. Im APC werden die sozialen Probleme der Kinder direkt angegangen, oft wird ihre "Laufbahn" besprochen; Schulprobleme werden geloest etc... "job-creation" fuer APC-Absolventen in den APC's selbst und in andern Institutionen sind uns ein wichtiges Anliegen.
2004 waehrend dem Aufbau von APC-Tsumeb haben wir entschieden die APC's in einer staatlich anerkannten "Company not for gain" rechtlich als staatlich und religioes unabhaengigen selbstaendigen Verein fuer die Zukunft abzusichern...
Seit 2011 arbeiten wir auch am APC-Otjiwarongo... und wir wurden faehig "Marimbas" herzustellen.
Diese Schilderung versucht zu verdeutlichen, warum wir nicht im heutigen kirchlichen Sinne "Katechese" sind. Wir dienen weniger der Kirche als vielmehr den Menschen und der Gesellschaft - was ja Grundaufgabe der Kirche waere.
"Eine Kirche die nicht dient dient zu nichts".
Wenn die kirchliche Katechese sich nicht sprunghaft weiter-entwickelt, wird sie zur
Immunisierung der Kinder gegenueber der Weltentwicklung und nicht zur heilenden
Mitspielerin.Wir sind also der "kirchl. Katechese" voraus und zeigen konkret was in der heutigen Situation jede Christl. Gemeinde (Pfarrei) tun sollte: ein APC eroeffnen.
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