Der Sammelband QD 262 hggbn von R.A. Siebenrock + Ch. J. Amor unter dem Titel
"Handeln Gottes" versteht sich als "Beitraege zur aktuellen Debatte" (Herder 2014). Das Umfeld dieser Beitraege ist das theolog. Forschungszentrum der UNI Innsbruck RGKW (Religion, Gewalt, Kommunikation, Weltordnung) "gegruendet" von
R. Schwager SJ (1935 - 2004) cf. www.uibk.ac-at/rgkw/drama (/komtheo)
20 Theologen/innen verteidigen auf hohem Niveau die Ueberzeugung, "dass Gott in der menschlichen Geschichte und im individuellen Leben wirkt, ja dass er handelnd darin praesent ist". Diese Ueberzeugung ist genaehrt von der Bibel, von der Theo-logy und von existentiellen Erfahrungen. Alle Beitraege meinen, ein Handeln Gottes anzunehmen sei unumgaenglich - das Buch ist also apologetisch - und eindeutig.
Mir fehlt der Psychologe, der die Erfahrungen vom Handeln Gottes in Frage stellt;
der Soziologe, der ihren "Gesellschaftswert" aufzeigt und der sog. Atheist, der die
Mechanismen zur Aufrechterhaltung des Glaubens an ein Wirken Gottes durch-schaut. Es ist doch klar, alle Glaeubigen freuen sich am Wirken Gottes (er ist fuer sie ja Vollendung, Liebe, Freiheit);aber Theologen muessten aufzeigen, dass dieser
Glaube einem Entscheid entspringt, der das Human-Risiko eingeht.Dass Gott angeblich nicht wirkt und wenn schon, dass sein Wirken nicht wahrgenommen werden kann - das ist doch das Problem. Dass er wirkt ist so selbstverstaendlich
wie Wasser und Luft - jeder Gedanke (Bewusstseins-Vorstellung) wirkt, auch der
Gottesgedanke! (der einem "Splitter im Fleisch" gleichkommt).
Aber damit kommen wir auf die Ebene der Inkarnation: Gott hat sich in sein Wort, sein Bild (Image) ausgegossen (Kenosis) und wirkt als "Beziehungsfaktor; womit das Wirken das absoluten Gottes in sein Fragment verlagert wird und als solches hinfaellig wird. Diese Denkrichtung wird in 3 Beitraegen angedeutet,
die das Buch als Diskussionsbeitrag interessant machen:
Josef Niewiadomski: "Dramatische Aspekte des Glaubens an das Handeln Gottes"
Martina Kraml: "Gott" als Stolperstein.
Wilhelm Guggenberger: Die Frage nach gottgemaessem Handeln am Beispiel
Dietrich Bonhoeffers.
HsL: DER MENSCH ALS DIE IKONE GOTTES
ERSCHLIESST DAS GEHEIMNIS GOTT IN SEINEM WIRKEN.
Ich will versuchen Gedanken zum Weiterdenken anzubieten in der Theologie, Psychologie und zu einem evolutiven Weltbild.
Samstag, 7. Februar 2015
Montag, 26. Januar 2015
Suenden-Reduktions-Strategie
Shikongo ist clever. Von seinem einstigen Pfarrer uebernahm er die Ansicht,
"Suenden-Reduktion" sei ein wichtiges Ziel der Kath. Kirche. Als er im Oct.14
die Family-Synode in Rom beobachtete, musste er jenen Mitras zustimmen, die beklagten: dass heutzutage "ausserehelich" (im vor- neben- und nachehelichen Berich) gegen das 6. Gebot der Sexualitaet recht viel gesuendigt wird.
Das Verbot scheint fast wirkungslos. Gibt es eine positive Suenden-Reduktions-Strategy in diesem vitalen Bereich ?
Shikongo meint JA. Also geht er zu seinem Bischof und bittet ihn den folgenden
Vorschlag der Family-Synode (Oct 2015) zur Beratung vorzulegen:
"Neben leichteren Ehe-Nichtigkeitsprozessen empfiehlt der Vatikan anderseits
die 24 Stunden-Ehe. Wer immer mit einem Partner/in freien Sex zu haben ent-
schlossen ist, der moege dem Vatikan ein sms senden mit E+ (ID des gewuensch-
ten Partners/in. Der Vatikan setzt hinter die ID-Nummer ein Fragezeichen und sendet so das sms dem begehrten Partner/in zu. Dieser/diese setzt hinter das Fragezeichen ein Y (yes) oder ein N (NO) und sendet das sms dem Vatikan zurueck; im Fall Y registriert er und segnet die 24h-Ehe ab womit sie auch in Kraft tritt. Der Vatikan gibt das sms dem Erstabsender zur Information zurueck. Wer die 24h-Ehe verlaengern will, setzt auf "repeat" und der sms-Weg wiederholt sich." Der Bischof sieht ein hartes Probelm auf die Kirche zukommen: Die sakramentale Ehe wir auf ein Zeit-Ereignis reduziert und die Ewigkeits-Ehe entmonopolisiert. Die Entschuldigung folgens Shikongo heisst: "Die Reduzierung aller "ausserehelichen sexual Suenden" auf geradezu Null ist ein so grosser Heiligkeits-Sprung fuer die Welt, dass diese Strategy es verdient ausprobiert zu werden. Darauf faellt die Mitra ins kanonistische Traeumen: Besser 24h treu als gar nichts! Sollte die 24h-Ehe Anklang finden, so ist vorgesehen im 2018 die 7x24h-Ehe in den Ehe-Katalog aufzunehmen. Ab dem Jahr 2020 erhaelt jeder Abschluss einer 12x4x7x24h-Ehe
einen speziellen paepstlichen Segen. Die Ehe X x (12x4x7x24h), also lebenslang,
wird ab 2022 ins Weltkulturerbe-Gut aufgenommen und von der UNESCO weltweit
subventioniert. Die Mitra, die Shikongo's Vorschlag der Synode auftischen wird,
ist bereits in der Stickerei - wir sind gespannt auf Oct 2015. Kardinal Kasper und Pell sind zu einem Symposion eingeladen um Antworten zu geben auf den neuesten
Synode-Fragebogen. Shikongo hilft beim ausfuellen....
"Suenden-Reduktion" sei ein wichtiges Ziel der Kath. Kirche. Als er im Oct.14
die Family-Synode in Rom beobachtete, musste er jenen Mitras zustimmen, die beklagten: dass heutzutage "ausserehelich" (im vor- neben- und nachehelichen Berich) gegen das 6. Gebot der Sexualitaet recht viel gesuendigt wird.
Das Verbot scheint fast wirkungslos. Gibt es eine positive Suenden-Reduktions-Strategy in diesem vitalen Bereich ?
Shikongo meint JA. Also geht er zu seinem Bischof und bittet ihn den folgenden
Vorschlag der Family-Synode (Oct 2015) zur Beratung vorzulegen:
"Neben leichteren Ehe-Nichtigkeitsprozessen empfiehlt der Vatikan anderseits
die 24 Stunden-Ehe. Wer immer mit einem Partner/in freien Sex zu haben ent-
schlossen ist, der moege dem Vatikan ein sms senden mit E+ (ID des gewuensch-
ten Partners/in. Der Vatikan setzt hinter die ID-Nummer ein Fragezeichen und sendet so das sms dem begehrten Partner/in zu. Dieser/diese setzt hinter das Fragezeichen ein Y (yes) oder ein N (NO) und sendet das sms dem Vatikan zurueck; im Fall Y registriert er und segnet die 24h-Ehe ab womit sie auch in Kraft tritt. Der Vatikan gibt das sms dem Erstabsender zur Information zurueck. Wer die 24h-Ehe verlaengern will, setzt auf "repeat" und der sms-Weg wiederholt sich." Der Bischof sieht ein hartes Probelm auf die Kirche zukommen: Die sakramentale Ehe wir auf ein Zeit-Ereignis reduziert und die Ewigkeits-Ehe entmonopolisiert. Die Entschuldigung folgens Shikongo heisst: "Die Reduzierung aller "ausserehelichen sexual Suenden" auf geradezu Null ist ein so grosser Heiligkeits-Sprung fuer die Welt, dass diese Strategy es verdient ausprobiert zu werden. Darauf faellt die Mitra ins kanonistische Traeumen: Besser 24h treu als gar nichts! Sollte die 24h-Ehe Anklang finden, so ist vorgesehen im 2018 die 7x24h-Ehe in den Ehe-Katalog aufzunehmen. Ab dem Jahr 2020 erhaelt jeder Abschluss einer 12x4x7x24h-Ehe
einen speziellen paepstlichen Segen. Die Ehe X x (12x4x7x24h), also lebenslang,
wird ab 2022 ins Weltkulturerbe-Gut aufgenommen und von der UNESCO weltweit
subventioniert. Die Mitra, die Shikongo's Vorschlag der Synode auftischen wird,
ist bereits in der Stickerei - wir sind gespannt auf Oct 2015. Kardinal Kasper und Pell sind zu einem Symposion eingeladen um Antworten zu geben auf den neuesten
Synode-Fragebogen. Shikongo hilft beim ausfuellen....
Freitag, 16. Januar 2015
Das "Gott-geweihte Leben" / schraeg gesehen...
Als ein "secular priest" der Dioezese Chur in CH, arbeitend seit 1988 in Namibia
als "Fidei-Donum-Priester" gehoere ich nicht zu den "Religioesen" ( den alten und neuen Orden). Ich hab' kein Anrecht auf denTitel "Gott-geweihtes Leben" - denn ich hab' keine Geluebde abgelegt. Aber ich darf jene bestaunen...
Shikongo war gerade 12 Jahre alt geworden, als er eines Sonntags einen begeist-
ernden Prediger ueber das "Gott-geweihte Leben" schwaermen hoerte. Es wurde ihm klar, dem Heiligen Allmaechtigen geweiht, das ist schon was! Ihm zu gehorchen ist auch klug: Er weiss ja alles, - und nebenbei - man muss keine eigenen Entschei-
dungen mehr faellen. Und die Armut - es wird einem alles Noetige gegeben, und man muss keine Lohnarbeit verrichten - nicht schlecht. Und was die Keuscheit betrifft: Abstand von Maedchen heisst auch, sie koennen dich nicht ausbeuten. Die Frage ist nur: wie setzt man so ein hehres Ziel in die Praxis um ?
Inzwischen hat Shikongo sein Abitur ordentlich bestanden und er vernahm 2015 soll ein Jahr des "Gott-geweihten Lebens" sein. Darum war er am Epiphany-Fest mit Herz und Kopf dabei: Sterngucker finden den Weg; Weihrauch ist wie Gehorsam, Gold-weg-geben wie Armut; Keuschheit wie Myrrhe. Sein Entschluss stand fest: Er wird in den "Orden vom Heiligen Abendstern" eintreten. Weihrauch stieg auf, ein goldenes Kreuz wurde ihm umgehaengt, ein weisses Gewand uebergestuelpt. Nach den drei feierlichen Geluebden bestand im Orden sein Ziel darin, den Abendstern jeden Tag so frueh wie moeglich zu sehen, seine Botschaft dann zu entschluesseln und schlussendlich zu verbreiten. Als er vernahm in Durban komme der Abendstern frueher auf als in Namibia, beam er die Erlaubnis als Abendstern Missionar nach Durban zu wandern. Spaeter kam er so nach Moskau, ja sogar nach 10''000km Bahnfahrt nach Wladiwastok. Geaergert hat er sich stets am Mond, der oft dem Stern das Leuchten stahl.; an der liturgischen Vernachlaessigung von Weihrauch, an den goldigen Kirchenkuppeln von Moskau und an der eisigen Kaelte am Ende der Welt. Dort verstarb er auch eines natuerlichen Todes, ausgezehrt von der weiten Pilgerreise. Als er vor das Himmelstor kam, fand er dieses verlassen und ver-schlossen. Durch ein vergittertes Fenster sah er drinnen ein altes Weihrauchfass ohne Kohle, eine Krone ohne Gold, ein Myrrhe-stengel ohne Blaetter. An einem Anschlag las er: Wir haben uns neu orientiert, sind umgezogen und folgen nun dem Morgenstern. In seiner Verrwirrung begann er das Schubert-Lied zu singen: "Wohin soll ich mich wenden..."
als "Fidei-Donum-Priester" gehoere ich nicht zu den "Religioesen" ( den alten und neuen Orden). Ich hab' kein Anrecht auf denTitel "Gott-geweihtes Leben" - denn ich hab' keine Geluebde abgelegt. Aber ich darf jene bestaunen...
Shikongo war gerade 12 Jahre alt geworden, als er eines Sonntags einen begeist-
ernden Prediger ueber das "Gott-geweihte Leben" schwaermen hoerte. Es wurde ihm klar, dem Heiligen Allmaechtigen geweiht, das ist schon was! Ihm zu gehorchen ist auch klug: Er weiss ja alles, - und nebenbei - man muss keine eigenen Entschei-
dungen mehr faellen. Und die Armut - es wird einem alles Noetige gegeben, und man muss keine Lohnarbeit verrichten - nicht schlecht. Und was die Keuscheit betrifft: Abstand von Maedchen heisst auch, sie koennen dich nicht ausbeuten. Die Frage ist nur: wie setzt man so ein hehres Ziel in die Praxis um ?
Inzwischen hat Shikongo sein Abitur ordentlich bestanden und er vernahm 2015 soll ein Jahr des "Gott-geweihten Lebens" sein. Darum war er am Epiphany-Fest mit Herz und Kopf dabei: Sterngucker finden den Weg; Weihrauch ist wie Gehorsam, Gold-weg-geben wie Armut; Keuschheit wie Myrrhe. Sein Entschluss stand fest: Er wird in den "Orden vom Heiligen Abendstern" eintreten. Weihrauch stieg auf, ein goldenes Kreuz wurde ihm umgehaengt, ein weisses Gewand uebergestuelpt. Nach den drei feierlichen Geluebden bestand im Orden sein Ziel darin, den Abendstern jeden Tag so frueh wie moeglich zu sehen, seine Botschaft dann zu entschluesseln und schlussendlich zu verbreiten. Als er vernahm in Durban komme der Abendstern frueher auf als in Namibia, beam er die Erlaubnis als Abendstern Missionar nach Durban zu wandern. Spaeter kam er so nach Moskau, ja sogar nach 10''000km Bahnfahrt nach Wladiwastok. Geaergert hat er sich stets am Mond, der oft dem Stern das Leuchten stahl.; an der liturgischen Vernachlaessigung von Weihrauch, an den goldigen Kirchenkuppeln von Moskau und an der eisigen Kaelte am Ende der Welt. Dort verstarb er auch eines natuerlichen Todes, ausgezehrt von der weiten Pilgerreise. Als er vor das Himmelstor kam, fand er dieses verlassen und ver-schlossen. Durch ein vergittertes Fenster sah er drinnen ein altes Weihrauchfass ohne Kohle, eine Krone ohne Gold, ein Myrrhe-stengel ohne Blaetter. An einem Anschlag las er: Wir haben uns neu orientiert, sind umgezogen und folgen nun dem Morgenstern. In seiner Verrwirrung begann er das Schubert-Lied zu singen: "Wohin soll ich mich wenden..."
Dienstag, 13. Januar 2015
2015 - Aufbruch ins Neue - ein Wagnis !
1.) Unsere Gottes-Vorstellungen sind praechtig. Eine hervorragende humane Kultur-Leistung. Das Geheimnis Gott aber bleibt - wie je - tiefsinnig unerforsch-
bar. Diese Unterscheidung zwischen UNSEREN Vorstellungen und DER Wirklichkeit
ist zukunftsweisend und wird immer wichtiger. Der Mensch schwimmt im unueber-
sehbaren Meer der Wirklichkeit und spricht dem, was er wahrnimmt, mehr oder weniger Wirklichkeit zu. Bei der Unterscheidung zwischen MEINER Wirklichkeit und DER Wirklichkeit ist zwar kluge Demut angesagt; aber jeder Mensch moege seine Sicht zur Sprache bringen - das ist unser aller Gewinn.
2.) Die Religionen haben die Gottes-Vorstellungen gebuendelt, kultiviert, admini-
striert, verteidigt, bekaempft und manipuliert. Ihre Agenturen (Tempel, Kirchen,
Moscheen und ihre diesbezueglichen Organisationen) vermitteln der Menschheit dieses Kultur-Gut - wie Meereswellen am Strand. Davon zu unterscheiden ist die
Kraft des Einzelnen und der Gruppe aus den eigenen Intuitionen und Erfahrungen heraus dieses Kultur-Gut nicht nur zu hinterfragen sondern auch neu zu beleben,
gar NEUES beizutragen. So erfuellt sich die Verheissung: ein NEUER Himmel,
eine NEUE Erde ist angesagt... das ist unser aller Beitrag.
3.) Im praktischen Alltags-Leben des Einzelnen und in der Gruppe, vor allem auch in der Liturgie (gemeinsamer Gottesienst, Gebet...) treffen diese zwei Unterschei-
dungen aufeinander und ergeben ein grossartiges Konfliktsfeld. Es zu unterdruecken
waere ein Skandal, Leben zerstoerend. Darum wird in allen Tempeln, Kirchen, Moscheen das Konflikt-Management prioritaer. Das ist unser aller Chance.
Wenn jeder und jede - seine und ihre - Sicht der Wirklichkeit zur Sprache bringt,
die notwendige Kreativitaet einbringt, und den Konflikt fruchtbar gestaltet - dann
ist das Wagnis gerechtfertigt, hoffentlich ueberall auch erwuenscht.
Darum wuensche ich allen Blog-Leser und Leserinnen den Mut, "was immer wir haben, es fuer das Allgemeingut zu nutzen; was immer wir brauchen, es zu erwerben, wenn noetig auch zu erfragen; was immer uns geschenkt wird, es gemeinsam zu geniessen."
bar. Diese Unterscheidung zwischen UNSEREN Vorstellungen und DER Wirklichkeit
ist zukunftsweisend und wird immer wichtiger. Der Mensch schwimmt im unueber-
sehbaren Meer der Wirklichkeit und spricht dem, was er wahrnimmt, mehr oder weniger Wirklichkeit zu. Bei der Unterscheidung zwischen MEINER Wirklichkeit und DER Wirklichkeit ist zwar kluge Demut angesagt; aber jeder Mensch moege seine Sicht zur Sprache bringen - das ist unser aller Gewinn.
2.) Die Religionen haben die Gottes-Vorstellungen gebuendelt, kultiviert, admini-
striert, verteidigt, bekaempft und manipuliert. Ihre Agenturen (Tempel, Kirchen,
Moscheen und ihre diesbezueglichen Organisationen) vermitteln der Menschheit dieses Kultur-Gut - wie Meereswellen am Strand. Davon zu unterscheiden ist die
Kraft des Einzelnen und der Gruppe aus den eigenen Intuitionen und Erfahrungen heraus dieses Kultur-Gut nicht nur zu hinterfragen sondern auch neu zu beleben,
gar NEUES beizutragen. So erfuellt sich die Verheissung: ein NEUER Himmel,
eine NEUE Erde ist angesagt... das ist unser aller Beitrag.
3.) Im praktischen Alltags-Leben des Einzelnen und in der Gruppe, vor allem auch in der Liturgie (gemeinsamer Gottesienst, Gebet...) treffen diese zwei Unterschei-
dungen aufeinander und ergeben ein grossartiges Konfliktsfeld. Es zu unterdruecken
waere ein Skandal, Leben zerstoerend. Darum wird in allen Tempeln, Kirchen, Moscheen das Konflikt-Management prioritaer. Das ist unser aller Chance.
Wenn jeder und jede - seine und ihre - Sicht der Wirklichkeit zur Sprache bringt,
die notwendige Kreativitaet einbringt, und den Konflikt fruchtbar gestaltet - dann
ist das Wagnis gerechtfertigt, hoffentlich ueberall auch erwuenscht.
Darum wuensche ich allen Blog-Leser und Leserinnen den Mut, "was immer wir haben, es fuer das Allgemeingut zu nutzen; was immer wir brauchen, es zu erwerben, wenn noetig auch zu erfragen; was immer uns geschenkt wird, es gemeinsam zu geniessen."
Mittwoch, 24. Dezember 2014
2014 NOCH un-entschieden
Es braucht Zeit bis die Getauften (und die Kirche als Ganzes) merken, was da
an Weihnachten verkuendet, was da in Szene gesetzt wird. Aber so langsam tagt es... Der Jenseits-Himmel ist inzwischen stark relativiert; das irdische Leben im Hier + Heute ist aufgewertet (leider zuwenig: "fuer alle" ! ); das Handeln Gottes "von Ewigkeit her" ist als Idee aufgeweicht; das Bild vom Interventions-Gott ist etwas verblasst (zugunsten der Einsicht, dass der Mensch einen vernuenftigen Handlungs-Auftrag hat).
Die Evolution des Geistes hat uns Menschen dahin gebracht, dass wir in vernuenftigen und gluecklichen Zeiten einsehen: das menschliche Hauptgebot besteht darin: "einander zu lieben". Diese evolutionaere Einsicht ist ueber die
Inkarnation gelaufen: So sehr Gott die Welt, die Menschen (seine Schoepfung)
liebt, so sollt auch ihr (Pfingsten wird sagen: Ihr seid die Representanten Gottes
in dieser Welt). Die Jesusbewegung "beweist" mit der Weihnachts-Inszenierung, dass die Evolution des Geistes stimmt. Der Gedanke vom "Deus incarnatus" vollendet (erloest) die Geschichte zum heutigen Tag hin... wo ER / der Immanuel gelebt, gefeiert werden sollte... leider hat sich die Kath. Kirche noch nicht entschieden: will sie den neuen "Deus incarnatus" / den IMMANUEL verkuenden oder : "Gott in der Hoeh' sei Preis und Ehr'; den Menschen auf Erden wohl aber sein Wohlgefallen.
Es waechst die Einsicht: Die Menschen von heute brauchen nicht mehr ein Gottes Wohgefallen, das ER vom Himmel her willkuerlich austeilt; gnaedig gewaehrt oder gar aushandelt. (Dieser alte Manipulations-Mechanismus seitens der Religionen
ist inzwischen gut durchschaut) IMMANUEL bedeutet: Got hat einfuerallemal sich
total ausgeleert; der Schoepfung, den Menschen gegeben, was er je zu geben hat -
und nun braucht IMMANUEL offene Herzen, einende Gedanken, dienende Haende,
die IHN gemeinsam HIER + HEUTE realisieren (Kirche als Leib Christi); die IHN gelingen lassen, so dass ER eine irdische Wirklichkeit wird in und fuer diese Weltzeit.
Es wird von uns traditionellen Christen viel verlangt, wenn wir die christliche Botschaft von IMMANUEL / Deus incarnatus fuer die heutige Zeit ein wenig verstehen wollen. Sie fuehrt uns in die Teilnahme an der verheissenen Lebensfuelle.
an Weihnachten verkuendet, was da in Szene gesetzt wird. Aber so langsam tagt es... Der Jenseits-Himmel ist inzwischen stark relativiert; das irdische Leben im Hier + Heute ist aufgewertet (leider zuwenig: "fuer alle" ! ); das Handeln Gottes "von Ewigkeit her" ist als Idee aufgeweicht; das Bild vom Interventions-Gott ist etwas verblasst (zugunsten der Einsicht, dass der Mensch einen vernuenftigen Handlungs-Auftrag hat).
Die Evolution des Geistes hat uns Menschen dahin gebracht, dass wir in vernuenftigen und gluecklichen Zeiten einsehen: das menschliche Hauptgebot besteht darin: "einander zu lieben". Diese evolutionaere Einsicht ist ueber die
Inkarnation gelaufen: So sehr Gott die Welt, die Menschen (seine Schoepfung)
liebt, so sollt auch ihr (Pfingsten wird sagen: Ihr seid die Representanten Gottes
in dieser Welt). Die Jesusbewegung "beweist" mit der Weihnachts-Inszenierung, dass die Evolution des Geistes stimmt. Der Gedanke vom "Deus incarnatus" vollendet (erloest) die Geschichte zum heutigen Tag hin... wo ER / der Immanuel gelebt, gefeiert werden sollte... leider hat sich die Kath. Kirche noch nicht entschieden: will sie den neuen "Deus incarnatus" / den IMMANUEL verkuenden oder : "Gott in der Hoeh' sei Preis und Ehr'; den Menschen auf Erden wohl aber sein Wohlgefallen.
Es waechst die Einsicht: Die Menschen von heute brauchen nicht mehr ein Gottes Wohgefallen, das ER vom Himmel her willkuerlich austeilt; gnaedig gewaehrt oder gar aushandelt. (Dieser alte Manipulations-Mechanismus seitens der Religionen
ist inzwischen gut durchschaut) IMMANUEL bedeutet: Got hat einfuerallemal sich
total ausgeleert; der Schoepfung, den Menschen gegeben, was er je zu geben hat -
und nun braucht IMMANUEL offene Herzen, einende Gedanken, dienende Haende,
die IHN gemeinsam HIER + HEUTE realisieren (Kirche als Leib Christi); die IHN gelingen lassen, so dass ER eine irdische Wirklichkeit wird in und fuer diese Weltzeit.
Es wird von uns traditionellen Christen viel verlangt, wenn wir die christliche Botschaft von IMMANUEL / Deus incarnatus fuer die heutige Zeit ein wenig verstehen wollen. Sie fuehrt uns in die Teilnahme an der verheissenen Lebensfuelle.
2014 Emmanuel
Und nun ist wieder Weihnachten: Krippe in Bethlehem; Jesusgeburt; die drei Weisen aus dem Osten - und noch mehr Szenen. Die Welt aber singt: "Stille Nacht, heilige Nacht". Konsum, Ferienbetrieb, Kirchenbesuch, aber auch "Weinen und Wehklagen" sind in diesen Tagen etwas ueberdurchschnittlich. Es ist als ob ein Teil der Welt eine etwas hoehere Temperatur hat; es ist wohl kaum ein christliches Erwartungs- fieber; der Advent wurde von zuviel Sorgen und Noeten, von Profitstreben und Vergnuegen ueberschattet. Wer will schon ein NEUES Gottes-BILD erarbeiten? Man hatte einst eines - jenes von gestern, jenes aus den Kindheitstagen - und es hat nicht viel geholfen. Ist denn die Welt besser geworden ? Was erwartet die KIRCHE von einem NEUEN Gottes-BILD ? wenn schon das alte sich kaum durch- setzen laesst. Gott ist stets der alte; einigen gar zu sehr vertraut.
Wer aber Weihnachten meditiert, der entdeckt: Da ist was ganz NEUES am Er-
scheinen. Die Jesusbewegung (die ersten Christen, Paulus, die 4 Evv, etc.) hat die INKARNATION GOTTES inszeniert. Wie die Roemer den Kaiser zum "Goettlichen" erklaerten, so aehnlich sagt Markus, dass Jesus in unseren christ- lichen Augen eben auch ein "Goettlicher sei". Und die Geburt des Kindes weist spezielle Zeichen auf, dass dieser Jesus der erwartete Messias sei; und die Mutter - wie es sich bei einem Goettlichen gehoert - ist ebenso auch eine Jungfrau. Diese Inszenierung ist der Jesusbewegung irgendwie vielfaeltig sehr wohl gelungen. Wer Johannes liest, staunt ueber das Bild, das von Jesus von Nazareth bereits 100 Jahre spaeter gezeichnet wird, verkuendet werden kann. Die Einheit von JvN und Jahwe-Gott ist nun perfekt. JvN gilt als richtiger, normaler, sterblicher Mensch; er gilt ebenso als wahrer Gott, Licht, Logos - zusammen ist ER der inkarnierte Gott (1 =+ 1 = 3). Und er wird auch deutlich so bekannt: ER ist der Immanuel (Gott mit uns). Dies ist eine epochale Einsicht, die sich nun unter Wehen und schweren Turbulenzen langsam in Theologie und in der Liturgie einnistet (cf. die Geschichte der Konzilien); aber vom Klerus immer mehr sabotiert wird, und von den Glauebigen kaum rezipiert werden kann. Und doch - die Szene: dass Gott vom Himmel herabsteigt und Mensch-Gott wird in einem (JvN / Immanuel) - gilt bis auf den heutigen Tag. Und diese Geltung wird sanktioniert durch die Szenen der Auferstehung und der Himmelfahrt.
Fortsetzung folgt
Wer aber Weihnachten meditiert, der entdeckt: Da ist was ganz NEUES am Er-
scheinen. Die Jesusbewegung (die ersten Christen, Paulus, die 4 Evv, etc.) hat die INKARNATION GOTTES inszeniert. Wie die Roemer den Kaiser zum "Goettlichen" erklaerten, so aehnlich sagt Markus, dass Jesus in unseren christ- lichen Augen eben auch ein "Goettlicher sei". Und die Geburt des Kindes weist spezielle Zeichen auf, dass dieser Jesus der erwartete Messias sei; und die Mutter - wie es sich bei einem Goettlichen gehoert - ist ebenso auch eine Jungfrau. Diese Inszenierung ist der Jesusbewegung irgendwie vielfaeltig sehr wohl gelungen. Wer Johannes liest, staunt ueber das Bild, das von Jesus von Nazareth bereits 100 Jahre spaeter gezeichnet wird, verkuendet werden kann. Die Einheit von JvN und Jahwe-Gott ist nun perfekt. JvN gilt als richtiger, normaler, sterblicher Mensch; er gilt ebenso als wahrer Gott, Licht, Logos - zusammen ist ER der inkarnierte Gott (1 =+ 1 = 3). Und er wird auch deutlich so bekannt: ER ist der Immanuel (Gott mit uns). Dies ist eine epochale Einsicht, die sich nun unter Wehen und schweren Turbulenzen langsam in Theologie und in der Liturgie einnistet (cf. die Geschichte der Konzilien); aber vom Klerus immer mehr sabotiert wird, und von den Glauebigen kaum rezipiert werden kann. Und doch - die Szene: dass Gott vom Himmel herabsteigt und Mensch-Gott wird in einem (JvN / Immanuel) - gilt bis auf den heutigen Tag. Und diese Geltung wird sanktioniert durch die Szenen der Auferstehung und der Himmelfahrt.
Fortsetzung folgt
Dienstag, 9. Dezember 2014
Eine Weihnachts-Geschichte
Wie aktives Warten aussieht wurde uns gezeigt am Beispiel des Profeten Isaias,
er hat grossartige Bilder geschildert, an Johannes, er hat eine Wassertaufe ein-
gefuehrt, an Markus, er hat ein Evangelium geschrieben...
Und Petrus (2 Peter 3.8-14): Wir warten auf das was Gott selbst hat vesprochen: den NEUEN Himmel und eine NEUE Erde.
Die folgende Geschichte will uns aufwecken auf dem Weg zu einem neuen Gottesbild
dem eine NEUE Erde wird folgen.
Herr Shikongo war ein normal-guter Katholik; fast jeden Sonntag ging er in die Messe und betete viel; immer wieder rief er Gott um gnaedige Hilfe an...
und eines Tages starb er - wie es sich gehoert.
Er waehnte sich je schon auf dem Weg zum Himmel - und siehe da, halbwegs vor dem Himmelstor begegnete er schon dem Hl. Pfoertner Petrus. Dieser verlangte von ihm: er moege das ticket vorweisen. Herr Shikongo zeigte sein grosses H-ticket
und Petrus wurde verwirrt. Es ging nicht anders; Petrus musste Herr Shikongo aufklaeren und also mitteilen: dass dieses H nicht Himmel meint sondern Hoelle. Herr Shikongo war geschockt. Da begann er sich verzweifelt zu verteidigen: Er sei jeden Sonntag in die Kirche gegangen und das Glaubensbekenntnis habe er stets laut gebetet: Ich glaube an Gott, den Schoepfer, an den Himmel und dass Gott guetig und hilfreich sei und so... Auch bete er jeden Tag das Vater-Unser, das Gott im Himmel weiss... Da verlor Petrus die Geduld und sagte bestimmt: Herr Shikongo wissen Sie denn nicht, dass Gott-Vater zusammen mit dem Sohn Jesus schon vor 2000 Jahren den Himmel verlassen hat, nach Bethlehem und Nazareth ging und nach Jerusalem und spaeter dann in das Gebiet der heutigen Schweiz und viel spaeter dann auch nach Namibia und so in die ganze Welt hinaus...
Haben Sie denn nie vernommen, dass Jesus den eigenartigen Namen "Immanuel"
erhielt (Gott mit uns) - und da Sie doch getauft sind, warum sind Sie IHM nicht gefolgt ??? Herr Shikongo, seither ist der Himmel leer und Sie sollten doch wissen,
dass Gott sich seither freut unter den Menschen zu sein.
Es blieb Herr Shikongo nicht anderes uebrig als ungluecklich umzukehren ...
Waehrend andere schon laengst gluecklich den "Immanuel" entdecken...
er hat grossartige Bilder geschildert, an Johannes, er hat eine Wassertaufe ein-
gefuehrt, an Markus, er hat ein Evangelium geschrieben...
Und Petrus (2 Peter 3.8-14): Wir warten auf das was Gott selbst hat vesprochen: den NEUEN Himmel und eine NEUE Erde.
Die folgende Geschichte will uns aufwecken auf dem Weg zu einem neuen Gottesbild
dem eine NEUE Erde wird folgen.
Herr Shikongo war ein normal-guter Katholik; fast jeden Sonntag ging er in die Messe und betete viel; immer wieder rief er Gott um gnaedige Hilfe an...
und eines Tages starb er - wie es sich gehoert.
Er waehnte sich je schon auf dem Weg zum Himmel - und siehe da, halbwegs vor dem Himmelstor begegnete er schon dem Hl. Pfoertner Petrus. Dieser verlangte von ihm: er moege das ticket vorweisen. Herr Shikongo zeigte sein grosses H-ticket
und Petrus wurde verwirrt. Es ging nicht anders; Petrus musste Herr Shikongo aufklaeren und also mitteilen: dass dieses H nicht Himmel meint sondern Hoelle. Herr Shikongo war geschockt. Da begann er sich verzweifelt zu verteidigen: Er sei jeden Sonntag in die Kirche gegangen und das Glaubensbekenntnis habe er stets laut gebetet: Ich glaube an Gott, den Schoepfer, an den Himmel und dass Gott guetig und hilfreich sei und so... Auch bete er jeden Tag das Vater-Unser, das Gott im Himmel weiss... Da verlor Petrus die Geduld und sagte bestimmt: Herr Shikongo wissen Sie denn nicht, dass Gott-Vater zusammen mit dem Sohn Jesus schon vor 2000 Jahren den Himmel verlassen hat, nach Bethlehem und Nazareth ging und nach Jerusalem und spaeter dann in das Gebiet der heutigen Schweiz und viel spaeter dann auch nach Namibia und so in die ganze Welt hinaus...
Haben Sie denn nie vernommen, dass Jesus den eigenartigen Namen "Immanuel"
erhielt (Gott mit uns) - und da Sie doch getauft sind, warum sind Sie IHM nicht gefolgt ??? Herr Shikongo, seither ist der Himmel leer und Sie sollten doch wissen,
dass Gott sich seither freut unter den Menschen zu sein.
Es blieb Herr Shikongo nicht anderes uebrig als ungluecklich umzukehren ...
Waehrend andere schon laengst gluecklich den "Immanuel" entdecken...
Freitag, 28. November 2014
Advent 2014
Der saekulare Staat kennt keinen Advent und kann ihn also auch nicht feiern.
Die Wirtschaft nutzt ihn clever fuer ihren Profit. Die Wissenschaft hat ihn vergessen. Die Zivilgesellschaft schwankt dazwischen - mit noch etwas vorweihnaechtlichem Gefuehl. Der KIRCHE aber ist der Advent wesentlich - daher feiert sie ihn (mehr oder weniger gluecklich) jedes Jahr.
Meine Ueberlegungen dazu (etwas kompakt niedergeschrieben):
Der Kosmos / die Welt ist in dynamischer Veraenderung / offener Bewegung. Diese
"bewegende Veraenderung" zeigt sich in drei Momenten stets in der Gegenwart:
An- und Aufkommen von Neuem / eine Art von Verweilen / Weggehen, Verschwinden.
cf. die Jahreszeiten / der Lebenszyklus: Geburt - Leben - Tod / Atom-Physik.
Im ADVENT feiern wir IN BEZUG AUF GOTT das erste Moment dieses weltlichen
Grundsatzes. Wir freuen uns, dass Gott immer wieder NEU in der Welt ankommt,
in der Geschichte auftaucht, irgendwie zur Erscheinung kommt; denn Gott ist (wie
die Welt) in Bewegung, Gott ist ein Prozess, Gott hat eine bewegende Biographie.
Dass ETWAS NEUES in bezug auf Gott stets ankommt, das ist mehr als evident.
In diesem Sinne ist Gott in der Welt immer schon toal incarniert (eingefleischt).
Aber, dass ER so weltlich wie die Sonne, wie der Fruehling, wie der Mensch stets
anfaengt, im Kommen ist (ADVENT), das freut die Glaeubigen: denn alle Welt ist Leben, ist Bewegung ! Sogar jene, die vom Tod oder Verschwinden Gottes reden,
bestaetigen (eher unbewusst) den ADVENT. Wir moechten diese Grund-Tatsache
feiern (auch wenn wir sie noch nicht genuegend ernst umsetzen cf. Liturgie).
Ein Beispiel, dass Gott NEU in der Welt ankommt ist Jesus (und mit ihm das Christentum). 1. Jesus macht bekanntlich die Entdeckung, dass der bis anhin so
zweideutige Gott eindeutig LIEBE ist. Diese NEUE VORSTELLUNG von Gott ist im Kommen (natuerlich steht uns zur vollen Bewusstwerdung dessen noch ein weiter Weg bevor). 2. ER macht den mutigen Vorschlag: der Mensch soll sich mit Gott identifizieren. Gott und das ICH sind irgendwie eins. Diesen Ratschlag zu kon- kretisieren ist fuer Glaeubige nicht so einfach (und bedarf der theolog.-psycholog. pastoralen Weiterentwicklung). 3. Jesus meint: Es gibt diese Mensch-Gott-Einheit ralistisch / faktisch in gewissen "Gedanken, Worten und Werken". Auch diese heilende Meinung verdichtet sich (cf. Papst Franziskus ist ein Beispiel dafuer).
So freut sich der Christ, dass Gott neu (nicht immer nur als der bekannte Alte) ankommt - aber WIE ??? - und feiert seine Grund-Entdeckung mit Freude. Und in diesem Prozess wird Weihnachten zur grossen Ueberraschung.
Die Wirtschaft nutzt ihn clever fuer ihren Profit. Die Wissenschaft hat ihn vergessen. Die Zivilgesellschaft schwankt dazwischen - mit noch etwas vorweihnaechtlichem Gefuehl. Der KIRCHE aber ist der Advent wesentlich - daher feiert sie ihn (mehr oder weniger gluecklich) jedes Jahr.
Meine Ueberlegungen dazu (etwas kompakt niedergeschrieben):
Der Kosmos / die Welt ist in dynamischer Veraenderung / offener Bewegung. Diese
"bewegende Veraenderung" zeigt sich in drei Momenten stets in der Gegenwart:
An- und Aufkommen von Neuem / eine Art von Verweilen / Weggehen, Verschwinden.
cf. die Jahreszeiten / der Lebenszyklus: Geburt - Leben - Tod / Atom-Physik.
Im ADVENT feiern wir IN BEZUG AUF GOTT das erste Moment dieses weltlichen
Grundsatzes. Wir freuen uns, dass Gott immer wieder NEU in der Welt ankommt,
in der Geschichte auftaucht, irgendwie zur Erscheinung kommt; denn Gott ist (wie
die Welt) in Bewegung, Gott ist ein Prozess, Gott hat eine bewegende Biographie.
Dass ETWAS NEUES in bezug auf Gott stets ankommt, das ist mehr als evident.
In diesem Sinne ist Gott in der Welt immer schon toal incarniert (eingefleischt).
Aber, dass ER so weltlich wie die Sonne, wie der Fruehling, wie der Mensch stets
anfaengt, im Kommen ist (ADVENT), das freut die Glaeubigen: denn alle Welt ist Leben, ist Bewegung ! Sogar jene, die vom Tod oder Verschwinden Gottes reden,
bestaetigen (eher unbewusst) den ADVENT. Wir moechten diese Grund-Tatsache
feiern (auch wenn wir sie noch nicht genuegend ernst umsetzen cf. Liturgie).
Ein Beispiel, dass Gott NEU in der Welt ankommt ist Jesus (und mit ihm das Christentum). 1. Jesus macht bekanntlich die Entdeckung, dass der bis anhin so
zweideutige Gott eindeutig LIEBE ist. Diese NEUE VORSTELLUNG von Gott ist im Kommen (natuerlich steht uns zur vollen Bewusstwerdung dessen noch ein weiter Weg bevor). 2. ER macht den mutigen Vorschlag: der Mensch soll sich mit Gott identifizieren. Gott und das ICH sind irgendwie eins. Diesen Ratschlag zu kon- kretisieren ist fuer Glaeubige nicht so einfach (und bedarf der theolog.-psycholog. pastoralen Weiterentwicklung). 3. Jesus meint: Es gibt diese Mensch-Gott-Einheit ralistisch / faktisch in gewissen "Gedanken, Worten und Werken". Auch diese heilende Meinung verdichtet sich (cf. Papst Franziskus ist ein Beispiel dafuer).
So freut sich der Christ, dass Gott neu (nicht immer nur als der bekannte Alte) ankommt - aber WIE ??? - und feiert seine Grund-Entdeckung mit Freude. Und in diesem Prozess wird Weihnachten zur grossen Ueberraschung.
Montag, 24. November 2014
Das KIRCHEN - Jahr
Die Abstinenz von meinem Vic-Blog is begruendet durch meine Teilnahme an der Abdankung von unserem juengsten Bruder KARL in Lausen BL (10.-17.11.2014)
Die Laufbahn der Erde um die Sonne bringt uns das Jahr und die Jahreszeiten. Die
Religionen nutzen diese Bahn als ihren Lebenszyklus. Das Christentum feiert in diesem Zyklus das Leben Jesu (wie in einer Spirale !). Sein irdisches und heiliges Leben wird auf den uralten Natur-Jahres-Zyklus projektiert ! (Ein weiteres Beispiel wie grossartig die Menschliche Projektionsfaehigkeit wirkt) ! Gott / Jesus ist wie das strahlende Sonnen-Licht - die richtige Distanz bringt das Ueberleben.
2013/14 (vergangen) zeigte uns den Neuen Papst am Ruder... fuer viele verheissungsvoll... (und es wurde wie selten deutlich, wie sehr heute die kath. Kirche "papstzentriert" wirkt / wir wuenschen uns nicht ein Papst-Solo sondern ein Papst-Orchester). Die Katholiken feierten das "Jahr der Familie" - waehrend die Bischoefs-Synode versuchte das Thema auszurollen...
Mich haben zwei Buecher auf dem Theolog. Feld weitergebracht: Als ich die Philo.
Seins-Zuschreibung an Gott beackerte kam: JL Marion "Gott ohne Sein" und als
ich die Evolution Gottes (gen.obj) vertiefte kam Keith Hill: "Die Gottes-Revolution".
Die Zelebration in den Gemeinden empfand ich als erfreulich und lehrreich. Ansonsten hat das KIRCHEN-jahr neben der Strukturfunktion eher wenig Aufregendes. Noch gehen bei mir K-Jahr und N-jahr eher hand in hand und kreuzen sich nur in wenigen Punkten wie. zB im Maerz: als unser Praesident einen Nationalen Gebetstag anordnete.
2014/15 (zukuenftig) Die Kath. Kirche hat ein neues Jahresthema angekuendigt: "Jahr des konsekrierten Lebens". Sie will unsere Aufmerksamkeit lenken auf die "Ordensberufe" (Kongregationen, religioese Gesellschaften) also auf die "Religioesen" (auch eine irrefuehrende Bezeichnung) Am besten sagt man es schwerfaellig: auf jene, die geloben "arm - gehorsam- keusch zu leben". Jahr des
Ordenslebens (ist zu eng gefasst) oder der Ordensgemeinschaften. Gottseidank
ist das Thema bereits von der Krimi-Literatur gut behandelt. Im Oct 15 will die Bischofs-Synode fuer das Kath. Familien-Leben Entscheidungen faellen. Ansonsten
freue ich mich, mit den Gemeinden Sonntag zu feiern.
Die Laufbahn der Erde um die Sonne bringt uns das Jahr und die Jahreszeiten. Die
Religionen nutzen diese Bahn als ihren Lebenszyklus. Das Christentum feiert in diesem Zyklus das Leben Jesu (wie in einer Spirale !). Sein irdisches und heiliges Leben wird auf den uralten Natur-Jahres-Zyklus projektiert ! (Ein weiteres Beispiel wie grossartig die Menschliche Projektionsfaehigkeit wirkt) ! Gott / Jesus ist wie das strahlende Sonnen-Licht - die richtige Distanz bringt das Ueberleben.
2013/14 (vergangen) zeigte uns den Neuen Papst am Ruder... fuer viele verheissungsvoll... (und es wurde wie selten deutlich, wie sehr heute die kath. Kirche "papstzentriert" wirkt / wir wuenschen uns nicht ein Papst-Solo sondern ein Papst-Orchester). Die Katholiken feierten das "Jahr der Familie" - waehrend die Bischoefs-Synode versuchte das Thema auszurollen...
Mich haben zwei Buecher auf dem Theolog. Feld weitergebracht: Als ich die Philo.
Seins-Zuschreibung an Gott beackerte kam: JL Marion "Gott ohne Sein" und als
ich die Evolution Gottes (gen.obj) vertiefte kam Keith Hill: "Die Gottes-Revolution".
Die Zelebration in den Gemeinden empfand ich als erfreulich und lehrreich. Ansonsten hat das KIRCHEN-jahr neben der Strukturfunktion eher wenig Aufregendes. Noch gehen bei mir K-Jahr und N-jahr eher hand in hand und kreuzen sich nur in wenigen Punkten wie. zB im Maerz: als unser Praesident einen Nationalen Gebetstag anordnete.
2014/15 (zukuenftig) Die Kath. Kirche hat ein neues Jahresthema angekuendigt: "Jahr des konsekrierten Lebens". Sie will unsere Aufmerksamkeit lenken auf die "Ordensberufe" (Kongregationen, religioese Gesellschaften) also auf die "Religioesen" (auch eine irrefuehrende Bezeichnung) Am besten sagt man es schwerfaellig: auf jene, die geloben "arm - gehorsam- keusch zu leben". Jahr des
Ordenslebens (ist zu eng gefasst) oder der Ordensgemeinschaften. Gottseidank
ist das Thema bereits von der Krimi-Literatur gut behandelt. Im Oct 15 will die Bischofs-Synode fuer das Kath. Familien-Leben Entscheidungen faellen. Ansonsten
freue ich mich, mit den Gemeinden Sonntag zu feiern.
Dienstag, 4. November 2014
Keith Hill: "Die Gott-Revolution" 2014
Der Autor beschreibt, wie die Vorstellung von Gott sich in der modernen Welt radikal veraendert hat - und zwar durch Erschuetterungen der alten ererbten Gewissheiten und durch den geistigen Aufschwung zubeginn des 20. Jhh.
Dieser erste Teil des Buches (Der Tod Gottes p 09 - 111) war mir wie ein geschichtlicher Spaziergang durch das 19. Jhh; viel Bekanntes wurde angeboten und in den Zusammenhang der einen Frage gestellt: Wie geht's Gott ? Die Neu-
entdeckung, zu unterscheiden zwischen der Gottes-Vorstellung und der Gottes-Wirklichkeit ist dem Leser ein ausserordentlicher Gewinn.
Die Proklamation von F. Nietzsche 1882: "Gott ist tot", stellt der Autor in den Kontext der Europa-Entwicklung seit 1582. Er zeigt die Erschuetterungen auf, die im 19. Jhh die Wirkllichkeits-Wahrnehmung vraenderte. Die Entdeckungen der Naturwissenschaften, der Glaube an die Vernunft, die Bibelkritik, der neue Deismus und die vergleichende Religionswissenschaft stuerzten das von Thomas von Aquin aufgestellte und von der Kirche gesegnete Weltbild um. Die Vollkommenheit der Natur konnte nicht mehr gehalten werden; wie das Erdbeben von Lissabon 1755 deutlich machte. Die Vernunft wollte mehr leisten als nur sehen und hoeren und bewundern; eben auch zweifeln und erforschen, auch gestalten wie in der Franzoesischen Revolution. Und die Offenbarung wurde als mythologisch durch-
schaut; der Mensch projektiert Gott.
Das europaeische gemeinsme Erbe vom Mittelalter her: dass da ein personaler hoechster Gott vom Jenseits her die Welt im Griff hat und gerne interveniert
(ens absolutum); dass die biblischen Mythen "die wirkliche Weltentwicklung" aufzeichneten - von der Schoepfung ueber den Suenden- Fall und die Volks- Fuehrung bis zur Erloesung in Jesus; dass eine Kirche in Staat und Gesellschaft fuer die rechte Ordnung sorgen muss - dieses Erbe kam in die Krise. Wie ueberlebt der "alte Gott" in der "neuen Wirklichkeit" ? oder muss der Mensch gar einen neuen Gott erfinden - oder ist der Mythos, die Geschichte mit Gott fertig ?
Der zweite Teil des Buches (p 116 - 251) mit der Verheissung: "Die Auferstehung
Gottes" zeigt die vielen neuen interessanten Loesungs-Ansaetze im 20. Jhh.
Werden sie verstanden und sind sie tragfaehig ?
Dieser erste Teil des Buches (Der Tod Gottes p 09 - 111) war mir wie ein geschichtlicher Spaziergang durch das 19. Jhh; viel Bekanntes wurde angeboten und in den Zusammenhang der einen Frage gestellt: Wie geht's Gott ? Die Neu-
entdeckung, zu unterscheiden zwischen der Gottes-Vorstellung und der Gottes-Wirklichkeit ist dem Leser ein ausserordentlicher Gewinn.
Die Proklamation von F. Nietzsche 1882: "Gott ist tot", stellt der Autor in den Kontext der Europa-Entwicklung seit 1582. Er zeigt die Erschuetterungen auf, die im 19. Jhh die Wirkllichkeits-Wahrnehmung vraenderte. Die Entdeckungen der Naturwissenschaften, der Glaube an die Vernunft, die Bibelkritik, der neue Deismus und die vergleichende Religionswissenschaft stuerzten das von Thomas von Aquin aufgestellte und von der Kirche gesegnete Weltbild um. Die Vollkommenheit der Natur konnte nicht mehr gehalten werden; wie das Erdbeben von Lissabon 1755 deutlich machte. Die Vernunft wollte mehr leisten als nur sehen und hoeren und bewundern; eben auch zweifeln und erforschen, auch gestalten wie in der Franzoesischen Revolution. Und die Offenbarung wurde als mythologisch durch-
schaut; der Mensch projektiert Gott.
Das europaeische gemeinsme Erbe vom Mittelalter her: dass da ein personaler hoechster Gott vom Jenseits her die Welt im Griff hat und gerne interveniert
(ens absolutum); dass die biblischen Mythen "die wirkliche Weltentwicklung" aufzeichneten - von der Schoepfung ueber den Suenden- Fall und die Volks- Fuehrung bis zur Erloesung in Jesus; dass eine Kirche in Staat und Gesellschaft fuer die rechte Ordnung sorgen muss - dieses Erbe kam in die Krise. Wie ueberlebt der "alte Gott" in der "neuen Wirklichkeit" ? oder muss der Mensch gar einen neuen Gott erfinden - oder ist der Mythos, die Geschichte mit Gott fertig ?
Der zweite Teil des Buches (p 116 - 251) mit der Verheissung: "Die Auferstehung
Gottes" zeigt die vielen neuen interessanten Loesungs-Ansaetze im 20. Jhh.
Werden sie verstanden und sind sie tragfaehig ?
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