Mittwoch, 4. März 2015

Staub bekommt Bedeutung

Die Fastenzeit sagt uns zuerst mit dem Aschenkreuz: "Staub bist du..."
Die Muttersprach-Forschung fraegt: heisst das: Dreck, Niemand, Unbedeutend ??? Gewiss, der Mensch ist Staub ! Wer wagt es dabeizubleiben ???
Am 2. Fasten-Sonntag geht die Kirche weiter (Mk 9.2-10 / Transfiguration / Tabor!)
Der Christliche Lebensstil besteht also darin: immer wieder weiter sehen; neues
entdecken, kreativ neues schaffen; ueber das Vorliegende hinausgehen; ein "MEHR"
wagen. Transfiguration = die Figur "ueberholen". Ein "MEHR" an Bedeutung der
Figur, der Form  "anzudichten", ihr "zuzugestehen".

Ja, der Mensch ist ein evolutionaeres Naturprodukt (also Sternenstaub); in einer
neueren Sicht ist der Mensch "mehr" eben "ein Kind Gottes". Dies zu realisieren,
zu erkennen und zuzugestehen, das ist Transfiguration.
Unser Universum ist ein Kosmos (ein heikles Kraftfeld); in einer neueren Sicht ist dieser Kosmos ein "mehr", eine Kreation (eine Schoepfung aus der Hand Gottes).
Jenes Girl, das ich gestern entdeckte, ist wirklich (dem Gott Eros sei Dank) das
wunderhuebscheste Geschoepf. In einer neueren Sicht wurde es mir zum Girlfriend, zur Braut, dann zur Gattin, zur Mutter, zur Hausfrau - eine typische Bedeutungs-Zuwachs-Reihe im 20. Jhh (soziale transfigurationen).
Das Haus, das ich kaufte kostete vielleicht CHF 250'000; nun aber machen wir es zu einem "Zu-Hause", zu "mehr", zu einem Heim fuer uns (hier bin ich daheim).
Wir Menschen leben, schwimmen in einem Meer von steten Tansfigurationen.
Sogar unser Weltbild ist stets eine Tansfiguration.

JvN ist ein typisches "Opfer" von Transfigurationen. Die Glaeubigen sehen in ihm immer "MEHR" Werte personal gelebt, dargestellt. Petrus sah in ihm den neuen
Moses und zeitigen Profeten; Paulus sah in ihm den Friedensfuersten; noch heute sehen wir ihn als "Licht im Dunkel der Welt" oder als "Brot fuer das Leben der Welt".
(cf. die Eucharistie als Tranfigurationsprozess) JvN wird zum Erloeser der Welt  (trans-figuriert) "stilisiert".
Fuer uns Christen ist entscheidend, dass wir diese Transfigurationen als Wirklichkeit anerkennen; sie sind nicht leere Einbildungen sondern dynamisch wirkende Bilder, die unser Leben praegen.
Ich wuensche allen viele Tabor-erlebnisse / peak-experiences.

Dienstag, 17. Februar 2015

Asche - "Staub bist du..."

Mr Shikongo ist am Okavango-Fluss aufgewachsen, tief in Afrika; da kann er die
Fasnacht gar nicht kennen. Die Kath. Kirche aber hat ihm die Fastenzeit gut bei-gebracht. Sie erscheint ihm, nach den Freuden von Weihnachten und dem unver-
staendlichen Gerede von "Gott ist Mensch geworden", soetwas wie: "sich dem Ernst
des Lebens zuwenden". Wenn das Leben karg ist, so ist fasten wie Alltag.
Am Tag vor Ash-Wednesday hat Shikongo einen Traum: Als stellvertretender
Liturgist teilte er das Aschenkreuz aus. Da stand ploetzlich hinter der Frau, die er
gerade mit dem Kreuz bediente, der Heilige Gott persoenlich. Oh Schreck! Kann
er zu Gott sagen: "Staub bist du..." ? oder soll er nicht eher zur Ehre Gottes singen: "Gedenke" UNSER, oh Herr, wenn du kommst in Herrlichkeit".???  Ein Engel fluestert ihm zu: "sag deutlich "STAUB", denn das ist Inkarnationscompatibel. Shikongo tat so
und sagte mit zitterndem Herzen zu Gott; "Staub bist du und zu Staub kehrst du zurueck". Aber verstanden hat er nichts und wachte vor lauter Erregung auf.
(Wenn das Kardinal Mueller von der Glaubenskongregation vernimmt !)
Seither beschaeftigt Shikongo die Formel: "Gedenke Mensch! Staub bist du..." Wem
sag ich das Warum ? Die Kirche ist clever, denkt er. Da ist kein: "NUR Staub bist du..." das wuerde allem Gerede von Seele und Himmel widersprechen, das waere Materialismus pur, das kann sich die Kirche gar nicht leisten. Da ist kein: "AUCH Staub bist du..." das wuerde einem "reality-turn" gleichkommen; einer Warnung, sich vom Himmel etwas wegzuwenden und sich eher zur irdischen Wirklichkeit hinzu- wenden. Shikongo hat von einem Schweizer gehoert, der propagiert die Formel:
"Gedenke! aus Sternenstaub bist du geworden zu Sternenstaub kehren wir zurueck"
Schikongo meint: das mit dem Sternenstaub stimmt wohl, ist realistisch; ist aber auch etwas weitsichtig und ueberhaupt: ob Staub oder Sternenstaub; tot ist sowieso tot. Etwas anthropologischer waere die Formel: "Gedenke! aus Fleisches-lust bist du geworden, zur allumfassenden Lebenslust sind wir gerufen". Das toent realistisch und idealistisch; hat aber im Jahr der Familien-Synode wohl kaum ein gutes Ohr... wo kaemen wir hin, wenn die Menschen aus purer Lebenslust leben wuerden? Wer denkt denn so verkehrt, dass zur Lebensfuelle auch noch die Lust dazugehoert? Shikongo schlussfolgert: Entweder bleiben wir beim Staub oder wir machen eine Kavango-Inkulturation und sagen dort: "Gedenke Mensch! Aus Wasser bist du und wirst schlussendlich verdunsten".  Theologen wuerden dann etwas "lebendiges Wasser" beifuegen und dass auch Gott - und dies gerade heutzutage - verdunstet. Und die von der Fasnacht vehoehnen: Aus Wasser bist du und wirst trotzdem verdursten.

Freitag, 13. Februar 2015

Das Volk Gottes auf dem Pilgerweg...

Im AT - das wandernde Volk stellt von Zeit zu Zeit "Camps" (Heilge Bezirke auf
und der "Aussaetzige" ist dazu verdammt, ausserhalb des Heiligen Bezirks, aus-
geschlossen vom Hl. Volk zu vegetieren (Lev 13.1-2,45-46).
Seine Kleider erbaermlich normal, zerrissen, sein Haar naturwuechsig.

Im NT - wer immer der "Ausgesetzte" (Mk 1.40-45): Jesus heilt. Er beruehrt den
oder die Ausgesetzte/n und sagt es deutlich: sei geheilt, akzeptiert.
Jesus ueberwindet die Bedingungen des Ausgesetzt-werdens.

Wir leben heute in einer Zeit starker Ausgrenzung: die Religionen, die Kirchen, Nationen und Parteien, Weltanschauungen und Kulturen etc... sie ziehen Grenzen. Die inclusiven Tendenzen werden zusehr beargwoehnt. Es ist an der Zeit zu fragen: denken, reden, handeln wir inclusiv oder eher exclusiv !

Es war eine aufschlussreiche Uebung im Gebetsjahr fuer das "konsekrierte Leben"
in den beiden Lesungen (Lev + Mk) den Aussaetzigen mit NCL zu uebersetzen
(non-consecrated-life / unclean). Im AT wird das NCL ausgesetzt; in eine Gegend ausserhalb des Heiligen Bezirks. Im NT wird NCL geheilt und in die Heilige Gemeinschaft wieder eingegliedert.

Wer in 2015 ohne oeffentlich deklarierte Geluebde lebt (Armut, Gehorsam,
Keuschheit) der/die wird in der Kath. Kirche beinahe "diskriminiert". Er/Sie gilt
als Nicht-Religioes, wird vom religioesen Zirkel ausgeschlossen und in die raue,
sekulare Welt verbannt.Dort sei ihr Wirkungsfeld. Obwohl die ehrwuerdigen
Orden, einst hochaktuell und heilswirksam, in der modernen Welt unglaubhaft geworden sind und sie deswegen absterben, tut die Kirche so, als ob ihr Heil von den Orden abhaenge. Es gilt als ziemlich sicher, dass Jesus oeffentlich keine Geluebde abgelegt hat. Dass nun die Geluebde in der Kirche zu einem aus-grenzenden Faktor geworden sind, ist mehr als bedenklich; vor allem wenn man weiss, wie diese Geluebde heutzutage in den Orden gelebt werden.

Einst hat die Taufe das Leben konsekriert, wie die Eucharistie das Brot.
Aber heute muss man Geluebde ablegen um konsekriert zu gelten...
welchen Pilgerweg haben wir da eingeschlagen ???

Samstag, 7. Februar 2015

Ob Gott in dieser Welt wirkt ???

Der Sammelband QD 262 hggbn von R.A. Siebenrock + Ch. J. Amor unter dem Titel
"Handeln Gottes" versteht sich als "Beitraege zur aktuellen Debatte" (Herder 2014).  Das Umfeld dieser Beitraege ist das theolog. Forschungszentrum der UNI Innsbruck RGKW (Religion, Gewalt, Kommunikation, Weltordnung) "gegruendet" von
R. Schwager SJ (1935 - 2004)  cf. www.uibk.ac-at/rgkw/drama (/komtheo)

20 Theologen/innen verteidigen auf hohem Niveau die Ueberzeugung, "dass Gott in der menschlichen Geschichte und im individuellen Leben wirkt, ja dass er handelnd darin praesent ist". Diese Ueberzeugung ist genaehrt von der Bibel, von der Theo-logy und von existentiellen Erfahrungen. Alle Beitraege meinen, ein Handeln Gottes anzunehmen sei unumgaenglich - das Buch ist also apologetisch - und eindeutig.
Mir fehlt der Psychologe, der die Erfahrungen vom Handeln Gottes in Frage stellt;
der Soziologe, der ihren "Gesellschaftswert" aufzeigt und der sog. Atheist, der die
Mechanismen zur Aufrechterhaltung des Glaubens an ein Wirken Gottes durch-schaut. Es ist doch klar, alle Glaeubigen freuen sich am Wirken Gottes (er ist fuer sie ja Vollendung, Liebe, Freiheit);aber Theologen muessten aufzeigen, dass dieser
Glaube einem Entscheid entspringt, der das Human-Risiko eingeht.Dass Gott angeblich nicht wirkt und wenn schon, dass sein Wirken nicht wahrgenommen werden kann - das ist doch das Problem. Dass er wirkt ist so selbstverstaendlich
wie Wasser und Luft - jeder Gedanke (Bewusstseins-Vorstellung) wirkt, auch der
Gottesgedanke! (der einem "Splitter im Fleisch" gleichkommt).

Aber damit kommen wir auf die Ebene der Inkarnation: Gott hat sich in sein Wort, sein Bild (Image) ausgegossen (Kenosis)  und wirkt als "Beziehungsfaktor; womit das Wirken das absoluten Gottes in sein Fragment verlagert wird und als solches hinfaellig wird. Diese Denkrichtung wird in 3 Beitraegen angedeutet,
die das Buch als Diskussionsbeitrag interessant machen:
Josef Niewiadomski: "Dramatische Aspekte des Glaubens an das Handeln Gottes"
Martina Kraml: "Gott" als Stolperstein.
Wilhelm Guggenberger: Die Frage nach gottgemaessem Handeln am Beispiel
                                    Dietrich Bonhoeffers.
HsL: DER MENSCH ALS DIE IKONE GOTTES
       ERSCHLIESST DAS GEHEIMNIS GOTT IN SEINEM WIRKEN.

Montag, 26. Januar 2015

Suenden-Reduktions-Strategie

Shikongo ist clever. Von seinem einstigen Pfarrer uebernahm er die Ansicht,
"Suenden-Reduktion" sei ein wichtiges Ziel der Kath. Kirche. Als er im Oct.14
die Family-Synode in Rom beobachtete, musste er jenen Mitras zustimmen, die beklagten: dass heutzutage "ausserehelich" (im vor- neben- und nachehelichen Berich) gegen das 6. Gebot der Sexualitaet recht viel gesuendigt wird. 
Das Verbot scheint fast wirkungslos. Gibt es eine positive Suenden-Reduktions-Strategy in diesem vitalen Bereich ?
Shikongo meint JA. Also geht er zu seinem Bischof und bittet ihn den folgenden
Vorschlag der Family-Synode (Oct 2015) zur Beratung vorzulegen:
"Neben leichteren Ehe-Nichtigkeitsprozessen empfiehlt der Vatikan anderseits
die 24 Stunden-Ehe. Wer immer mit einem Partner/in freien Sex zu haben ent-
schlossen ist, der moege dem Vatikan ein sms senden mit E+ (ID des gewuensch-
ten Partners/in. Der Vatikan setzt hinter die ID-Nummer ein Fragezeichen und sendet so das sms dem begehrten Partner/in zu. Dieser/diese setzt hinter das Fragezeichen ein Y (yes) oder ein N (NO) und sendet das sms dem Vatikan zurueck; im Fall Y  registriert er und segnet die 24h-Ehe ab womit sie auch in Kraft tritt. Der Vatikan gibt das sms dem Erstabsender zur Information zurueck. Wer die 24h-Ehe verlaengern will, setzt auf "repeat" und der sms-Weg wiederholt sich." Der Bischof sieht ein hartes Probelm auf die Kirche zukommen: Die sakramentale Ehe wir auf ein Zeit-Ereignis reduziert und die Ewigkeits-Ehe entmonopolisiert. Die Entschuldigung folgens Shikongo heisst: "Die Reduzierung aller "ausserehelichen sexual Suenden"  auf geradezu Null ist ein so grosser Heiligkeits-Sprung fuer die Welt, dass diese Strategy es verdient ausprobiert zu werden. Darauf faellt die Mitra ins kanonistische Traeumen: Besser 24h treu als gar nichts! Sollte die 24h-Ehe Anklang finden, so ist vorgesehen im 2018 die 7x24h-Ehe in den Ehe-Katalog aufzunehmen. Ab dem Jahr 2020 erhaelt jeder Abschluss einer 12x4x7x24h-Ehe
einen speziellen paepstlichen Segen. Die Ehe X x (12x4x7x24h), also lebenslang,
wird ab 2022 ins Weltkulturerbe-Gut aufgenommen und von der UNESCO weltweit
subventioniert.  Die Mitra, die Shikongo's Vorschlag der Synode auftischen wird,
ist bereits in der Stickerei - wir sind gespannt auf Oct 2015. Kardinal Kasper und Pell sind zu einem Symposion eingeladen um Antworten zu geben auf den neuesten
Synode-Fragebogen. Shikongo hilft beim ausfuellen....

Freitag, 16. Januar 2015

Das "Gott-geweihte Leben" / schraeg gesehen...

Als ein "secular priest" der Dioezese Chur in CH, arbeitend seit 1988 in Namibia
als "Fidei-Donum-Priester" gehoere ich nicht zu den "Religioesen" ( den alten und neuen Orden). Ich hab' kein Anrecht auf denTitel "Gott-geweihtes Leben" - denn ich hab' keine Geluebde abgelegt. Aber ich darf jene bestaunen...

Shikongo war gerade 12 Jahre alt geworden, als er eines Sonntags einen begeist-
ernden Prediger ueber das "Gott-geweihte Leben" schwaermen hoerte. Es wurde ihm klar, dem Heiligen Allmaechtigen geweiht, das ist schon was! Ihm zu gehorchen ist auch klug: Er weiss ja alles, - und nebenbei - man muss keine eigenen Entschei-
dungen mehr faellen. Und die Armut - es wird einem alles Noetige gegeben, und man muss keine Lohnarbeit verrichten - nicht schlecht. Und was die Keuscheit betrifft: Abstand von Maedchen heisst auch, sie koennen dich nicht ausbeuten. Die Frage ist nur: wie setzt man so ein hehres Ziel in die Praxis um ?
Inzwischen hat Shikongo sein Abitur ordentlich bestanden und er vernahm 2015 soll ein Jahr des "Gott-geweihten Lebens" sein. Darum war er am Epiphany-Fest mit Herz und Kopf dabei: Sterngucker finden den Weg; Weihrauch ist wie Gehorsam, Gold-weg-geben wie Armut; Keuschheit wie Myrrhe. Sein Entschluss stand fest: Er wird in den "Orden vom Heiligen Abendstern" eintreten. Weihrauch stieg auf, ein goldenes Kreuz wurde ihm umgehaengt, ein weisses Gewand uebergestuelpt. Nach den drei feierlichen Geluebden bestand im Orden sein Ziel darin, den Abendstern jeden Tag so frueh wie moeglich zu sehen, seine Botschaft dann zu entschluesseln und schlussendlich zu verbreiten. Als er vernahm in Durban komme der Abendstern frueher auf als in Namibia, beam er die Erlaubnis als Abendstern Missionar nach Durban zu wandern. Spaeter kam er so nach Moskau, ja sogar nach 10''000km Bahnfahrt nach Wladiwastok. Geaergert hat er sich stets am Mond, der oft dem Stern das Leuchten stahl.; an der liturgischen Vernachlaessigung von Weihrauch, an den goldigen Kirchenkuppeln von Moskau  und an der eisigen Kaelte am Ende der Welt. Dort verstarb er auch eines natuerlichen Todes, ausgezehrt von der weiten Pilgerreise. Als er vor das Himmelstor kam, fand er dieses verlassen und ver-schlossen. Durch ein vergittertes Fenster sah er drinnen ein altes Weihrauchfass ohne Kohle, eine Krone ohne Gold, ein Myrrhe-stengel ohne Blaetter. An einem Anschlag las er: Wir haben uns neu orientiert, sind umgezogen und folgen nun dem Morgenstern. In seiner Verrwirrung begann er das Schubert-Lied zu singen: "Wohin soll ich mich wenden..."

Dienstag, 13. Januar 2015

2015 - Aufbruch ins Neue - ein Wagnis !

1.) Unsere Gottes-Vorstellungen sind praechtig. Eine hervorragende humane Kultur-Leistung. Das Geheimnis Gott aber bleibt - wie je - tiefsinnig unerforsch-
bar. Diese Unterscheidung zwischen UNSEREN Vorstellungen und DER Wirklichkeit
ist zukunftsweisend und wird immer wichtiger. Der Mensch schwimmt im unueber-
sehbaren Meer der Wirklichkeit und spricht dem, was er wahrnimmt, mehr oder weniger Wirklichkeit zu. Bei der Unterscheidung zwischen MEINER Wirklichkeit und DER Wirklichkeit ist zwar kluge Demut angesagt; aber jeder Mensch moege seine Sicht zur Sprache bringen - das ist unser aller Gewinn.

2.) Die Religionen haben die Gottes-Vorstellungen gebuendelt, kultiviert, admini-
striert, verteidigt, bekaempft und manipuliert. Ihre Agenturen (Tempel, Kirchen,
Moscheen und ihre diesbezueglichen Organisationen) vermitteln der Menschheit dieses Kultur-Gut - wie Meereswellen am Strand. Davon zu unterscheiden ist die
Kraft des Einzelnen und der Gruppe aus den eigenen Intuitionen und Erfahrungen heraus dieses Kultur-Gut nicht nur zu hinterfragen sondern auch neu zu beleben,
gar NEUES beizutragen. So erfuellt sich die Verheissung: ein NEUER Himmel,
eine NEUE Erde ist angesagt...  das ist unser aller Beitrag.

3.) Im praktischen Alltags-Leben des Einzelnen und in der Gruppe, vor allem auch in der Liturgie (gemeinsamer Gottesienst, Gebet...) treffen diese zwei Unterschei-
dungen aufeinander und ergeben ein grossartiges Konfliktsfeld. Es zu unterdruecken
waere ein Skandal, Leben zerstoerend. Darum wird in allen Tempeln, Kirchen, Moscheen das Konflikt-Management prioritaer. Das ist unser aller Chance.

Wenn jeder und jede - seine und ihre - Sicht der Wirklichkeit zur Sprache bringt,
die notwendige Kreativitaet einbringt, und den Konflikt fruchtbar gestaltet - dann
ist das Wagnis gerechtfertigt, hoffentlich ueberall auch erwuenscht.

Darum wuensche ich allen Blog-Leser und Leserinnen den Mut, "was immer wir haben, es fuer das Allgemeingut zu nutzen; was immer wir brauchen, es zu erwerben, wenn noetig auch zu erfragen; was immer uns geschenkt wird, es gemeinsam zu geniessen."

Mittwoch, 24. Dezember 2014

2014 NOCH un-entschieden

Es braucht Zeit bis die Getauften (und die Kirche als Ganzes) merken, was da
an Weihnachten verkuendet, was da in Szene gesetzt wird. Aber so langsam tagt es...  Der Jenseits-Himmel ist inzwischen stark relativiert; das irdische Leben im Hier + Heute ist aufgewertet (leider zuwenig:  "fuer alle" ! ); das Handeln Gottes "von Ewigkeit her" ist als Idee aufgeweicht; das Bild vom Interventions-Gott ist etwas verblasst (zugunsten der Einsicht, dass der Mensch einen vernuenftigen Handlungs-Auftrag hat).

Die Evolution des Geistes hat uns Menschen dahin gebracht, dass wir in vernuenftigen und gluecklichen Zeiten einsehen: das menschliche Hauptgebot besteht darin: "einander zu lieben". Diese evolutionaere Einsicht ist ueber die
Inkarnation gelaufen: So sehr Gott die Welt, die Menschen (seine Schoepfung)
liebt, so sollt auch ihr (Pfingsten wird sagen: Ihr seid die Representanten Gottes
in dieser Welt).  Die Jesusbewegung "beweist" mit der Weihnachts-Inszenierung, dass die Evolution des Geistes stimmt.  Der Gedanke vom "Deus incarnatus" vollendet (erloest) die Geschichte zum heutigen Tag hin...  wo ER / der Immanuel gelebt, gefeiert werden sollte... leider hat sich die Kath. Kirche noch nicht entschieden: will sie den neuen "Deus incarnatus" / den IMMANUEL verkuenden oder : "Gott in der Hoeh' sei Preis und Ehr'; den Menschen auf Erden wohl aber sein Wohlgefallen.

Es waechst die Einsicht: Die Menschen von heute brauchen nicht mehr ein Gottes Wohgefallen, das ER vom Himmel her willkuerlich austeilt; gnaedig gewaehrt oder gar aushandelt.  (Dieser alte Manipulations-Mechanismus seitens der Religionen
ist inzwischen gut durchschaut) IMMANUEL bedeutet: Got hat einfuerallemal sich
total ausgeleert; der Schoepfung, den Menschen gegeben, was er je zu geben hat -
und nun braucht IMMANUEL offene Herzen, einende Gedanken, dienende Haende,
die IHN gemeinsam HIER + HEUTE realisieren (Kirche als Leib Christi); die IHN gelingen lassen, so dass ER eine irdische Wirklichkeit wird in und fuer diese Weltzeit.
Es wird von uns traditionellen Christen viel verlangt, wenn wir die christliche Botschaft von IMMANUEL / Deus incarnatus fuer die heutige Zeit ein wenig verstehen wollen. Sie fuehrt uns in die Teilnahme an der verheissenen Lebensfuelle.

2014 Emmanuel

Und nun ist wieder Weihnachten: Krippe in Bethlehem; Jesusgeburt; die drei Weisen aus dem Osten - und noch mehr Szenen. Die Welt aber singt: "Stille Nacht, heilige Nacht". Konsum, Ferienbetrieb, Kirchenbesuch, aber auch "Weinen und Wehklagen" sind in diesen Tagen etwas ueberdurchschnittlich. Es ist als ob ein Teil der Welt eine etwas hoehere Temperatur hat; es ist wohl kaum ein christliches Erwartungs- fieber; der Advent wurde von zuviel Sorgen und Noeten, von Profitstreben und Vergnuegen ueberschattet. Wer will schon ein NEUES Gottes-BILD erarbeiten? Man hatte einst eines - jenes von gestern, jenes aus den Kindheitstagen - und es hat nicht viel geholfen. Ist denn die Welt besser geworden ? Was erwartet die KIRCHE von einem NEUEN Gottes-BILD ? wenn schon das alte sich kaum durch- setzen laesst. Gott ist stets der alte; einigen gar zu sehr vertraut.

Wer aber Weihnachten meditiert, der entdeckt: Da ist was ganz NEUES am Er-
scheinen. Die Jesusbewegung (die ersten Christen, Paulus, die 4 Evv, etc.) hat die INKARNATION GOTTES inszeniert. Wie die Roemer den Kaiser zum "Goettlichen" erklaerten, so aehnlich sagt Markus, dass Jesus in unseren christ- lichen Augen eben auch ein "Goettlicher sei". Und die Geburt des Kindes weist spezielle Zeichen auf, dass dieser Jesus der erwartete Messias sei; und die Mutter - wie es sich bei einem Goettlichen gehoert - ist ebenso auch eine Jungfrau. Diese Inszenierung ist der Jesusbewegung irgendwie vielfaeltig sehr wohl gelungen. Wer Johannes liest, staunt ueber das Bild, das von Jesus von Nazareth bereits 100 Jahre spaeter gezeichnet wird, verkuendet werden kann. Die Einheit von JvN und Jahwe-Gott ist nun perfekt. JvN gilt als richtiger, normaler, sterblicher Mensch; er gilt ebenso als wahrer Gott, Licht, Logos - zusammen ist ER der inkarnierte Gott (1 =+ 1 = 3). Und er wird auch deutlich so bekannt: ER ist der Immanuel (Gott mit uns). Dies ist eine epochale Einsicht, die sich nun unter Wehen und schweren Turbulenzen langsam in Theologie und in der Liturgie einnistet (cf. die Geschichte der Konzilien); aber vom Klerus immer mehr sabotiert wird, und von den Glauebigen kaum rezipiert werden kann. Und doch - die Szene: dass Gott vom Himmel herabsteigt und Mensch-Gott wird in einem (JvN / Immanuel) - gilt bis auf den heutigen Tag. Und diese Geltung wird sanktioniert durch die Szenen der Auferstehung und der Himmelfahrt.
                                                                                      Fortsetzung folgt

Dienstag, 9. Dezember 2014

Eine Weihnachts-Geschichte

Wie aktives Warten aussieht wurde uns gezeigt am Beispiel des Profeten Isaias,
er hat grossartige Bilder geschildert, an Johannes, er hat eine Wassertaufe  ein-
gefuehrt, an Markus, er hat ein Evangelium geschrieben...
Und Petrus (2 Peter 3.8-14): Wir warten auf das was Gott selbst hat vesprochen: den NEUEN Himmel und eine NEUE Erde.

Die folgende Geschichte will uns aufwecken auf dem Weg zu einem neuen Gottesbild
dem eine NEUE Erde wird folgen.

Herr Shikongo war ein normal-guter Katholik; fast jeden Sonntag ging er in die Messe und betete viel; immer wieder rief er Gott um gnaedige Hilfe an...
und eines Tages starb er - wie es sich gehoert.
Er waehnte sich je schon auf dem Weg zum Himmel - und siehe da, halbwegs vor dem Himmelstor begegnete er schon dem Hl. Pfoertner Petrus. Dieser verlangte von ihm: er moege das ticket vorweisen. Herr Shikongo zeigte sein grosses H-ticket
und Petrus wurde verwirrt. Es ging nicht anders; Petrus musste Herr Shikongo aufklaeren und also mitteilen: dass dieses H nicht Himmel meint sondern Hoelle. Herr Shikongo war geschockt. Da begann er sich verzweifelt zu verteidigen: Er sei jeden Sonntag in die Kirche gegangen und das Glaubensbekenntnis habe er stets laut gebetet: Ich glaube an Gott, den Schoepfer, an den Himmel und dass Gott guetig und hilfreich sei und so... Auch bete er jeden Tag das Vater-Unser, das Gott im Himmel weiss...  Da verlor Petrus die Geduld und sagte bestimmt: Herr Shikongo wissen Sie denn nicht, dass Gott-Vater zusammen mit dem Sohn Jesus schon vor 2000 Jahren den Himmel verlassen hat, nach Bethlehem und Nazareth ging und nach Jerusalem und spaeter dann in das Gebiet der heutigen Schweiz und viel spaeter dann auch nach Namibia und so in die ganze Welt hinaus...
Haben Sie denn nie vernommen, dass Jesus den eigenartigen Namen "Immanuel"
erhielt (Gott mit uns) - und da Sie doch getauft sind, warum sind Sie IHM nicht gefolgt ??? Herr Shikongo, seither ist der Himmel leer und Sie sollten doch wissen,
dass Gott sich seither freut unter den Menschen zu sein.
Es blieb Herr Shikongo nicht anderes uebrig als ungluecklich umzukehren ...
Waehrend andere schon laengst gluecklich den "Immanuel" entdecken...