Donnerstag, 13. August 2015

Ein LOB der WEISHEIT / part 3

Inzwischen hat auch die Natur-Wissenschaft (als moderner Mythos) dem
Menschen nachgeholfen und klar gezeigt, dass "Himmel und Erde" nicht getrennt sind - sondern eine Wirklichkeit. Alles ist vernetzt. Gott ist im Menschen und der Mensch in Gott. Der Kosmos wird als Heimat Gottes, als Leib Gottes, als Doxa Gottes geglaubt. Die Weisheit sieht im Menschen den Funken Liebe, der allueberall erhofft wird und im Gesamt Gott darstellt. Und das Objekt verliert immer mehr seine Objektivitaet, es ist inzwischen als subjekt-bedingt anerkannt; die Subjekt-Objekt-Spaltung ist der gegenseitigen
ueberbrueckenden Ein-Wirkung gewichen.
Aber im Bewusstsein der Menschen von 2015 ist diese Erkenntnis noch erst eine Ahnung; in den Religionen noch kaum manifest und in den Christlichen Kirchen noch von den Traditionen verdunkelt, verhindert. Sie koennen sich noch nicht entscheiden, dass "ein neuer Himmel und eine neue Erde" angebrochen ist. Was einst als getrennt gesehen wurde wird nun als nur unterschieden erkannt. Einheit, vereinen wird zum Schluesselwort gelingenden Lebens.
Manchmal sind wir Menschen noch animalisch rueckstaendig traege, noch dem Instinkt ausgeliefert, egoistisch, herdengebunden, stammes-hoerig,
oder: dem Feuer fehlt das Holz, dem Auge das Licht, dem Ohr das Wort, dem Magen die Nahrung; dem menschlichen Geist der Sinn. All das hat Konsequenzen bis heute. Oder: der Lichtstrahl wird abgezweckt. Das heutige
Durcheinander der Systeme vernebelt das menschliche Bewusstsein. Daher arbeiten wir an der Bewusstseins-Erweiterung und an der synodalen Demokratie.
Was wir brauchen ist Aufhellung: wer in der Fuelle schwimmt, braucht Konzentration und Entscheidung. Als Fragment kann der Mensch das Ganze auf seine Art abbilden aber nicht erfassen. Die reale Aufnahme-Kapazitaet (die Wahrnehmung und die Verarbeitung) ist fragmentarisch. Nur wenn alle mit-
komponieren kommen wir dem Ganzen naeher. Aber das Ganze - so die moderne Einsicht - ist mehr als die Summe seiner Teile. Der Mensch als Teilhaber im Kosmos und in der Gnade ist im Mit- und Fuereinander Image Gottes; nicht im Alleingang. Die heutige Weisheit hat uns aufgezeigt, wie sehr wir auf dem Weg sind und fragmentarisch begabt. Zusammen sind wir das Mosaik Gottes und wenn wir uns dessen bewusst werden, koennen wir unsere Rolle echter spielen in der gegenwaertigen Auffuehrung des Welt-Theaters.
Die Weisheit strahlt hier in folgenden Farben: dass sie in der Menschheit
verwurzelt is; dass im Bewusstsein Wirklichkeit komponiert wird; dass im Ver-
einen Unterscheidung wichtig wird; dass im Netz Sicherheit entsteht; dass im Fragment das Ganze mitklingt.
cf. Buch der Weisheit, esp. 7.22...  8.1...     cf. Proverbs 8.22...



Mittwoch, 5. August 2015

Ein LOB der WEISHEIT / part 2

Doxa (auch Herrlichkeit genannt) als Lichtstrahl ist die richtig faszinierende
Verzauberung der Wirklichkeit, wie wir es des abends und des morgens seit
undenklichen Zeiten in der Natur stets erfahren. In der Schriftsprache wurde
sie zum Dogma; also zu einer Einsicht, die richtig faszinierend verzaubert.
zB. die Doxa 
von der Menschwerdung Gottes(in der kirchlichen Sprache: das Dogma / Inkarnation). Das ist ein schon 2000 jaehriger Lichtstrahl, der immer mehr Menschen erhellt.

Die Weisheit der Menschen hat schon recht frueh entdeckt, dass der theis- tische Jahwe-Gott, der da thront in den hoechsten Himmeln, etwas einseitig
verstanden wurde. Was einst in der hohen Ferne in den Goettern gesehen wurde, das wurde in Menschen (und in der Natur) entdeckt; als inkarniert erkannt. Dieser wirkende Gott wird dann gesehen als "im Himmel und auf Erden" (cf. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf Erden!). Er wurde
gar gesehen als "ueberall am Werk"; als Seins-Grund. Und die Weisheit ging weiter und ueberlegte: welch ein Gott ist fuer die Menschen wohltuend; und zwar fuer alle und grundsaetzlich. Es ist eine hervorragende Entdeckung und
heilsame Entscheidung "Gott als Liebe" zu sehen. Was die Weisheit einst mit dem Herzen sah wird heute auch vor der aufgehellten Vernunft einsichtig. 

Die Liebe aber ist in Gedanken, Worten und Werken. Als Gedanke bleibt sie verborgen; als Wort (in der Gebaerde sich verhaltend und gesprochen) kommt sie ins Gespraech und wartet auf Antwort, sie offenbart sich... und als Tat be-
weist sie sich; sie wird relevant und geschichtstraechtig.

In den alten Mythen ist Himmel und Erde weitgehend getrennt; Gott ist dort und der Mensch hier. Gott ist der Kreator und der Mensch die Kreatur. Das ging einst so weit, den Menschen als Bettler vor Gott zu orten; oder als Nahrung Gottes; oder als Nichts der Verzweiflung; zum mindest als total gott-abhaengig. Die Distanz zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und Mensch wurde un-endlich. Und Gott wurde zum Objekt - fern oder nah, sei es der Verehrung oder der Bekaempfung; des Antras oder der Verdankung. 

Freitag, 31. Juli 2015

Ein LOB der WEISHEIT / part 1

In den Ferien gibt's hoffentlich auch Zeit fuer Meditationen; diese hier ist eine
Berg-Ersteigung am Seil der Vernunft. Bitte vorsichtig...

"Die Weisheit baute sich ein Haus
darin spricht Gott sich selber aus,
und dieses Wort hat uns getroffen"      aus: "Beten mit der Kirche"
                                                             hg. von Hans Ludger / CiG 29/15

MEDITATION von Vic. Hs. Leu / Ein Verstehens-Versuch...

Die Weisheit rankt sich empor entlang der evolutionaeren Menschheits-Ent-
wicklung. Sie ist die reifste Frucht der Evolution. Sie entwirft Welt-Bilder. Und:
Weisheit entdeckt Weisheit. Sie gibt ihr eine Chance und eine Geschichte.
Die Weisheit erzaehlt ihre Story... (Ursprungs-Geschichten, Entwicklungen,
Taten der Weisheit in allen Voelkern und Religionen). Anthropologisch ge-
wendet: Bewusstsein entdeckt Bewusstsein und beginnt es zu achten und
zu managen.

Die Weisheit ist eine Doxa, ein geistig erhellender Lichtstrahl. Sie, die aus dem
Menschen entstand, geboren aus dem Menschengeschlecht, erklimmt die
Einsicht, dass jedes ein Jenseits hat und sieht schluss-endlich die Trans- zendenz und in ihr das Hoechste, all-umfassende Heiligste, irgendeinmal als
Gott symbolisiert. Die Weisheit gibt uns Gott ins Welt-Bild; d.h. sie komponiert
die Story "Gott": die vielen Gottes-Bilder, das Management Gottes (die Reli-
gionen) und ihre Agenturen (die Kirchen und die Religionsbueros); sie be-nimmt sich eher echt evolutionaer und wir wissen daher noch nicht und nie wohin sie uns fuehren wird. Sie hat aber mit der Zeit entdeckt, dass Gott auch immanent wirkt. Und das ist die Erkenntnis von heute: Gott war und ist immer schon inkarniert: in jedem Atom - bis heute - strahlend wie ein Lichtstrahl:
erhellend und verbrennend. So wurde auch Gott ein Mitglied der Doxa-Family. Ein Lichtstrahl der Erhellung. Und der Strahlenkern wird im Menschen geortet.
Die Weisheit und durch sie Gott fasziniert und schreckt durch die Zeitraeume,
ausgebruetet im Bewusstsein des Menschen, wie die schweren Elemente im
Stern. Heute nun entscheiden bereits einige im Bewusstsein (bewuss), dass
es Gott gibt (durch die Mutter Weisheit / als Doxa) und dass es IHN bestens
gibt als LIEBE.                                                                (Ftstzg folgt.)


Donnerstag, 23. Juli 2015

Der incarnierte Gott / ein Gedicht

Gott ist im Gedanken:
mir erscheint ER
+ fluechtig - wie der Wind
+ bluehend - wie die Blume
+ verwurzelt - wie der Baum
+ fliessend wie der Strom
+ zaeh - wie die Lava
+ fordernd - wie das Kind
+ fragend - wie die Freundin
   und DIR ?

Gott ist im Gespraech:
ich hoer'
+ ein Wort, das alles sagt
+ ein Wort, das aufregt und beruhigt
+ ein Wort, das milde macht und sanft
+ ein Wort, das fordert und auch gibt
+ ein Wort, das trennt und wunded
+ ein Wort, das heilt und eint
+ ein Wort, das dich offenbart
   und DU ?

Gott ist in der Tat:
fuer mich
jenes Wort, das du mir schenkst
jene Guete, die du ausstrahlst
jene gute Tat, fuer die du dich entscheidest
jener Funken Liebe, den du schlaegst
   und fuer DICH ?

Gott ist dazwischen
wenn wir Gedanken tauschen
wenn wir Geschichten komponieren
wenn wir die Hand uns reichen
wenn wir gemeinsam singen
wenn wir unsre Taten flechten
wenn wir das Leben teilen
   Gott ist dabei - Emmanuel.


Samstag, 11. Juli 2015

REICH GOTTES - Projekt Nr. 1 / part 4

Mitten im Leben sind wir vom All-Heiligsten-Geheimnis umgeben (AHstG) / von Gott, von der Fuelle des Lebens, von der Liebe). Dieses AHstG wahrzu-
mehmen und dann erlebbar
zu machen im mitmenschlichen und natuerlich-kosmischen, gar im globalen Bereich, ist eine spezielle Verantwortung der Christen. In der Inkarnations-Tendenz (Christentum) wird das AHstG / Gott eine persoenliche Entscheidung, bestimmt vom entschiedenen, fundierten Gottesgedanken. Darum gilt es als so wichtig, immer wieder das eigene Gottes-Bild zu hinterfragen und zu erneuern. Die individuelle und globale Gottes-Daemmerung als "Spiel der Kraefte" ereignet sich im Alltag und feierlich in Liturgien. Sie wirkt wie eine Verzauberung; sie ist faszinierend. In diesem Blickwinkel wird der Mensch als "Kind Gottes" gesehen, als Imago Dei (Bild Gottes), als be-achtungs-wert und vor allem auch als offenbarend. Wenn es daemmert, wenn es Licht wird, wenn die Gottes-daemmerung immer mehr lichtet, dann wird in den Menschen die Erde, der Kosmos zum "Gutshof" (Egumbo), zur gemeinsamen Wohnstatt, wie es Papst Francis in der Enzyklika "Laudato si..." anmahnt.In unserem namibianischen Versuch wuerden wir bescheiden sagen: zu einem "Arts-Performance-Centre".

Die hier gegebene Interpretation vom Reich-Gottes-Gedanken ist kompatibel
mit den Wissenschaften (bes. auch mit den Natur-Bio-Psycho-Sozio-Wissen- schaften). Sie ist aber nicht vereinbar mit vielen Techniken und Welt- systemen.Wie weit sie annehmbar ist in den Christlichen Konfessionen, muss
ich im moment offen lassen...  Es ist aber (angesichts der Weltsituation)
evident, dass die "Wohlgesinnten", die aufgeweckten Christen, den ange-deuteten Reich-Gottes-Gedanken mehr und staerker als Projekt Nr 1 in ihr Leben bewusster integrieren sollten. Es taete uns allen gut!

Der Reich-Gottes-Gedanke ist der all-umfassendste Gedanke, den man sich vorstellen kann. In ihm ist alles integriert und wohltuend angegangen. Darin
ist der Profet JvN uns ein wirkkraeftiges Beispiel und eine wichtige Richtlinien-
Instanz. Die Frage ist umtreibend aktuell:
WIE wir ihn ins Heute uebersetzen.
Der Apostel Paulus hat diesen Versuch in der ihm eigenen Sprache gewagt und dem AHstG (seinem Jahwe-Gott) ein Loblied gedichtet (cf. Eph 1.3-14).
Ich denke, dass die offiziellen und vor allem auch die inoffiziellen Heiligen, je
auf ihre Art, das Reich Gottes zu ihrem Projekt Nr 1 erkoren. Die offiziellen
Heiligen ergeben
eine weltoffene EXPO der vielen Versuche, das Reich-
Gottes, das Jesus als nahe und moeglich ankuendigte, demonstrativ in ihre
Zeitsituation zu uebersetzen. Die Enzyklika "Laudato si..." will fuer uns ein
Weckruf sein, sogar eine Richtschnur, das Reich-Gottes Jesu im Heute
zu praesentieren.








Dienstag, 30. Juni 2015

"Verzauberung der Welt" part 3

Ist das Himmel-Reich Gottes gleich der "Verzauberung der Welt" ? Joerg Lauster wagt es in seiner "Kulturgeschichte des Christentums" (C.H.Beck / 2014) aufzuzeigen, dass die christliche Religion nun schon seit 2000 Jahren die Welt verzaubert. Die Christianisierung ist fuer ihn die Verzauberung, indem sie alle Realitaeten bes. aber die Kuenste teils in ihren Dienst nimmt, mehr aber noch inspiriert. Seine Kulturgeschichte ist wie ein hinweisendes Fuer-Wort. Er weist auf ein Bild, ein Musikstueck, einen Bau (kirche), auf einen Roman, auf ein Gedicht - und sagt: hier siehst Du, hoerst Du die Verzauberung. Aber J. Lauster spielt nicht den Psychologen um nun die Verzauberung ins Erlebnis zu bringen.. Dazu muss sich jeder nochmals extra anstrengen; zB wenn er die Zauberfloete hoert oder wenn sie vor der Pieta des Michelangelo's steht oder wenn er Dostojewski liest.Die Beispiele der Ver- zauberung sind gut gewaehlt, gewiss nicht umfassend und vor allem bleibt die Frage nach den Auswahlkriterien zurueck. Laubster gesteht: auch andere Religionen verzaubern, sogar die nuechterne Natur-Wissenschaft kann verzaubern... aber im sog. Abendland war es bisher das Christentum, das die staerkste Zaubermacht praesentierte. 
Verzauberung geschieht, wenn bekannte und unbekannte Kraefte gemeinsam ein "Phaenomen" hervorbringen, das uns Menschen fasziniert. Eben wie es der Krieg oder der Friede bei vielen bewirkt; oder ein altroem. Hochamt, der Rock von Turin, das Buch "Das Leben Jesu" von D.F. Srauss etc...
Die Welt ist verzaubert (ein "Spiel der Kraefte) und wir sind fasziniert, je mehr wir erleben. 
J. Lauster sagt nicht direkt: Gott ist der Zauberer. Aber wenn er die Transformation des Christentums hervorhebt, dann spielt er doch auf den beruehmten Geist an, der weht wo er will.
Was ist der Unterschied zwischen Geschichte und Kulturgeschichte? Der Architekt baut ein Haus ode eine Stadt! Und mir will scheinen J. Lauster macht einen Kompromiss. Er richtet
sein Auge hauptsaechlich auf Kunstwerke, die vom Christentum inspiriert sind und wie sie in den verschiedenen Zeitepochen entstehen (und wirken).
Was fuer mich zu kurz kommt ist der Mensch als das eigentliche Kunstwerk und wie denn die christliche Religion den Menschen verzaubert, so dass er mich fasziniert. 
Ich denke die Verzauberung der Welt, wie sie in den Kuensten und vor allem in gewissen Menschen (zB. den Heiligen / oder den "Geliebten") aufscheint, ist ein Aspekt vom Reich Gottes, ein Hinweis; der Start der Faszination ?
Als solches ist das Buch recht empfehlenswert!

Mittwoch, 24. Juni 2015

Es daemmert... / part 2

Wenn die Sonnenstrahlen fruehmorgens im Westen den Gitschenberg  erreichen und die 
Erhellung der Gitschenwand ins Tal herabsteigt - dann fuehlen wir: es ist bereits Morgen- daemmerung, es hellt auf...  die Sonne zeigt sich im Osten, ein neuer Tag bricht an...
bis die Strahlen die Erhellung zuruecknehmen, vielleicht noch die Ostwolken leuchten lassen; dann erscheint die Abenddaemmerung...

Wenn wir weit genug in die Vergangenheit zurueckschauen, dann sehen wir die Morgen-daemmerung des LEBENS und nach vielen Tausenden von Jahren die Daemmerung des
Menschen; ein Lebewesen erscheint, mit Geist begabt, das sich Vorstellungen von Umgebung und Mitwelt machen kann - ja sogar eine ICH-WIR-Vorstellung praktiziert...

Aus diesem Leib-Geist-Wesen heraus entsteht in jedem ein Weltbild und im Weltbild manchmal ein Gottesbild. Ob Gott entdeckt, erfunden oder auferweckt wurde sind Schattierungen der Morgendaemmerung Gottes. Nach der Epoche der Vielen daemmert es dem Menschen, dass es nur einen Gott gibt; dann daemmert es dem Menschen, dass Gott stets der Inkarnationstendenz unterliegt. Neuerdings (seit der Romantik) daemmert es dem Menschen, dass Gott nicht eine objektive Groesse irgendwo in der Welt ist sondern dass er eine subjektive Entscheidung ist, die es eben gibt. 

Wie das Licht und Schattenspiel von den stellaren Bewegungen und der oertlichen Topographie abhaengt, so geistert der Gottesgedanke durch die Epochen und Sprachen;
er erscheint als Morgen- und Abenddaemmerung - ist ein Weg von Kommen und Gehen, von Konkurrenz und Vereinbarung, Geburt und Tod - also ein Kreuzweg und darum ein Auferstehungsweg in die Fuelle des Lebens.

Gott ist wie die Gegenwart - und darum daemmert es vielen, dass es sie gibt und dass sich der Mensch ihrer Wirkung nicht entziehen aber aussetzen kann. So wurde das Phaenomen Gott in vielen Zeitepochen wirksam, in vielen Menschen sogar sehr wirksam, einige sagen: "allmaechtig". [Schon Mk 4.31-45 hat erkannt, dass Jesus erst nach der Auferweckung "maechtig" wurde.]
Jedenfalls sehe ich die Gottesdaemmerung in unserer Menschenwelt als ein "Spiel der 
Kraefte"; ein dynamisch bewegtes Energiefeld, ein Reich, wo Gott immer mehr in die Haende der Menschen uebergeben wird. cf. Eucharistie

Dienstag, 16. Juni 2015

Ein Blich auf das Reich Gottes / part 1

Die Kath. Fatima Gemeinde (in Orwetoveni) feiert die Hl. Messe unter einem grossen Baum. Ich predigte ueber das Reich Gottes (Mk 4.26-34); manchmal mussten die Leute schmunzeln. In diesem Blog gebe ich nicht die Predigt wieder ! sondern die Ueberlegungen zu der mich die Gemeinde durch die Predigt-Vorbereitung heraus-
fordert. Wir gehen also auf eine Bewusstseins-Berg-Wanderung! Mit welchen
Gedanken-Bildern / Vorstellungen koennen wir heutzutage das "Koenig-Reich-Gottes"
verdeutlichen, darstellen, ein wenig verstehen ?

Philosophische Vorueberlegung.
"Sich Gedanken machen" heisst: einen Spaziergang im Bewusstsein unternehmen.
Wie man weiss: Gedanken sind eine Wirklichkeit! Sie wirken auf unser Gefuehl,
auf unser Handeln, auf die Gesundheit, auf unsere Beziehungen etc... Sie haben den Wirklichkeits-Status (WkSt) von "ens mentalis". Sie sind effektiv, manchmal gar explosiv. Bringen wir die Gedanken ins Wort, zur Sprache, dann sind sie noch wirkungsvoller - sie beeinflussen unsere Mitmenschen . Im gegenseitigen Gedanken-austausch erarbeiten wir sprachlich unser Welt-Bild, konstruieren die Vergangenheit und entwerfen die Zukunft. In der Sprache, in der Rede, sind die Gedanken in den Wirklichkeits-Status (WkSt) von "ens verbalis" uebergegangen. Worueber die Sprach-Welt redet, was wir zur Sprache bringen ist vorerst "nur ens verbalis" (ein im Gehoer Vernommenes und im Bewusstsein Gestaltetes - oder: gleichsam ein Text, vom Auge aus ins Bewusstsein gefiltert). Welche Wirklichkeiten dahinter stecken (ens materialis; ens spiritualis) hinter dem im Bewusstsein Gehoerten, dem im Bewusst-
sein Gesehenen - das ist vorerst offen. Manche Geschichten sind vorerst "nur" Wort- und Satz-Kompositionen, oder Gedichte von hinreissender Glut.

Thema: WIR + das Reich Gottes
Das "Reich Gottes" hat viele Namen: Himmelreich, Koenigreich Gottes, Paradies etc...
Dieses "Reich" ist personalisiert irgendwie mit Gott identisch und wird auch gesehen als "Fuelle des Lebens" oder: "Gott ist Liebe" und ebenso: "Gott ist die Einheit von allem", wenn nicht gar "alles in allem". Gott ist eins und einer. Dass ER mit vielen Namen geehrt wird ist "kontextabhaengig" wohltuend. Dieser Gott mit all seinen Namen ist im Bewusstsein der Menschen eine Wirklichkeit im Status von "ens mentalis", ein Gedankengut (das wirkt). All diese Namen versuche ich zu sub- summieren unter dem Begriff "All-Heiligstes-Geheimnis" (AHstG).



Wenn wir Gott (in all seinen Namen) zur Sprache bringen, dann erhaelt ER unter uns Menschen den WkSt von "ens verbalis"; und wir wissen bereits um die Macht des Wortes. Worte koennen toeten aber auch in die Auferstehung provozieren.
Wir leben in Afrika, in Namibia, in Otjiwarongo, in Orwetoveni, unter dem Baum, im Haus, am Arbeitsplatz, auf dem Spielplatz - alle Menschen leben "multilocal". - auch wenn das im Bewusstsein wenig aufleuchtet; die Sehnsucht nach der Heimat ist ein deutliches Beispiel. Bei der Taufe haben wir uns entschieden, auch im Reich Gottes zu leben. Das bedeutet: wir leben auch bereits in der Fuelle des Lebens, in der Liebe, in der Einheit. Aber eben wir immer: koerperlich begrenzt, mental gebunden und spirituell unerfuellt-offen - also unvollkommen, gebrechlich. Oder anders gesagt: wir sind noch auf dem Weg: es ist der Auferstehungs-Weg; immer tiefer in die Fuelle des Lebens hinein. Zu dieser Fuelle gehoert das Problem loesen, Freude geniessen und Leid erfahren, den Tod erleben, das Mit-Gegen- und Fuer-einander, die Welt- und die Welt-Bild-Entwicklung; mit einem Wort: das "All-Heilige-Geheimnis des Kosmos" (AHkG). Ein anderes Bild: Das Reich Gottes, die Liebe, die Einheit, die Fuelle des Lebens ist der Ozean in dem wir alle gemeinsam schwimmen; den Wellen und Stoemungen, den Ufern und Horizonten ausgeliefert.

Nachwort oder die Konsequenz
Den Menschen von heute kann man weitgehend zugestehen, dass sie bewusster den je im AHkG leben. Die Menschen staunen, was ihnen alles auf die Buehne das Bewusstsein geraet. Haben es die Christen im Alltag im Bewusssein, dass sie mitten im AHstG leben? Ich denke wir orten hier ein Bewusstseins-Defizit. Wir sind nicht aufgeweckt genung "es" im Bewusstsein zu haben / zu halten, naemlich, dass wir "Buerger" im Reich Gottes, im AHstG sind; in allem Teilnehmer an der Fuelle des Lebens. Diese Teilnahme ist stets im "hier + jetzt". Leben in Namibia und  spazieren am Waterberg und lernen im Kurs und leben im AHstG und teilnehmen an der Fuelle des Lebens - das ist alles gleich-zeitig und gleich-local. Wir sind IM Geheimnis.
Das "Reich Gottes" ist "katholisch" es umfasst das AHkG + das AHstG.
Anstatt "mitten im Leben sind wir vom Tode umgeben" sagen die Christen noch realistischer "Mitten im Leben (AHkG) sind wir von der Fuelle des Lebens (AHstG) liebevoll umgeben.

Freitag, 12. Juni 2015

GLAUBENS - DARSTELLUNG

Wenn wir alle Fronleichnams-Prozessionen der ganzen Welt und alle eucharistischen
Kongresse, alle Hohen-Donnerstag-Feiern und all eucharist. Anbetungen allueberall
zusammennehmen, dann haben wir  (sehr wahrscheinlich) die groesste BROT-Aus-stellung der Welt vor Augen.
Nicht, was will sie sagen, sondern was sagt sie tatsaechlich; welchen Eindruck hat die Welt von dieser Brot-Ausstellung; welche Botschaft troepfelt in den Geist und in die Herzen der Teilnehmenden und der Zuschauer??? das ist meine Frage.
Wird in der heutigen weltweiten eucharist. Brot-Ausstellung die Botschaft Jesu verstaendlich, zeitgemaess und effektiv weitergegeben? Oder wird die Botschaft durch die Darstellung verzerrt, falsch wahrgenommen?
Ich nehme an, dass das Geheimnis Gott durch JESUS uns offenbaren wollte, dass der Mensch sich nun immer mehr in seiner Evolution als "Brot fuer-einander" verstehen sollte: "Brot fuer das Leben der Welt."
Gott hat diese Botschaft nicht "uebersinnlich und uebersprachlich geoffenbart"
sondern JESUS hat sein Selbstverstaendnis formuliert (bekommen). Was Menschen (wie Jesus) als richtig einsehen und mit dem Leben bezeugen, das ist fuer uns Offenbarung: ein Angebot zu und wie befreiende, heilvolle Lebensgestaltung aussehen koennte.
Es gibt zwei Sakramente (Heilszeichen), an denen aufzuzeigen ist, wie unsere "Darstellung" sicher fehl geht:
In der Beichte sind wir im praktischen Vollzug so sehr fehl gegangen, dass die Leute, trotz oefters heilvollem Effekt, den Vollzug weitghend verweigern.
Wer sich der Psychologie verschliesst, nimmt ein heute anerkanntes Wissen nicht ernst und riskiert fehl zu gehen.
In der Eucharistie schwanken wir noch zwischen Magie und Empathy, auch zwischen vernichtenden Vollzugsvorschriften und freier Gestaltung. Aber die Teilnahme-Tendenz ist auch hier abnehmend. Es gibt auch hier keinen Trend richtigere Formen offiziell zu suchen. Im Gegenteil: die Bindung der engl. Uebersetzung (2009) an das Latein hat die engl. Messfeier schwer beschaedigt ( Sprache ist unverstaendlich).
Fuer uns Menschen sind "Gehalt + Gestalt, Zeit + Raum" 4 Dimensionen jeder Wirklichkeit. Die Kirche muesste diese 4 Dimensionen in ihrem Wirken be-rueck-sichtigen und in ihrem Feiern bestimmend werden lassen.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Fronleichnam - Brotpraesentation

Eucharistie is about Nahrung. Der Mensch braucht zur Entwicklung und zur Selbst-
und Welt-Darstellung biologische, mentale und spirituelle Nahrung. Wir meinen:
die Nahrung als Ganzes ist genuegend gegeben, umstritten (was tut wem gut?),
sie ist unlogisch verteilt (und dies fuehrt zu Hungersnoeten), sie ist ein welt-
weites Geschaeft, eine Industrie und ein Kultur-Ausweis.
In bezug auf das Eucharist.Brot als spirituelle Nahrung, sieht das anders aus?
a) Es ist nicht genuegend Hl. Brot jeden Sonntag fuer die Glaeubigen bereit.
(Priestermangel wird als Grund angegeben). b) Man sagt, das Hl. Brot sei fuer alle
gut, gibt es aber nur unter bestimmten Bedingungen. c) Das Hl. Brot ist dem
"Geweihten Leben" mehr zur Verfuegung als dem gewoehnlichen Glaeubigen. d) Unter
dem Stichwort "Messtipendien" und unter Kirchenbau und Eucharistiegestaltungen allueberall, muss auch diese Nahrung als Geschaeft gesehen werden. e) Sie ist sogar ein Kultur-Barometer, nicht nur ein Ausweis.

Das Eucharist. Brot wird gut praesentiert, bis hin zur Anbetung und zum Slogen:
"Brot fuer das Leben der Welt". Die Intention des Brotes: gegessen zu werden, ist
mangelhaft erfuellt. Viele fuehlen sich unwuerdig, wieder andere essen es als "nichts besonderes". Das Sinn-Ziel des Brotes, dass die Glaeubigen sich als "Brot fuer das Leben der Welt" verstehen (Bewusstseins-Transfiguration), als Zeichen des Heils in Gemeinschaft, ist weitgehend in der Praesentation und in der Intentions-Erfuellung ausgeblendet. Andere Sinn-Ziele wie persoenliche Heiligkeit, Jesus-Bekanntschaft, Trost, Hilfe und Erhoerungen uebrwuchern Jesu' Ansage: "mein Leib
hingegeben fuer euch". Dass es um ein Welt-engagement geht, um aktive Weltge-
staltung im Geiste Christi - also um Einsatz in Gesellschaft und Politik, in Wirtschaft und Lehre, in Sport und Gesundheit, in Industrie, Kunst und Vergnuegen - das wird nur zoegernd anerkannt und umgesetzt.

Die kommende Welt-Synode 2015 ist kurzsichtig, wenn sie die Zulassungsfrage
zur Eucharistie in den Vordergrund stellt. In einer Familiensynode muss es darum gehen, wie denn alle Familienarten zu versammeln waeren und ihre entschiedene Vergemeinschaftung als "Zeichen des Heils" zu erwirken waere. Nicht, dass es sie gibt, ist das Problem der Familienarten sondern dass sie sich nicht als Zelle der Gemeinschaft verstehen (koennen), als Lebens-resourcen im biologischen, mentalen und spirituellen Bereich. Hier ist Aufholbedarf...