Vorwort.
Natuerlich empfinde ich es als Theologe und als Psychologe, dass es mein Recht und meine Pflicht ist, das Thema der kommenden Synode durchzudenken und meine Gedanken zu veroeffentlichen - als Diskussions-Beitrag. Ich hab' versucht, herauszufinden, wie weit mein Problem- und Loesungsdenken verantwortungsvoll zu gehen wagt. Als einer, einst recht aktiv in der Jugendpastoral, der das Buch "Kinder - Zeichen des Heils" (Rex-Verlag 1980) wagte, als einer der in vielen Ehe-Vorbereitungskursen mitarbeitete (Zuerich), als einer, der aktiv in einer Eherunde fuer viele Jahre stets einen Beitrag leisten durfte - fuehle ich mich diskussionsberechtigt. Die eigene Familie, die schweizerische Mittelstandsfamilie und die namibische Familien-situation gibt mir ein gutes weites Erfahrungsfeld. Die Gedanken, die ich hier vortrage sind nur ein Entwurf. Sie sind nicht katholisch-konservativ sondern suchend. Ich moechte sie als Gedanken-Anstoss verstanden wissen. Weiter-denken ist angesagt. Meine Hoffnung ist, dass moeglichst viele kritisch mein vorgelegtes Denken verbessern. Darum empfehle ich, viele auf diesen Blog aufmerksam zu machen.
!!! 1. Ein DILEMMA.
In unserer Weltkultur hat das Justizwesen sich hervorragend entwickelt und bestimmt oeffentlich weitgehend "unsere Moral". Wir lernen (oder sollten es) was erlaubt und was verboten ist - mehr und mehr diktiert vom Justizwesen. Frueher lernten wir "es" eher von den Kirchen. In vielen Faellen, da wir unser Recht erstreiten oder ein Unrecht verhindern wollen, suchen wir Rat oder gar Einsatz beim Juristen. Dieses juristische Denken hat auch die Ehe-Kultur ueber-schwemmt. Die Ehe ist (bei vielen) immer mehr eine Rechts-Angelegenheit: Ein juristischer Akt konstituiert sie, ein juristischer Akt annuliert sie. Dieses juristische Dogma hat auch die Kirche ueberwaeltigt. Der kirchliche Akt bestimmt die Wirklichkeit: von nun an seit ihr verheiratet. Und ein hoeherer kirchlicher Akt hat das Recht zu entscheiden: nun sei ihr (wieder) "unverheiratet" (geschieden). Und ein kirchliches Grundgesetz bestimmt: es gibt die Ehe nur zwischen Mann und Frau. Die Kirche begruendet diesen Grundsatz mit der Bibel, genauer: sie haelt Jesus fuer den Grund-Gesetzgeber. Wenn Jesus wuesste, dass er so sehr zum Gesetz-Geber wurde (ein neuer Moses), er wuerde sich im Grab umkehren (trotz der Auferstehung).
Im Feld der Bewusstseins-Psychologie ist die Ehe zuerst ein persoenlicher Entscheid. Was denn der Entscheid beinhaltet ist mehr Hoffnung, Versprechen und eher vage und oft kulturell fremd-bestimmt, definiert. Der Entscheid hat eine Geschichte, Motive, Bedingungen - und gilt daher als reif, ueberlegt und bestimmend, vor allem wenn er einem hoeheren Bewusstseinsgrad entspricht. Der Entscheid ist so gesehen "entwicklungs-bedingt". Vor allem auch, weil er motivations-bedingt ist! Die einen werden faehig, den Entscheid in die Tat umzusetzen, ihn zu leben. Andern ist dieses "Glueck", diese Faehigkeit, diese Bestimmung nicht gegeben. Waehrend gewisse Ehepaare ihre Gluecksmomente und Schwierigkeiten meistern, scheinen andere in "ausweglose Zerruettung" zu schlingern oder zu einer andern Entscheidung zu gelangen. Die Schuldfrage muss auf "alle" uebertragen werden, sogar auf die "Gesellschaft". Die Psychologie weiss, dass jede Ehe praegend wirkt fuer die ganze Zukunft. Eine Ehe kann psychologisch nicht ungeschehen gemacht werden; sie wirkt weiter. In diesem Sinne gibt es keine "Trennung", nur eine Beziehungs-Verhaltens-Veraenderung. Und da viele Menschen aus Erfahrungen lernen, ist der Versuch, es wieder zu wagen, positiv gewertet. In der Psychologie ist "ehe-unfaehig" keine Diagnose - sie ist rechtlich oder medizinisch angesagt. Wohingegen psychologisch gewarnt werden kann ist die Voraussicht, dass fuer diesen Partner jener ein schwieriger weden kann. Dass gelingende Beziehung eine Kunst ist, das wird heute weitgehend anerkannt.
Es muss in der Familien-Synode gefragt werden: warum hat sich die Kirche (in der Ehefrage) so sehr dem Recht als bestimmend ausgeliefert, waehrend der Psychologie (wenn's gut geht) nur Beratung zugestanden wird. Vielleicht war Jesus doch mehr Psychologe als Jurist ?
Ich will versuchen Gedanken zum Weiterdenken anzubieten in der Theologie, Psychologie und zu einem evolutiven Weltbild.
Dienstag, 22. September 2015
Donnerstag, 17. September 2015
Synode 2015 / SEXUALITAET in der Verbannung
Wiedereinmal kam ich zufaellig mit Hr. Shikongo ins Gespraech; wir blieben lange sitzen.
Ich fragte ihn: Warum Er ums Himmels willen die Kath. Ehe als solche, "an und fuer sich"
als ungueltig erachte? Hr. Shikongo vertritt die Meinung: alle kath.Ehen seien zumindest seit dem Vaticanum II ungueltig und beruft sich in seiner Antwort auf viele Tatsachen:
1. Das SAKRAMENT. Die Ehe is nach der Kath. Kirche heutzutage ein Sakrament, kann also nur frei-willig vollzogen werden. Ein erzwungenes Sakrament ist zum vorhinein ungueltig. 2. Der GLAUBE. Das Sakrament setzt den Glauben der Kirche voraus; ohne kirchlichen "glauben" kein Sakrament. Und zu diesem "glauben" gehoeren bis heute "Himmel + Hoelle" (abgestiegen zur Hoelle; aufgefahren in den Himmel) "Gott und der Teufel" (die barmherzige Liebe und ihr Missbrauch durch eine Kirche der Macht).
3. Die VERBANNUNG. Die Kath. Kirche hat die Aktivierung der Sexualitaet in die Ehe verbannt. Weder vor noch ausser, noch nach der Ehe ist heterogene Sxualitaet zu akti-
vieren (geschweige denn homosexuelle). Wer das tut, der suendigt. Und in der Kath. Kirche
ist Sexual-Suende schnell mal Todsuende; du bist dann auf dem Weg zur Hoelle. Und wer an die Hoelle glaubt: im Eis oder im Feuer brennend fuer ewig, du und jene die du liebtest... was fuer eine Qual / Drohung fuer jene, die in den Himmel gelangen moechten!
4. Die SEXUALITAET. Sie ist eine natuerliche grandiose Ur-Kraft, das Menschengeschlecht auf Erden ueberleben zu lassen; sie muss human domestiziert, kultiviert werden.
5. Die VERPFLICHTUNG. Falls du also sexuell aktiv werden moechtest oder willst, bist dazu auch noch katholisch und geneigt, nicht zu suendigen, weil ihr ja nicht in die Hoelle gehen wollt, dann bist du zugunsten der erlaubten Ausuebung deiner oder eurer Sexualitaet zur kath. Ehe verpflichtet (moralisch gezwungen). Ohne Ehe keine suendenfreie Aktivierung der Sexualitaet. Sexualitaet ist bekanntlich vergeltungs-reich: sie bringt kurzfristig Leben oder Tod, langfristig beides. 6. Der ZWANG. Ob du willst oder nicht, aktive Sexualitaet gibt es katholisch nur in der Ehe - damit wirst du als glaeubiger Katholik gezwungen zugunsten Eurer Sexualitaet in den Hafen der Ehe einzufahren; es sei denn, ihr verzichtet auf die Aktivierung Eurer Sexualitaet; was man auch oefters als "unmenschlich" bezeichnen kann.
Keine Sexualitaet ohne Ehe heisst: falls du sexuell aktiv werden willst und nicht suendigen willst, must du (kirchlich) heiraten. Das Sakrament wirkt dann wie ein Ticket zum Sex.
7. Die UNGUELTIGKEIT. Damit bist du zu einem Sakrament gezwungen, falls du nicht sex-los leben willst oder kannst (unabhaengig davon, wie sehr das Dir bewusst ist). Und ein erzwungenes Sakrament ist kein Sakrament - jedenfalls un-gueltig (trotz allem Segen).
8. EHE-ZWECK: NACHWUCHS. Solange die Sexualitaet mit der Fortpflanzung primaer verbunden war, konnte die Ehe als bester Ort der Aufzucht gut begruendet werden (eine liebe Mutter und ein guter Vater, beide auf ewig verbunden - da gibt's theoretisch keinen besseren Hort). und die Sexual-Lust wurde inklusive mittoleriert. 9. EHE-ZWECK: BE-
Friedung. Nach dem 2. Vaticanum hat "man" (die Kirche) die Sexualitaet als bekoemmlich akzeptiert, aber weiterhin nur verbannt im Rahmen der Ehe. Die allgemeine Verhuetungs-
Praxis hat ueberhand genommen, die Single-Muetter sind gewichtig geworden (beruehmt in Namibia). Die Verbannung der Sexualitaet in die Ehe ist nicht nur in der Christen-Praxis
aufgegeben worden , sie kann auch theoretisch nicht mehr begruendet werden. Die eliptische Ehe ist entkernt (ausgehoehlt). Die Vollendung des Christen besteht nicht mehr
zuest in der Nachwuchs-Beschaffung.
"Liebet einander mit Leib und Seele" (in Tat und Wahrheit) gilt fuer alle.
Ich fragte ihn: Warum Er ums Himmels willen die Kath. Ehe als solche, "an und fuer sich"
als ungueltig erachte? Hr. Shikongo vertritt die Meinung: alle kath.Ehen seien zumindest seit dem Vaticanum II ungueltig und beruft sich in seiner Antwort auf viele Tatsachen:
1. Das SAKRAMENT. Die Ehe is nach der Kath. Kirche heutzutage ein Sakrament, kann also nur frei-willig vollzogen werden. Ein erzwungenes Sakrament ist zum vorhinein ungueltig. 2. Der GLAUBE. Das Sakrament setzt den Glauben der Kirche voraus; ohne kirchlichen "glauben" kein Sakrament. Und zu diesem "glauben" gehoeren bis heute "Himmel + Hoelle" (abgestiegen zur Hoelle; aufgefahren in den Himmel) "Gott und der Teufel" (die barmherzige Liebe und ihr Missbrauch durch eine Kirche der Macht).
3. Die VERBANNUNG. Die Kath. Kirche hat die Aktivierung der Sexualitaet in die Ehe verbannt. Weder vor noch ausser, noch nach der Ehe ist heterogene Sxualitaet zu akti-
vieren (geschweige denn homosexuelle). Wer das tut, der suendigt. Und in der Kath. Kirche
ist Sexual-Suende schnell mal Todsuende; du bist dann auf dem Weg zur Hoelle. Und wer an die Hoelle glaubt: im Eis oder im Feuer brennend fuer ewig, du und jene die du liebtest... was fuer eine Qual / Drohung fuer jene, die in den Himmel gelangen moechten!
4. Die SEXUALITAET. Sie ist eine natuerliche grandiose Ur-Kraft, das Menschengeschlecht auf Erden ueberleben zu lassen; sie muss human domestiziert, kultiviert werden.
5. Die VERPFLICHTUNG. Falls du also sexuell aktiv werden moechtest oder willst, bist dazu auch noch katholisch und geneigt, nicht zu suendigen, weil ihr ja nicht in die Hoelle gehen wollt, dann bist du zugunsten der erlaubten Ausuebung deiner oder eurer Sexualitaet zur kath. Ehe verpflichtet (moralisch gezwungen). Ohne Ehe keine suendenfreie Aktivierung der Sexualitaet. Sexualitaet ist bekanntlich vergeltungs-reich: sie bringt kurzfristig Leben oder Tod, langfristig beides. 6. Der ZWANG. Ob du willst oder nicht, aktive Sexualitaet gibt es katholisch nur in der Ehe - damit wirst du als glaeubiger Katholik gezwungen zugunsten Eurer Sexualitaet in den Hafen der Ehe einzufahren; es sei denn, ihr verzichtet auf die Aktivierung Eurer Sexualitaet; was man auch oefters als "unmenschlich" bezeichnen kann.
Keine Sexualitaet ohne Ehe heisst: falls du sexuell aktiv werden willst und nicht suendigen willst, must du (kirchlich) heiraten. Das Sakrament wirkt dann wie ein Ticket zum Sex.
7. Die UNGUELTIGKEIT. Damit bist du zu einem Sakrament gezwungen, falls du nicht sex-los leben willst oder kannst (unabhaengig davon, wie sehr das Dir bewusst ist). Und ein erzwungenes Sakrament ist kein Sakrament - jedenfalls un-gueltig (trotz allem Segen).
8. EHE-ZWECK: NACHWUCHS. Solange die Sexualitaet mit der Fortpflanzung primaer verbunden war, konnte die Ehe als bester Ort der Aufzucht gut begruendet werden (eine liebe Mutter und ein guter Vater, beide auf ewig verbunden - da gibt's theoretisch keinen besseren Hort). und die Sexual-Lust wurde inklusive mittoleriert. 9. EHE-ZWECK: BE-
Friedung. Nach dem 2. Vaticanum hat "man" (die Kirche) die Sexualitaet als bekoemmlich akzeptiert, aber weiterhin nur verbannt im Rahmen der Ehe. Die allgemeine Verhuetungs-
Praxis hat ueberhand genommen, die Single-Muetter sind gewichtig geworden (beruehmt in Namibia). Die Verbannung der Sexualitaet in die Ehe ist nicht nur in der Christen-Praxis
aufgegeben worden , sie kann auch theoretisch nicht mehr begruendet werden. Die eliptische Ehe ist entkernt (ausgehoehlt). Die Vollendung des Christen besteht nicht mehr
zuest in der Nachwuchs-Beschaffung.
"Liebet einander mit Leib und Seele" (in Tat und Wahrheit) gilt fuer alle.
Mittwoch, 9. September 2015
EHE oder Geluebde der Keuschheit ???
Das Leben besteht aus Entscheidungen: Diesen oder jenen Weg zu gehen etc...
Das Leben besteht aus Zeit + Raum, Energie + Faehigkeit, Versagen + Gelingen...
Unter Beachtung dieser konkreten Gegebenheiten steht die WAHL an:
EHE meint (auch heute im Kath. Verstaendnis) mit einem Partner das Leben zu teilen und zu gehen... zugunsten personaler Tiefe, moeglichst umfassender Kenntnis und Gestaltung.
Theologisch gesagt: "Brot + Wein zu teilen"; psychologisch gesagt: "Hoehen und Tiefen zu teilen". Dieses "teilen" ist womoeglich koerperlich, geistig, seelisch = ganzheitlich !!!
Hinzu kommt oft die gewollte Fruchtbarkeit, Kinder, aber auch gemeinsame Werke und Beziehungen... Dieses menschliche Experiment mit einem Partner zu wagen ist Gnade.
Du reduzierst die Anzahl moeglicher Partner zugunsten allumfassender Erlebnis-Tiefe.
Diese Lebensgemeinschaft hat ihren ganz eigenen Erfahrungs-Reichtum.
Ehe aber ist nicht der "Sinn des Lebens" fuer alle. Darum ist Ehe frei-willig.
Der "vernetzte Beziehungsreichtum" meint einen anderen Weg. Du gehst bewusst mit mehreren Partner. Du teilst mit (moeglichst) Vielen. Das ist eine schwierige Balance. Was, wieviel mit wem ??? Im Kloster ist das "mit wem?" and das "was?" ziemlich entschieden.
In der offenen Welt bleibt dieser Entscheid stets offen. Die Partnerschaften sind graduell,
seien es Freundschaften, Wohngemeinschaften, Arbeitsgruppen etc... Die Offenheit fuer neue und mehr Begegnungen ist stets gefaehrdet; die Vielheit verhindert die Tiefe der Begegnungen: koerperlich, geistig, seelisch - aber nicht ihren eigenen Erfahrungs-Reichtum
Es gibt einen dritten Weg: Der konzentrierte Interessen-Reichtum. Es gibt Leute, die
sich entscheiden fuer ein bestimmtes Erfahrungs-Gebiet und sie stellen alle andern Interessen hintan. Auch das ist "unter Umstaenden" erlaubt.
Der vierte Weg: "weder / noch"; keine bewusst eigene Entscheidung, ist an und fuer sich (theoretisch) nicht human; sie wird oft praktiziert "umstaendehalber", obwohl nicht erlaubt, zumindest nicht ratsam. cf. die moderne Uebung: "leben ohne entscheiden".
Die Psycho-Analyse mag herausfinden, warum wer welchen Weg wie geht. Die Tradition und die Umstaende gelten oft als bestimmungs-dominant. und muessen als Entschuldigung dienen. Wir haben alle vier Wege im Auge zu behalten, realistisch einzuschaetzen und schlussendlich heilsam zu tolerieren.
Der biblische Aufruf "liebet einander" gilt fuer alle vier Wege.
Das Leben besteht aus Zeit + Raum, Energie + Faehigkeit, Versagen + Gelingen...
Unter Beachtung dieser konkreten Gegebenheiten steht die WAHL an:
EHE meint (auch heute im Kath. Verstaendnis) mit einem Partner das Leben zu teilen und zu gehen... zugunsten personaler Tiefe, moeglichst umfassender Kenntnis und Gestaltung.
Theologisch gesagt: "Brot + Wein zu teilen"; psychologisch gesagt: "Hoehen und Tiefen zu teilen". Dieses "teilen" ist womoeglich koerperlich, geistig, seelisch = ganzheitlich !!!
Hinzu kommt oft die gewollte Fruchtbarkeit, Kinder, aber auch gemeinsame Werke und Beziehungen... Dieses menschliche Experiment mit einem Partner zu wagen ist Gnade.
Du reduzierst die Anzahl moeglicher Partner zugunsten allumfassender Erlebnis-Tiefe.
Diese Lebensgemeinschaft hat ihren ganz eigenen Erfahrungs-Reichtum.
Ehe aber ist nicht der "Sinn des Lebens" fuer alle. Darum ist Ehe frei-willig.
Der "vernetzte Beziehungsreichtum" meint einen anderen Weg. Du gehst bewusst mit mehreren Partner. Du teilst mit (moeglichst) Vielen. Das ist eine schwierige Balance. Was, wieviel mit wem ??? Im Kloster ist das "mit wem?" and das "was?" ziemlich entschieden.
In der offenen Welt bleibt dieser Entscheid stets offen. Die Partnerschaften sind graduell,
seien es Freundschaften, Wohngemeinschaften, Arbeitsgruppen etc... Die Offenheit fuer neue und mehr Begegnungen ist stets gefaehrdet; die Vielheit verhindert die Tiefe der Begegnungen: koerperlich, geistig, seelisch - aber nicht ihren eigenen Erfahrungs-Reichtum
Es gibt einen dritten Weg: Der konzentrierte Interessen-Reichtum. Es gibt Leute, die
sich entscheiden fuer ein bestimmtes Erfahrungs-Gebiet und sie stellen alle andern Interessen hintan. Auch das ist "unter Umstaenden" erlaubt.
Der vierte Weg: "weder / noch"; keine bewusst eigene Entscheidung, ist an und fuer sich (theoretisch) nicht human; sie wird oft praktiziert "umstaendehalber", obwohl nicht erlaubt, zumindest nicht ratsam. cf. die moderne Uebung: "leben ohne entscheiden".
Die Psycho-Analyse mag herausfinden, warum wer welchen Weg wie geht. Die Tradition und die Umstaende gelten oft als bestimmungs-dominant. und muessen als Entschuldigung dienen. Wir haben alle vier Wege im Auge zu behalten, realistisch einzuschaetzen und schlussendlich heilsam zu tolerieren.
Der biblische Aufruf "liebet einander" gilt fuer alle vier Wege.
Montag, 7. September 2015
"Gott-geweihtes-Leben" in FRAGE gestellt 4.
Drei gewichtige Bedenken moechte ich zum Thema "G-gw-L" vorlegen:
1. Ob die Orden den Willen und die Kraft haben sich zur Inkarnations-Theology hin-
zuentwickeln ??? Diese Innovation sehe ich fuer die Zukunft entscheidend.
2. Wo wohnt der inkarnierte Gott ? Die alten Religionen meinten: draussen in den Vorstellungen. Die Jesus-Bewegung glaubte: Im Schoss der Mutter Erde, im Schoss Marias, in der Krippe zu Bethlehem und in der Krippe seiner Juenger (Inkarnation).
Dem heutigen Christentum bleibt: Emmanuel ist gegeben im Wort und im Ritus.
3. Es gibt im Verlauf der menschlichen Geschichte Einsichten,hinter die man besser nicht mehr zurueckgehen wuerde. Auch die Wissenschaften bearbeiten diese Einsichten und
die Weisheit waehlt sie fuers Leben aus. Inkarnation ist so eine errungene Einsicht, vergleichbar jener, dass die Erde um die Sonne kreist, obwohl die Sonne fuers Auge taeglich untergeht. Alles was wir sehen, erkennen, denken ist erkanntermassen menschenbedingt; sogar die Atomwissenschaften, geschweige denn die Theology.
Sogar die Offenbarung Gottes ist menschenbedingt.
So koennte auch das Gott-geweihte-Leben zu einer Hinwendung zum Menschen werden.Gott geweiht wuerde dann heissen: dem Menschen gewidmet.
Diese inkarnatorische Wende ist 2015 nicht nur angebracht sondern lebenswichtig. Statt sich zu feiern sollte ds "Gott-geweihte-Leben" sich re-formieren; sich transformieren zu einer herzlicheren Menschlichkeit im Rahmen der Imitatio Christi.
Damit wuerde ARMUT zum Geluebde des universalen gewinnbringenden Teilens
[statt gegen das "immer-mehr-haben -wollen" anzukaempfen.]
GEHORSAM wuerde zum Geluebde der ehrlichen Kooperation
[statt gegen den Individualismus und die Pluralitaet vorzugehen] und
KEUSCHHEIT zum Geluebde des vernetzten Beziehungs-Reichtums
[statt gegen Lust und graduelle Partnervielfalt zu wettern].
Und Mr. Shikongo will das letzte Wort haben indem er uebersetzt:
Emmanuel heisst nicht: "Gott mit mir' sondern "Gott mit uns"
Das Thema "G-gw-L" halte ich fuer die Okt-Familien-Synode 2015 als relevant.
Nicht im Sinne der alten Hoffnung, dass die Familien ihre Toechter und Soehne wieder mehr zum G-gw-L anhalten. Heute gilt: die jungen Menschen muessen selber entscheiden.
Aber es gilt: Familien und G-gw-L sind Lebens-Gemeinschaften.
Darauf werde ich in der naechsten Serie eingehen. Nicht in der Hoffnung, dass die Bischoefe darauf eingehen koennen; aber ich moechte glaeubige Christen zum Weiter-
Denken anregen.
1. Ob die Orden den Willen und die Kraft haben sich zur Inkarnations-Theology hin-
zuentwickeln ??? Diese Innovation sehe ich fuer die Zukunft entscheidend.
2. Wo wohnt der inkarnierte Gott ? Die alten Religionen meinten: draussen in den Vorstellungen. Die Jesus-Bewegung glaubte: Im Schoss der Mutter Erde, im Schoss Marias, in der Krippe zu Bethlehem und in der Krippe seiner Juenger (Inkarnation).
Dem heutigen Christentum bleibt: Emmanuel ist gegeben im Wort und im Ritus.
3. Es gibt im Verlauf der menschlichen Geschichte Einsichten,hinter die man besser nicht mehr zurueckgehen wuerde. Auch die Wissenschaften bearbeiten diese Einsichten und
die Weisheit waehlt sie fuers Leben aus. Inkarnation ist so eine errungene Einsicht, vergleichbar jener, dass die Erde um die Sonne kreist, obwohl die Sonne fuers Auge taeglich untergeht. Alles was wir sehen, erkennen, denken ist erkanntermassen menschenbedingt; sogar die Atomwissenschaften, geschweige denn die Theology.
Sogar die Offenbarung Gottes ist menschenbedingt.
So koennte auch das Gott-geweihte-Leben zu einer Hinwendung zum Menschen werden.Gott geweiht wuerde dann heissen: dem Menschen gewidmet.
Diese inkarnatorische Wende ist 2015 nicht nur angebracht sondern lebenswichtig. Statt sich zu feiern sollte ds "Gott-geweihte-Leben" sich re-formieren; sich transformieren zu einer herzlicheren Menschlichkeit im Rahmen der Imitatio Christi.
Damit wuerde ARMUT zum Geluebde des universalen gewinnbringenden Teilens
[statt gegen das "immer-mehr-haben -wollen" anzukaempfen.]
GEHORSAM wuerde zum Geluebde der ehrlichen Kooperation
[statt gegen den Individualismus und die Pluralitaet vorzugehen] und
KEUSCHHEIT zum Geluebde des vernetzten Beziehungs-Reichtums
[statt gegen Lust und graduelle Partnervielfalt zu wettern].
Und Mr. Shikongo will das letzte Wort haben indem er uebersetzt:
Emmanuel heisst nicht: "Gott mit mir' sondern "Gott mit uns"
Das Thema "G-gw-L" halte ich fuer die Okt-Familien-Synode 2015 als relevant.
Nicht im Sinne der alten Hoffnung, dass die Familien ihre Toechter und Soehne wieder mehr zum G-gw-L anhalten. Heute gilt: die jungen Menschen muessen selber entscheiden.
Aber es gilt: Familien und G-gw-L sind Lebens-Gemeinschaften.
Darauf werde ich in der naechsten Serie eingehen. Nicht in der Hoffnung, dass die Bischoefe darauf eingehen koennen; aber ich moechte glaeubige Christen zum Weiter-
Denken anregen.
Samstag, 5. September 2015
"Gott-geweihtes-Leben" in FRAGE gestellt 3.
Wer sein Leben exclusiv dem Heiligen Gott weiht... muss heutzutage erklaeren:
a) welchem Gott ? (das ist alles andere als selbstverstaendlich klar)
a) welchem Gott ? (das ist alles andere als selbstverstaendlich klar)
b) wie und was er/sie unter Armut, Gehorsam, Keuschheit verstehen will.
c) wie er/sie diese 3 Geluebde 2015 glaubhaft leben will und kann?
d) welche Rolle spielen denn die Mitmenschen wenn Gott "ein und alles" ist?
e) Ist fuer Menschen mit "G-gw-L" die Inkarnation ein Faktum oder nur Glaubenssatz?
Mr. Shikongo meint: Ein menschenreiner Gott ist mehr und mehr Unsinn geworden; pure Einbildung. Der leider so katholische Dualismus: hier der reiche Gott dort die armen Menschen (Der Koenig und der Bettler) bringt das G-gw-L in totalen Verruf und zerstoert gesundes christliches Mensch-sein. Wer sein Leben dem bekannten theistischen Gott von damals weiht, ist religioes, aber ausserhalb des Christentums. Das Bild vom Letzten Gericht (Mt 25) sollte Dir die Augen oeffnen: "Was du dem andern getan hast, hast du mir getan".
Warum nur denkt Mr. Shikongo so abschaetzig vom G-gw-L? Ist es denn so pervers, aus-schliesslich Gott zu dienen und ihm zuleben? Oder ist alles nur ein modernes abgrundtiefes Miss-Verstaendnis?
Ich moechte zu Bedenken geben:
1. Es ist wirklich tragisch! Waehrend die kath.Theology die Inkarnation langsam ernst nimmt, bekennt die kirchliche Pastoral noch immer den theistischen Jahwe-Gott oder den Herrscher-Gott oder das ens absolutum. Der historische Kompromiss zwischen theistischer und inkarnatorischer Gottes-bild-Theology im Christentum der ersten zwei tausend Jahre zerschleisst nun im 3. Jht die Glaeubigen. Und die ersten oder die letzen Opfer sind die religioes Intensiven, jene vom "Gott-geweihten-Leben". Ob sie die Innovationskraft haben, sich zur Inkarnations-Theology hin zu entwickeln?
2. Calm down! Natuerlich gibt es Gott. Da ER auf uns zukommt, ist die Frage: wie wir ihn (kuturell-konstruktivistisch) sehen, wie wir meinen, dass er uns sieht und wo wir IHN ansiedeln, was wir ihm zumuten, und vor allem: welche sog. Offenbarung wir fuer uns als zustaendig halten!
Ist Gott gegeben im Zelt unter den Menschen oder im Himmel ueber den Sternen oder in der Herzmitte der eigenen Existenz? Die Evangelisten plaedieren fuer den Weg: von der Krippe bis zum Wort "das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt". Damit wird Himmel und Herzmitte zumindest stark relativiert zugunsten der Achtsamkeit fuer Emmanuel. Und als Emmanuel, als einer unter uns und von uns, aber von keinem gepachtet, geschweige denn ergriffen oder erfahren, lebt er irgendwie zwischen uns oder wir Paulus versucht zu sagen: Wir leben in ihm und er in uns. Gott fliesst, wirkt, gibt als ueberraschende Quelle von Allem Alles in Allem.
c) wie er/sie diese 3 Geluebde 2015 glaubhaft leben will und kann?
d) welche Rolle spielen denn die Mitmenschen wenn Gott "ein und alles" ist?
e) Ist fuer Menschen mit "G-gw-L" die Inkarnation ein Faktum oder nur Glaubenssatz?
Mr. Shikongo meint: Ein menschenreiner Gott ist mehr und mehr Unsinn geworden; pure Einbildung. Der leider so katholische Dualismus: hier der reiche Gott dort die armen Menschen (Der Koenig und der Bettler) bringt das G-gw-L in totalen Verruf und zerstoert gesundes christliches Mensch-sein. Wer sein Leben dem bekannten theistischen Gott von damals weiht, ist religioes, aber ausserhalb des Christentums. Das Bild vom Letzten Gericht (Mt 25) sollte Dir die Augen oeffnen: "Was du dem andern getan hast, hast du mir getan".
Warum nur denkt Mr. Shikongo so abschaetzig vom G-gw-L? Ist es denn so pervers, aus-schliesslich Gott zu dienen und ihm zuleben? Oder ist alles nur ein modernes abgrundtiefes Miss-Verstaendnis?
Ich moechte zu Bedenken geben:
1. Es ist wirklich tragisch! Waehrend die kath.Theology die Inkarnation langsam ernst nimmt, bekennt die kirchliche Pastoral noch immer den theistischen Jahwe-Gott oder den Herrscher-Gott oder das ens absolutum. Der historische Kompromiss zwischen theistischer und inkarnatorischer Gottes-bild-Theology im Christentum der ersten zwei tausend Jahre zerschleisst nun im 3. Jht die Glaeubigen. Und die ersten oder die letzen Opfer sind die religioes Intensiven, jene vom "Gott-geweihten-Leben". Ob sie die Innovationskraft haben, sich zur Inkarnations-Theology hin zu entwickeln?
2. Calm down! Natuerlich gibt es Gott. Da ER auf uns zukommt, ist die Frage: wie wir ihn (kuturell-konstruktivistisch) sehen, wie wir meinen, dass er uns sieht und wo wir IHN ansiedeln, was wir ihm zumuten, und vor allem: welche sog. Offenbarung wir fuer uns als zustaendig halten!
Ist Gott gegeben im Zelt unter den Menschen oder im Himmel ueber den Sternen oder in der Herzmitte der eigenen Existenz? Die Evangelisten plaedieren fuer den Weg: von der Krippe bis zum Wort "das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt". Damit wird Himmel und Herzmitte zumindest stark relativiert zugunsten der Achtsamkeit fuer Emmanuel. Und als Emmanuel, als einer unter uns und von uns, aber von keinem gepachtet, geschweige denn ergriffen oder erfahren, lebt er irgendwie zwischen uns oder wir Paulus versucht zu sagen: Wir leben in ihm und er in uns. Gott fliesst, wirkt, gibt als ueberraschende Quelle von Allem Alles in Allem.
Donnerstag, 3. September 2015
"Gott-geweihtes-Leben" in FRAGE gestellt 2.
B) Hr. Shikongo schuettelt den Kopf ueber all das, was er vom "G-gw-L" hoerte
und meint sagen zu duerfen; er meint: zur Ueberlegung vorzubringen...
1.) Genau das ist das Un-Christliche an der Sache... Gott ist dein Alles - die Menschen zaehlen gar nicht. Sie sind entweder laestige Umgebung, Randfiguren, notwendiges Uebel... du bist ueberzeugt, dein Gott-geweihtes Leben gelaenge besser ohne Mit- menschen; Gott ist dein Freund und Ansprechspartner! Und die Menschen: die gelten doch oft als Versuchung oder zumindest als Verfuehrer, die in die Versuchung fuehren. Und so ist es besser: Gott und du - und die ganze Welt vergessen, untergegangen. Eine schlimmere Menschenverachtung ist wohl kaum bekannt. Natuerlich tust du den Menschen nichts Boeses; du tust ihnen eben gar nichts: arm wie du bist, gehorsam wie du ohne Ich wandelst, keusch wie an Gott gebunden. Es gibt sie, die lieben Mitmenschen, fuer dich ja eigentlich gar nicht; und wenn schon mal, dann als Stoerenfriede.
2.) Weisst du, so sagt es uns heute die Psychologie, dass dein Gott zuerst deine private-
kulturelle Einbildung ist und du "deinen Gott" d.h. den von dir konstruierten Gott, genauer genommen dein Gottesbild, sei es im Herzen oder im Gehirn angesiedelt, als einen Gott anschwaermst und damit eben deine eigene Einbildung - das ist Narzissmus im hoechsten Grad. Du bist in Dich vernarrt. Denn du hast den entscheidenden Unterschied zwischen deinem Gottesbild und dem wahren Geheimnis Gott wahrscheinlich noch gar nicht wahrgenommen. Du hast eine besondere Beziehung zu deinem Gottesbild, von dem du dich praegen laesst, im Denken und im Tun. Wem dein Gottesbild nahe kommt, der Tradition (und dann welcher?), dem alten Jahwe-Gott, dem wahren Geheimnis Gott, deiner Persoenlichkeit, ev. dem JvN oder einer Konstruktion eines Heiligen, - das ist umstands-bedingt und waere noch zu untersuchen.
3.) Hast du auch schon gehoert: "liebet einander" ??? und gemeint sind die Menschen!
Falls das von der Inkarnation stimmt, kannst du (im Christentum) Gott nur noch im andern Menschen finden. Noch tiefer: Gott ist die gebende Beziehung zwischen dir und deinen konkreten Mitmenschen. Gott ist doch in seine Schoepfung hinein verdunstet. KENOSIS!
Gott hat sein Leben in die Schoepfung hineingegeben, hineinverloren.
Er hat die Schoepfung als seine Hingabe definiert. Folglich kannst du Gott nicht mehr menschenlos, menschenfrei lieben und preisen. Gott ist "menschenverseucht, menschen-vergifted". Und zwar das Geheimnis Gott selbst, nicht nur das neue Bild, das du von ihm seit 2000 Jahren haben solltest.
und meint sagen zu duerfen; er meint: zur Ueberlegung vorzubringen...
1.) Genau das ist das Un-Christliche an der Sache... Gott ist dein Alles - die Menschen zaehlen gar nicht. Sie sind entweder laestige Umgebung, Randfiguren, notwendiges Uebel... du bist ueberzeugt, dein Gott-geweihtes Leben gelaenge besser ohne Mit- menschen; Gott ist dein Freund und Ansprechspartner! Und die Menschen: die gelten doch oft als Versuchung oder zumindest als Verfuehrer, die in die Versuchung fuehren. Und so ist es besser: Gott und du - und die ganze Welt vergessen, untergegangen. Eine schlimmere Menschenverachtung ist wohl kaum bekannt. Natuerlich tust du den Menschen nichts Boeses; du tust ihnen eben gar nichts: arm wie du bist, gehorsam wie du ohne Ich wandelst, keusch wie an Gott gebunden. Es gibt sie, die lieben Mitmenschen, fuer dich ja eigentlich gar nicht; und wenn schon mal, dann als Stoerenfriede.
2.) Weisst du, so sagt es uns heute die Psychologie, dass dein Gott zuerst deine private-
kulturelle Einbildung ist und du "deinen Gott" d.h. den von dir konstruierten Gott, genauer genommen dein Gottesbild, sei es im Herzen oder im Gehirn angesiedelt, als einen Gott anschwaermst und damit eben deine eigene Einbildung - das ist Narzissmus im hoechsten Grad. Du bist in Dich vernarrt. Denn du hast den entscheidenden Unterschied zwischen deinem Gottesbild und dem wahren Geheimnis Gott wahrscheinlich noch gar nicht wahrgenommen. Du hast eine besondere Beziehung zu deinem Gottesbild, von dem du dich praegen laesst, im Denken und im Tun. Wem dein Gottesbild nahe kommt, der Tradition (und dann welcher?), dem alten Jahwe-Gott, dem wahren Geheimnis Gott, deiner Persoenlichkeit, ev. dem JvN oder einer Konstruktion eines Heiligen, - das ist umstands-bedingt und waere noch zu untersuchen.
3.) Hast du auch schon gehoert: "liebet einander" ??? und gemeint sind die Menschen!
Falls das von der Inkarnation stimmt, kannst du (im Christentum) Gott nur noch im andern Menschen finden. Noch tiefer: Gott ist die gebende Beziehung zwischen dir und deinen konkreten Mitmenschen. Gott ist doch in seine Schoepfung hinein verdunstet. KENOSIS!
Gott hat sein Leben in die Schoepfung hineingegeben, hineinverloren.
Er hat die Schoepfung als seine Hingabe definiert. Folglich kannst du Gott nicht mehr menschenlos, menschenfrei lieben und preisen. Gott ist "menschenverseucht, menschen-vergifted". Und zwar das Geheimnis Gott selbst, nicht nur das neue Bild, das du von ihm seit 2000 Jahren haben solltest.
Dienstag, 1. September 2015
"Gott-geweihtes-Leben" in FRAGE gestellt 1.
Hr. Shikongo hat schon am 16.01.15 und am 13.02.15 schraeg gesehen. Inzwischen ist alles schlimmer geworden. Es folgt also ein Beitrag zur Christlichen Spiritualitaet...
A) Der Hr. Shikongo hat schon laengst gelernt: Wenn jemand in den Stand des "Gott-ge-
weihten-Lebens" eintritt, wie es 2015 wieder besonders empfohlen wird, wer also die drei Geluebde ablegt (Armut, Gehorsam, Keuschheit) dann tut sie oder er dies als ein besonderes Zeichen der Verbundenheit mit Gott. Im Dialekt gesagt: er tut es nicht fuer sich, nicht fuer die andern, sondern fuer Gott.
Wie alle religioesen Menschen pflegt der Gott-geweihte seine Gottes-Beziehung - aber eben etwas intensiver oder besser gesagt etwas spezifischer. Dieses Besondere ist heut- zutage so sehr "besonders" geworden, ja sogar besonders unglaubwuerdig, dass alle
drei Geluebde heftig diskutiert werden (sollten) und gar nicht so einfach zeitgemaess zu definieren sind:
ARMUT - aber wie? Um Sicherheit zu erlangen? Um frei-zu-sein wozu, wenn du nichts mehr zu geben hast? Armut gilt als das Gegenteil von Reichtum und wer ist dann gegen was, wenn doch Reichtum ein Teil der Fuelle des Lebens ist? Abschaffen der Armut gilt da und dort als ein lobenswertes Unternehmen! Und die Gott-geweihten Armen sind heute als die best versicherten und versorgten Menschen; sie leben eine Armut, die es als solche nicht gibt: eine nicht-weh-tuende, nicht entwuerdigende. Sie bruesten sich gar ihrer luxurioesen religioesen Armut.
GEHORSAM - wem? Um Verantwortung abzugeben? Keine Entscheide faellen zu muessen? "Den erkannten Willen Gottes" zu tun"? Die eigene Einsicht Ich-los unter- schaetzen? Die Wegsuche andern ueberlassen? Reformen nicht durchsetzen? Lamm-
fromm wiederstandslos sich ergeben... im Gehorsam?
KEUSCHHEIT - ein ticket um sexlos zu leben? Um die koerperliche Lust zu meiden? ungebunden? offen fuer alle? verpflichtungslos? kompensations-faehig?
Den Hintergrund dieser weitgestreuten Geluebde-Spiritualitaet sollte noch mehr geachtet werden! Zentrale Frage: WELCHEM GOTT ist dieses Leben geweiht??? Natuerlich dem
"lieben Gott". Und dieser dich so sehr liebende Gott, ob nah oder fern, ob gespuert oder kalt, wird als dein Partner erklaert und du baust eine partnerschaftliche Beziehung zu diesem Gott auf. Deine Aufmerksamkeit gilt IHM. Eventuell opferst du IHM deine Verzichte und gewiss wirst du IHM deine tiefsten Geheimnisse anvertrauen, deine Suenden und deine Freuden. Sogar wenn du mit der Jungfrauenweihe in der Welt lebst, so hast du doch in Gebet und Meditation eine besondere Verbundenheit mit deinem Gott. Und wenn du tief genug hinhoerst, wer weiss - du vernimmst sein Wort, seinen Willen. Du lebst in Gott und Gott in dir. Gibt es was erhaben Schoeneres??? Fuer dich eben nicht. Gott ist deine Welt, dein Ein + Alles. Was stimmt denn da nicht ???
A) Der Hr. Shikongo hat schon laengst gelernt: Wenn jemand in den Stand des "Gott-ge-
weihten-Lebens" eintritt, wie es 2015 wieder besonders empfohlen wird, wer also die drei Geluebde ablegt (Armut, Gehorsam, Keuschheit) dann tut sie oder er dies als ein besonderes Zeichen der Verbundenheit mit Gott. Im Dialekt gesagt: er tut es nicht fuer sich, nicht fuer die andern, sondern fuer Gott.
Wie alle religioesen Menschen pflegt der Gott-geweihte seine Gottes-Beziehung - aber eben etwas intensiver oder besser gesagt etwas spezifischer. Dieses Besondere ist heut- zutage so sehr "besonders" geworden, ja sogar besonders unglaubwuerdig, dass alle
drei Geluebde heftig diskutiert werden (sollten) und gar nicht so einfach zeitgemaess zu definieren sind:
ARMUT - aber wie? Um Sicherheit zu erlangen? Um frei-zu-sein wozu, wenn du nichts mehr zu geben hast? Armut gilt als das Gegenteil von Reichtum und wer ist dann gegen was, wenn doch Reichtum ein Teil der Fuelle des Lebens ist? Abschaffen der Armut gilt da und dort als ein lobenswertes Unternehmen! Und die Gott-geweihten Armen sind heute als die best versicherten und versorgten Menschen; sie leben eine Armut, die es als solche nicht gibt: eine nicht-weh-tuende, nicht entwuerdigende. Sie bruesten sich gar ihrer luxurioesen religioesen Armut.
GEHORSAM - wem? Um Verantwortung abzugeben? Keine Entscheide faellen zu muessen? "Den erkannten Willen Gottes" zu tun"? Die eigene Einsicht Ich-los unter- schaetzen? Die Wegsuche andern ueberlassen? Reformen nicht durchsetzen? Lamm-
fromm wiederstandslos sich ergeben... im Gehorsam?
KEUSCHHEIT - ein ticket um sexlos zu leben? Um die koerperliche Lust zu meiden? ungebunden? offen fuer alle? verpflichtungslos? kompensations-faehig?
Den Hintergrund dieser weitgestreuten Geluebde-Spiritualitaet sollte noch mehr geachtet werden! Zentrale Frage: WELCHEM GOTT ist dieses Leben geweiht??? Natuerlich dem
"lieben Gott". Und dieser dich so sehr liebende Gott, ob nah oder fern, ob gespuert oder kalt, wird als dein Partner erklaert und du baust eine partnerschaftliche Beziehung zu diesem Gott auf. Deine Aufmerksamkeit gilt IHM. Eventuell opferst du IHM deine Verzichte und gewiss wirst du IHM deine tiefsten Geheimnisse anvertrauen, deine Suenden und deine Freuden. Sogar wenn du mit der Jungfrauenweihe in der Welt lebst, so hast du doch in Gebet und Meditation eine besondere Verbundenheit mit deinem Gott. Und wenn du tief genug hinhoerst, wer weiss - du vernimmst sein Wort, seinen Willen. Du lebst in Gott und Gott in dir. Gibt es was erhaben Schoeneres??? Fuer dich eben nicht. Gott ist deine Welt, dein Ein + Alles. Was stimmt denn da nicht ???
Samstag, 22. August 2015
KIRCHE unertraeglich ???
Einiges in unserer Kath. Kirche ist fuer viele "unertraeglich" geworden
(Joh 60.60-65). "Es" ist eigentlich nicht nur unverstaendlich sondern, wie wir es verstehen, auch nicht nachvollziehbar.
Diese biblisch-johanneische Aussage gilt fuer die Lehre Jesu und fuer die Kirche, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Lehre Jesu in die Zukunft hinein zu verkuenden, seit Anbeginn bis Heute. Es ist wichtig anzuerkennen,
dass wir es mit einer doppelten "Unbegreiflichkeit" zu tun haben. Jener von Jesus und jener von der Kirche. Diese grundsaetzliche Unbegreiflichkeit ist die Voraussetzung dafuer, dass wir als Kirche eine "suchende Gemeinschaft" sind. Die angesagte Fuelle kann eben nur fragmentarisch begriffen werden. Wir tasten in die Zukunft und versuchen die Lehre Jesu und ihr Verstaendnis durch die Kirche zu verstehen - dies gelingt manchmal bruckstueckweise -
aber es liegt in der Natur der Sache, dass wir unser einstiges Verstaendnis wieder in Frage stellen und neu uebersetzen. Diese pro-gressivitaet ist natuerlich, dieses Fort-Schreiten ist unerlaesslich.
Auf der einen Seite: Es ist unertraeglich, dass die Lehre Jesu und ihr Verstaendnis durch die Kirche sich aendert; dass sie mit der Zeit geht...
dass sie Menscheits-Entwicklungen beruecksichtigt; dass sie sogar auf Menschlichkeit Ruecksicht nimmt... dass ihre Art, Sprache, Musik, Form sich aendert... sogar modernisiert...
Auf der andern Seite: Es ist unertraeglich, dass die Lehre Jesu und ihr Verstaendnis durch die Kirche durch alle Zeiten unveraenderlich und "fuer ewig" unfehlbar ist. Dass alles so starr und ewig gleich erscheint...
Die eine und die andere Seite kreuzen sich oft, je nach Spielfeld, und die einzige Hoffnung fuer beide ist: die Vielfalt tolerieren, die Aussagen relativieren und ev. gemeinsam den Weg suchen und synodal-demokratisch die momentan beste Entscheidung faellen. Die Suche nach dem echten Verstaendnis wird oft durch Machtspiele und Umstaende erschwert.
Was von allen Seiten in den Blick genommen werden muss:
Die Lehre der Kirche... ist der Verkuendigungs-Gehalt neu zentrierbar?
Die Sprache der Kirche... kann ihre Lehre verstaendlicher ausgesagt werden?
Die Rituale der Kirche... kann ihr Verhalten angenehmer gestaltet werden?
Die Leitung der Kirche... kann ihr Fuehren menschlicher geformt werden?
Die Familien-Synode 2015 wird uns die "Unertraeglichkeit der Kirche" zeigen.
Donnerstag, 13. August 2015
Ein LOB der WEISHEIT / part 3
Inzwischen hat auch die Natur-Wissenschaft (als moderner Mythos) dem
Menschen nachgeholfen und klar gezeigt, dass "Himmel und Erde" nicht getrennt sind - sondern eine Wirklichkeit. Alles ist vernetzt. Gott ist im Menschen und der Mensch in Gott. Der Kosmos wird als Heimat Gottes, als Leib Gottes, als Doxa Gottes geglaubt. Die Weisheit sieht im Menschen den Funken Liebe, der allueberall erhofft wird und im Gesamt Gott darstellt. Und das Objekt verliert immer mehr seine Objektivitaet, es ist inzwischen als subjekt-bedingt anerkannt; die Subjekt-Objekt-Spaltung ist der gegenseitigen
ueberbrueckenden Ein-Wirkung gewichen.
Aber im Bewusstsein der Menschen von 2015 ist diese Erkenntnis noch erst eine Ahnung; in den Religionen noch kaum manifest und in den Christlichen Kirchen noch von den Traditionen verdunkelt, verhindert. Sie koennen sich noch nicht entscheiden, dass "ein neuer Himmel und eine neue Erde" angebrochen ist. Was einst als getrennt gesehen wurde wird nun als nur unterschieden erkannt. Einheit, vereinen wird zum Schluesselwort gelingenden Lebens.
Manchmal sind wir Menschen noch animalisch rueckstaendig traege, noch dem Instinkt ausgeliefert, egoistisch, herdengebunden, stammes-hoerig,
oder: dem Feuer fehlt das Holz, dem Auge das Licht, dem Ohr das Wort, dem Magen die Nahrung; dem menschlichen Geist der Sinn. All das hat Konsequenzen bis heute. Oder: der Lichtstrahl wird abgezweckt. Das heutige
Durcheinander der Systeme vernebelt das menschliche Bewusstsein. Daher arbeiten wir an der Bewusstseins-Erweiterung und an der synodalen Demokratie.
Was wir brauchen ist Aufhellung: wer in der Fuelle schwimmt, braucht Konzentration und Entscheidung. Als Fragment kann der Mensch das Ganze auf seine Art abbilden aber nicht erfassen. Die reale Aufnahme-Kapazitaet (die Wahrnehmung und die Verarbeitung) ist fragmentarisch. Nur wenn alle mit-
komponieren kommen wir dem Ganzen naeher. Aber das Ganze - so die moderne Einsicht - ist mehr als die Summe seiner Teile. Der Mensch als Teilhaber im Kosmos und in der Gnade ist im Mit- und Fuereinander Image Gottes; nicht im Alleingang. Die heutige Weisheit hat uns aufgezeigt, wie sehr wir auf dem Weg sind und fragmentarisch begabt. Zusammen sind wir das Mosaik Gottes und wenn wir uns dessen bewusst werden, koennen wir unsere Rolle echter spielen in der gegenwaertigen Auffuehrung des Welt-Theaters.
Die Weisheit strahlt hier in folgenden Farben: dass sie in der Menschheit
verwurzelt is; dass im Bewusstsein Wirklichkeit komponiert wird; dass im Ver-
einen Unterscheidung wichtig wird; dass im Netz Sicherheit entsteht; dass im Fragment das Ganze mitklingt.
cf. Buch der Weisheit, esp. 7.22... 8.1... cf. Proverbs 8.22...
Mittwoch, 5. August 2015
Ein LOB der WEISHEIT / part 2
Doxa (auch Herrlichkeit genannt) als Lichtstrahl ist die richtig faszinierende
Verzauberung der Wirklichkeit, wie wir es des abends und des morgens seit
undenklichen Zeiten in der Natur stets erfahren. In der Schriftsprache wurde
sie zum Dogma; also zu einer Einsicht, die richtig faszinierend verzaubert.
zB. die Doxa von der Menschwerdung Gottes(in der kirchlichen Sprache: das Dogma / Inkarnation). Das ist ein schon 2000 jaehriger Lichtstrahl, der immer mehr Menschen erhellt.
Die Weisheit der Menschen hat schon recht frueh entdeckt, dass der theis- tische Jahwe-Gott, der da thront in den hoechsten Himmeln, etwas einseitig
verstanden wurde. Was einst in der hohen Ferne in den Goettern gesehen wurde, das wurde in Menschen (und in der Natur) entdeckt; als inkarniert erkannt. Dieser wirkende Gott wird dann gesehen als "im Himmel und auf Erden" (cf. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf Erden!). Er wurde
gar gesehen als "ueberall am Werk"; als Seins-Grund. Und die Weisheit ging weiter und ueberlegte: welch ein Gott ist fuer die Menschen wohltuend; und zwar fuer alle und grundsaetzlich. Es ist eine hervorragende Entdeckung und
heilsame Entscheidung "Gott als Liebe" zu sehen. Was die Weisheit einst mit dem Herzen sah wird heute auch vor der aufgehellten Vernunft einsichtig.
Die Liebe aber ist in Gedanken, Worten und Werken. Als Gedanke bleibt sie verborgen; als Wort (in der Gebaerde sich verhaltend und gesprochen) kommt sie ins Gespraech und wartet auf Antwort, sie offenbart sich... und als Tat be-
weist sie sich; sie wird relevant und geschichtstraechtig.
In den alten Mythen ist Himmel und Erde weitgehend getrennt; Gott ist dort und der Mensch hier. Gott ist der Kreator und der Mensch die Kreatur. Das ging einst so weit, den Menschen als Bettler vor Gott zu orten; oder als Nahrung Gottes; oder als Nichts der Verzweiflung; zum mindest als total gott-abhaengig. Die Distanz zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und Mensch wurde un-endlich. Und Gott wurde zum Objekt - fern oder nah, sei es der Verehrung oder der Bekaempfung; des Antras oder der Verdankung.
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