Samstag, 12. März 2016

Einuebung in die Zukunft

META-NOIA heisst: Jenseits des alten Denkens den Schritt zur Tat wagen. Nun die Lesungen vom kommenden Sonntag (5. Lenten C / 13.03.2016) sind so unglaublich wunderbar, dass es sich lohnt einige Anfragen zu machen:

Isaias 43.16-21
A) Der Herrgott selbst fraegt uns: Wer macht den Weg in die Zukunft durch die wilden Gezeiten; wer loescht die Armee aus wie eine brennende Kerze, so dass sie nie mehr aufkommt? Und die Antwort: Es ist Gott selbst !!! Kennen wir Christen von 2016 diesen
"Gott der Zukunft" / geschweige denn unsere "Heilige Kirche" ??? UM IHN ZU TUN...
B) Der Herrgott verkuendet: Es ist nicht noetig die Vergangenheit zu denken denn ER selbst tut grundlegend Neues !!!  und ER fraegt uns: "koennt ihr es sehen???" Was ist nun unsere Antwort?  "Nichts Neues unter der Sonne" oder: Sehen wir tatsaechlich grundlegend Neues in unserer Kirche 2016? Sind wir blind oder es ist alles wie gehabt ???
C) Der Herrgott verspricht: ER macht Fluesse in der Wueste um sein Volk zu traenken. Glauben wir das oder erinnern wir Gott bestaendig daran, dass ER doch sein Versprechen erfuellen moege - weil wir das Wasser nicht erspueren und daher nicht trinken. Die Kirche betet noch immer in 2016: "Herrgott bitte doch... dies und das solltest Du noch tun..."


Paulus (Phil 3.8-14)
A) Was ist der Vorteil Jesus Christus zu kennen? Gibt es wirklich Nichts Besseres?
Schau dir mal die "Jesus-Fans" an! Sind sie wirklich auf dem Auferstehungs-Weg?
B) Was bringt uns weiter - das Gesetz befolgen oder der Glaube? Wozu haben wir soviele Konstitutionen und Satzungen und Gesetze? Wohl um unser Zusammenleben zu regeln! Der Galube soll mehr erreichen?
C) Paulus Du laesst die Vergangenheit vergangen und strebst nach dem was kommt... Du versuchst die Fuelle des Lebens zu erreichen - und wie ist es mit der Kirche von 2016?
Die Vergangenheit zaehlt und der Reichtum ist verpoent...  Sind wir noch zu retten?


Jesus (John 8.1-11)
Du sagst der Suenderin: "Ich verdamme dich nicht, keine Strafe - nur: geh in dein taegliches Leben und suendige nicht mehr" Ist das alles? Ist das nun vorbei "Strafe muss sein" ?.Wie weit geht deine Barmherzigkeit? Noch in 2016 praktiziert unsere Kirche ein beruehmtes Strafrecht ! Joh 8 kommt da nicht vor - und wo kaemen wir hin ohne Strafe? Sind wir wirklich so alternativ zur Gesellschaft?

Es scheint, der Gott Jesu, der Gott des Paulus, der Gott Isaias ist ein "Gott der zukuenftigen Tat". ER schaft eine Neue Erde + einen Neuen Himmel -
                                                          wir sind eingeladen in der Tat mitzumachen.

















Donnerstag, 3. März 2016

Lk 15: Der verlorene Mensch...

Er ist dem Herrgott durch die Vertreibung verloren gegangen ...
und damit ein verlorener Typ geworden: Der Mensch: "vertrieben und gesucht"! ...

manchmal gefunden...und wenn, dann selten gefeiert...

Die frommen Pharisaeer und die ideologischen Rechtsgelehrten regen sich auf, dass Jesus sich abgibt mit den sog. Verachteten, den Verlorenen, mit jenen, die gesellschaftlich in ihren Reihen ohne Wert sind. Sich mit denen abgeben ist Zeit- und Prestige-Verlust, denn sie sind ohne Wert.  Darum fraegt Jesus: Was tust du, wenn du etwas verloren hast
das dir wertvoll ist ???   zB. ein Schaf, ein Geldstueck. einen Sohn etc...

1.) Du gehst auf die Suche...                             Das ist eine sehr humane Erfahrung:

2.) Du suchst bis du es gefunden hast...           Wenn dir etwas / jemand wirklich wert-
3.) Du freust dich festlich...                                voll ist, dann...

Nur wer etwas WERTVOLLES, sehr WICHTIGES verloren hat, geht ernsthaft auf die Suche
Das ist meta-noia: jenseits des Denkens gehst du wirklich auf die Suche...
Es geht also nicht um die sozial Verachteten, die verlorenen Typen etc..., um sog. Sozial-Arbeit - es geht darum, ob Dir etwas / jemand teuer, wertvoll ist...  Was nicht wertvoll ist, wird nicht als verloren empfunden, nicht gesucht und - wenn es zufaellig wieder auftaucht - wird nicht gefeiert.

Jesus empfindet diese Kerle, diese Typen, diese Menschen als wertvoll; er hat Empathy fuer sie. Sich mit ihnen abgeben, mit ihnen am Tisch sitzen und zusammen essen - das ist interessant. Sie sind eigenartig, voll von aller Menschlichkeit... Wenn eine gute Beziehung mit ihnen gelingt, dann ist das ein Fest wert. Diese Menschen sind goldig in ihrer Exisenz.
Bei diesem empfindungs-bestimmten Umgang mit eben jenem und diesem Verlorenen

[sie sind ihm entglitten, sie sind ihm fremd, sie leben in einer ganz andern Welt - und sind doch so teuer, so kostbar] weist Jesus auf einen Wesens- Charakterzug seines Gottes hin.

Die Menschen sind "gott-entfremdet"; Gott hat sie lieb; aber sie sind ihm abhanden ge- kommen; fremd und fern; er koennte ihnen Quelle des Lebens sein, aber sie trinken nicht...

Jesus zeigt: Gott ist auf der Suche nach dem Menschen... und wenn der Mensch reagiert, antwortet, dann geschieht Heil... und es gibt ein Fest.
Ich glaube an jenen Gott, dem der Mensch wertvoll ist und der ihn deshalb liebend sucht...
Gewiss eine heilende und vielleicht zeitgemaesse Gottes-Vorstellung um auf das Geheimnis Gott zu reagieren.






Samstag, 27. Februar 2016

META - NOIA / Aufruf zur Tat...

In der Fastenzeit begleitet uns der Ruf zur Um-Kehr; das beruehmte META-NOIA. Es gilt fuer viele als das erste Wort Jesu; es ist pro-vozierend und ein performativer Sprachakt.
Wie soll dieser Aufruf Jesu heute ins Deutsch uebersetzt werden? Um-Kehr ist wohl gut;
aber wohin umkehren, das bleibt offen. Ich selber uebersetze meta-noia mit "Jenseits des Denkens" (wie meta-physik = jenseits des Physischen). Wir Menschen denken oft gar viel, einige zwar weniger, aber die Viel-denker sind auch in der Gefahr, es beim Denken be- wenden zu lassen. Theologen denken ein wunderbares effektives Christentum, aber eben,
denken ist nicht genug. Jenseits des Denkens kommt die Tat. Meta-Noia ruft uns auf: den Schritt vom Denken zur Tat zu wagen. Christentum ist das Risiko, das richtig Gute
zu tun. Christentum besteht in der Tat. Gutes richtiges Denken ist sog. Voraussetzung; genau so wie Intuition und Erfahrung.
Aber erst in der Tat kommt das Christentum zur Geltung.

Jesus gibt an: "Das Himmelreich ist nahe" (zur Hand / moeglich / bevorstehend). Es ist auch klar, dass Jesus mit "Himmelreich" sich selber meint, seinen Lebenstil (way of life). Er ist die Tuer, der Weg, die Ermoeglichung. Und er tat viel, wie die Evv berichten, um das Geheimnis Gott in seiner Situation zu ver-wirklichen. Und der heutige Christ muss "seinen Jesus" in seiner eigenen Situation vor allem tun, nicht nur richtig denken. Inhaltlich ist das
"Himmelreich" klar kein politischer Staat, keine politische Partei; eben "nicht von dieser Welt", passt nicht in die weltlichen Kategorien. Ist in einem gewissen Sinne fuer uns "unvorstellbar". H.J. Fabry sagt: "Christentum ist die Vorstellung einer gigantischen Liebes-Beziehung und katholisch: d.h. die ganze Welt umfassend. "Christ-sein ist daher die Realisierung dieser weltumfassenden Liebesbeziehung".
Das aber ist meta-noia: die Realisierung! Einpflanzung in die hier-jetztige Wirklichkeit.


META-NOIA ist (beispielsweise):
* auf den Weg gehen; sich mit der Christengemeinde versamlmeln; zusammen feiern!
* Jesus im Wort und im Brot als "Brot fuer das Leben der Welt" tatsaechlich empfangen!
* Als begabt und gesegnet in die Welt-Situation gehen und sich dort "einmischen"!
* Einen eigenen selbstbewussten und verantworteten Lebensstil sich aneignen!
* Wer nicht zur andern Tat schreitet, kommt tatsaechlich unter die Raeder der Zeit.
* Das Beziehungs-Netz weit spannen - und "auf Draht sein": kommunizieren! Etc...

Montag, 15. Februar 2016

KIRCHE freigeben + frei-geben...

Das ist ein sehr zweideutiger Titel ! Die Kirche als Jesus-Bewegung von heute freigeben
oder als ein Kirchengebaeude freigeben...das sind zwei Dinge! vielleicht sind sie verwandt.


"freigeben + frei-geben" hat viele Aspekte:  a) warum   b) wozu
c) wer ist der Eigentuemer, der den Entscheid verantwortet...
d) wer hat ein legales Mitspracherecht, der gehoert sein will...


Die Jesus-Bewegung gehoert wem ? Dem Herrn Jesus Christus? Dem Volk-Gottes?
                                                                Den Bischoefen und dem Papst, dem Konzil?

                                                                Den Menschen, den Getauften, den Aktiven?

Die KIRCHE als Jesus-Bewegung ist ein Angebot, ein Geschenk der Evolution Gottes an die Welt und an die Menscheit im Besondern. Recht viele Leute haben sich zur Verfuegung gestellt, das Ereignis KIRCHE Wirklichkeit werden zu lassen. Diese Kirche ist grund- saetzlich freigegeben + frei-gegeben - aber eben einige nehmen sie stets in Beschlag und wir sollten diese Beschlag-Nehmer daran erinnern, dass die Kirche an die Glaeubigen und an die Menschen immer wieder freiggeben + frei-gegeben werden sollte. Dass einige Menschen die KIRCHE verwalten (administrieren) gehoert zur Entwicklung; aber die Verwaltung muss berufen, normiert und kontrolliert werden.

Die KIRCHE als Gebaeude freigeben oder frei-geben...  (vielleicht weil es kaum noch Glaeubige gibt, oder weil ein neues Gebaeude sich besser eignet ???)
haengt hoffentlich von der "Freizuegigkeit des Eigentuemers" ab...
Heisst "freigeben" auch Zweckaenderung? Also eine neue Nutzungsart? Um-Nutzung?
Auch "ein Ort zweckfreien Seins" ist ein Nutzung! Der Tempel wird genutzt, sei es um Gott zu ehren, um Leute zu versammeln oder um Opfer-Geschaefte zu machen...


Fitness-Center / Nachtklub / Moschee / Disco-Bar / Privatwohnung / Theater / Bank /
Magna-Aula / Museum / Bibliothek / Kunstschule / Frei-Kirche / Begraebnis-Kirche /
Musik-Akademie / Restaurant...

Abend's geh ich in eine ehemalige Kirche, heute Restaurant, und trink zur Erholung ein Bierchen - ich schau mich um... "Kirche" kommt mir in den Sinn... ist das so schlimm?
Und wenn ein Muslim merkt, dass er in einer ehemaligen kath. Kirche betet - so schlimm?

Wir haben nie genug "Gottes-Dienst-Orte"!!! Die ganze Welt ist ein Gottes-Dienst-Ort !
Eucharistie unter dem Baum oder am Familientisch ist fuer mich "normal".

Sonntag, 7. Februar 2016

Menschen fischen um sie zu befischen...

Nachdem JvN sein Projekt oeffentlich deklariert hat (zB am 2. Sonntag C: Joh 2.1-12;
oder am  3. + 4. Sonntag C: Lk 4.14-21-30) wissen wir:

A) JvN versteht sich als gesendet "um zu geben" (Good-News + Liberty + Freedom + New Sight + Grace) [und nicht um zu fordern oder um Wuensche zu erfuellen].
B) JvN personalisiert. Was ER gibt, ist - zum Erstaunen aller - seine Person. Er gibt nicht ein Aktions-Programm oder eine Hilfe um etwas zu erreichen. Er gibt sich selbst. 


Nachderm JvN recht lange vom Boot aus die neugierige Menschen-Menge belehrte
(Lk 5.1-11) - Jesus gibt sich im Wort Gottes - wendet sich JvN - gemaess Lukas - dem Simon-Petrus zu (also der damaligen und heutigen Jesus-Bewegung). JvN macht, gibt den Vorschlag in die Tiefen des Meeres hinauszurudern und Netze fuer einen grossen Fang auszuwerfen. Der erfahrene Simon-Petrus weist darauf hin, dass sie die ganze Nacht hart gearbeitet haben - vergeblich; fuer nichts. Aber... "wenn Du es sagst, ich probier's".

Wenn das Netz-Auswerfen im Namen Jesu geschieht, dann die wirkliche Ueberraschung:
Der grosse Fang / die Fuelle des Lebens.


Es ist wie so oft im Leben: Der Mensch tut seine Arbeit...  er setzt sich ein...  er will das Beste...  aber es gelngt nicht. Soviel vergebliche Liebes-Mueh'...  Wie viele Eltern versuchen ihr Bestes in ihrer Erziehungs-Arbeit - vergeblich. Soviele Menschen arbeiten hart... vergeblich... wenn wir im 2016 die Stimme im Herzen vernehmen: "versuch's wiederdann wissen wir heute: das ist die Stimme Jesu (und durch ihn die Stimme Gottes).

Lukas will uns sagen: Jeder Versuch (try again) ist ein Schritt in Richtung: "Die Fuelle des Lebens naht". Das stete Nicht-Gelingen sind auch vorlaeufige Schritte - wichtigste Erfahrungen - im Ausgreifen nach der Lebens-Fuelle. Es (das stete Nicht-Gelingen) weist darauf hin, dass wir noch auf der falschen Faehrt jagen; wir sind noch nicht auf der Ziel-Linie der wahren Fuelle. Wir haben unsere Hingabe noch zuwenig personalisiert. Wir arbeiten und geben uns hin (die Zeit, die Kraefte) fuer ein sehr achtenswertes Ziel (wir fischen Fische und geben sie den Menschen zur Nahrung). Aber wir arbeiten zuwenig an unserer Hingabe. 
Fuer die Kirche gilt: Es ist in Zukunft der Mensch, den sie "fangen" wird, um ihn den Menschen als Nahrung zu vermitteln. Der Mensch wird von der Kirche einvernommen, um in "Brot fuer das Leben der Welt" verwandelt zu werden (cf. Eucharist).
Lukas laesst JvN darauf hinweisen, dass es der Kirche um den Menschen geht. Nicht um den Menschen "zu haben" sondern: um ihn zu befreien, zu befaehigen fuer den Menschen da zu sein  [MbM = Menschen brauchen Menschen].

Mittwoch, 27. Januar 2016

"wahrnehmen" ist eine KUNST

Schon schaukeln wir im 2016-Ocean; links bediene ich das Ruder der ERWARTUNG
(Ich erwarte doch einiges im 2016!); rechst bediene ich das Ruder der ERWIRKUNG
(Ich will ja was bewirken im 2016!)


Als einer, der an das inkarnierte Geheimnis Gott glaubt, ERWARTE ich von diesem Gott,
dass ER - in ALLEM was geschieht - in ALLER WIRKLICHKEIT -
SICH EREIGNET  (das schulde ich IHM solange als ich IHN als Creator anerkenne)
SICH OFFENBART  (das schulde ich der ganzen Gschichte; bes. dem Alten Testament)
SICH GIBT  (das schulde ich Jesus, der Kirche und der Christlichen Eschatology).


Als REALIST weiss ich natuerlich, dass all unsere WAHRNEHMUNG bedingt-kontingent ist. Meine Wahrnehmung (was ich so sinnlich und innerlich auf die Bewusstseins-Buehne bringe) ist ein subjektiv gefaerbter, konstruierter, context-bedingter AUSSCHNITT der WIRKLICHKEIT. Ich erwarte von den Mitmenschen  (und von mir!), dass wir alle dieser Tatsache uns mehr oder weniger, besser: voll bewusst sind. Jede Person hat ihre eigene Welt-An-Schauung.Trotzdm erwarte ich von meinen Mitmenschen, dass sie irgendwie fair mitspielen - im Welt-Theater 2016.

Meine ERWARTUNGEN an Gott und die Mitmenschen sind etwas hoch - besser als zu tief.
Der Bewusstseins-Level der Menschheit in bezug auf ihre prekaere Situation duerfte - so hoffe ich fuer 2016 - etwas steigen. Mehr Menschen denn je haben das Gesetz der totalen gegenseitigen Abhaengigkeit im Kleinen wie im Grossen entdeckt und beginnen es anzuerkennen. 


Noch etwas zur "Projekt - DEKLARATION Jesu"  (Lk 4.14-21-30)  3. + 4. Sonntag C
cf.  www.kameel-doring-boom.blogspot.com  
Wenn ihr den JvN wegen seiner Botschaft (Isaia) und seiner Strategy (keine Wunder in Nazareth) umbringen wollt - merkt euch - er wird euch entschluepfen - auch in jeder Diskussion. Eure Wahrnehmung ist zu einseitig und zu begrenzt . Erst wenn ihr erkennt, dass ER selbst in Person Botschaft + STRATEGY ist, dann werdet ihr IHN umbringen koennen. ER IST WEG + BROT + WEIN.

Zu Paulus   1. Kor 13.13   (4. Sonntag C / 31.01.2016)
"Drei Dinge wirken fuer immer: glauben, hoffen, lieben. Davon ist "lieben" das Beste.
Verstehenshilfe:
hoffen     =  wissen und daher begruendet erwarten
glauben  =  was wir erwarten mal als Wirklichkeit setzen
lieben     =  sich einsetzen, hingeben auf dass das Erwartete Wirklichkeit werde







Freitag, 22. Januar 2016

WAS noch fehlt... ???

Es scheint, dass mir diese Blog-Seite durch die Latten schluepfte. Sie blieb mir im Gedaechtnis - wurde aber nicht "implementiert" / realisiert !!! Hoffentlich geht das NICHT SO
im 2016 !!! Gute Ideen - nicht realisiert - werden Balast.

Schon ist Weihnachten vorbei, das Neue Jahr eingefuehrt, fuer die Christen ist JvN 
schon beschnitten, im Tempel dargebracht und losgekauft, schon mit 12 Jahren als
"run-away" bekannt, bald wird er am Jordan getauft (10. Jan).
Auch ich hab' das Krippen-Welt-Schau-Spiel wieder meditiert...  etwas hat mir gefehlt.
Ich hoerte den Gesang aller Kirchenchoere und Orchester der Welt vom Frieden singen;

alles zur Ehre Gottes und den Menschen eine Gefaelligkeit. Die Feldarbeiter, heute all die Getauften, eilten zur Krippe, glaubten, auch wenn ihnen zugemutet wird, Windeln als Gottesbeweis zu erkennen. Dann der grosse Auftritt - die drei Koenige - heute Paepste, Prinzen, Bischoefe, gar Pfarrer genannt - welcher Stern hat sie wohl alle hergefuehrt? Als glaubende Huldigung gaben sie Gold (obwohl niemand weiss woher sie es haben), umnebeln ihn mit Weihrauch und balsamieren ihn mit Myhrre. Ochs und Esel und die Schafe representieren die Kreatur. Eine wahre Epiphany der Wirklichkeit - lukanisch-
mathaeischer Sicht. Was fehlt ?
 Auf einer Steinplatte leicht erhoeht sehe ich "Hr. von 1750" hellgrau gekleidet und "Frau von Heute" hellgruen berockt. Sie bewundern die Welt-Szene fast wohl-gefaellig, aber sie koennen nicht glauben. All dieser Weihnachts-Rummel als Friedensgesang? All dieser Firefanz und Feierklang zur Ehre Gottes - und welchen Gottes? All diese Erlasse um die Kirche zu deklarieren, all diese Mitren und Hirtenstaebe um den Glauben und die Moral zu baendigen, all dieser Hokuspokus der Pfarrer um die Eucharistie zu retten; all diese ordentlichen Geluebde, um die Welt zu enttaeuschen ???... nur im Blick auf all die Feld- arbeiter im Reich Gottes wird es ihnen fast verstaendlich das Unverstaendliche zu glauben - unglaublich! 
Diese beiden "Atheisten" fehlen mir im weihnaechtlichen Krippenspiel. Ich bin ueberzeugt, es sind viele, die das Kripppenspiel beachten, vielleicht bewundern, es sogar mitsingen... aber sie sind unfaehig es zu glauben. Und darum gehoeren sie auf die Buehne. Sie erinnern uns, dass wir einer andern Welt anhaengen (nicht von dieser Welt), eine andere Sprache sprechen (nicht die der Welt), eine andere Welt-Anschauung komponieren, andere Problemloesungen vorschlagen... muss das soooo sein ??? Die Welt des religioesen Glaubens ist ziemlich verschieden von der saekularen Welt.  UN-ver-ein-bar ???
Die FRAGE bleibt: Koennen wir Christen wenigstens eine Sprache finden, die auch von sog. Atheisten wenigstens verstanden wird oder muessen wir unglaublich unverstaendlich denken, reden und handeln ???  WISSEN  +  VERSTEHEN  +  GLAUBEN

Montag, 4. Januar 2016

QUELLEN der Lebens-FREUDE (auch fuer 2016)

Einst hiess es (seit ueber 150'000 Jahren schon): "DIE SONNE KOMMT WIEDER..."
Mit dieser Welt-Erfahrung wich die Angst vor dem Untergang der Freude des Lebens.
Die Sonne, das Leben wurden als "GABE" empfunden. Allueberall wurde gefeiert - es seidenn, man hat (aus selbstverstaendlich eingebildeter Gewissheit) den Grund des Feierns verloren...   zB. Weihnachten.
Doch im Grunde genommen ist dieser Satz inzwischen drei-deutig verankert:
A) Er gilt als Pille jeden Abend, den Schlaf zu wagen...    sog. Gewissheit.
B) Er gilt als Kurzformel nwss Entdeckung.  Die Hoffnung stirbt zuletzt!
Heute glauben sie zu wissen: Die Erde dreht sich um die Sonne, Jahre genannt. Das wird gewiss so weitergehen.... ebensogewiss gibt die Sonne nach spaetestens ca. 5 milliarden
Jahren auf...   Die Erde hat das Nachsehen...  ein Ueberleben der Menschen ist nicht ausgeschlossen...
C) Er gibt der Ueberzeugung Ausdruck: Die Wolken sind begrenzt.  Kontingenz!


Diese drei Interpretationen sind tiefe natuerliche Quellen der Lebenssfreude:
+ dem Kosmos vertrauend die Augen schliessen und den Schlaf wagen
+ noch in allerletzten Untergangsstimmung auf ein Ueberleben hoffen
+ im Wandern das Dunkel, den Tunnel als begrenzt erkennen


Wenn die natuerlichen interpretativen Quellen der Lebensfreude ins Wanken geraten,
wenn der Platz an der Sonne zu kerz geraet, wenn die Erfahrungen nicht mehr ausreichen -

es gibt noch tiefere natueriche Quellen der Lebensfreude, die Religionen haben sie gesammelt und bieten sie an, genannt: die imaginativen.

Ein Beispiel: Die Kath. Kirche feiert am 1. Jan stets ein unglaubliches, noch nicht zu verstehendes Fest. Erst morgen, wenn sie noch viel mehr wissen werden, werden sie glauben, dass Gott eine Mutter hat; damit sehen sie Gott als Kind der Evolution -
EIN GOTT DER MIT UNS GEHT (Emmanuel). In der Ueberzeugung, dass Gott mit uns geht, waechst die Zuversicht, dass ER die noch ausstehende Lebensfuelle im Angebot hat. Wer die Sinne oeffnet entdeckt zu jeder Stunde, dass das Angebot, das Gott im Gesamt-Kosmos heute bietet grandios ist, "nicht zu fassen"...wie die Sonne, die stets wieder kommt.


Bitte beachten: Bei uns ist alles ganz anders>>>> trotzdem "Auf Wiedersehen".
Die schweren Wolken - Ueberschattung - Der Weihnachts-Regen gruent NAMIBIA.

Daher wuensche ich allen Blog-Besucher/innen ein gesegnetes NEUES Jahr.

Samstag, 26. Dezember 2015

Inkarnation als Erloesung

Weihnachten hat in der 2000 jaehrigen Geschichte nun 2 grosse Interpretationen erlebt.
In der Nachfolge von Lukas-Ev singen viele mit Freude: uns ist ein Erloeser geboren. Der Profet aus Nazareth ist erkannt als Erloeser der Menschheit; so wird er auch heute in allen Christlichen Kirchen gefeiert. Es ist eine erfreuliche Botschaft, dass ein Erloeser der Welt gekommen ist - auch wenn wir das Resultat der Erloesung noch nicht ganz vor uns haben. Einige gar sehen keine Erloesung; andere hoffen sehr, sie sei bald erkennbar....


Anderseits hat der Joh-Ev etwas weiter angesetzt und laesst uns wissen: Das Wort Gottes ist in Jesus Fleisch (Mensch) geworden (anfaenglich, geburtlich). Wir sprechen bis heute vom Menschwerdungs-Prozess Gottes.  Die Botschaft klingt eher "unglaublich". Der bekannte, allmaechtige Jahwe-Gott ist nun inkarniert zu sehen, im Inkarnationsprozess begriffen???  "Gott im Fleisch (Godintheflesh) - wer wagt sich ans Erklaeren?

Fuer heute mag ich skizzieren:
Wir nehmen Johannes "die Stimme aus der Wueste" etwas ernst: Er verlangt "Umkehr".
[metanoia in bezug auf das Denken (Brain), Fuehlen (Heart), und Handeln (Hand)]
Erst wenn der Mensch den "turning-point" (die Umkehr-Entscheidung) erreicht hat, erst dann wird die Jesus-Gestalt von Bedeutung. Wer umkehren will, muss sich ausdenken "wohin" (gewiss nicht zurueck, aber nun in welche Richtung?). Und hier praesentiert das Christentum den JvN, den es zum Messias (Christus) erklaerte; es empfiehlt die beruehmte Nachfolge Jesu. Wer sich nach dem "turning-point" auf diesen Jesus einlaesst, der wird so seine Erfahrungen machen. Diese Erkenntnisse, Ereignisse, Erfahrungen, die nun einsetzen und gelebt werden wollen, sind erhellend (offenbarend): Die Identification Jesu mit dem (Vater) Jahwe-Gott ist irritierend; seine Ich-Aussagen sind provozierend; sein Selbstverstaendnis als "Brot und Wein fuer das Leben der Welt" ... und all das immer nur als einer unter vielen andern... sein frueher, engagierter, verstaendlicher Tod und seine Erfahrung der Gott-Verlassenheit... all das zeigt, "Gott" kann als im Kommen gesehen werden; ist im Kommen... hinein ins Humanum; heutzutage im Versuch der Billionen Jesu nachzufolgen.

Jesus ist ein Weg fuer die, die nach dem Umkehr-Entscheid einen Pfad suchen; ein Angebot, das Kommen Gottes ins Humanum zu "erleben", die Inkarnation voranzutreiben. Im Mk-Ev wird dieser Gedanke uebersetzt mit "Das Reich Gottes ist nahe" d.h. realisierbar und daher die Empfehlung: Inkarnation / Reich Gottes is projekt Nr 1 fuer die Christlichen Kirchen im Jahr 2016. 

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Woher kommt Jesu Authoritaet ???

Dass der Prophet Jesus von Nazareth, heute der Herr Jesus Christus, seit gut 2000 Jahren eine steigende weltweite Authoritaet hat, ja sogar ist, das scheint evident. Man hoert auf IHN, ER hat das Sagen, ER herrscht wie eine Regierung, man gesteht IHM Macht zu (er sitzt zur Rechten des Vaters)...   fuer viele Pesonen (getaufte Christen) und kleinere oder groessere Organisationen (Family, Vereine, Kirchen) gilt ER irgendwie als "mass- gebend". Jedenfalls der Gute Wille ist gross; ob es gelingt - das Leben in der Nachfolge Jesu - das sei hier nicht entschieden.

Auf dem Weg nach Weihnachten taucht die FRAE auf: Woher hat Jesus seine Authoritaet ? (Mt 21.23-27). Vom Jahwe-Gott oder von den Menschen ??? Eine ganz gefaehrliche FRAGE !!!  Jesus fand einen Trick, der FRAGE auszuweichen: Der beruehmte Taeufer: Woher hat er seine Authoritaet ?  Die Gelehrten getrauten sich nicht zu antworten; sie fuehlten zuviel haeangt an der Antwort. Und so auch Jesus: Er verweigert die Antwort.

Seit langem gibt es im Menschen dieses "entweder oder". Es kommt etwas von Gott oder von Menschen. Aber es gibt auch immer wieder die Extreme: "Alles kommt von Gott" oder: "Alles kommt von den Menschen" (Gott gibt es nicht). Wer Gott zum Schoepfer von Himmel + Erde deklariert und Jesus zum alleinigen Erloeser der ganzen Menscheit, bei dem ist klar:
Alles, gar Alles; Gut + Boes, alles kommt vom Jahwe-Gott. Schwieriger wird es, wenn Gott Mensch wird. Weihnachten bringt uns die Einsicht: Jenes "entweder oder" ist nun endgueltig vorbei. "Gott + Mensch" ist eine eigenartige Einheit geworden.

Jesus hat Authoritaet weil wir IHN in Verbindung mit Gott sehen und weil wir als Personen/Menschen IHM zugestehen, dass ER das Sagen hat. "Gott + Mensch" geben IHM Authoritaet. WIE dieses "Gott + Mensch" zusammengeht - dafuer haben wir offiziell ein Beispiel, eine Demonstration im Leben Jesu - bei vielen Heiligen erahnen wir diese Einheit, aber eigentlich sind wir noch auf der Spuren-Suche. 

Wichtig ist fuer die Zukunft einzusehen, dass die FRAGE "entweder oder" falsch gestellt ist. "Gott + Mensch" sind in der Wirklichkeit unentwirrbar verwoben. Ohne den Menschen gibt es den Gedanken "Gott ist Schoepfer" gar nicht, wie es ohne Jesus im Christentum die Wirklichkeit der Inkarnation nicht gaebe.
Wir feiern die Weihnachts-Wende vom "ENTWEDER ODER" zum "UND".