Donnerstag, 14. April 2016

Den Priester - Dienst verstehen... heute...

Eine 50 jaehrige Priester-Taetigkeit ist
A) wie eine intensive Zeit-Reise ins plurale Magnetfeld der Menschlichen Beziehungen.
1. Du begegnest zuerst einer Christlichen Gemeinschaft und darin vielen Menschen. Diese
innerkirchliche Beziehung dieser getauften Menschen zu ihrer Pfarrei und dann zur Dioezese und zur Kath. Welt-Kirche - das ist ein erstes bipolares Magnetfeld, manchmal lau, manchmal intensive. Es geht um das aktive Mitmachen in der Christlichen Gemeinde.
2. Ein zweites Magnetfeld mit vielen (anziehenden und abstossenden) Polen sind die Menschlichen Beziehungen der Gemeinde-Mitglieder untereinander: mit der Forderung Jesu: "liebet einander".

3. Das dritte Magnetfeld ist die Aussenbeziehung der Gemeinde und ihrer Mitglieder zu andern Gemeinden, Kirchen, Religionen und zur Welt ueberhaupt (Kosmos + Natur + Handel + Kultur etc...) mit dem Anspruch: "Licht, Salz, Brot fuer das Leben der Welt" zu sein
4. Als viertes magnetisches Beziehungsfeld bezeichne ich die Beziehung zu Gott, ev. zu Jesus Christus, zu den Heiligen; es ist die Beziehung zum "Geheimnis des Glaubens".
In diesen 4 magnetischen Beziehungs-Feldern (MBF) ist der Priester ein "Spiritual- Tour-

Guide" und sollte es sein "by profession". Es ist Auftrag fuer den Priester im Namen der Kirche (Jesu) hier animatorisch zu wirken.
B) Es gibt einen speziellen Stand-Ort wo diese 4 MBF in einer bestimmten Einheit aktiviert werden: Das ist die Liturgie der 7 Sakramente. Hier ist der Kath. Priester offiziell ein Administrator, ein Verwalter. Er hat die Sakramente zur Verfuegung zu halten, sie zu proklamieren, in sie einzufuehren und sie durchzufuehren.
LITURGIE ist eine KUNST - ich wuensche sie jedem Priester.
C) Der normale RAHMEN, worin die kirchliche Zeit-Reise in die MBF verlaeuft und wo der Aktivierungs-Stand-Ort zu finden ist, das ist die Pfarrei. Hier muss der Pfarrer (der Priester) wie ein Manager oder ein CEO animatorisch leiten. Diese weltkirchliche Koerperschaft sollte zu einer spirituellen Koerperschaft geformt werden, theologisch: "Leib Christi unsere Zeit".


Ich selber hab' in meiner 50 jaehrigen Priester-Taetigkeit zuerst C + B erlebt; d.h. als Pfarrei-Vikar (1966-76) gelernt: den Pfarrei-Betrieb zu aktivieren und die Sakramente zu spenden. Trotzdem bin ich nie Pfarrer geworden - sondern seit 1976 bin ich hauptsaechlich "Spiritual Tour-Guide" geworden; eine Zeit-Reise in die MBF cf. A; eine intensive Kurs-Arbeit in der CH 1976-1986 und in Namibia 1988-2008.
Das Programm der Jubi-Feiern ist veroeffentlicht in meinem "Tagebuch":
www.leu-apcnamibia.blogspot.com  (Tb 160405-12)...   um mitzufeiern...

Freitag, 8. April 2016

Der Gruss Gabriels ist ein fruchtbarer Same.

Die "Ankuendigung des Kommens Jesu durch den Erz-Engel Gabriel" zu feiern, das will sich die Kath. Kirche nicht entgehen lassen. Weil der 25. Maerz im 2016 in die Fastenzeit fiel (sogar auf den Karfreitag), musste das Fest verschoben werden.
Die erst beste Gelegenheit war nun der 04.04.2016...
Es gibt noch heute im Jahr 2016 Katholiken, die gehen jeden Sonntag in die Kirche.
In meiner Sicht ist das eine heilende und lobenswerte Gewohnheit; ich empfehle sie...
Die Kirche hat in ihrer Messfeier den Gruss des Erz-Engels Gabriel an Maria (leider etwas abgekuerzt) uebernommen und zwar mindestens gar 4 mal !!!

1. Am Beginn: Zur heutigen Messfeier verkuenden wir, bringen wir ins Bewusstsein der Teilnehmenden: Bedenkt: Das Geheimnis Gottes sei mit euch
2. Vor dem Verlesen des Evangeliums: Um das Wort Gottes zu hoeren und in etwa zu verstehen: das Geheimnis Gottes sei mit euch. 3. Bei der Praefation (vor dem eucharis- tischen Hochgebet): zur heiligen Verwandlung, das Geheimnis Gottes sei mit euch.
4. Am Schluss: Wenn ihr nun geht, vergesst nicht: Das Geheimnis Gottes geht mit euch.

Gabriel gruesste Maria so: "Freue Dich, Du - voll der Gnade (hoch Beguenstigte / Bevorzugte), der Herr-Gott / das Geheimnis Gottes ist mit Dir." Dieser Gruss geht heutzutage an die versammelte Gemeinde, an die hier gegenwaertige Mutter Kirche, und damit an jedes Mitglied der eucharistischen Orts-Versammlung. Leider ist wohl durch die Gewohnheit, die Empfindung fuer diesen ausser-ordentlichen Gruss etwas abgestumpft.
Sollen wir diesen Gabriel-Gruss ernst nehmen und seine Bedeutung meditieren ?


Das Geheimnis Gottes beinhaltet die ganze Schoepfung, also das Universum und alles was darin geschieht; die lebende Natur mit ihrem Bluehen und Verwelken, mit ihrem Gebaeren und Sterben; die Menschheit mit ihrem Bewusstsein als Empfinden, Wissen und Glauben. Das Geheimnis Gott beinhaltet aber auch die Geschichte und darin besonders das Wort Gottes (die Bibel), wie es kommt und wirkt.: so beinhaltet das Geheimnis Gott auch das Volk Gottes aller Zeiten und darin die christliche Kirche. Aber das Geheimnis Gott beinhaltet auch die Engel (die himmlischen Kraefte) und gewiss zumindest alle Heiligen aller Zeiten.
Dieses inhaltsvolle Geheimnis Gott - ist und sei und wirdsein mit euch allen! Dieses grosse unendliche Geheimnis, es ist nicht nur vernetzt mit euch, es ist implantiert in euch 

(in eurem Hirn  und Herzen, in Haenden und Fuessen), zwischen euch in all euren Beziehungen und ausser euch in all euren Verwerfungen und um euch herum wie ein ernaehrender Mutterschoss. In der Gegenwart von diesem Geheimnis Gott, das alles in allem ist, begehen wir unsere Messe, er-hoeren wir das Wort Gottes, verwandeln wir die Welt und Uns und das Brot und haben wir den Mut miteinander in diese Welt hinaus- zugehen. "Gegruesst seist Du Maria..."

Mittwoch, 30. März 2016

Maria von Magdala heute...

Nun hat es uns auch wieder erwischt, das Geruecht von der Auferstehung Jesu. Die Leute in der Kirche hier in Namibia singen so laut und lebendig das "Alleluja", dass man meinen koennte, sie glauben wirklich an die Auferstehung. Es waere ja gut, wenn sie glauben koennten, und wenn sie nicht glauben, ist es verstaendlich; denn die Botschaft ist wirkich "amazing Grace" (erstaunlicher Gunst-Erweis).
Maria von Magdala war schoen erschrocken als die den Leib Jesu nicht fand, Jesus selbst nicht erkannte - auf Galilaea vertroestet wurde... aber eines war klar: irgendwo musste ER ja sein; ein koerperloser Jesus gilt ihr als unmoeglicher Unsinn. Sogar in Emmaus gilt das Erlebnis: er war mit uns (koerperlich), unser Herz erspuerte IHN im unbekannten Koerper -
und als er das Brot brach - das Zeichen seiner koerperlichen Lebenshingabe - da erkannten sie IHN - aber fassen konnten sie IHN nicht... Diese Vor-Himmelfahrts-Zeit ist irgendwie "gespenstisch" - immer wieder taucht ER koerperlich auf... Es ist die Zeit der grossen Unsicherheit: tot - leeres Grab (sogar die Gelehrten verhandelten dies als Tatsache) - kein toter Leichnam des Getoeteten - Wiederaufflammen des Geruechts von einer Auferstehung,

Erscheinungen - koerperlich gesehen - zusammen gegessen - nicht fassbar - das Galilaea-
Versprechen: dort werdet ihr ihn sehen...  ev. ihm begegnen ???
Es ist fuer viele fast wie heute... es ist wieder die Zeit der Suche nach dem "Leib Christi" ... WO ist ER - um IHM in Tat + Wahrheit wirklich zu begegnen und IHM zu dienen - nicht nur "geistig" !!!  [cf. die oekumenische Bewegung]
Und hier wird mir Maria von Magdala wichtig: Sie sehnt sich nach und braucht einen Koerper, einen Leib... ein Jesus ohne Koerper... ohne Leib - ist fuer MvM unvorstellbar. Heute (noch 2016) gibt es getaufte Leute, die glauben an einen auferstandenen Jesus im fernen Himmel, sie kommunizieren geistig mit ihm (Kopf und Herz engagiert), sie nennen das beten oder meditieren - aber sie sind nicht MvM - sie brauchen keinen Leib, keinen Koerper, der Geist genuegt ihnen... sie merken gar nicht wie "unmenschlich" sie fuehlen... sie glauben in keiner Weise an die "Auferstehung des Fleisches"... vielleicht sind sie "unmoeglich-koerperlos - leibfeindlich gar?"

Ich wuerde der sehnend-suchenden MvM sagen: Wo zwei oder drei in Jesu Namen versammelt sind, da beginnt eine "Koerperschaft"...  wo Menschen sich im Namen Jesu versammeln - Christliche Gemeinschaft - da ist Koerperschaft Jesu: Kirche - Leib Christi.
Und wenn die Gemeinde Glueck hat, dann zeigt der Vorsteher "Brot + Wein", so dass die Versammelten erkennen: diese "Koerperschaft" (Koerper-Vereinigung) hier und jetzt ist lebendig "Brot + Wein" (Nahrung und Freude fuer das taegliche und engagierte Leben).
In der "Brot + Wein-Uebergabe in die offenen Haende" wird die "Koerperschaft", der Leib Christi uebergeben - d.h. der auferstandenen Leib Christ ist lebendig gegenwaertig.
Ob MvM mich verstehen wird ???



Freitag, 25. März 2016

OSTERN verhindert...

Dass einer in unserem christlichen Kultur-Zeit-Raum liturgisch mit seiner Gemeinde OSTERN feiert (am 26./27.03.2016 in Namibia) ist an und fuer sich nicht schlimm.
Schlimmer ist die Tatsache, dass die meisten Christen d.h. wohl die Mehrheit, OSTERN nicht mehr kirchlich-litugisch feiern und dabei nicht einmal ein schlechtes Gewissen entwickeln koennen. Ostern im Kalender zu haben ist ziemlich wichtig, aber im eigenen Leben OSTERN zu glauben, das ist jenseits des Horizontes. Also weder feiern noch glauben. Am schlimmsten aber ist es, dass wir OSTERN nicht mehr in unser modernes Weltbild bedeutungsvoll integrieren koennen (weder die Kirchen noch die Theologen sind heute dazu faehig noch willens).
Ostern ist eine christliche Entscheidung:  Man hat sich an Weihnachten gefreut, dass ein Erloeser geboren ist, dass das Wort Gottes Mensch wurde, dass JvN, der Emmanuel, heilte und den Sinn des Lebens darin sah "Brot + Wein fuer das Leben der Welt" zu werden. Das setzt voraus, dass er von Gott verlassen wurde (Mt 27.46 + Mk 15.34) - auf Gott ist kein Verlass. Dieser Entbindungs-Schrei im Dunkel des Todes-Martyriums: gewalttaetig ans Kreuz genagelt sein Leben aushauchen - bedeutet: die Lebenstat ist vollbracht (Joh 19.30) und kein Gott weit und breit. In dieses NICHTS wird der menschliche Geist entlassen, empfohlen ausgehaucht (Lk 23.46).
Wer dagegen den Heiligen Jahwe-Gott nicht verlassen will, wer an ihm haengt und glaubt, der findet einen Weg, den Lebensstil Jesu und seine Botschaft fuer Menschen-gueltig zu erklaeren (cf. Kirchengschichte). Obwohl dieser JvN eine neue Art von Mensch-sein zeigt, wo Himmel und Erde vereint, wo alle Menschen gerecht und frei leben koennen, wird nun schon 2000 Jahre dieser JvN - sein Lebensstil und seine Botschaft - in die alte Himmels- und Erde-Welt-Vorstellung und zugleich in die moderne Weltsituation eingepasst und als "Salz der Erde" angepriesen. In den heutigen rasanten kulturellen und technischen Umwaelzungen ist dieser Versuch zum Scheitern verurteilt. Die Einsicht waechst: Wer den wahren Gott retten will, muss den Menschen retten.
Der einstige Jahwe-Gott ist nicht nur tot (Nietzsche etc...) sondern ein fast unausrottbares
steinernes Denkmal geworden, das fasziniert (bes. in seiner Mystik) und den Blick gefangen nimmt. Eine neue Sicht wird verhindert, ein ausschweifend suchender Blick abgelehnt.
Der Horizont im Glauben gilt als genagelt fest, waehrend der Horizont der Welt tanzt.

Die Auferstehung Jesu feiern heisst: Gott verlassen, denn er ist irgendwie im Menschen gefunden worden; das Logos Gottes ist lebendiges Fleisch geworden, im Zwischenbereich des NICHTS angesiedelt, unter uns gezeltet; faszinierend und schrecklich - eben wie Menschen sind. Und sein Geist ins NICHTS ausgehaucht erwartet gestaltet zu werden.


Sonntag, 20. März 2016

META-NOIA der Kirche

In Namibia (und vielleicht auch in andern Laendern) praesentiert sich die Kath. Kirche
als eine Bettlerin vor Gott und den Menschen. Wir haben intensiv extra gebetet - ein Jahr lang - fuer "Gott-geweihtes-Leben", dann fuer die Family (als die Bischofs-Synode tagte) und nun beten wir extra fuer Mercy (wohl wieder ein Jahr lang).
Einerseits verkuenden wir lautstark "Gott ist Mercy" (Gott ist voll von Erbarmen), ander- seits bitten wir instaendig: Er moege uns Erbarmen erweisen, zeigen, geben. Wir tun so, als warte Gott auf unser Bitten... vielleicht auf unser Opfer, unser Verhandeln... dann koennte es geschehen, dass Gott sich bereit erklaert, uns seine Barmherzigkeit zu geben; gleichsam einen Gunst-Erweis anzubieten. Als ob ER uns nicht schon ALLES geschenkt haette. Wir zeigen dieselbe "Spiritualitaet" gegenueber dem Hl. Geist. Einerseits:"Der Hl.Geist ist ausgegossen, gegeben" !!! anderseits bitten wir um eben diesen Geist. Wir werden es an Pfingsten wieder erleben und oeffentlich zeigen: wer bettelt ist richtig.


Diese Kath. Logik ist schwer nachzuvollziehen - was steckt dahinter ???
A) Wir glauben nicht so recht, dass Gott GRATIS Barmherzigkeit TOTAL erweist, immer- schon und immerzu...  Dass Gott seinen Geist seit ewig ausgiesst, anbietet, je gratis gibt, gegeben hat und geben wird. Gott ist GABE (an sich).
B) Wir wollen es nicht merken, nicht wahrhaben, dass es darauf ankommt, dass wir das Akzeptieren, das Empfangen der Gnade, der Barmherzigkeit, des Hl. Geistes lernen. Wir tun uns schwer, uns als schon laengst Beschenkte zu verstehen.
C) Wir verstehen uns gerne als Einzel-Bittsteller vor seiner allmaechtigen Hoheit -
ER soll.. geben, etwas tun, endlich sich als gneadig erweisen... und das heisst: unseren guten (und manchmal nicht so guten) Willen erfuellen. "Dein Wille geschehe" ist zwar offizielles Gebet 
aber darum geht es nicht. Es geht um mein Leben, meine Glueck-Selig- keit... im besten Fall beten wir fuer andere...  aber es geht darum, dass Gott endlich auf- wacht und handelt... wenn moeglich in unserem Sinne... dass es an uns liegt, das kommt uns selten in den Sinn.
D) Dass wir in unserer Not (echt oder eingebildet) uns als Menschen vereinen sollten
und gemeinsam das Leben gestalten... das ist zwar logisch, liegt aber nicht drinn... denn
die Kirche lehrt uns: "Gott ist die Loesung" (die Hilfe, die Gnade, die Barmherzigkeit).


Dieser Kath.Trend ist ungut. Er zerstoert unser Menschenbild als "Imago Dei" und macht uns zu stets bittenden Bettlern. Dass es den "Notschrei" gibt - versteh' ich gut. Es gibt Situationen, wo wir nicht anders koennen als um Hilfe zu schreien, das ist Natur! Aber:
Das Ziel der Kirche ist nicht, uns in diese ausweglose Situation zu manoeverieren, im Gegenteil: in der Nachfolge Jesu ist der Kreuzweg auch der Auferstehungsweg. 

Samstag, 12. März 2016

Einuebung in die Zukunft

META-NOIA heisst: Jenseits des alten Denkens den Schritt zur Tat wagen. Nun die Lesungen vom kommenden Sonntag (5. Lenten C / 13.03.2016) sind so unglaublich wunderbar, dass es sich lohnt einige Anfragen zu machen:

Isaias 43.16-21
A) Der Herrgott selbst fraegt uns: Wer macht den Weg in die Zukunft durch die wilden Gezeiten; wer loescht die Armee aus wie eine brennende Kerze, so dass sie nie mehr aufkommt? Und die Antwort: Es ist Gott selbst !!! Kennen wir Christen von 2016 diesen
"Gott der Zukunft" / geschweige denn unsere "Heilige Kirche" ??? UM IHN ZU TUN...
B) Der Herrgott verkuendet: Es ist nicht noetig die Vergangenheit zu denken denn ER selbst tut grundlegend Neues !!!  und ER fraegt uns: "koennt ihr es sehen???" Was ist nun unsere Antwort?  "Nichts Neues unter der Sonne" oder: Sehen wir tatsaechlich grundlegend Neues in unserer Kirche 2016? Sind wir blind oder es ist alles wie gehabt ???
C) Der Herrgott verspricht: ER macht Fluesse in der Wueste um sein Volk zu traenken. Glauben wir das oder erinnern wir Gott bestaendig daran, dass ER doch sein Versprechen erfuellen moege - weil wir das Wasser nicht erspueren und daher nicht trinken. Die Kirche betet noch immer in 2016: "Herrgott bitte doch... dies und das solltest Du noch tun..."


Paulus (Phil 3.8-14)
A) Was ist der Vorteil Jesus Christus zu kennen? Gibt es wirklich Nichts Besseres?
Schau dir mal die "Jesus-Fans" an! Sind sie wirklich auf dem Auferstehungs-Weg?
B) Was bringt uns weiter - das Gesetz befolgen oder der Glaube? Wozu haben wir soviele Konstitutionen und Satzungen und Gesetze? Wohl um unser Zusammenleben zu regeln! Der Galube soll mehr erreichen?
C) Paulus Du laesst die Vergangenheit vergangen und strebst nach dem was kommt... Du versuchst die Fuelle des Lebens zu erreichen - und wie ist es mit der Kirche von 2016?
Die Vergangenheit zaehlt und der Reichtum ist verpoent...  Sind wir noch zu retten?


Jesus (John 8.1-11)
Du sagst der Suenderin: "Ich verdamme dich nicht, keine Strafe - nur: geh in dein taegliches Leben und suendige nicht mehr" Ist das alles? Ist das nun vorbei "Strafe muss sein" ?.Wie weit geht deine Barmherzigkeit? Noch in 2016 praktiziert unsere Kirche ein beruehmtes Strafrecht ! Joh 8 kommt da nicht vor - und wo kaemen wir hin ohne Strafe? Sind wir wirklich so alternativ zur Gesellschaft?

Es scheint, der Gott Jesu, der Gott des Paulus, der Gott Isaias ist ein "Gott der zukuenftigen Tat". ER schaft eine Neue Erde + einen Neuen Himmel -
                                                          wir sind eingeladen in der Tat mitzumachen.

















Donnerstag, 3. März 2016

Lk 15: Der verlorene Mensch...

Er ist dem Herrgott durch die Vertreibung verloren gegangen ...
und damit ein verlorener Typ geworden: Der Mensch: "vertrieben und gesucht"! ...

manchmal gefunden...und wenn, dann selten gefeiert...

Die frommen Pharisaeer und die ideologischen Rechtsgelehrten regen sich auf, dass Jesus sich abgibt mit den sog. Verachteten, den Verlorenen, mit jenen, die gesellschaftlich in ihren Reihen ohne Wert sind. Sich mit denen abgeben ist Zeit- und Prestige-Verlust, denn sie sind ohne Wert.  Darum fraegt Jesus: Was tust du, wenn du etwas verloren hast
das dir wertvoll ist ???   zB. ein Schaf, ein Geldstueck. einen Sohn etc...

1.) Du gehst auf die Suche...                             Das ist eine sehr humane Erfahrung:

2.) Du suchst bis du es gefunden hast...           Wenn dir etwas / jemand wirklich wert-
3.) Du freust dich festlich...                                voll ist, dann...

Nur wer etwas WERTVOLLES, sehr WICHTIGES verloren hat, geht ernsthaft auf die Suche
Das ist meta-noia: jenseits des Denkens gehst du wirklich auf die Suche...
Es geht also nicht um die sozial Verachteten, die verlorenen Typen etc..., um sog. Sozial-Arbeit - es geht darum, ob Dir etwas / jemand teuer, wertvoll ist...  Was nicht wertvoll ist, wird nicht als verloren empfunden, nicht gesucht und - wenn es zufaellig wieder auftaucht - wird nicht gefeiert.

Jesus empfindet diese Kerle, diese Typen, diese Menschen als wertvoll; er hat Empathy fuer sie. Sich mit ihnen abgeben, mit ihnen am Tisch sitzen und zusammen essen - das ist interessant. Sie sind eigenartig, voll von aller Menschlichkeit... Wenn eine gute Beziehung mit ihnen gelingt, dann ist das ein Fest wert. Diese Menschen sind goldig in ihrer Exisenz.
Bei diesem empfindungs-bestimmten Umgang mit eben jenem und diesem Verlorenen

[sie sind ihm entglitten, sie sind ihm fremd, sie leben in einer ganz andern Welt - und sind doch so teuer, so kostbar] weist Jesus auf einen Wesens- Charakterzug seines Gottes hin.

Die Menschen sind "gott-entfremdet"; Gott hat sie lieb; aber sie sind ihm abhanden ge- kommen; fremd und fern; er koennte ihnen Quelle des Lebens sein, aber sie trinken nicht...

Jesus zeigt: Gott ist auf der Suche nach dem Menschen... und wenn der Mensch reagiert, antwortet, dann geschieht Heil... und es gibt ein Fest.
Ich glaube an jenen Gott, dem der Mensch wertvoll ist und der ihn deshalb liebend sucht...
Gewiss eine heilende und vielleicht zeitgemaesse Gottes-Vorstellung um auf das Geheimnis Gott zu reagieren.






Samstag, 27. Februar 2016

META - NOIA / Aufruf zur Tat...

In der Fastenzeit begleitet uns der Ruf zur Um-Kehr; das beruehmte META-NOIA. Es gilt fuer viele als das erste Wort Jesu; es ist pro-vozierend und ein performativer Sprachakt.
Wie soll dieser Aufruf Jesu heute ins Deutsch uebersetzt werden? Um-Kehr ist wohl gut;
aber wohin umkehren, das bleibt offen. Ich selber uebersetze meta-noia mit "Jenseits des Denkens" (wie meta-physik = jenseits des Physischen). Wir Menschen denken oft gar viel, einige zwar weniger, aber die Viel-denker sind auch in der Gefahr, es beim Denken be- wenden zu lassen. Theologen denken ein wunderbares effektives Christentum, aber eben,
denken ist nicht genug. Jenseits des Denkens kommt die Tat. Meta-Noia ruft uns auf: den Schritt vom Denken zur Tat zu wagen. Christentum ist das Risiko, das richtig Gute
zu tun. Christentum besteht in der Tat. Gutes richtiges Denken ist sog. Voraussetzung; genau so wie Intuition und Erfahrung.
Aber erst in der Tat kommt das Christentum zur Geltung.

Jesus gibt an: "Das Himmelreich ist nahe" (zur Hand / moeglich / bevorstehend). Es ist auch klar, dass Jesus mit "Himmelreich" sich selber meint, seinen Lebenstil (way of life). Er ist die Tuer, der Weg, die Ermoeglichung. Und er tat viel, wie die Evv berichten, um das Geheimnis Gott in seiner Situation zu ver-wirklichen. Und der heutige Christ muss "seinen Jesus" in seiner eigenen Situation vor allem tun, nicht nur richtig denken. Inhaltlich ist das
"Himmelreich" klar kein politischer Staat, keine politische Partei; eben "nicht von dieser Welt", passt nicht in die weltlichen Kategorien. Ist in einem gewissen Sinne fuer uns "unvorstellbar". H.J. Fabry sagt: "Christentum ist die Vorstellung einer gigantischen Liebes-Beziehung und katholisch: d.h. die ganze Welt umfassend. "Christ-sein ist daher die Realisierung dieser weltumfassenden Liebesbeziehung".
Das aber ist meta-noia: die Realisierung! Einpflanzung in die hier-jetztige Wirklichkeit.


META-NOIA ist (beispielsweise):
* auf den Weg gehen; sich mit der Christengemeinde versamlmeln; zusammen feiern!
* Jesus im Wort und im Brot als "Brot fuer das Leben der Welt" tatsaechlich empfangen!
* Als begabt und gesegnet in die Welt-Situation gehen und sich dort "einmischen"!
* Einen eigenen selbstbewussten und verantworteten Lebensstil sich aneignen!
* Wer nicht zur andern Tat schreitet, kommt tatsaechlich unter die Raeder der Zeit.
* Das Beziehungs-Netz weit spannen - und "auf Draht sein": kommunizieren! Etc...

Montag, 15. Februar 2016

KIRCHE freigeben + frei-geben...

Das ist ein sehr zweideutiger Titel ! Die Kirche als Jesus-Bewegung von heute freigeben
oder als ein Kirchengebaeude freigeben...das sind zwei Dinge! vielleicht sind sie verwandt.


"freigeben + frei-geben" hat viele Aspekte:  a) warum   b) wozu
c) wer ist der Eigentuemer, der den Entscheid verantwortet...
d) wer hat ein legales Mitspracherecht, der gehoert sein will...


Die Jesus-Bewegung gehoert wem ? Dem Herrn Jesus Christus? Dem Volk-Gottes?
                                                                Den Bischoefen und dem Papst, dem Konzil?

                                                                Den Menschen, den Getauften, den Aktiven?

Die KIRCHE als Jesus-Bewegung ist ein Angebot, ein Geschenk der Evolution Gottes an die Welt und an die Menscheit im Besondern. Recht viele Leute haben sich zur Verfuegung gestellt, das Ereignis KIRCHE Wirklichkeit werden zu lassen. Diese Kirche ist grund- saetzlich freigegeben + frei-gegeben - aber eben einige nehmen sie stets in Beschlag und wir sollten diese Beschlag-Nehmer daran erinnern, dass die Kirche an die Glaeubigen und an die Menschen immer wieder freiggeben + frei-gegeben werden sollte. Dass einige Menschen die KIRCHE verwalten (administrieren) gehoert zur Entwicklung; aber die Verwaltung muss berufen, normiert und kontrolliert werden.

Die KIRCHE als Gebaeude freigeben oder frei-geben...  (vielleicht weil es kaum noch Glaeubige gibt, oder weil ein neues Gebaeude sich besser eignet ???)
haengt hoffentlich von der "Freizuegigkeit des Eigentuemers" ab...
Heisst "freigeben" auch Zweckaenderung? Also eine neue Nutzungsart? Um-Nutzung?
Auch "ein Ort zweckfreien Seins" ist ein Nutzung! Der Tempel wird genutzt, sei es um Gott zu ehren, um Leute zu versammeln oder um Opfer-Geschaefte zu machen...


Fitness-Center / Nachtklub / Moschee / Disco-Bar / Privatwohnung / Theater / Bank /
Magna-Aula / Museum / Bibliothek / Kunstschule / Frei-Kirche / Begraebnis-Kirche /
Musik-Akademie / Restaurant...

Abend's geh ich in eine ehemalige Kirche, heute Restaurant, und trink zur Erholung ein Bierchen - ich schau mich um... "Kirche" kommt mir in den Sinn... ist das so schlimm?
Und wenn ein Muslim merkt, dass er in einer ehemaligen kath. Kirche betet - so schlimm?

Wir haben nie genug "Gottes-Dienst-Orte"!!! Die ganze Welt ist ein Gottes-Dienst-Ort !
Eucharistie unter dem Baum oder am Familientisch ist fuer mich "normal".

Sonntag, 7. Februar 2016

Menschen fischen um sie zu befischen...

Nachdem JvN sein Projekt oeffentlich deklariert hat (zB am 2. Sonntag C: Joh 2.1-12;
oder am  3. + 4. Sonntag C: Lk 4.14-21-30) wissen wir:

A) JvN versteht sich als gesendet "um zu geben" (Good-News + Liberty + Freedom + New Sight + Grace) [und nicht um zu fordern oder um Wuensche zu erfuellen].
B) JvN personalisiert. Was ER gibt, ist - zum Erstaunen aller - seine Person. Er gibt nicht ein Aktions-Programm oder eine Hilfe um etwas zu erreichen. Er gibt sich selbst. 


Nachderm JvN recht lange vom Boot aus die neugierige Menschen-Menge belehrte
(Lk 5.1-11) - Jesus gibt sich im Wort Gottes - wendet sich JvN - gemaess Lukas - dem Simon-Petrus zu (also der damaligen und heutigen Jesus-Bewegung). JvN macht, gibt den Vorschlag in die Tiefen des Meeres hinauszurudern und Netze fuer einen grossen Fang auszuwerfen. Der erfahrene Simon-Petrus weist darauf hin, dass sie die ganze Nacht hart gearbeitet haben - vergeblich; fuer nichts. Aber... "wenn Du es sagst, ich probier's".

Wenn das Netz-Auswerfen im Namen Jesu geschieht, dann die wirkliche Ueberraschung:
Der grosse Fang / die Fuelle des Lebens.


Es ist wie so oft im Leben: Der Mensch tut seine Arbeit...  er setzt sich ein...  er will das Beste...  aber es gelngt nicht. Soviel vergebliche Liebes-Mueh'...  Wie viele Eltern versuchen ihr Bestes in ihrer Erziehungs-Arbeit - vergeblich. Soviele Menschen arbeiten hart... vergeblich... wenn wir im 2016 die Stimme im Herzen vernehmen: "versuch's wiederdann wissen wir heute: das ist die Stimme Jesu (und durch ihn die Stimme Gottes).

Lukas will uns sagen: Jeder Versuch (try again) ist ein Schritt in Richtung: "Die Fuelle des Lebens naht". Das stete Nicht-Gelingen sind auch vorlaeufige Schritte - wichtigste Erfahrungen - im Ausgreifen nach der Lebens-Fuelle. Es (das stete Nicht-Gelingen) weist darauf hin, dass wir noch auf der falschen Faehrt jagen; wir sind noch nicht auf der Ziel-Linie der wahren Fuelle. Wir haben unsere Hingabe noch zuwenig personalisiert. Wir arbeiten und geben uns hin (die Zeit, die Kraefte) fuer ein sehr achtenswertes Ziel (wir fischen Fische und geben sie den Menschen zur Nahrung). Aber wir arbeiten zuwenig an unserer Hingabe. 
Fuer die Kirche gilt: Es ist in Zukunft der Mensch, den sie "fangen" wird, um ihn den Menschen als Nahrung zu vermitteln. Der Mensch wird von der Kirche einvernommen, um in "Brot fuer das Leben der Welt" verwandelt zu werden (cf. Eucharist).
Lukas laesst JvN darauf hinweisen, dass es der Kirche um den Menschen geht. Nicht um den Menschen "zu haben" sondern: um ihn zu befreien, zu befaehigen fuer den Menschen da zu sein  [MbM = Menschen brauchen Menschen].