Dienstag, 7. Februar 2017

Wirklichkeit oder Wunsch ??? (3)

Spricht der mt Jesus in der Bergpredigt davon, wie ER das Geheimnis der Menschen-Welt faktisch sieht (Reality) oder wie ER die Menschenwelt gerne haben moechte (Ethik) ???
6. Selig die Herzens-Guetigen, denn sie finden Gott in ihrem Herzen (zum Anschauen und zum vertrauten Gespraech). Sie empfinden: Gott genuegt und brauchen niemanden sonst. Und wenn sie "herzensrein" sind, dann sind sie leer von allen Gefuehlen, von allem "menschlichen" - nur noch zutiefst offen fuer Gott. Sie sind anspruchslos und gesaettigt.
Soli Deo gratia.



7. Selig die Frieden stiften - sie werden zu Sieges-Helden. In einem totalen Krieg - moeglichst alle gegen alle - im Leben und im Handel, im Wissen und im Sport, in der Religion und in der Gesellschaft - da werden die Ueberlebenden zu Helden. Und wer total siegt...  und alle andern nieder macht, stiftet ewigen Frieden; was fuer ein Gottes-Sohn. Schon Noah war nach der Flut im Frieden.


8. Selig sind die Verfolgten - denn sie erhalten bes. Schutz und Aufnahme und Unter- haltung.  Die heutigen Fluechtlings-Stroeme sind Beweis. Um verfolgt zu werden, braucht man einen Standpunkt (und eine Verteidigungsmacht) - die flexiblen, die kompromiss- bereiten schlaengeln sich durch (wie die Evolution) und gelten als schwach. Auf sie ist kein Verlass.


9. Selig sind die Geschmaehten - denn sie werden von den Wohlfahrts-Institutionen gesucht und gepflegt; von den Psychiatern wieder aufgestellt und die Schmaeh-Rufe werden verurteilt (oder im Muesum ausgestellt). Geschmaeht als reich, als selbstaendig,
als in vielen Beziehungen vernetzt - wird dein Lohn in der Fuelle des Lebens bestehen.
Sie schmaehen dich als ungueltig-verheiratet (sie verweigern dir das Brot) du aber weisst, du hast Liebes
-Verstaendnis wieder gewonnen. Sie schmaehen dich wegen sexueller Andersheit - freue dich, du wirst nie zurecht die Berufung zum Priestertum einfordern koennen (d.h. du bleibst verschont von dessen Freuden und Leiden).

Die "Bergpredigt" ist ein Sprachproblem! Wie formulieren wir heute jene Weisheit, die Mattheus den Jesus verkuenden hoert ??? Wenn er (die Bergpredigt) formuliert, bildet sich Mt ein, den Jesus verstanden zu haben ??? Und wie ergeht es den Uebersetzern ?

                                                                                      Fortsetzung folgt...







Freitag, 3. Februar 2017

soviel "selig" ... (2)

Wenn er gestorben ist, dann sagen die Leute: "Gott hab' ihn selig".
Im Folgenden geht es aber um "lebendige Menschen" (Stufe eins) ...   die die zweite Stufe "selig" erreichen - ob es dann zur dritten Stufe reicht  "heilig"  -  bleibt offen...


2. "Selig die Verluste erleiden (und es auch zeigen / trauern) - sie werden getroestet werden" Die Versicherungen kompensieren heute fast alle Verluste (ein gutes Geschaeft).
Und wenn jemand weg-stirbt, dann weiss man heute, es gehoert zur Natur zu sterben und immer mehr wollen auch sterben. Und die Religioesen wissen schon lange, dass sie mit himmlischem Wiedersehen rechnen koennen. Die Trost-Welle ist of ueberschaeumend

und auch schon ein lukratives Geschaeft. Beachte: Der Kaplan Johannes Prassek: "Und dieses Ende (der Tod im Todeslager) ist das Schoenste". Wer den Verlust seines Lebens betrauert, wird getroestet (mit ????).

3. "Selig die (nicht-rebellierenden, gehorsamen) Sanften, sie werden erben".
Das Erbgesetz steht ihnen bei; das 4. Gebot ist fuer sie verheissungsvoll; sie werden beschenkt als pflegeleicht und von den Diktatoren werden sie in Schutz genommen. Sie werden gehorsamst die Traditionen weiterfuehren - also ihr Erbe schaetzen. Die Sanften machen es den andern leichter...


4. "Selig die Gerechtigkeit erwarten - sie werden sie erhalten".
Es gab noch nie soviele Gesetze, die der Gerechtigkeit dienen: das Recht auf Leben fuer alle (inclusive Recht auf Nahrung, auf Wohnung, auf Arbeit, auf freie Meinungs-Aeusserung,

auf Religionsfreiheit etc... etc... ) Das Recht, sich das Leben zu nehmen wird als gerecht empfunden. Es ist heute gelobt und erstrebt, dem Kosmos, der Natur, dem Menschen, der Vergangenheit und der Zukunft, sogar dem Hl. Gott in Gottesdienst und Bittgebet gerecht zu werden. Gerechtigkeit ist heute ein Schutzmantel, der dir umgeworfen wird.

5. "Selig die Barmherzigen - sie weden sie finden".
Dafuer gab es nun ein ganzes Jahr, um die Barmherzigkeit bekannt zu machen, damit sie auch gefunden wird. Und die Barmherzigen wissen nun, dass Gott ein-deutig all-barmherzig ist. Die Barmherzigen versoehnen sich, integrieren sich, sie verbinden sich, sie heilen Wunden, sorgen um die Verwundeten (selbst bei micro-aggressionen), unterstuetzen ihren Heilungsprozess...  da gibt es nun soviel Barmherzigkeit, das auch die Barmherzigen davon betroffen weden.

                                                                                           Fortsetzung folgt...

Montag, 30. Januar 2017

Wer versteht - hat sich etwas eingebildet.

Liebe Blog "Vic" Visitors. Herzlich willkommen zum "exitus" ins Neue Jahr 2017.
Wir wandern...    (sehr einfach gesagt!)
Bereits hab' ich fuer diese Wanderung "ein theologisches Angebot fuer 2017 gemacht.
(Vic 170103 - 01). Es wurde ersichtlich, die Theologie wird schwieriger. Auch fuer mich ist dieser "Vic-Blog", der theologische, der schwierigste. Ich wage die Veroeffentlichungen im Sinne der Einladung mitzudenken, mitzusuchen; im Sinne des Versuchs (das Gelingen des Formulierens) und im Sinne der Suche (das Wagnis neuer Formulierungen).


Bei der Beschaeftigung mit der Bergpredigt (Predigt - Vorbereitung) ist mir das Sprach- dilemma wieder schmerzlich bewusst geworden.
Jeder humane Koerper hat frueher oder spaeter seine Duerftigkeit und Gebrechen. So
auch die "Koerperschaft KIRCHE". Ich selber spure in meiner namibischen Situation sehr die Sprachschwierigkeiten und komme mit ihnen nicht zurecht. Das Sprachgebrechen (in bezug auf das Englische Missale: das Sprachverbrechen) wird mir sehr deutlich in der Liturgie. Weder ich noch die meisten Glaeubigen "verstehen" die Botschaft; anders gesagt: wir verstehen sie "ungefiltert schmutzig". Wir verstehen "etwas" - aber es macht wenig Sinn, es trifft nicht die Existenz. Wenn ich sage: "Der Herr sei mit euch", dann reisst das niemandem vom Stuhl. Am Beispiel der Bergpredigt (Mt 5.1-12) am 4. Sonntag A (290117)
moechte ich meine Sprach-Not zum Ausdruck bringen.


1. Wie vertraut kingt es: "Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich".
[In einer neueren Uebersetzung: "Selig sind die Armen, denen sogar das Gottvertrauen genommen wurde, denn ihnen gehoert die Welt".]
a) Sind es die oekonomisch Armen ???

Sie leiden und ihr "leben" ist reduziert. Gottseidank immer mehr "Arme" erhalten alles, was sie zum Leben noetig haben...  wegen dem Existenz-Recht (Food, Hausing, Schule, Wohl-
fahrt, Gesundheits-Vorsorge, BIG, Job etc...). Es ist wie eine Vorahnung von Himmel (wo alles gegeben wird). Der Kampf gegen die Armut gilt weitgehend als erfolgreich (bes. in Asien) und ist bereits "verdienstvoll"; wenn auch noch die Reichtums-Verteillung besser klappt ... cf. Ministry of poverty-eradication in Namibia - dann bekommt JvN recht.
b) Sind es die mental Armen ???
Die Anstrengung ihnen ein entsprechendes Leben zu ermoeglichen ist gross. Die sog.
"Zurueckgebliebenen" werden hier besonders ermutigt ??? Sind es die Umkomplizierten,

die Einfachen, die da als arm gepriesen werden ??? Diejenigen, die den Untrschied zwischen den Konfessionen nicht mehr mitbekommen ?
c) Sind es die "Armut-Gelobten" (religioese Schwestern und Brueder), die allein schon mit ihrem Geluebde den Himmel verdienen und bereits hier auf Erden alles haben, was sie zum "leben" brauchen; und dazu noch umsorgt und gefoerdert und versichert sind ???
Sie sind am besten dran. Der "Himmel" zum Greifen nahe.
Ist es ein Fact: Selig sind die Armen ? Warum dann der Kampf gegen die Armut ?
Armut geloben (Christentum) - Armut bekaempfen (Saekularisation) ?
Nun sogar: Selig, denen das Gottvertrauen abhanden gekommen ist, denn sie werden sich der Welt zuwenden. Das koennte ja ganz positiv interpretiert werden !
                                                                                                 Fortsetzung folgt...




Dienstag, 3. Januar 2017

Ein theologisches Angebot fuer 2017

Die Theologie, die ich hier fuer 2017 anbiete ist eine harte Nuss. Doch bin ich zuversichtlich,
dass Interessierte diese Gedanken-Gaenge als Anstoss, als Impuls zum Weiter-Denken schaetzen. Wir sind ja auf der Suche nach einem heilsamen Gottes-Bild fuer unseren Zeit-Raum. Der Kath. Christ moege im 2017 die Freiheit eines Christenmenschen nutzen und es wagen zu proklamieren:

A) In der Ich-Hingabe ist Befreiung, Glueck und Vollendung.
Als Beweise dafuer lasse ich gelten:

a) Die vielen Menschen in der Vergangenheit, die es uns vorgezeigt haben; d.h. jede Person von heute hat diese Wahrheit schon als Fremd-Erfahrung erlebt.
b) Gemaess den Evv und Paulus und vielen Theologen hat JvN diese Wahrheit gelebt und gezeigt. Sie lehren uns, dass JvN seinen Lebensweg als Kreuzweg und als Auferstehungs- weg in die Fuelle des Lebens gegangen ist.
c) Die Theologie versteht heute den Gott des Lebens so: Gott hat sich hin-gegeben, sich
ein-gesetzt, sich aus-gegeben und es entstand der Zeit-Raum-Kosmos und der kommt im Menschen zum Bewusstsein bis zum aus-richtenden Propheten JvN etc...
d) Es gibt viele Zeit-Zeugen, die uns bezeugen, dass sie ihre Befreiung, ihr Glueck und ihre Vollendung in der Hingabe gefunden haben.


B) Die Strategie der Hingabe ist bekannt.
1. Das Ich zu einem moeglichst hohen Wert polieren.
2. Dem Ich die Freiheit zu schaffen, sich einzusetzen zugunsten von...
3. Dieser Einsatz kommt einem Auf-Geben seiner selbst zugunsten der Hin-Gabe an gleich
4. Der Mensch geht Schritt fuer Schritt; auch beim Tanzen...
5. Hingabe konkretisiert sich als Sich Hin-Geben im Einsatz fuer...

C) Der Adressat der Hingabe...  wem sich hingeben, fuer wen sich einsetzen?
Das ist eine gewichtige sehr persoenliche Entscheidung. Sich dem Leben hingeben?
einer Idee, einer Sache, einem Menschen, einer Gemeinschaft, einem Gottes-Bild oder einem Star ???
Als Theologe orientiere ich mich an der Kath. Theologie:
a) Gott gibt sich seiner eigenen Bestimmung hin. 
Das zeigt auch das Dreifaltigkeits-Dogma: 1. Das Gott-Ich (Vater)  2. Die praktizierte Hingabe (Schoepfung, Sohn)  3. Die Eigen-Bestimmung (Hl. Geist).
b) Aus dieser Hingabe entsteht die Schoepfung, verzeitlicht und verraeumlicht im Kosmos, kulturell gestaltet im Menschen und seinen Gemeinschaften, aus-gerichtet durch die Propheten wie zB JvN etc...
Und JvN wird zitiert: "Ich bin gekommen, dass sie das Leben in Fuelle haben".
c) Und der Mensch wird sich bewusst, dass er "sich seiner eigenen menschlichen Bestimmung" hingeben darf und soll - die Hingabe in die Fuelle des Lebens.
Diese Fuelle ist in der kontingenten Zeit-Raum-Situation des Menschen nur fragmentarisch zu bestimmen. Das aber heisst:
                Die konkrete Bestimmung des Menschen ist der Mensch.
[Fuer religioese Menschen: Gott ist Mensch geworden, damit wir IHN im Menschen finden koennen  cf. Inkarnation und Imago-Dei-Theologie. Das kann als ein hingebendes Zugestaendnis Gottes an die Menshen gesehen werden.] Vor allem in der Hingabe an Menschen erfuellen wir "fragmentarisch" die Hingabe in die Fuelle des Lebens.


D) Der Inhalt der Hingabe ist brisant; das WAS denn hingeben?
Wer sich hingibt, gibt das hin, was er/sie als seine/ihre Person an-erkannt hat. Also das persoenliche Ich und all sein Zubehoer...  (Das was das Ich in die eigene Person integrieren konnte: sein Denken, Reden, Tun; seine Gefuehle, seine Erfahrungen, den Koerper, die Sach-Werte etc...)
Gluecklich der Mensch, der vieles oder gar alles hingeben kann.


Das entscheidende an diesem theologischen Angebot fuer 2017 ist die Sicht:
Gott ist nicht mehr ein Felsen an und fuer sich, ein Patriarch - sondern wie ein Fluss,
wie die Sonne oder der Niesel-Regen. Gott ist nichtt Atom, nicht Geist (mens), nicht Spirit (ein aussen-vor wirkendes Ich) sondern hingegebene Hingabe.  Darum die eigenartige provozierende Formulierung:  Gott ist nicht; Es gibt IHN.









Donnerstag, 29. Dezember 2016

GEBURT und ihre FOLGEN...

Wir leben in diesen Tagen in einer theologischen Hoch-Zeit. Schon dass die Menschheit einen Gott erahnt - und was fuer einen !!! -  IHN sogar erwartet und sein geschichtliches Ankommen beobachtet - dieser Prozess - der ja andauert - ist es wert, jaehrlich gefeiert zu werden. Darum Advent-Feier! Ring-Kranz einer Spirale mit vier aufeinander folgenden Kerzen - bereit um angezuendet zu werden.
Dann aber ueberschlagen sich die kirchlichen Fest-Wellen: Jesu Geburt / Maria - Mutter Gottes / Epiphany / Taufe Jesu - alles hochgradige Feste, die der theologischen Interpretation beduerfen; d.h. die Theologen sind herausgefordert (das sind jene, die es
sich erlauben, ueber Gott nachzudenken: und das sind doch alle!).
Die Wirkung dieser Feste ist in Frage zu stellen.


Dieses beginnende Kirchen-Jahr (2016/17) wird oeffentlich begleitet vom weltlichen Sonnen-Jahr. Da gibt es soeben auch eine Geburt: Mutter NATUR + Vater KULTUR gebaeren ein neues Jahr. Es gleicht einer Silber-Raupe mit 365 Beinen, 52 Schuppen in
12 Farben und entpuppt sich in 12 Monaten als Schmetterling.  Die einstige Baby-Raupe 2016 ist inzwischen soweit; wir verabschieden sie ins Welt-All und heissen willkommen die Baby-Raupe 2017. Man sagt sie sei neu. Aber das Neue an ihr wird noch zu entdecken sein. Besser: wir wachen auf und fragen uns, was denn wollen wie NEU machen? Oder: "soll alles beim alten bleiben"? Innovation, Implementation stehen doch auf der Improvements-Liste!


Waehrend in unserer Kultur Sonnenjahr + Kirchenjahr + Geschaeftsjahr einander noch immer irgendwie tolerieren (akkomodation)  waere es hoechste Zeit, dass die Theologen das Kirchen-Jahr unter die Lupe nehmen. FRAGE: feiern wir als Kirche eine angenehm alte religioese Kultur-Tradition "alle Jahre wieder"  (trotz A/B/C)  oder wagen wir den Schritt
"TATSACHEN" zu feiern. 
zB. Wenn wir Jesu Geburt feiern [weil wir ueberzeugt sind, dass sein Leben uns den Weg in die Fuelle des Lebens weist], warum plaedieren wir dann: Jesus soll zur Wirkung kommen im Sinne von ER soll wirken, statt dass wir IHN erwirken indem wir feierlich versuchen, seinen Geist in unserer Zeit-Raum-Situation zu verkoerpern und wir IHN so zur fort- gesetzten Aus-Wirkung bringen.

"TATSACHEN" feiern heisst:  Ereignisse als Wirklichkeit wahrnehmen und achten und sich danach richten. Das Faktum "Jesus is geboren"  nehmen wir wahr indem wir unser denken, reden und tun danach ausrichten.  Im Jahr 2017 soll es demnach kein Bitt-Gebet mehr geben, der Erloeser moege doch kommmen oder er moege doch wirken...
Wir setzen es als TATSACHE, dass er kam (als einer unter uns) und wirkt, wie es sich gehoert. 
Wir verstehen uns als zur MIT-WIRKUNG eingeladen...
und darum wuensche ich allen Blog-Visitors den Mut und die Kraft im Sonnen-Jahr 2017 wenigstens irgendetwas irgendwie NEU zu gestalten. 








Samstag, 24. Dezember 2016

Weihnachten 2016

Liebe Blog-Besucher/innen.
Zuerst danke ich Ihnen fuer Ihre Besuche bei meinem theologischen Vic-Blog. Ich hoffe sie seien anregend. Die Versuche theologisch und philosophisch-anthropologisch in die Zukunft zu denken sind teils anstrengend, teils amuesant. Ich werde auch in 2017 damit fortfahren.
Auch Weihnachten gibt Anlass zum Nach-Denken. Ist das Gerede von Inkarnation noch verstaendlich? Jesus ist geboren, wir freuen uns! Aber diese Geburt in unser Weltbild einordnen oder unser Weltbild dieser Geburt anzupassen...  wie sagt man dieses Geheimnis den denkenden Menschen unserer Zeit?
Ich bin soeben von Swakopmund, vom kuehlen Ocean zurueck in Otjiwarongo, also wieder in der Sand-Hitze. Die Musikwoche mit den 30 Tn vom APC-Tsumeb gab bewunderns-
werte Konzerte; und der taegliche Strandmarsch Erfrischung.
Ich wuensche Euch allen eine frohe Weihnachtsfeier; eine Demonstration, dass wir den Jesus Christus willkommen heissen - auch wenn wir sein Kommen noch wenig und seine Person noch weniger verstehen.
Leben ist wichtiger als Verstehen; aber ohne einander zu verstehen gehts unmenschlich zu... und wir wuenschen uns doch ein glueckliches Menschsein miteinander.

                                                                                                           Vic. Hans Leu

weitere Blogs, an denen ich arbeite:
www.leu-apcnamibia.blogspot.com            [woechentliches Tagebuch in Deutsch]

www.kath.ch/author/leuhans/                     [woechentliche spirituelle Wanderung / Deutsch]

www.kameel-doring-boom.blogspot.com   [woechentlich liturgischer Beitrag / English]

Montag, 5. Dezember 2016

Der adventliche Mensch geniesst das Leben.

Gute Atheisten plakatieren: "Wahrscheinlich gibt es keinen Gott, also sorge dich nicht und geniesse das Leben". Die haben leider den Propheten Jeremia (33.14-16) noch nicht gelesen. Dieser verkuendet zum grossen Erstaunen aller Menschen, dass Gott nun selbst angekuendigt hat, dass ER sein Versprechen in Erfuellung gehen laesst: Einer wird kommen, der Recht und Gerechtigkeit praktizieren wird, das Land wird gesund sein und in Sicherheit verweilen und die Stadt wird "Gott ist unsere Zuversicht" genannt.
Das ist es doch, das uns sorgenlos leben laesst: wenn Recht und Gerechtigkeit praktiziert wird, wenn Sicherheit garantiert ist. Wenn in unserer Stadt alles zum Besten bestellt ist - dann geniessen wir das Leben. Und genau das ist der Plan Gottes fuer uns Menschen.
Nun sind wir also soweit: "Das Leben geniessen" ist unser gemeinsames Ziel. Atheisten und Glaeubige sind sich einig: es geht darum, dass moeglichst alle an der Fuelle des Lebens teilhaben, das Leben also geniessen koennen. Der Unterschied besteht in der Methode: Um die adventliche Methode zu entdecken, stellen wir uns einen Moment vor:
Es ist ganz dunkel. Was tun? Der adventliche Mensch sagt: "Es werde Licht" und entzuendet eine Kerze. Er staunt ueber das Ereignis Licht und bewundert wie im Hell- werden die Umgebung sichtbar wird; er freut sich und geniesst es, der Eine zu sein, der ein Licht im Dunkel entzuendet hat. Die Alternative dazu: Der Mensch sitzt im Dunkel, schliesst die Augen und tut nichts. Es ist wie damals, als der Kosmos begann: Ein beruehmter Urknall und die Dinge nehmen Gestalt an im entstandenen Raum und in der beginnenden Zeit. Ein altes Gedicht sagt das Gleiche: Die Welt-Ur-Kraft singt: "Es werde Licht". Der adventliche Mensch hat die evolutive Ur-Kraft entdeckt und staunt, wie sich der Kosmos und die Natur wunderbar und schrecklich entfalten. Und er stellt auch staunend fest, dass er mitten in diesem auf- und ab-, hin- und her-schwingenden evolutiven Prozess sich selbst findet. Der Selbstfindungsprozess laesst ihn aber auch erkennen, dass er jener eine ist, der Hand anlegen muss: Die Methode des adventlichen Menschen ist es, sich heraus-
gefordert zu wissen im Denken und Fuehlen und Handeln, dem ziellosen Evolutionsprozess eine Richtung zu geben, einen Sinn einzustiften: dass moeglichst alle an der Fuelle des Lebens Anteil geniessen. Aber eben: jede Person ist gerufen, jene Person zu sein, die ankommen wird (Advent = Ankommen) um im Hier und Jetzt Recht und Gerechtigkeit zu praktizieren und Sicherheit zu gewaehrleisten. Dabei ist es gestattet, sich dazu vom transzendenten Geheimnis der Welt aufgerufen zu wissen.

Montag, 21. November 2016

Adventliche Barmherzigkeit

Die kath. Bistuemer der CH haben den Mut, das JdB als Erfolg zu sehen... die Kriterien
um von Erfolg zu sprechen sind mysterioes...  aber wir freuen uns, wenn Tausende beim andaechtigen Durchschreiten der Pforte der Barmherzigkeit sich vorgenommen haben "sich im Leben zu bessern" und sie sich nun der Suenden- und Schuld-Vergebung erfreuen.

Ich gehoere zu den Verlierern:
Niemand zahlte mir das Ticket zur Vatikanischen Pforte B und als ich in Windhoek war, da fand ich einfach nicht die Zeit, andaechtig die Pforte B zu durchschreiten. Und als ich in Okatana war, hab' ich die Pforte zwar durchlaufen - aber nicht andaechtig sondern nur als Reisefuehrer und weil die andern Tueren geschlossen waren, gab's keine Alternative.
In Otshikuku und in Otjiwarongo hab' ich die Heilige Pforte nicht gefunden.

Die tellsche Weisheit "durch diese Gasse muss er kommen" - no other way! ist ja faktisch auch so beim Herrgott: ohne B geht's nicht.
Da aber Gott wie die Sonne strahlt und es an uns liegt die Sonnenstrahlen zu nutzen - finde ich mich trotzdem nicht verloren...  Ich denke die Pforte diente vielen dem Beduerfnis nach Sicherheit: der Himmel ist nun sicherer; sie moegen sich daher nun eher der Erde annehmen.


Adventliche Zukunft.
Es ist anzunehmen, dass die Barmherzigkeit nach einem erfolgreichen JdB auf dieser Erde zunehmen wird. Die Christlichen Glauebigen, immerhin mehr als die Haelfte der Welt- bevoelkerung, sind nun sensibilisiert; jeder weiss: ohne B geht's nicht und an Gottes B fehlt's nicht. In der neuen Weltordnung sind mehr als die Haelfte der Menschen: demokratisch - staedtisch - barmherzig und arm. Auch die Kirche wird's bald wahrnehmen.
Darum hab' ich auf www.kath.ch/author/leuhans/  philosophisch 
ueber den Advent
geschrieben: "Unser Advent ist so etwas wie: Das ANKOMMENENDE IM ANKOMMEN
BEGLEITEN". 

Gott und seine B sind sets ankommend, jeden Tag, jedes Jahr wieder...
Der ADVENT hat etwas vom Vorfruehling...

Gebet:  Gott der Barmherzigkeit. Es wurde uns gesagt dass Deine Barmherzigkeit strahlt.
             So setzen wir uns diesem Strahlen aus, nutzen diese Strahlen um sie in humane
             Energie zu verwandeln, so dass wir die Kraft haben den Weg zur Fulle des Lebens                fuer alle zu gehen / AMEN. 

Dienstag, 15. November 2016

Barmherzigkeit in FRAGE gestellt...

Angenommen, Sie verstehen unter Barmherzigkeit nicht nur einen augenblicklichen Gunst-Erweis, eine momentane Hilfe-Stellung, einen Verzeihungs-Akt sondern einen verwobenen vier-phasigen Prozess: Akzeptanz, Gestaltungs-Beitrag, Entlassung in die Freiheit, Begleitung - [das Urbild fuer mich ist die Schwangerschaft] - dann haben Sie Grund zur FRAGE: Gegenueber wem bin ich barmherzig? Dass wir als Christen die Barmherzigkeit Gottes verkoerpern sollten, ist uns schon klar. Ueber unsere Barmherzigkeit gegenueber der Kirche hab' ich deshalb im Blog Vic 36 nachgedacht. Aber ich habe FRAGEN...

Die Wirklichkeit Gottes:
Dass Gott ein "absolut heiliges Ereignis-Geheimnis" ist - ist meine Annahme. Deshalb draengt sich die FRAGE auf: Ist Gott wirklich barmherzig? Wer kann das wissen? Oder neigen die Profeten dazu neuerdings Gott als barmherzig zu proklamieren in Geschichten
und Geschichtskonstruktionen? Es tut uns ja gut, IHN so zu sehen; auch wenn wir IHN als solchen so nicht erfahren koennen.
Angenommen, Gott sei wirklich total barmherzig - ist nicht seine Art Barmherzigkeit zu zeigen unerkennbar? Wo hat ER sie denn klar und deutlich gezeigt? Und wo es so sehr angebracht und angezeigt gewesen waere, da hat ER keine Barmherzigkeit gezeigt; jedenfalls haben die Menschen sie nicht wahrgenommen (Ich denke an Lissabon, die Weltkriege, an Rwanda, Tsunami etc...). Gottseidank meinen die meisten sog. Glaeubigen, Gott sei zwar total barmherzig; aber ob ER sie auch ausuebt, zeigt, das ist eine andere FRAGE. Daher die kirchliche Gewohnheit der Bitte: ER moege doch eher und mehr Barmherzigkeit erweisen, immer und immer wieder. Koennte das auch der Sinn des Jahres der B gewesen sein? Gott erweichen, mehr B deutlicher zu zeigen?


Der Glaube an die Barmherzigkeit Gottes:
Die Intuition ist bei den meisten heute so weit entwickelt, dass sie annehmen, Gott sei wahrscheinlich in sich barmherzig; Gott ist die Barmhrzigkeit selbst. Diese Intuition wird durch Heilige, Katecheten, Prediger und Profeten (bis auf heute) verstaerkt - es sind jene, die es ja wissen muessen. Sie entnehmen ihr Wissen der Bibel oder ihrem Geschichts-Verstaendnis. Aber an die Barmherzigkeit Gottes glauben, das ist eher selten. Die sog. Glaeubigen haben sich nicht entschlossen, dass Gott tatsaechlich barmherzig ist, sondern sie haben den Verdacht, gar die Angst, ER koennte es eventuell nicht sein oder eben nicht zeigen. Oder spekuliert ER auf ein Geschaefts-Abkommen? Daher verfallen sie der alten Gewohnheit das stete Gebet stets zu wiederholen: "Herr erbarme dich unser".  Man kann bei Gott nie wissen - und bei einem Blick in die Geschichte scheint es, Gott hat seine Barmherzigkeit zu oft zurueckgehalten.
Dahinter lauert die FRAGE: welches Gottesbild proklamieren wir heute !


Gott ist wie die Sonne.
ER strahlt Barmherzigkeit aus, das ist sein Wesen. Ein Gott, der nicht ewig und ueberall B ausstrahlt, das ist nicht unser Gott. Ein Christ (sich seiner humanen Kontingenz sehr bewusst) entscheidet sich (glaubt), dass die goettlichen Strahlen der Barmherzigkeit unaufhoerlich ewig strahlen.: Den Kosmos und alles was in ihm lebt und wirkt, *akzeptiert, *zu seiner Gestaltung beitraegt, *ihn in die Freiheit entlaesst, und *ihn begleitet. Diese vier verwobenen Phasen sind Gott seinsmaessig zuzugestehen (intuitiv, wissend und glaubend) unabhaengig davon ob der Mensch sie wahrnimmt oder eben auch nicht. "glauben" heisst: ich hab' mich entschieden Gott so zu sehen. Eine andere Sicht ist nicht christlich, aber wohl moeglich.
[Eine Zusatz-Bemerkung: Schatten gibt es nur, weil die Sonne scheint].


Die glaeubige Konsequenz:
1. Wir gehen davon aus, dass Gott ewig und ueberall Barmherzigkeit ausstrahlt -
wir akzeptieren das - und stoppen den Versuch, Gott zur Barmherzigkeit zu verfuehren.
"Herr erbarme dich unser" wird umgewandelt in "Gott erbarmt sich unser" (in jedem Fall -
und wir freuen uns darueber).

2. Die akzeptierte goettliche Barmherzigkeit wandeln wir um in humane Barmherzigkeit,
wie heute die Sonnen-Energie in elektrische Energie umgewandelt wird - das ist nun zeitgemaess. Wir verkoerpern die goettliche Barmherzigkeit in unserem Denken, Reden und Tun. Wir bringen die goettliche Barmherzigkeit zur leibhaftigen Erfahrung - uns und andern gegenueber.
[Das ist die einzige Art, Strategie, wie die goettliche B erfahren werden kann].

3. Solches Denken, Reden und Tun scheint uns nicht angeboren zu sein; es ist eine Kultur-
Leistung - und wir haben dieses "barmherzig sein" zu lernen. Weil aber die meisten meinen, Barmherzigkeit sei Chefsache, gibt es keine Kurse in "B lernen" (auch nicht im Jahr der B 2016: auf humane Art B zu erweisen und wahrzunehmen) sondern nur die Gewohnheit wie Bettler "Erbarmen zu erflehen", und dies mehr denn je.
4. Da die Kirche sich nicht wandelt, theologie-vergessen "Gebets-Bettler" animiert (mehr als ein ganzes Jahr lang) - gibt es keine Konsequenzen im kirchlichen Zeit-Raum; die Administration Gottes wird wie bekannt fortgesetzt. Die Barmherzigkeit Gottes wird weiter- hin in FRAGE gestellt - und anstatt dass wir sie human verkoerpern erbetteln wir sie als persoen
lichen Gunst-Erweis von oben.






Freitag, 4. November 2016

Auferstehung von Barmherzigkeit.

Auch das Jahr der Barmherzigkeit endet. Es gab hier in Namibia ein offizielles Gebet zum Jahr der Barmherzigkeit, fast in allen Gottes-Diensten stets als "Hinzu-Fuegung" gebetet und gebetet... Ich denke die Barmherzigkeit Gottes wurde viel und weltweit erbetet...
Ob dieses kath. Gebet erhoeht wurde ? Es gab an vielen Orten ein Durchgng genannt: "die Tuer der Barmherzigkeit"; viele werden durchgegangen sein - mit Ablass-Hoffnung und Wirk-Vertrauen (im Petersdom 20 Millionen). Vielleicht beginnen bald die Erzaehlungen,
wo und wie die Barmherzigkeit zugenommen hat... fehl-ging oder versagte.
Dass "Barmherzigkeit" mit: "eine Gunst erweisen" oder mit: "nach der Gerechtigkeit auch noch verzeihen" uebersetzt wurde... das ist immer noch gelaeufig. Die tiefere vier- dimensionale Ueber- Setzung i
st wenig deutlich geworden   " 1. akzeptieren / 2. zur Gestaltwerdung beitragen / 3. in die Freiheit entlassen /  4. begleiten " / (cf. der barmherzige Samaritan). Barmherzigkeit ist eben nicht: "eine Coca-Cola schenken" sondern ein Prozess, der ins Leben fuehrt. Barmherzigkeit ist eine schwierige quadratische Therapy, eventuell fuer sich selbst oder an andern. Ich hoffe, das Jahr der Barmherzigkeit war eine Auf -hellung... daher bin ich gespannt auf die Vatikansche Evaluation dieses Heiligen Ereignisses (nicht nur Statistik sondern an welchen Kriterien es gemessen wird).

In Zukunft BARMHERZIG gegenueber der Kath. Kirche (2017 etc...).
1. Die Kirche akzeptieren, wie sie in 2000 Jahren geworden ist. Viele tun das in der Taufe; einige im sonntaeglichen Gottes-Dienst und in der Mitarbeit: "Unsere KIRCHE ist nun mal so... " sollte als erste kluge Feststellung gewertet werden.
2. Aber die KIRCHE (semper reformanda) geht weiter in die Zukunft und - wie sehr sie auch in 2000 Jahren unter die Raeuber gefallen ist - sie benoetigt unseren Beitrag zur neuen lebensfaehigen Gestaltwerdung. Das Erbe muss fuer die Zukunft gestaltet werden, sodass ihre Kraft weiter heilend, erloesend wirkt auch in 2017 und darueber hinaus.
3. Die KIRCHE muss aus dem Mutterschoss der Erde in die Freiheit entlassen werden. Wir duerfen sie nicht festhalten, sie muss sich ent-wickeln; auch wenn sie in die 
Kultur-Evolution integriert ist. Weder die Macht- noch die Geldgier, weder die Politik noch die Wirtschaft, weder die Wissenschaften noch die Gesellschaft duerfen die KIRCHE behalten oder festbinden. Die Religionsfreiheit ist unueberholbar - gerade auch fuer die KIRCHE. Auch der Papst, die Bischoefe, die Pfarrer duerfen die Kirche nicht pachten; sie gehoert nicht ihnen.... und auch kein Laienverband darf die Kirche besetzen... weder die Maenner noch die Frauen...
4. Als mit allen Sakramenten begnadigt liegt es an uns, das Geheimnis KIRCHE als ein eigenstaendiger "Leib Christi" kreativ-gestalterisch zu begleiten. Also nicht zu befehlen (gilt auch fuer Bischoefe) aber zu raten (klar und deutlich) und zu ueberzeugen; Vor- schlaege einzubringen; gemeinsam zu entscheiden. Mit den Leiden der KIRCHE zu leiden, mit den Freuden der  KIRCHE sich zu freuen. "Wir sind KIRCHE" - das ist richtig. Als ein pilgerndes Gottes-Volk ist der Einzelne darin ein mitgehender, begleitender flexibler Standpunkt (ein ICH im WIR !!! / nicht ohne WIR !!!).

Da Gott - nun ends 2016 mit mehr Ueberzeugung - als barmherzig gilt (vierdimensional), koennen wir mit neuem Mut und Gott-Vertrauen unserer KIRCHE (zuerst die Gemeinschaft vor Ort, die Pfarrei) Barmherzigkeit erweisen als ein quadratischer Prozess auf dass die vierdimensionale Barmherzigkeit in ihr aufersteht; sichtbar wird. 
Stets akzeptieren, stets beitragen, stets entlassen, stets begleiten.