Dienstag, 7. März 2017

Die Ahnung von Gott fuer einen saekularisierten Christen / Fastenzeit 2017

Ob du vor Freuden explodierst / im Alltag routinierst
im Betrieb versauerst / im Herumluemmeln dich bedauerst
in den Beziehungen dich machst / im Beten bettelst, lobst und dich fragst
im Wettbewerb dich verausgabst / im Wissen dich herauswagst
in die tiefsten Einbildungen dich verschweigst...


ES GIBT GOTT

Das Geheimnis-Ereignis kommt vielfaeltig auf uns zu...
Es wacht vielgestaltig auf im Bewusstsein...
Und es wirkt vielfoermig darueber hinaus...


als Wort Gottes !  Das in unsere bewusste Einbildungen funkt
als Tat Gottes !  Die unsere logischen Beschluesse verwirrt
als Schweigen Gottes !  Das nach unseren bewussten Entscheidungen fraegt
als Schoenheit Gottes ! Die in Allem unsere Sinne bezaubert
als Blitz Gottes !  Der Angst ausloest
als Donnergrollen Gottes !  Das Furcht einfloesst

als Raetselhaftigkeit Gottes ! Die unsere Gedankengaenge beschaeftigt
als Fruchtbarkeit Gottes ! Die Leben erzeugt
als Unerklaerbarkeit Gottes ! Die uns zum Schweigen bringt
als Alltaglichkeit Gottes ! Die Geborgenheit bietet
als Kirchlichkeit Gottes ! Die uns die Augen im Feiern oeffnet

als Gegenwart Gottes ! Die entzuendet

Und trotzdem:
Seine Gegenwart ist weder Objekt noch Subjekt, weder Tat noch Nichts,
weder Kosmos noch Natur, weder Technik noch Fortschritt,
weder Einbildung noch Fact


Sie ist gegenwaertig als Menschliche Entscheidung:
                                           SEIN  zu  GEBEN

Dienstag, 21. Februar 2017

Wer rettet die Welt ???

Es gibt ein Geruecht - oder man sagt: Die Menschen, und damit Gott und die Welt, seien hoch Absturz gefaehrdet. Die Welt und die Menschen und Gott bewegen sich heute im Wagnis der Vernichtung. Keine gute Aussicht...

Der Ruf, der Schrei nach Rettung ist hoerbar...

Die Zeitschrift CiG / 2016 (Christ in der Gegenwart / Herder Verlag) troestet im woechentlichen Kommentar: "Nicht wir retten die Welt, und wir retten selbst mit bester religioeser Anstrengung auch nicht Gott. Es ist Gott, der die Welt, den Menschen und sich selbst rettet".   Das ist eine klare Antwort  !!!  ???
Was fuer ein Trost fuer religioese Glaeubige. Es gibt diese Proklamation  "Gott rettet die Welt" seit uralten Zeiten; schon in der Noah-Geschichte rettet Gott - nach der angeordneten Vernichtungsflut - die Welt, die Menschen und sich selbst. Grenzenloses Vertrauen auf die Allmacht Gottes war schon lange ein guter Rat.

Was ist an dieser Proklamation "fragwuerdig" ?
 (Die Kunst des Lesens ist herausgefordert ! um sie irgendwie zu verstehen.)


Der Glaeubige Z liest in der Proklamation: "Der allm. Gott rettet die Welt" den alleinigen, exclusiven Gott. Fuer ihn rettet Gott allein die Welt. Menschen und Engel und Teufel werden nicht erwaehnt; sie werden daher vom Leser Z nicht mitgedacht, eher sogar ausge- schlossen. Sie sind nicht noetig, unbrauchbar.
Der Glaeubige Y liest in der Proklamation eine Einschraenkung: Der allm. Gott gibt die Anordnung und die Zuversicht, dass die Welt schlussendlich gerettet wird. (Zwar kennt niemand den, der dann die Rettung ausfuehrt, weil er ja gar nicht erwaehnt wird; geschweige denn die Stunde und die Art der Rettung.)
Der Glaeubige X liest: "Der Geist Gottes - verkoepert im Menschen - rettet die Welt" (d.h. Gehirn und Herz, Hand und Fuss, inspiriert von Gottes Geist, rettet die Welt). Hier wird Gott und Mensch als moegliche Einheit gesehen. Der Mensch gilt als in die Rettung total involviert. Und dies, weil der Leser X die Vorahnung pflegt, dass das Wort "Gott" nur inclusiv verstanden werden kann, d.h. Mensch + Welt + Kosmos sind im Wort "Gott" immer schon mitgedacht, miteingeschlossen, miteingefordert.


Das excl. Denken von Z ist gottseidank laengst ueberwunden; das theistische Denken von Y ueberlebt als alttestamentlich. Und das incl. X-Denken ? Leider noch selten im heutigen Kath. Glaubens-Zeit-Raum explicit und effectiv.
Die erstaunliche Einheit von Gott + dem Menschen JvN (bes. im Joh-Ev) ist aber neutestamentlich gut bezeugt. Daher hat die Kath. Kirche (theologisch abgesichert) allen Grund, den christlichen Menschen zu sagen: Es liegt an euch. Die Rettung von Welt und Mensch und Gott ist ein christliches Anliegen, eine christliche Verpflichtung, ein christlicher Ernstfall...
Es liegt an den Menschen den angebotenen Geist Gottes zu verkoerpern und in diesem Sinne die Welt heilswirksam zu gestalten (sei es in der Politik, der Wirtschaft, in der Gesellschaft und Kultur, bes. aber auch in der Welt der Kirchen und Religionen) und damit letztendlich in der Gestaltung die Welt auch zu retten.
Hat das nicht Jesus Christus exemplifiziert ?
Und das heisst: Das Ende schon in den Anfang integrieren. 



Donnerstag, 16. Februar 2017

Christliche Empathy-Neuronen

A) Die heutige Kirche erlebt eine tiefgreifende Sprach-Not.

1. Es bleibt ein offenes Geheimnis: "Was hat Jesus wirklich gesagt".
2. Was hat der Ev Mt im Sinn zu sagen ? Welche Interessen leiten seine Aussagen ?
3. Was wollen wir (die Kirche) den "Glaeubigen" von heute sagen
    und welche Interessen leiten uns bei den Formulierungen ?

Wenn wir ein bestimmtes Wort aussprechen, dann reagiert der Hoerer. Er versteht...
Aber WAS hat er denn verstanden ? oder hat er "es" in seinem Sinne verstanden ?
(typisch fuer viele "Woerter" denen ein selig, gluecklich zugetraut wird).

Mr. Salvatore Loiero sagt (cf. SKZ 3/2017 p 23): "Die Seligpreisungen sind deswegen so aussagestark, weil sie den Blick dafuer oeffnen, welche Resonanzen der Gott Jesu bei jedem Menschen evozieren moechte".
Gewiss, das Wort "GOTT" evoziert unsere Resonanzen, wie auch unsere Vorstellungen von "Gott". Aber Gott als das "allheilige Geheimnis Ereignis" kann nicht evozieren. Wir sind auf unsere aeusseren und inneren Sinne angewiesen. Es ist die Sprache, die Vorstellungen, die unsere Resonanzen und vieles mehr evozieren.
Ich teile die Ansicht von Salvatore Loiero, wenn er sagt: "In diesem Sinne erweisen sich die Seligpreisungen in der Tat immer wieder neu als Lernort eines an Empathie dichten Resonanzpotentials von Kirche". Das heute  (in den Seligpreisungen) offerierte Resonanzpotential aber ist sehr "gefaehrdet". Ich meine, dass die Seligpreisungen heute nicht mehr verstanden werden (cf. Blog Vic Posts 1,2,3); besser gesagt: "falsch" verstanden werden; 
d.h. die Aussagen von Jesus und jene von Ev Mt sind so "verschleiert", so uebersetzt, dass sie in uns "unglaubliche" Assoziationen wecken. Typische Worte dafuer: "Armut", "sanftmuetig", "die lauteren Herzens  sind" "Lohn im Himmel" etc...
Es ist daher angebracht, der Sprache unsere beste Aufmerksamkeit zu widmen.

Die Seligpreisungen formuliert von Antonio Sagardoy OCD (SKZ 3 / 2017) gehen mir in die richtige Richtung. Mein Zusatz: "Gluecklich der Mensch, der sein ganzes Leben lang ein Mensch bleiben kann".

B) Fuer mich ist die folgende Frage noch ungeloest: Sind die Seligpreisungen zuerst eine anthropologische Aussage, eine froh-stimmende Mitteilung, oder sind sie zuerst Ethik ?
Aufforderung ? Christliche Verhaltensnormen ?
Diese Frage ist relevant fuer die Predigt uebr die Seligpreisungen.
Ich neige zur ersten Ansicht. Es ist eine humane Grundtatsache, dass jener, der fuer andere dasein kann, gluecklich zu heissen ist. Jesus oeffent die Augen in erstaunlichem Masse fuer humane Realitaetten, fuer die Grundstruktur der Menschheit. Sie erkannt zu haben ist dann Motivation, sie auch zu realisieren.

Zum Schluss: Dass Jesus den"richtigen Menschen", d.h. dessen Grundstruktur preist, zeigt seine Menschenfreundlichkeit. Das kommt wunderbar im Gedicht von John Milton zum Ausdruck mit meiner Hinzufuegung:
Gluecklich der Mensch, der einen so  "heiligen " Eindruck wahrnehmen kann:
"Grace was in all her steps, heaven in her eyes, in every gesture, dignity and love".





Dienstag, 7. Februar 2017

Wirklichkeit oder Wunsch ??? (3)

Spricht der mt Jesus in der Bergpredigt davon, wie ER das Geheimnis der Menschen-Welt faktisch sieht (Reality) oder wie ER die Menschenwelt gerne haben moechte (Ethik) ???
6. Selig die Herzens-Guetigen, denn sie finden Gott in ihrem Herzen (zum Anschauen und zum vertrauten Gespraech). Sie empfinden: Gott genuegt und brauchen niemanden sonst. Und wenn sie "herzensrein" sind, dann sind sie leer von allen Gefuehlen, von allem "menschlichen" - nur noch zutiefst offen fuer Gott. Sie sind anspruchslos und gesaettigt.
Soli Deo gratia.



7. Selig die Frieden stiften - sie werden zu Sieges-Helden. In einem totalen Krieg - moeglichst alle gegen alle - im Leben und im Handel, im Wissen und im Sport, in der Religion und in der Gesellschaft - da werden die Ueberlebenden zu Helden. Und wer total siegt...  und alle andern nieder macht, stiftet ewigen Frieden; was fuer ein Gottes-Sohn. Schon Noah war nach der Flut im Frieden.


8. Selig sind die Verfolgten - denn sie erhalten bes. Schutz und Aufnahme und Unter- haltung.  Die heutigen Fluechtlings-Stroeme sind Beweis. Um verfolgt zu werden, braucht man einen Standpunkt (und eine Verteidigungsmacht) - die flexiblen, die kompromiss- bereiten schlaengeln sich durch (wie die Evolution) und gelten als schwach. Auf sie ist kein Verlass.


9. Selig sind die Geschmaehten - denn sie werden von den Wohlfahrts-Institutionen gesucht und gepflegt; von den Psychiatern wieder aufgestellt und die Schmaeh-Rufe werden verurteilt (oder im Muesum ausgestellt). Geschmaeht als reich, als selbstaendig,
als in vielen Beziehungen vernetzt - wird dein Lohn in der Fuelle des Lebens bestehen.
Sie schmaehen dich als ungueltig-verheiratet (sie verweigern dir das Brot) du aber weisst, du hast Liebes
-Verstaendnis wieder gewonnen. Sie schmaehen dich wegen sexueller Andersheit - freue dich, du wirst nie zurecht die Berufung zum Priestertum einfordern koennen (d.h. du bleibst verschont von dessen Freuden und Leiden).

Die "Bergpredigt" ist ein Sprachproblem! Wie formulieren wir heute jene Weisheit, die Mattheus den Jesus verkuenden hoert ??? Wenn er (die Bergpredigt) formuliert, bildet sich Mt ein, den Jesus verstanden zu haben ??? Und wie ergeht es den Uebersetzern ?

                                                                                      Fortsetzung folgt...







Freitag, 3. Februar 2017

soviel "selig" ... (2)

Wenn er gestorben ist, dann sagen die Leute: "Gott hab' ihn selig".
Im Folgenden geht es aber um "lebendige Menschen" (Stufe eins) ...   die die zweite Stufe "selig" erreichen - ob es dann zur dritten Stufe reicht  "heilig"  -  bleibt offen...


2. "Selig die Verluste erleiden (und es auch zeigen / trauern) - sie werden getroestet werden" Die Versicherungen kompensieren heute fast alle Verluste (ein gutes Geschaeft).
Und wenn jemand weg-stirbt, dann weiss man heute, es gehoert zur Natur zu sterben und immer mehr wollen auch sterben. Und die Religioesen wissen schon lange, dass sie mit himmlischem Wiedersehen rechnen koennen. Die Trost-Welle ist of ueberschaeumend

und auch schon ein lukratives Geschaeft. Beachte: Der Kaplan Johannes Prassek: "Und dieses Ende (der Tod im Todeslager) ist das Schoenste". Wer den Verlust seines Lebens betrauert, wird getroestet (mit ????).

3. "Selig die (nicht-rebellierenden, gehorsamen) Sanften, sie werden erben".
Das Erbgesetz steht ihnen bei; das 4. Gebot ist fuer sie verheissungsvoll; sie werden beschenkt als pflegeleicht und von den Diktatoren werden sie in Schutz genommen. Sie werden gehorsamst die Traditionen weiterfuehren - also ihr Erbe schaetzen. Die Sanften machen es den andern leichter...


4. "Selig die Gerechtigkeit erwarten - sie werden sie erhalten".
Es gab noch nie soviele Gesetze, die der Gerechtigkeit dienen: das Recht auf Leben fuer alle (inclusive Recht auf Nahrung, auf Wohnung, auf Arbeit, auf freie Meinungs-Aeusserung,

auf Religionsfreiheit etc... etc... ) Das Recht, sich das Leben zu nehmen wird als gerecht empfunden. Es ist heute gelobt und erstrebt, dem Kosmos, der Natur, dem Menschen, der Vergangenheit und der Zukunft, sogar dem Hl. Gott in Gottesdienst und Bittgebet gerecht zu werden. Gerechtigkeit ist heute ein Schutzmantel, der dir umgeworfen wird.

5. "Selig die Barmherzigen - sie weden sie finden".
Dafuer gab es nun ein ganzes Jahr, um die Barmherzigkeit bekannt zu machen, damit sie auch gefunden wird. Und die Barmherzigen wissen nun, dass Gott ein-deutig all-barmherzig ist. Die Barmherzigen versoehnen sich, integrieren sich, sie verbinden sich, sie heilen Wunden, sorgen um die Verwundeten (selbst bei micro-aggressionen), unterstuetzen ihren Heilungsprozess...  da gibt es nun soviel Barmherzigkeit, das auch die Barmherzigen davon betroffen weden.

                                                                                           Fortsetzung folgt...

Montag, 30. Januar 2017

Wer versteht - hat sich etwas eingebildet.

Liebe Blog "Vic" Visitors. Herzlich willkommen zum "exitus" ins Neue Jahr 2017.
Wir wandern...    (sehr einfach gesagt!)
Bereits hab' ich fuer diese Wanderung "ein theologisches Angebot fuer 2017 gemacht.
(Vic 170103 - 01). Es wurde ersichtlich, die Theologie wird schwieriger. Auch fuer mich ist dieser "Vic-Blog", der theologische, der schwierigste. Ich wage die Veroeffentlichungen im Sinne der Einladung mitzudenken, mitzusuchen; im Sinne des Versuchs (das Gelingen des Formulierens) und im Sinne der Suche (das Wagnis neuer Formulierungen).


Bei der Beschaeftigung mit der Bergpredigt (Predigt - Vorbereitung) ist mir das Sprach- dilemma wieder schmerzlich bewusst geworden.
Jeder humane Koerper hat frueher oder spaeter seine Duerftigkeit und Gebrechen. So
auch die "Koerperschaft KIRCHE". Ich selber spure in meiner namibischen Situation sehr die Sprachschwierigkeiten und komme mit ihnen nicht zurecht. Das Sprachgebrechen (in bezug auf das Englische Missale: das Sprachverbrechen) wird mir sehr deutlich in der Liturgie. Weder ich noch die meisten Glaeubigen "verstehen" die Botschaft; anders gesagt: wir verstehen sie "ungefiltert schmutzig". Wir verstehen "etwas" - aber es macht wenig Sinn, es trifft nicht die Existenz. Wenn ich sage: "Der Herr sei mit euch", dann reisst das niemandem vom Stuhl. Am Beispiel der Bergpredigt (Mt 5.1-12) am 4. Sonntag A (290117)
moechte ich meine Sprach-Not zum Ausdruck bringen.


1. Wie vertraut kingt es: "Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich".
[In einer neueren Uebersetzung: "Selig sind die Armen, denen sogar das Gottvertrauen genommen wurde, denn ihnen gehoert die Welt".]
a) Sind es die oekonomisch Armen ???

Sie leiden und ihr "leben" ist reduziert. Gottseidank immer mehr "Arme" erhalten alles, was sie zum Leben noetig haben...  wegen dem Existenz-Recht (Food, Hausing, Schule, Wohl-
fahrt, Gesundheits-Vorsorge, BIG, Job etc...). Es ist wie eine Vorahnung von Himmel (wo alles gegeben wird). Der Kampf gegen die Armut gilt weitgehend als erfolgreich (bes. in Asien) und ist bereits "verdienstvoll"; wenn auch noch die Reichtums-Verteillung besser klappt ... cf. Ministry of poverty-eradication in Namibia - dann bekommt JvN recht.
b) Sind es die mental Armen ???
Die Anstrengung ihnen ein entsprechendes Leben zu ermoeglichen ist gross. Die sog.
"Zurueckgebliebenen" werden hier besonders ermutigt ??? Sind es die Umkomplizierten,

die Einfachen, die da als arm gepriesen werden ??? Diejenigen, die den Untrschied zwischen den Konfessionen nicht mehr mitbekommen ?
c) Sind es die "Armut-Gelobten" (religioese Schwestern und Brueder), die allein schon mit ihrem Geluebde den Himmel verdienen und bereits hier auf Erden alles haben, was sie zum "leben" brauchen; und dazu noch umsorgt und gefoerdert und versichert sind ???
Sie sind am besten dran. Der "Himmel" zum Greifen nahe.
Ist es ein Fact: Selig sind die Armen ? Warum dann der Kampf gegen die Armut ?
Armut geloben (Christentum) - Armut bekaempfen (Saekularisation) ?
Nun sogar: Selig, denen das Gottvertrauen abhanden gekommen ist, denn sie werden sich der Welt zuwenden. Das koennte ja ganz positiv interpretiert werden !
                                                                                                 Fortsetzung folgt...




Dienstag, 3. Januar 2017

Ein theologisches Angebot fuer 2017

Die Theologie, die ich hier fuer 2017 anbiete ist eine harte Nuss. Doch bin ich zuversichtlich,
dass Interessierte diese Gedanken-Gaenge als Anstoss, als Impuls zum Weiter-Denken schaetzen. Wir sind ja auf der Suche nach einem heilsamen Gottes-Bild fuer unseren Zeit-Raum. Der Kath. Christ moege im 2017 die Freiheit eines Christenmenschen nutzen und es wagen zu proklamieren:

A) In der Ich-Hingabe ist Befreiung, Glueck und Vollendung.
Als Beweise dafuer lasse ich gelten:

a) Die vielen Menschen in der Vergangenheit, die es uns vorgezeigt haben; d.h. jede Person von heute hat diese Wahrheit schon als Fremd-Erfahrung erlebt.
b) Gemaess den Evv und Paulus und vielen Theologen hat JvN diese Wahrheit gelebt und gezeigt. Sie lehren uns, dass JvN seinen Lebensweg als Kreuzweg und als Auferstehungs- weg in die Fuelle des Lebens gegangen ist.
c) Die Theologie versteht heute den Gott des Lebens so: Gott hat sich hin-gegeben, sich
ein-gesetzt, sich aus-gegeben und es entstand der Zeit-Raum-Kosmos und der kommt im Menschen zum Bewusstsein bis zum aus-richtenden Propheten JvN etc...
d) Es gibt viele Zeit-Zeugen, die uns bezeugen, dass sie ihre Befreiung, ihr Glueck und ihre Vollendung in der Hingabe gefunden haben.


B) Die Strategie der Hingabe ist bekannt.
1. Das Ich zu einem moeglichst hohen Wert polieren.
2. Dem Ich die Freiheit zu schaffen, sich einzusetzen zugunsten von...
3. Dieser Einsatz kommt einem Auf-Geben seiner selbst zugunsten der Hin-Gabe an gleich
4. Der Mensch geht Schritt fuer Schritt; auch beim Tanzen...
5. Hingabe konkretisiert sich als Sich Hin-Geben im Einsatz fuer...

C) Der Adressat der Hingabe...  wem sich hingeben, fuer wen sich einsetzen?
Das ist eine gewichtige sehr persoenliche Entscheidung. Sich dem Leben hingeben?
einer Idee, einer Sache, einem Menschen, einer Gemeinschaft, einem Gottes-Bild oder einem Star ???
Als Theologe orientiere ich mich an der Kath. Theologie:
a) Gott gibt sich seiner eigenen Bestimmung hin. 
Das zeigt auch das Dreifaltigkeits-Dogma: 1. Das Gott-Ich (Vater)  2. Die praktizierte Hingabe (Schoepfung, Sohn)  3. Die Eigen-Bestimmung (Hl. Geist).
b) Aus dieser Hingabe entsteht die Schoepfung, verzeitlicht und verraeumlicht im Kosmos, kulturell gestaltet im Menschen und seinen Gemeinschaften, aus-gerichtet durch die Propheten wie zB JvN etc...
Und JvN wird zitiert: "Ich bin gekommen, dass sie das Leben in Fuelle haben".
c) Und der Mensch wird sich bewusst, dass er "sich seiner eigenen menschlichen Bestimmung" hingeben darf und soll - die Hingabe in die Fuelle des Lebens.
Diese Fuelle ist in der kontingenten Zeit-Raum-Situation des Menschen nur fragmentarisch zu bestimmen. Das aber heisst:
                Die konkrete Bestimmung des Menschen ist der Mensch.
[Fuer religioese Menschen: Gott ist Mensch geworden, damit wir IHN im Menschen finden koennen  cf. Inkarnation und Imago-Dei-Theologie. Das kann als ein hingebendes Zugestaendnis Gottes an die Menshen gesehen werden.] Vor allem in der Hingabe an Menschen erfuellen wir "fragmentarisch" die Hingabe in die Fuelle des Lebens.


D) Der Inhalt der Hingabe ist brisant; das WAS denn hingeben?
Wer sich hingibt, gibt das hin, was er/sie als seine/ihre Person an-erkannt hat. Also das persoenliche Ich und all sein Zubehoer...  (Das was das Ich in die eigene Person integrieren konnte: sein Denken, Reden, Tun; seine Gefuehle, seine Erfahrungen, den Koerper, die Sach-Werte etc...)
Gluecklich der Mensch, der vieles oder gar alles hingeben kann.


Das entscheidende an diesem theologischen Angebot fuer 2017 ist die Sicht:
Gott ist nicht mehr ein Felsen an und fuer sich, ein Patriarch - sondern wie ein Fluss,
wie die Sonne oder der Niesel-Regen. Gott ist nichtt Atom, nicht Geist (mens), nicht Spirit (ein aussen-vor wirkendes Ich) sondern hingegebene Hingabe.  Darum die eigenartige provozierende Formulierung:  Gott ist nicht; Es gibt IHN.









Donnerstag, 29. Dezember 2016

GEBURT und ihre FOLGEN...

Wir leben in diesen Tagen in einer theologischen Hoch-Zeit. Schon dass die Menschheit einen Gott erahnt - und was fuer einen !!! -  IHN sogar erwartet und sein geschichtliches Ankommen beobachtet - dieser Prozess - der ja andauert - ist es wert, jaehrlich gefeiert zu werden. Darum Advent-Feier! Ring-Kranz einer Spirale mit vier aufeinander folgenden Kerzen - bereit um angezuendet zu werden.
Dann aber ueberschlagen sich die kirchlichen Fest-Wellen: Jesu Geburt / Maria - Mutter Gottes / Epiphany / Taufe Jesu - alles hochgradige Feste, die der theologischen Interpretation beduerfen; d.h. die Theologen sind herausgefordert (das sind jene, die es
sich erlauben, ueber Gott nachzudenken: und das sind doch alle!).
Die Wirkung dieser Feste ist in Frage zu stellen.


Dieses beginnende Kirchen-Jahr (2016/17) wird oeffentlich begleitet vom weltlichen Sonnen-Jahr. Da gibt es soeben auch eine Geburt: Mutter NATUR + Vater KULTUR gebaeren ein neues Jahr. Es gleicht einer Silber-Raupe mit 365 Beinen, 52 Schuppen in
12 Farben und entpuppt sich in 12 Monaten als Schmetterling.  Die einstige Baby-Raupe 2016 ist inzwischen soweit; wir verabschieden sie ins Welt-All und heissen willkommen die Baby-Raupe 2017. Man sagt sie sei neu. Aber das Neue an ihr wird noch zu entdecken sein. Besser: wir wachen auf und fragen uns, was denn wollen wie NEU machen? Oder: "soll alles beim alten bleiben"? Innovation, Implementation stehen doch auf der Improvements-Liste!


Waehrend in unserer Kultur Sonnenjahr + Kirchenjahr + Geschaeftsjahr einander noch immer irgendwie tolerieren (akkomodation)  waere es hoechste Zeit, dass die Theologen das Kirchen-Jahr unter die Lupe nehmen. FRAGE: feiern wir als Kirche eine angenehm alte religioese Kultur-Tradition "alle Jahre wieder"  (trotz A/B/C)  oder wagen wir den Schritt
"TATSACHEN" zu feiern. 
zB. Wenn wir Jesu Geburt feiern [weil wir ueberzeugt sind, dass sein Leben uns den Weg in die Fuelle des Lebens weist], warum plaedieren wir dann: Jesus soll zur Wirkung kommen im Sinne von ER soll wirken, statt dass wir IHN erwirken indem wir feierlich versuchen, seinen Geist in unserer Zeit-Raum-Situation zu verkoerpern und wir IHN so zur fort- gesetzten Aus-Wirkung bringen.

"TATSACHEN" feiern heisst:  Ereignisse als Wirklichkeit wahrnehmen und achten und sich danach richten. Das Faktum "Jesus is geboren"  nehmen wir wahr indem wir unser denken, reden und tun danach ausrichten.  Im Jahr 2017 soll es demnach kein Bitt-Gebet mehr geben, der Erloeser moege doch kommmen oder er moege doch wirken...
Wir setzen es als TATSACHE, dass er kam (als einer unter uns) und wirkt, wie es sich gehoert. 
Wir verstehen uns als zur MIT-WIRKUNG eingeladen...
und darum wuensche ich allen Blog-Visitors den Mut und die Kraft im Sonnen-Jahr 2017 wenigstens irgendetwas irgendwie NEU zu gestalten. 








Samstag, 24. Dezember 2016

Weihnachten 2016

Liebe Blog-Besucher/innen.
Zuerst danke ich Ihnen fuer Ihre Besuche bei meinem theologischen Vic-Blog. Ich hoffe sie seien anregend. Die Versuche theologisch und philosophisch-anthropologisch in die Zukunft zu denken sind teils anstrengend, teils amuesant. Ich werde auch in 2017 damit fortfahren.
Auch Weihnachten gibt Anlass zum Nach-Denken. Ist das Gerede von Inkarnation noch verstaendlich? Jesus ist geboren, wir freuen uns! Aber diese Geburt in unser Weltbild einordnen oder unser Weltbild dieser Geburt anzupassen...  wie sagt man dieses Geheimnis den denkenden Menschen unserer Zeit?
Ich bin soeben von Swakopmund, vom kuehlen Ocean zurueck in Otjiwarongo, also wieder in der Sand-Hitze. Die Musikwoche mit den 30 Tn vom APC-Tsumeb gab bewunderns-
werte Konzerte; und der taegliche Strandmarsch Erfrischung.
Ich wuensche Euch allen eine frohe Weihnachtsfeier; eine Demonstration, dass wir den Jesus Christus willkommen heissen - auch wenn wir sein Kommen noch wenig und seine Person noch weniger verstehen.
Leben ist wichtiger als Verstehen; aber ohne einander zu verstehen gehts unmenschlich zu... und wir wuenschen uns doch ein glueckliches Menschsein miteinander.

                                                                                                           Vic. Hans Leu

weitere Blogs, an denen ich arbeite:
www.leu-apcnamibia.blogspot.com            [woechentliches Tagebuch in Deutsch]

www.kath.ch/author/leuhans/                     [woechentliche spirituelle Wanderung / Deutsch]

www.kameel-doring-boom.blogspot.com   [woechentlich liturgischer Beitrag / English]

Montag, 5. Dezember 2016

Der adventliche Mensch geniesst das Leben.

Gute Atheisten plakatieren: "Wahrscheinlich gibt es keinen Gott, also sorge dich nicht und geniesse das Leben". Die haben leider den Propheten Jeremia (33.14-16) noch nicht gelesen. Dieser verkuendet zum grossen Erstaunen aller Menschen, dass Gott nun selbst angekuendigt hat, dass ER sein Versprechen in Erfuellung gehen laesst: Einer wird kommen, der Recht und Gerechtigkeit praktizieren wird, das Land wird gesund sein und in Sicherheit verweilen und die Stadt wird "Gott ist unsere Zuversicht" genannt.
Das ist es doch, das uns sorgenlos leben laesst: wenn Recht und Gerechtigkeit praktiziert wird, wenn Sicherheit garantiert ist. Wenn in unserer Stadt alles zum Besten bestellt ist - dann geniessen wir das Leben. Und genau das ist der Plan Gottes fuer uns Menschen.
Nun sind wir also soweit: "Das Leben geniessen" ist unser gemeinsames Ziel. Atheisten und Glaeubige sind sich einig: es geht darum, dass moeglichst alle an der Fuelle des Lebens teilhaben, das Leben also geniessen koennen. Der Unterschied besteht in der Methode: Um die adventliche Methode zu entdecken, stellen wir uns einen Moment vor:
Es ist ganz dunkel. Was tun? Der adventliche Mensch sagt: "Es werde Licht" und entzuendet eine Kerze. Er staunt ueber das Ereignis Licht und bewundert wie im Hell- werden die Umgebung sichtbar wird; er freut sich und geniesst es, der Eine zu sein, der ein Licht im Dunkel entzuendet hat. Die Alternative dazu: Der Mensch sitzt im Dunkel, schliesst die Augen und tut nichts. Es ist wie damals, als der Kosmos begann: Ein beruehmter Urknall und die Dinge nehmen Gestalt an im entstandenen Raum und in der beginnenden Zeit. Ein altes Gedicht sagt das Gleiche: Die Welt-Ur-Kraft singt: "Es werde Licht". Der adventliche Mensch hat die evolutive Ur-Kraft entdeckt und staunt, wie sich der Kosmos und die Natur wunderbar und schrecklich entfalten. Und er stellt auch staunend fest, dass er mitten in diesem auf- und ab-, hin- und her-schwingenden evolutiven Prozess sich selbst findet. Der Selbstfindungsprozess laesst ihn aber auch erkennen, dass er jener eine ist, der Hand anlegen muss: Die Methode des adventlichen Menschen ist es, sich heraus-
gefordert zu wissen im Denken und Fuehlen und Handeln, dem ziellosen Evolutionsprozess eine Richtung zu geben, einen Sinn einzustiften: dass moeglichst alle an der Fuelle des Lebens Anteil geniessen. Aber eben: jede Person ist gerufen, jene Person zu sein, die ankommen wird (Advent = Ankommen) um im Hier und Jetzt Recht und Gerechtigkeit zu praktizieren und Sicherheit zu gewaehrleisten. Dabei ist es gestattet, sich dazu vom transzendenten Geheimnis der Welt aufgerufen zu wissen.