Donnerstag, 18. April 2013

Joh 10.10 ERFOLGS - VERHEISSUNG   (21.04.2013)

Am 3. Sonntag in der Osterzeit erreichte uns die Geschichte vom "Reichen
Fischfang" (Joh 21.1-14). Und nun am 4. Sonntag (21.04.2013) wird uns die gleiche Botschaft verdeutlicht (Joh 10.27-30).
"Die Meinen hoeren auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir.
 Ich geben ihnen ewiges Leben ( Fuelle des Lebens".

1.) Apostel + Juenger, vertraut mit Jesus, hoeren aufmerksam auf seine Stimme.
"Habt ihr nichts gefangen?" / "Werft die Netze dort drueben aus". Der Miss-Erfolg wird nicht als Gottes Willen akzeptiert; Mr Jemand (die Lesenden wissen, es ist
der auferstandene Jesus) ermutigt zu einem weiteren Versuch.
2.) Apostel + Juenger folgen dem Rat und begeben sich ans Werk.
Sie gestalten ihren eigenen Christlichen Lebens-Stil (Nachfolge).
3.) Apostel + Juenger wissen, dass Gott ihnen vertraut (Ich kenne sie);
4.) und ihnen "Fuelle des Lebens" anvertraut ("Reichen Fischfang").
Kurz:
Wer mit der Person Jesus-Christus vertraut ist, d.h. inter-agiert,
wird Lebensfuelle erleben.  (Also gerade nicht der, der seinem eigen-eingebildeten Jesus-Bild entspricht, nacheifert!).
[Leben in allen Farben, Schattierungen, Hoehen und Tiefen, die Farben
"schwarz + weiss" inbegriffen).
Joh wiederholt sich in 6.40: Wer den Sohn erkennt (den auferstandenen Jesus Christus in all seinen Dimensionen) und ihm glaubt, (sich fuer ihn entscheidet)
wird "Fuelle des Lebens" erleben.

Hier ist proklamiert, dass ein Christliches Leben zum Besten und Hoechsten,
zum Intensivsten gehoert, was einem Menschen im irdischen Leben widerfahren
kann. Irdisches Leben und ewiges Leben sind eben nicht zwei verschiedene Leben sondern sie sind total ineinander verwoben.
Wir sind im Leben immer geburtlich und toedlich...
Wir sind mitten im Leben umgeben von Tod und Auferstehung und im Tod noch
sehen wir die Geburt in die "Fuelle des Lebens" hinein.
Ein volles Christliches Leben gehoert im moment zur Spitze der kulturellen Evolution. Das Christentum eroeffnet die Moeglichkeit zur groesstmoeglichen
Lebens-Erfahrung - inclusive: Geburt + Tod, Ich + Wir, Schein + Sein,  Natur + Kultur, Gott + Mensch.
Mit der Jesus-Bewegung kam eine ganz neue "Weltanschauung" in Sicht:
Joh 10.10: Ich kam - damit ihr lebt - lebt in aller Fuelle.

Sonntag, 14. April 2013

Herr JEMAND....      Joh 21.1-14

Was will der Ev Joh uns mit dieser Geschichte vom reichen Fischfang sagen ?
Und dies in der Situation der Jesus-Bewegung ca. 100 Jahre nach Jesus;
wo doch fast alle Apostel und die ersten Juenger Jesu wohl schon gestorben sind.
Das Geheimnis der Auferstehung steht wohl im Zentrum dieser Erzaehlung;
wie aber sollen wir dieses Geheimnis erahnen oder ein wenig verstehen oder aktivieren ?

Der Herr JEMAND gibt einen effektiven Rat und die Zuhoerer fuehren ihn aus!
Die staunenswerte Wirkung fuehrt den, der Jesus best kannte zum "Verdacht",
in diesem JEMAND ist der Geist Jesu verkoerpert.
Und dann noch das Fruehstueck-Mahl nach der harten Arbeit -
Wer ist dieser JEMAND ?  In so einem JEMAND ist ihr gekreuzigter Herr
verkoerpert...  er tut irgend-auf-seine-art , was Jesus getan hat...
[ a) In der rechten Absicht   b) das Richtige tun   c) mit vollem Engagement]

In einem Dorf ist die Schule heruntergekommen; die Schueler versagen. Da kommt
ein Jemand und gibt Hinweise: 1.) Die Eltern sind verantwortlich, fuer das Gelingen
der Schule. 2.) Die Lehrer/innen stehen im Dienste der Ausbildung; sie geben ihr
Bestes (mit oder ohne Gehaltserhoehung): puenktlich, nuechtern, zentriert,
sachgerecht...  3.) Die HoD's + der Prinzipal machen perfekte Adm und motivieren
das Personal. 4.) Die Schueler/innen verhalten sich diszipliniert und lern-begierig.
Und alle machen mit: "ein Herz und eine Seele!"
Siehe da...  heute gilt diese Schule als "best"; ein Gewinn fuer alle...
ein Schulfest feiert diesen Erfolg: alle verstehen sich als "Im Dienste einer best-
moeglichen Ausbildung" ... Der Geist Christi verkoerpert in allen!
Wir wuenschen uns solche Institutionen, Gemeinschaften, Gruppen, PERSONEN.
War es nicht so in einer lukanischen Christen-Gemeinde...  und vielleicht sind solche
Verkoerperungen auch heute wieder zu finden... Auferstehung mitten im Leben.
In jedem schlummert der Geist Christi - im "Er ist Jemand" ist Er auferweckt.
oder: "vom individuellen Alltag in die WIR-Gegenwart auferstehen..."

Donnerstag, 4. April 2013

THOMAS  der SINNENbegabte - genuegt nicht mehr...

Im Ev Joh 20.19-31erhaelt Thomas (Nach Ostern) die Aufforderung:
"Gluecklich die Menschen, die nicht sehen und doch glauben".

Thomas wird dargestellt als jener Menschentyp, der auf seine Sinne baut.
Diese Sinne sind in einem jahrmillionen Entwicklungsprozess erfolgreich geformt worden und dienten vor allem dem Ueberleben der Gattung. Mit der Zeit hat sich
aber auch ein Bewusstsein entwickelt - der Mensch entstand - und mit kam ihm
die Welt des Geistes zum Vorschein.
Die Sinneswahrnehmung wird sich evolutiv weiter entwickeln, gewiss. Es ist inzwischen auch erkannt, dass die Sinneswahrnehmung nicht die "Realitaet" erfasst sondern kreativ ein Modell von ihr vorstellt. Unsere Welt-Anschauung ist nicht die
Welt wie sie ist sondern wie sie uns vorgestellt wird - durch Phantasie, Mythen und
Wissenschaften, basierend auf der Sinneswahrnehmung.

Durch die geistige Entwicklung entstanden Friede, Liebe, Gottesbilder etc...
Diese "Geistesgroessen" entstehen nicht durch die modellhafte Wahrnehmung
sondern durch Entscheidungen (hoffentlich basierend auf Realitaetswahrnehmung und Einsicht). Die Liebe entsteht dadurch, dass ein Mensch sich entscheidet zu lieben (in der Hoffnung seine Motive seien ehrlich und gereinigt).
Der Glaube ist die persoenliche Entscheidung, dass das Mysterium-Gott sei.
Sie gibt ihm mentalen geistigen Wirklichkeits-Status. Gott ist ja nicht Materie! Fuer diese Entscheidung reicht die Sinneswahrnehmung darum nicht aus. Diese ist vergangenheitsorientiert, modellhaft, abmessend, hinweisend und Stueckwerk.
Fuer die persoenliche Entscheidung, dass Gott sei, ist a) die offene Zukunft notwendig. Sie impliziert einen Neu-Anfang (wie die Taufe es uns lehrt).
b) Ebenso notwendig ist die menschliche Gemeinschafts-Anerkennung (Beziehung). Ohne Mit-Menschen gibt es keine Entscheidung fuer Gott, der wird eben nicht vom Individuum erfunden (hoechstens gefunden). c) Und darum ist auch das Angebot
der Herusforderung entscheidend (sog. Missionierung).
Gott aber entsteht in der Menschen-Wirklichkeit in der personalen Entscheidung.
Das ist die Herausforderung an Thomas, den "Unglaeubigen".

Samstag, 30. März 2013

Der Auferstehungs-Weg Easter 2013

In der Sicht des Christlichen Glaubens hat das Geheimnis Gott uns geschenkt:
das Leben - um es voll zu leben
die Schoepfung (als Weltbild) - um sie zu gestalten
das Licht - um die Wirklichkeit zu entdecken.
"leben, gestalten, entdecken" - das ist ein Prozess, ein Weg, eine Entwicklung.
Gott fordert uns heraus unseren Weg zu gestalten, zu entdecken, zu leben -
und dies gezielt auf die Fuelle des Lebens hin...
Darum koennen wir unseren Lebensvollzug "Auferstehungs-Weg" nennen,
eingehen ins Leben, durchgehen alle Freuden und Aerger; aufbluehen und zerfallen;
sogar den Tod erleben - und dies um ja die Fuelle des Lebens zu erreichen.
Jesus Christus ist uns dafuer ein Symbol.
Dieser "Auferstehungs-Weg" ist jedem angeboten, jeder/jede ist dazu heraus-
gefordert - darum die Anfrage: warum ihn einsam und nicht gemeinsam gehen ?
Die Kath. Kirche ist ein Versuch ihn weltweit gemeinsam zu gehen.

Freitag, 29. März 2013

Das Lamm Gottes als Symbol der Rache + Rettung

Am Hohen Donnerstag vernehmen wir aus Ex 12 den Entscheid des Jahwe-Gottes
alle Erstgeborenen der Aegypter zu toeten und zwar weil die Aegypter die Israelliten nicht in die Freiheit ziehen lassen. So wird Gott sie raechend schrecklich bestrafen.

Damit der raechende Todes-Engel die versklavten Israeliten nicht toetet bekommt er ein Zeichen: Die Israeliten werden in jedem ihrer Haeuser ein Lamm schlachten und dessen Blut an die Tuerpfosten streichen (und das Lamm dann in dieser Nacht fuer die Flucht geruestet auch verzehren). So werden sie durch das Blutzeichen gerettet, ein Lamm musste dafuer mit dem Leben bezahlen! waehrend die Erstgeborenen Aegyptens dem Rache-Zorn Gottes zum Opfer fallen.

Das rettende Lamm Gottes ist klar die Konsequenz eines raechenden Jahwe-Gottes, der die einen raecht, die andern rettet. Dieser Gott raecht toedlich und rettet durch den Tod des Lammes. Der alte Jahwe-Gott als Gott des Todes fuer alle - ausgenommen "sein spezielles Lieblings-Volk", fuer dessen Rettung viele Erstgeborene sterben und viele Laemmer ihr Blut vergiessen. Theologie der speziellen Erwaehlung!
So wird der alte Jahwe-Gott geglaubt und seine Methode gepriesen: Er opfert das Lamm, seinen Sohn, um sein Volk (sein Eigentum) zu retten!

Noch im 2013 betet die Kath. Kirche: "Lamm Gottes..." basierend auf der Idee des
Rache-Gottes Jahwe. D. h. es ist dem Profeten Jesus vN noch nicht gelungen, die alte Idee vom raechenden Gott auszuloeschen. Die Duerre im Owmabo, die Krankheit des Onkels, der Tod der Tochter... alles Resultat des strafend-raechenden Jahwe-Gottes. Damit dominiert die Gott-manipulierende Religion bis heute ueber das Christentum - und weder das Konzil V II noch die folgenden Paepste waren faehig, das Gottesbild im Sinne Jesu zu reinigen!
Den Gott, der sein Volk blutig rettet - den hat Jesus am Kreuz verlassen und damit sein Werk vollbracht.

Samstag, 23. März 2013

Gott in Aktion - auch in der Heiligen Woche.

TV CNN (14.03.13) hat der Welt mitgeteilt: "God's hand in action"
                               Im FC:  Argentinien   siegt ueber Mailand  /  und dann:
                               Kirche: Bergoglio (A) siegt ueber Scola (Milano)
                               Wieder eine Bestaetigung, dass Gott das Weltgeschehen
                               bestimmt - wenigstens fuer die Argentinier...  und fuer CNN.
19.03.2013 CNN hat nicht mitgeteilt, dass der 19. Maerz mein Weihetag ist,
dass der Kanton Uri ihn als Feiertag begeht und dass Hans Kueng an diesem Tag
seinen 85. Geburtstag feierte.
21.03.2013 Namibia hat mitgeteilt, dass es sich zum 23. mal freut ueber seine
politische Unabhaengigkeit und hat in Oshakati gross gefeiert. Nun geht der Kampf weiter, es geht nun auch noch um die oekonomische Unabhaengigkeit...
(Observer 22.03.2013). Und dann ? kulturelle Unabhaengigkeit ? und dann ?
Welt-Unabhaengigkeit ? Wie lange geht dieser Rausch, diese Illusion noch weiter ?
Ich hoffe, dass wir 2015 langsam zur Feier der Inter-Dependence faehig werden.
Ich bin froh, dass wir einen Freiraum schaffen konnten in dem wir unseren Platz
und Beitrag in der gegenseitigen Abhaengigkeit einbringen koennen.

In der Kath. Liturgy steht die anbrechende Woche auch unter dem Thema:
"Gott in action". Es heisst: Gott hat seinen Sohn Jesus fuer unsere Freiheit dahingegeben...
Geht er darum am Palmsonntag mit seinem Anspruch "das Reich Gottes ist nahe"
an die Oeffentlichkeit; begeht er darum am Hohen Donnerstag das Abendmahl
"Er als Brot fuer das Leben der Welt" und waescht die Fuesse seiner Apostel; schreit Er darum am Kreuz "mein Gott, warum hast Du mich verlassen" ? ? ?
Sieht so die Aktion Gottes aus...  wie wir sie heutzutage feiern ?
Jedenfalls geht diese Aktion Gottes sehr natuerlich zu:
1.) Alle Menschen sterben und einige durch ihren Einsatz...
2.) Alle Menschen sind grundsaetzlich fuereinander Brot,
     einigen gelingt es noch nicht...
3.) Alle Menschen sind auf Service angewiesen; einige kapieren es noch nicht...
4.) Im Sterben verlieren alle Menschen alles (Welt und Gott);
     einige haben sich dafuer entschieden, dass Gott sie ins Leben rufe, endgueltig.

Donnerstag, 14. März 2013

Habemus PAPAM Francis 1

Er ist kein Namibier, kein Afrikaner, keine Frau, kein "papabile" (front-runner);
er war auch nicht in meiner Sicht; mein favorit war L.A. Tagle (Manila / 56 Jahre).
Er ist auch kein Schweizer (K.Koch als Neutraler, als Oekumene-minister, als
hoch inelligent waere ein Signal gewesen).
Er ist "von der andern Weltseite" - und hier er ist: Jorge Mario Bergoglio; er war
Erzbischof von Buenos Aires, Argentinien (sein Name toent italienisch); er musste sein Amt schon abgeben - weil zu alt - und nun ist er Papst. Mit 76 Jahren, drei Jahre juenger als Ratzinger bei der Papstwahl; damals in 2005 war er der zweite;
nun hat es ihn doch noch erwischt! Mein erstes Gefuehl: der arme Mann.
Aber er ist Jesuit, und die gelten doch als clever.
1936 geboren - und jetzt noch Papst: mit einem Schiff, recht ueberladen mit
schwierigen Problemen; keine Kurien-Erfahrung - wie soll er nur die roemische
Zentrale saeubern ? Das Image, recht konservativ zu sein, wird ihm helfen.

Trotz allem: Ich lass mich ueberraschen...
In der vatikanischen Balkon-Auffuehrung sind mir drei Zeichen aufgefallen:
1.) seine Bitte um das Gebet - und dann eben recht konservativ:  "Vater unser -
Gegruesst seist du Maria - Ehre sei ", damit stellt er sich in die 1.2 Billionen
Bitt-Gemeinschaft, die Maria, dann Jesus und zuletzt auch noch Gott selbst
anruft, doch bitte bei der Problemloesung hilfreich zu sein. Es koennte ja auch
umgekehrt gedacht werden: dass Gott nicht Hilfe sondern Herausforderung ist,
dass wir Menschen miteinander die Lebens-probleme loesen.
2.) Er bat die Menschen um eine Gunst: I want you to bless me! Die Katholiken moegen den Papst segnen - das ist die Umkehrung des grossen Segens "urbi et orbi"
Nun muss man fuer diese Papst-Segnung noch ein Zeichen finden - damit sie auch
anschaulich ausgefuehrt werden kann. Vedremo...benedicere = segnen = gutheissen
Den Papst gutheissen, heisst das auch das jetztige Papsttum gutheissen ?
Die Person kann ich gutheissen; dem Amt gegenueber bleib ich skeptisch...
3.) Die "Auffuehrung" empfand ich als verhaeltnissmaessig schlicht. Die Segens-geste war zurueckhaltend wie das Laecheln. Keine Programm-Rede; eine erste
Praesentation - alles weitere offen...
(und was wir nicht zu sehen bekamen: auf dem Weg zum Balkon hat er entgegen dem Protokoll einen privaten Gebets-Verweil eingeschaltet - eigenstaendig!)

Sonntag, 10. März 2013

Mein Dilemma (immer wieder)

Die Predigt am 4. Fastensonntag ueber den "verlorenen Sohn" war ein harter Brocken (gehalten in Maria Assunta Orwetoveni in Afrikaans 10.03.2013).

Jederman freut sich ueber diesen von Lk vorgestellten barmherzigen Gott, der mich als Suender bedingungslos willkommen heisst - so ein Gott ist fuer mich gut.
Es gibt mir ein gutes Gefuehl zu glauben "irgendwo" total akzeptiert zu sein.
Dieser Glaube ist gesund und lebenverheissend. Dieser Glaube wuerde die Gesellschaft sehr positiv veraendern. Wenn keiner mehr das Gefuehl haette
verstossen, verurteilt, abgelehnt zu sein - es waere ein evolutiver Durchbruch.

Wenn es aber um den Andern geht, den, der gegen mich gesuendigt hat, der mich
oder die Gesellschaft bestohlen hat, der auf meine Kosten (mich ausbeutend)
sein Leben geniesst, den Luegner und Ausschweifer, den Vergewaltiger und gar Moerder,  - dann wuenschen wir uns oft "den gerechten Gott", der diesen andern Suender straft, der ihn eventuell in die Hoelle verdammt. Gott soll das, was wir
unter Gerechtigkeit verstehen ausfuehren. Gemaess Lukas ist dieser Gott aber auch noch barmherzig. Er heisst auch den andern (juengeren Sohn) willkommen.
Das macht mir und vielen schwer zu schaffen.
Die christlichen Kirchen von heute sind meistens nicht auf der Hoehe des von Lk
vorgestellten Vater-Gott. Es heisst: Mir gegenueber akzeptiere ich den barmherzigen Gott, gegenueber den andern bevorzuge ich den gerechten Gott (Strafe muss sein).

Wenn es uns gelingt, dem Lk-Gott in den christlichen Kirchen zum Durchbruch zu verhelfen, dann ist viel erreicht. Das heisst gerade nicht, dass sich der seculare Staat an diesen Lk-Gott halten soll. Anderseits schadet es dem Staat auch nicht,
wenn er sich etwas in Richtung Barmherzigkeit  bewegt.

Theologisch gesehen ist Gott fuer alle Menschen ein und derselbe; eben der Lk-Vater-Gott, gerecht und barmherzig gegenueber gar allen (Monotheismus).Was bereits unsere Vorstellungskraft uebersteigt.Wir sind noch nicht soweit...

Das Dilemma: So gut das Lk-Gottesbild (der barmherzige Vater-Gott) den Menschen tut und ihn befreit...es steckt ganz stark im Rahmen des gar idealen Anthropomorphismus. Duerfen wir noch 2013, im Jahr des Glaubens, ein so
tief anthropomorphes Gottesbild verkuendigen? Genuegt die Begruendung: es
tut den Menschen gut (was aus meiner Erfahrung hier eindeutig stimmt) ? Auf welche Art tut es ihnen gut ? Es fuehrt die Christen in die Abhaengigkeit vom monotheistisch idealen Anthropomorphismus - er gibt ein Gefuehl der Akzeptanz;
dies aber nur in der Konzentration auf IHN. JvN weist in eine andere Richtung:
was ihr dem andern tut, habt ihr mir getan (Das Weltnetz der Mitmensch- lichkeit).
Um dieses Netz zu staerken brauchen wir den transkosmischen, transpersonalen
Gott. Die Einsicht, dass die Welt im Bild ein eigenes allheiliges Geheimnis ist
und darin der gesamte Kosmos Gnade strahlt - sie bringt uns der Teilnahme an
der Lebensfuelle naeher (wo auch Menschen einander zur Lebens-Erfuellung werden koennen). Wenn Gott erkannt wird als "die allgegenwaertige totale Explosion
der Lebensfuelle" - dann werden wir der Evolution und dem Evangelium etc... eher gerecht (cf. seculares Christentum).

Donnerstag, 7. März 2013

4. F-Sonntag Lk 15.1-5,11-32 VERLOREN ? (10.03.13)

Fuer wen schreibt Lk diese wundervolle Geschichte ?
Fuer die Pharisaeer und Schriftgelehrten ! Also fuer jene, die zutiefst ueberzeugt
sind: eingentlich sind sie recht; ihr Lebensstil ist der richtige!
Nun aber gibt es - und zwar von Natur aus - verschiedene Lebensstile...
jener des eher verschwenderischen, unternehmungslustigen Abenteurers;
         risikohafte Ausschweifung wird gewagt,oft beherrschen die Triebe den Typ.
jener des eher zurueckhaltenden Zaghaften; gehorsam im Rahmen der Tradition,
         ev. fleissig und produktiv; vielleicht asketisch..., gedankenorientiert...

Lk meint: Gott akzeptiert beide (den juengeren und den aelteren Sohn).
Aber - und hier kommt's zum Problem: der aeltere traditionsbehaftete, gehorsame,
produktive Unternehmer - er ist unfaehig zu dieser goettlichen Haltung.Er sieht sich als richtig und gerechtfertigt - und deshalb ist der Andere im Unrecht und zu
verurteilen. Es gibt fuer diesen gottesfuerchtigen ordentlichen Buerger nur einen gueltigen Lebensstil.

Die Akzeptanz dessen, der anders denkt und schaut und fuehlt und handelt; der Andersartige wird zum Problem - weil ich meine Art als grundsaetzlich allein richtig einschaetze (fuer mich und fuer andere).

Ein grosser Anteil an der Fuelle des Lebens ist dem juengeren gewiss (falls er diese Fuelle ertraegt und nicht bald an Aids stirbt)...dem aelteren wird die Fuelle anteilhaftig, wenn er sich dessen bewusst wird, was er alles schon erhalten hat.

In der modernen Gesellschaft: wir muessen miteinander reden wie weit wir faehig sind all die verschiedenen Lebensstile zu ertragen oder zu preisen.
Im Christentum ist die Oekumene der Ort, wo wir die verschiedenen Lebensstile
Jesus zu repraesentieren bejahen.

Im secularen Christentum wissen wir: Gott ist nicht die Instanz, Lebensstile zu sanktionieren...  gutzuheissen...   Gott ist die geklaerte Herausforderung.

3. F-Sonntag Lk 13.1-9 GEDULD (03.03.13)

An diesem Weekend haben wir im APC-Tsumeb durchgefuehrt:
1.) ein Ausbildungskurs fuer die Musik-Lehrer/innen von all den 3 APC's (15 Tn)
2.) ein oeffentliches Samstag-Abend -Konzert
3.) Examen fuer drei neue Musik-Lehrer

In all den drei APC's sind 30 Personen angestellt - und eine der grossen Aufgaben ist die Personal-Ausbildung.

Wie oft muss ich als Ausbildner den Managing-Directors sagen:
       "Bitte gib mir etwas mehr Zeit zur Ausbildung...
        naechstes Jahr werden wir dann die Fruechte ernten".
Wie manche Konzerte braucht es noch, bis wir sagen koennen:
       "unsere Konzerte sind super".
Wenn ich mit dem Personal oder mit den Kindern rede, wie oft muss
       ich mich wiederholen um verstanden zu werden ???

In einer planenden Gesellschaft weiss man: dieses Ziel werden wir in drei Monaten
erreichen; also stelle ich mich auf drei Monate Geduld ein. Aber in einer nicht-
planenden Gesellschaft weiss du nie, wann die Ziele erreicht werden, du brauchst
unendlich Geduld... die aber ist unmoeglich; nicht einmal Gott bringt unendliche
Geduld auf. Seine Geduld ist begrenzt: er gibt dir ein paar Jahre... selten 100 !