Samstag, 21. September 2013

Lk 16.11 eine Bewaehrungs-Probe

Es gibt in unserem Leben "Bewaehrungs-felder", wo wir zeigen koennen (uns selbst und andern) wer wir tatsaechlich sind:  Jesus verweist uns heute auf so ein
Feld (Lk 16.1-13). Wenn ihr mit Geld - diesem kleinen beschmutzten Ding - nicht glaubwuerdig umgehen koennt, wer soll euch denn den wahren Reichtum anvertrauen? Wer also faehig ist, sein Geld vertrauenswuerdig zu managen, dem darf man die Fuelle des Lebens anvertrauen - wenn nicht, vergiss die Fuelle!

Beim christlichen Geld-Management sollte man sich zuerst der Grundfrage stellen: Welchen Stellenwert hat Geld fuer mich? Und bin ich faehig seinem Stellenwert gerecht zu werden ?
A) Wenn Geld Dir das wichtigste ist,  kannst du diesem Anspruch entsprechen?
B) Wenn Geld dir nichts sagt, kannst du das verwirklichen? sog. Armutsgeluebde.
C) Wenn Geld dir wichtig ist, kannst du dementsprechend handeln ?

Ich nehme an, die meisten von uns gehoeren zu C) Geld ist uns wichtig; und zwar
fuer mich und fuer andere und deshalb begleitet uns die Frage:
wie werde ich reich?
- reich durch stehlen ist weit verbreitet und wird global unterschaetzt
- reich durch betteln ist selten; fuer viele der einzige Weg wenigstens fuer etwas
- reich durch teilen ist normal und empfehlenswert
- reich durch arbeiten gilt als zulaessig, als zeitgemaess und richtig.

Gelderwerb durch "arbeiten" gelingt best durch ein zuverlaessiges, transparentes
und ehrliches Geld-Management.
Regel 1) schreibe deine Buchhaltung! Einnahmen - Ausgaben - Betrag
              ohne Buchhaltung: du giltst nicht als serioes
Regel 2) du kennst very well deine Geld-situation / du weisst wie's steht; daher
Regel 3) du bekennst (auch oeffentlich) ICH bin mein eigener Geld-manager.
Damit hast du die erste Bewaehrungsprobe bestanden - man kann dir auch mehr
anvertrauen (als nur Geld). Papst Franziskus hat verstanden, dass dies auch fuer die Kirche gilt. Umgang mit Geld ist eine ihrer sichtbarsten Bewaehrungs- probe, Glaubwuerigkeitsprobe. Eine Buchhaltungspruefung gehoert daher in jeden Firm-Unterricht. Darum wird die Diskussion uebr das schweiz. kirchl. Finanz-system so wichtig. Man muss sich als getauft und gefirmt fuer sein Geld (und spaeter fuer das Geld der Kirche, der Nation, der Welt) verantwortlich zeigen; ich bin faehig, dieses "peanut" richtig zu handhaben - du bist geeicht fuer mehr...

Freitag, 13. September 2013

24. Sonntag C / 150913 / am Ende ein Fest...

Lk 15.1-32 macht uns darauf aufmerksam, dass Jesus attraktiv ist, und zwar sowohl fuer die Phariaeer als auch - und noch mehr - fuer die Suender. Er gibt sich mit ihnen ab, hat Zeit fuer sie, ladet sie ein, hat ein Wort fuer sie - er muss wirklich intressiert sein an ihnen...  das ist ein frommer Vorwurf ... und er stimmt!
Lk gibt uns drei Parabeln, die das Interesse Jesu an den Suendern erklaert:
   + das verlorene Schaf     + die verlorene Drachme    + der verlorene Sohn

Was ist der Grund fuer dieses Interesse?
In der Sicht Jesu sind Suender "verlorene Menschen".
Sie haben eine Situation, eine Chance, eine Erfuellung verpasst...  sie haben es verpasst, das richtige zu tun (das Reich Gottes aufzubauen); verpasst, fuer andere zu sorgen (sie sind eigensuechtig). Sie haben es verloren zu wissen: was ist gut fuer sie selber, fuer die andern, fuer das Gemeinwohl - noch mehr: sie haben nicht mehr die Kraft, das Gute zu tun. Anstatt auf die "Fuelle des Lebens fuer alle"
sind sie auf "Einzelheiten fuer sich" ausgerichtet.
Die Gleichnisse zeigen auf, was denn die Suender noetig haben:
a) Einfuehlungsvermoegen und Barmherzigkeit;  b) jemanden, der sich um sie kuemmert, nach ihnen Ausschau haelt, an ihnen interessiert ist;  c) sie brauchen die Herausforderung, sich zu bekehren;  d) sie brauchen die Erfahrung, in die Ge-
meinschaft eingeladen zu werden (anstatt ausgeschlossen zu werden);  e) sie
sind auf gute Beispiele angewiesen;  f) vielleicht brauchen sie "Uebungen im Guten";
g) und vor allem, es muss ihnen gezeigt werden, dass, wenn sie sich bekehren, wenn sie auf den rechten Weg zurueckkehren... dann herrscht in der Gemeinde grosse Freude... es gibt ein Fest.
Wenn Du Dich auf den rechten Weg zurueckbegibst, dann ist das gut fuer Dich, gut fuer alle und vor allem gut fuer das Gemeinwohl.
                                             JESUS VERMITTELT DIESE ERFAHRUNG.
Heute hat jede Christliche Gemeinde eine bekannte Strategie "uns Suender vom Uebel der Suende zu befreien".  Frag nur den Pfarrer...
Aber, wenn er zu beschaeftigt ist mit seinen 99 rechten Glaeubigen; wenn er die
Hoffnung auf die Bekehrung der Suender aufgegeben hat; wenn er die Bekehrungs-
strategie nicht kennt; wenn er meint, dies sei zu schwierig und zu kompliziert...
dann braucht er wirklich Ferien, ev. ein Sabbat-Jahr oder ein zeitgemaesses Pastoral-Training und eine Meditation ueber "sekulares Christentum"...
und vor allem: JESUS HAT EINE ALTERNATIVE GEZEIGT !

Montag, 9. September 2013

23. Sonntag C / Katastrophen - Messe

Gestern war ich seit langem wieder mal fuer Kalkfeld gebucht. Ein schwer "verwaistes Dorf" 60 km nach Otjiwarongo auf dem Weg nach Omaruru. Das
Handels-Ministerium baut dort gerade ein Touristen-office fuer mehrere
Millionen N$ (gewiss ein "weisser Elefant").
"Katastrophen-Messe" meint: niemand hat etwas vorbereitet und niemand weiss was zu tun ist. Ich werd dann zum "Regisseur".

Um 9h war gerade mal der Sakristan und ich vor Ort. Also warten. Um 9h45 begannen wir mit ca. 70 Tn. Welches Lied ?  Ich sprach Afrikaans, das Hochgebet
English. 1. Lesung Oshiwambo. Die Antworten waren ein murmelndes Durch- einander. Kurz vor der Predigt waren wir ca. 100 Tn ( 25 Erwachsene, mehr Maenner als Frauen! 15 zwischen 16 und 24 Jahre alt, 60 Kinder zwischen 6
und 18 Jahre alt, davon 10 ungetauft).

Da hab ich die Predigt umgestuerzt: "Wie wir Messe feiern wollen..."  mit den Augen, den Ohren, den Haenden und mit den Fuessen, mit Kopf und mit Herz.
Und wir haben "alles" eingeuebt. zB die Hand am Ohr heisst: "Ich hoere"; die Hand am Herz bedeutet: Ich schweige tief!  Auch die Haende singen mit...; die Gaben-
Bereitung wurde aktiviert... bei der "Wandlung" schauten alle aufs Brot mit der Ueberraschung, dass Jesus fuer die Welt Brot sein moechte... etc... etc...

Es wurde die Messe zur aktiven Auffuehrung...   gegen alle Regeln; aber sie waren alle "ganz dabei" und staunten wie lebendig sie alle sein koennen...  ich dankte fuer das intensive Mitmachen und entliess sie (in fuer uns unvorstellbare Situationen).

Moni gab einer Frau mit vier Kindern (sie sagte seit Freitag haetten sie nichts mehr zu essen gehabt) unseren ganzen mitgebrachten Verpflegungs-sack. Und Ailly sagte trocken: "it was funny".

Und mir blieb die Frage: was geht so schief in unserer Pastoral? Ob es mir gelingt,
mit unserem neuen Pfarrer von Otjiwarongo Fr. Josef Mutumbulwa darueber ins
Gespraech zu kommen? Vederemo....

Freitag, 30. August 2013

22. Sonntag C / I HAVE a DREAM

Am 28. Aug. 1963 - vor 50 Jahren - hielt Dr. Martin Luther King jr seine weltberuehmt gewordene Rede in Washington DC.
etwas frei uebersetzt: Ich hab' heute einen Traum... jedes Tal wird angehoben, jeder Huegel abgetragen werden... Berge werden geebnet ... und die Herrlichkeit Gottes wird offenbar... und alles Fleisch wird sie gemeinsam sehen... 
Von jedem Huegel her werden die Glocken der Freiheit klingen...
und wenn das geschieht, wenn wir der Feiheit es erlauben zu erklingen in jedem Dorf, in jedem Staat und in jeder Stadt - dann werden wir faehig jenen Tag schneller herbeizufuehren, da Gottes Kinder, schwarz und weiss, Juden und Heiden, Protestanten und Katholiken faehig werden einander die Hand zu reichen
und gemeinsam mit den Worten des alten Negro-Spiritual singen: Endlich sind wir frei; wirklich frei. Wir danken Gott dem Allmaechtigen: wir sind nun schlussendlich frei.

Vor 2000 Jahren verkuendete auch der Profet JvN seinen Traum: "Das Reich Gottes auf Erden hat nun begonnen". Die Evv schildern diesen Start.
Am heutigen Sonntag zeigt Lk 14.1-24 wie Jesus bei einem grossen Mahl mit den Phariaeern das Reich Gottes proklamiert:
A (14.2-7): Er heilt am Sabbat und zeigt so: das Goettliche Gesetz steht im Dienst der Entfaltung des Menschen; die Zeit der Heilung ist da.
B (14.7-11): Wer in all seinem Tun dem Gemeinwohl dient, der ist richtig.
C (14.12-14): Sein Tun gilt vor allem dem "Zu-kurz-gekommenen", so dass keiner
zurueckbleibt; Segen auch dem Letzten.
D (14.15-24): Und nun passt auf: die Chance der Verwirklichung des Reiches Gottes liegt im Jetzt; wer nicht handelt verpasst die Gelegenheit.

Am Weltjugendtag in Rio de Janeiro 2013 hat Papst Franziskus auch seinen Traum dargestellt: Steht auf und werdet aktiv....  ohne Angst....
tut euren Dienst am Heil der Menschen.

Darum sagt die Kirche am Schluss der Hl. Messe so deutlich:
Geht jetzt; und da Gott mit Euch geht habt den Mut Hand anzulegen...
ite missa est!
Und wenn ihr zur Messe versammelt wart, habt ihr da gespuert, dass Gott
einen Traum hat fuer seine Schoepfung und fuer die Menschheit; koennt ihr
Gottes Traum uebersetzen ins eigene Leben, in den Alltag... probier's mal!


Samstag, 24. August 2013

21. Sonntag C / 25.08.2013 / Bibel heute

Der letzte Sonntag im August ist dieses Jahr von der Bischofskonferenz zum
"Day of the Bible" erklaert. Die Bischoefe wollen die Glaeubigen ermuntern,
vermehrt die Bibel zu lesen.

Ich moechte folgende Ueberlegung vorlegen - zum mitdenken.
Die Bibel ist fuer mich eine Sammlung von Heiligen Erzaehlungen. "Erzaehlung" ist eine konstruktive Dichtung als Wirklichkeits-Beglaubigung. Heilig werden sie genannt, weil sie als vom Geist Gottes inspiriert gelten (und darum das fascino-
sum et tremendum Gottes zum Ausdruck bringen). Gott wird in der Bibel als
Wirklichkeit vorausgesetzt; wie Er wirkt und wie Er gesehen werden kann, wird
hier geschildert. Was Er will und was Er tut wird hier geoffenbart. Damit werden diese Erzaehlungen "Religion": sie verwalten den Menschen gegenueber das unaus-sprechliche Geheimnis Gott (und verschweigen, dass Gott als absolutes totales Geheimnis gar nicht spricht / der Mensch spricht fuer ihn, in seinem Namen).
Dass es nun in dieser Verwaltung viele Interessen und daher Konflikte gibt, ist sachgemaess. Diese Erzaehlungen (Mythen) werden fuer die meisten Menschen zu einem Beitrag zu ihrer Welt-Anschauung. Interessanterweise wird in der Bibel auch noch ein Beziehungs-Verhaeltnis zu diesem vorgestellten Gott angeraten.

Die erweiterte Vernunft konstruiert die Welt-Anschauung, aber sie greift auch immer mehr aus auf Welt-Aneignung. In diesem Prozess entstand innerhalb der Welt-Anschauung die epochale Unter-Scheidung zwischen Wirklichkeit und deren Vorstellung. Die menschliche Vorstellung von Welt und "wie die kosmische Wirklichkeit tatsaechlich ist", deckt sich nicht mehr. Diese Differenz hat es bis heute schwer, anerkannt zu werden. In dieser Differenz entstand die Natur-wissenschaft (Nwss) als sensorische Wirklichkeits-Beglaubigung.  Dazu werden "sensoren" entwickelt, die Messgeraete. Was nun gemessen werden kann, erhielt den Wirklichkeits-Status beglaubigt. Bei dieser Reduktion faellt alles "uner-mess- liche" ins Un-Wirkliche.

Diese neue reduktionistische Wirklichkeits-Erzaehlung (Nwss / Mythos) kann nicht mehr sehen, was noch die biblischen Mythen sahen. Einst ging die Sonne unter, die Geister tanzten, die Harfe gab Toene, die Menschen sangen und Gott waltete seines Amtes - in der heutigen Welt-Anschauung entwickelt sich aus dem Ur-Knall evolutiv die ersichtliche und ermessliche Wirklichkeit: alles was es gab und ins Vesier kan und alles was es gibt und erfasst weden kann. Es gibt heute fassbar die Wellen und Partikel, ihre Struktur, Laenge und Erfassbarkeit - und die dem Leben eigenen Modell-prozess, die Wirklichkeit konstruieren. 







Heute scheint mir die Situation so, dass die Menschen drei Welt-Anschauungen ausgesetzt sind: die humane Alltaeglichkeit (die Sonne geht unter / das Bier wird teurer), der nwss Mythos (die Erde umkreist die Sonne / die Economy) und der religioese Mythos (unser Jahwe-Gott ist der Creator der Sonne / der intervenierende Gott).
Um den kosmosbedingten Alltag zu bestehen gibt uns der nwss Mythos Instrumente in die Hand und der religioese Mythos (Bibel) macht uns darauf aufmerksam, dass wir im Mutterschoss Gottes heranreifen.









Montag, 19. August 2013

Himmelfahrt 2013

Sorry: Die deutsche Predigt-skizze, die ich zum Himmelfahrts-Fest komponierte,
geriet in meinen englischen Block: www.kameel-doring-boom.blogspot.com
Da ich nicht weiss, wie ich die Skizze an den rechten Platz transferiere, lass ich sie dort zum Einsehen stehen. Viel Vergnuegen.

Mittwoch, 14. August 2013

20. Sonntag C / "Das Feuer entfachen" !

A) Lk 12.49-51 gibt uns ein Erklaerungsversuch Jesu.Er sagt:
1. Ich verstehe mich als einer, der gekommen ist, den Einsatz fuer die Sache Gottes zu leben, zu praesentieren, zu aktualisieren.
2.) Ich wuenschte die Glut waere entfacht, das Feuer lodert! Die "Sache Gottes"
ist in Gang gekommen und sie laeuft (evolutiv nun) auf Hochturen.
3.) In diesem Einsatz ist Untergang, Zu-Grunde-Gehen, immer wieder miteingeschlossen (stirb und werde).
4.) Das bringt mich in grenzenlose Bedraengnis, tiefe Unruhe, in Sturm-Stimmung (in chaotische Zustaende) - was nun als "normal" gilt.
[Der Logos, der das Chaos zum Kosmos ordnet, wird hier nicht erwaehnt]...

B) In diesem seinem hier dargelegten Selbstverstaendnis folgt Jesus den alttestamentlichen Profeten. Auch diese sind fuer "die Sache Jahwe" eingetreten - und haben damit die soziologisch gewachsenen Einheiten gespalten - das Gleiche gilt fuer Jesus - und bis heute - bis in die Tiefen der Blutsver- wandschaft. Nicht mehr die Einteilung in weiss und schwarz, in Roemer od. Grieche, Mann oder Frau, gilt sondern: fuer die Sache Gottes oder gegen die Sache Gottes.
In der Botschaft Jesu geht es nicht um "irgendetwas" sondern um das Himmels- reich, das Koenigtum Gottes: um die Teilnahme an der Fuelle des Lebens.
Die einen sind dafuer, dass allen Menschen groesstmoegliche Teilnahme an der
"Fuelle des Lebens" zusteht, andere plaedieren fuer bestimmte Gruppen-Interessen
(Privilegien-Wirtschaft; Machtverteilung).Wer hat das Sagen? Moeglichst alle
oder nur best. Interessen-Gruppen? Das verlangt einen Grundsatz-Entscheid.

C) Wer sich zum Entscheid [fuer die Sache Gottes einzutreten] entschieden hat,
wird zum Gegner der "dunklen Maechte" (kalte Asche) und geraet in harte Bedraengnis. In dieser Situation beginnt das gemeinsame Suchen und Tasten nach "der Sache Gottes". Wenn sich Gott offenbart, d.h. sich sehen laesst, dann von allen menschlichen Augen und er laesst sich hoeren von allen menschlichen Ohren, tasten von allen menschlichen Haenden und lieben von allen Herzen. Nur in einem weltumspannenden Menschheits-Dialog wird die "Sache Gottes" etwas klarer (ein katholisches Konzil genuegt da nicht mehr).

Mittwoch, 7. August 2013

19. Sonntag C / Die Uebergabe

A) Es uebersteigt all unsere Kapazitaet, unsere Denk- und Gefuehlsfaehigkeit,
uns von Gott ein IHM entsprechendes Bild, eine richtige Vorstellung zu machen.
DAS GEHEIMNISS GOTT IST UNVORSTELLBAR !
Diese kirchliche Weisheit gilt bis heute und wird noch lange Geltung haben.
Sie ist offiziell vom kath. Lehramt und von den Theologen akzeptiert.

B) Die Erkenntnislehre sagt uns heute, dass wir Menschen faehig sind, die Wirklichkeit uns auszugsweise, auswaehlerisch und modellhaft vorzustellen.
Die Wirklichkeit erkennen, wie sie tatsaechlich ist, ist uns total verwehrt...
sei es durch die Enge des Auges, sei es durch dieWirkgesetze des Gehirns,
sei es durch die Schwingungsgrenzen des Gefuehls...

Die philosophische Erkenntnis-theorie und die Theologie stimmen darin ueberein:
wir Menschen sind begrenzt. Die Einsicht in die Begrenzung der Erkenntnis fuehrt uns auch in die Begrenzung der Grenzerkenntnis und oeffnet Raum fuer freie
Entscheidung innerhalb der Grenzen.

C) Mitten in dieser Begrenzung sagt uns Jesus (Lk 12.32 / vor 2000 Jahren):
es sei richtig, empfehlenswert und heilsam sich vorzustellen:
Es sei fuer den Gott-Vater ein echtes Vergnuegen, den Menschen die Fuelle des
Lebens (das Reich Gottes) anheim zu geben.
So muesste unser CREDO in 2013 nun beginnen:
Ich nehme an, es hat dem Geheimnis Gott gefallen, den Menschen in seiner Gegenwart die Fuelle des Lebens zu uebergeben.

D) Die logischen Konsequenzen:  groesstmoegliche Empfangs-Bereitschaft.
1. warten (auf den Tag, die Sonne, den Augenblick, die Gelegenheit) gelassen
2. empfangen (das Licht, die Sicht, / steigere die Aufnahme-Kapazitaet)
3. aktiv werden (gestalte das heutige Leben); gebaeren und begleiten...

Dienstag, 30. Juli 2013

18. Sonntag C / reich oder arm

Wer "hab-suechtig" ist, wie der Reiche in Lk 12.13-21, den sollte man fuer krank erklaeren und fuer toericht halten. Er ist von einem unreinen Geist befangen und bedarf der Heilung!
("habsuechtig ist, wer nicht erkennen kann, was er schon alles erhalten hat")

Jesus setzt sich bekanntlich dafuer ein, dass die Menschen reich und gesund leben - aber dies eben aus der Sicht Gottes... d.h.: allumfassend + wohlwollend! [nicht aus der Sicht anderer oder gar in eigner Sicht].

Dazu einige Hinweise:
A) "Reich - sein" muss man ja nicht nur auf materielle Gueter einschraencken.
Reich an Gnade, reich an Beziehungen, reich an Weisheit, reich an Einfluss,
reich an Wissen und Fertigkeiten, reich an Erlebnissen.. aber auch reich an
Problemen und Loesungen, reich an Schwierigkeiten... erfahrungs-reich eben!
Reich an Begabungen, reich an Sympathy, reich an Einsatz...
Richtig "reich-sein" muss gelernt werden - "Leben in Fuelle" ist nicht so einfach.

B) "gesund + sicher leben"; das ist ein ganz grosser christlicher Wert und
gehoert heute in den Firm-Unterricht. Wer das Leben nur mit materiellem
Eigentum absichert ist eben kurzsichtig, antisozial, narzistisch - er ist blind
fuer die Fuelle des Lebens und bedarf der Blinden-Heilung. Das Leben ist gesichert
"im Mutterschoss Gottes" und in der Nachfolge Jesu (der von sich sagt: Ich bin
die Auferstehung und das Leben). Wer nur von der AHV lebt, der kommt auf jeden
Fall zu kurz... Der Freundeskreis ist grosszuegiger!

C) Reichtum und Sicherheit ist nur richtig, wenn sie weitgehendst geteilt werden.
Hier liegt das heutige Problem: Akkumulation oder Verteilung. Wer auf R + S
verzichtet hat nichts zu verteilen - was fuer eine Blamage. Der Mensch muss
sich heute als Verteil-Agentur verstehen; das Wasser + das Wissen sind zu
ver-teilen - sind fuer alle da - das ist die Sicht Gottes.

Die Kirche ist jene Gruppe, die Reichtum und Sicherheit gerecht und barmherzig verteilt und sich dafur heilend und tatkraeftig einsetzt.
In diesem Sinne muss die Kirche auch am politischen und wirtschatftlichen Dialog
ernsthaft teilnehmen!

An diesem ersten August-Sonntag 2013 war ich mit der APC-Association in Otshikuku um an der AGA  "20 Jahre Arts-Performance-Centre-Otshikuku" zu
feiern).

Mittwoch, 24. Juli 2013

17. Sonntag C / Lk 11.1-13 BETEN


Beten ist weit verbreitet, bedeutet vieles, aber in neuerer Zeit eher:
Eine Beziehung herstellen zum Geheimnis Gott.
Jenachdem, wie Jemand das Geheimnis Gott sich vorstellt,
so wird dieser Jemand, seiner Vorstellung gemaess,
sich in Beziehung zu diesem Gott setzen:
+ ueber diesen Gott nachdenken (ihm eine mentale Existenz geben)
+ diesen Gott empfinden (im Gefuehl zur Wirkung kommen lassen)
+ auf diesen Gott hoeren (ihm zugemutete Aussagen abrufen)
+ zu diesem Gott sprechen (das Eigene ihm anvertrauen)
+ mit diesem Gott ein Gespraech inszenieren (Gott als Dialogpartner)

"Beten" ist eine Vorstellungs-Angelegenheit und trifft nicht das
Geheimnis Gott sondern narzistisch nur die menschlichen Vorstellungen.
Dies anzuerkennen, dass Gott fuer uns unzugaenglich ist, ist fuer viele
enttaeuschend. Sie fuehlen sich zu Hoeherem berufen.

Die christliche Erziehung sagte: Man kann aktiv auf Gott zugehen...
Ihn ansprechen etc... und Er hoert...  aber sie sagte nicht:
dass wir Menschen uns ein intrapsychisches Spiel mit Gott erlauben.
Die Erkenntnis-Begrenzung des Menschen wird nicht in Rechnung gestellt.
Noch denkt sich der Mensch nicht nur konstitutiv fuer die Weltanschauung
sondern auch fuer die Weltwirklichkeit.



In Wirklichkeit:
Unsere Vorstellungen/ Empfindungen von Gott sind nicht Gott!
Gott ist immer das Ganz-Andere, das in der Transzendenz erahnt, in der
Immanenz (Schoepfung, Religionen, Jesus) repraesentiert wird. 
Dieser erahnte und repraesentierte Gott ist in Wirklichkeit mehr als
abwesend (in seiner erahnten Herrlichkeit) und mehr als anwesend
(in seinen repraesentierten Wirkungen) - wie beim Baby im Mutterschoss.

Darum muendet das laute Beten stets in ein stilles Schweigen
auf dem Weg zur Geburt eines Heiligen.
Auf das Geheimis Gott aktiv zuggehen ist eines -
das Geheimnis Gott auf uns zukomen lassen ein anderes.