Dienstag, 24. März 2015

GANZ - EINSATZ

Die Christen feiern Jesu Einzug in Jerusalem. So eine Feier ist nur verstaendlich,
wenn man annimmt, dass dem "Einzug" eine bewusste Entscheidung zugrunde liegt. Mir will scheinen, Jesus hat sich entschieden nicht nur ein individueller "Heiler" zu sein sondern auch die Machtstrukturen seiner Zeit in Frage zu stellen, sowohl die politischen als auch die wirtschaftlichen, dabei (in seiner Situation) sind die religioesen und gesellschaftlichen mitangepeilt.
"Ein neuer Himmel + eine neue Erde" - das ist ein allumfassendes Programm und erfordert eine Art von "total-engagement", ein "Lebens-Einsatz". Der Entschluss Jesu: "ich hab' mich entschieden aufs Ganze zu gehen" ist risikoreich. Nicht viele Menschen haben eine solche Begabung. Dem "Reich Gottes" im Denken, Reden und Tun Prioritaet einzuraeumen; das ist nicht jedem gegeben (noch nicht jedem ins Herz geschrieben). Vielleicht sind jene Menschen, die ein "Gott-geweihtes-Leben" oeffentlich bekunden mit den beruehmten drei Geluebden solche begabte Menschen - die sich so verstehen, dass der Einsatz fuer das "Reich Gottes" in ihrem Lebens-Einsatz Prioritaet hat. Diese Menschen muessten im Jahr 2015 der Oeffentlichkeit verstaendlich machen, was sie denn mit "Reich Gottes" meinen. Was denn heutzutage Armut, Gehorsam, Keuschheit mit ihrem sog. "Reich Gottes" zu tun hat. Der "Erklaerungsbedarf" ist sehr gross !

Wo erleben wir heute den "Einzug in Jerusalem" ? Kenne ich Menschen, die einen Ganz-Einsatz wagen ev. sogar fuer das "Reich Gottes" ? Muss der Ganz-Einsatz asketisch aussehen oder kann er auch dyonisisch leuchten ? Die Heiligen stehen
in der Kath. Kirche unter dem Verdacht, ihren Ganz-Einsatz asketisch zu praesentieren. Kann ein Ganz-Einsatz auch ganz "simpel / unheroisch" gelebt werden? Ev sogar unbemerkt von der Kirche ?

In der Heiligen Woche (29.03.15 - 05.04.15) schauen wir auf JvN; wie es ihm
bei seinem Ganz-Einsatz erging - eine eindrueckliche Geschichte - aber es waere ebenso christlich, jene ins Auge zu nehmen, die heutzutage, vielleicht mitten unter uns, ihren Ganz-Einsatz leisten - und welche Rolle wir dabei spielen. Und ganz wichtig, wir muessen uns fragen: wem gilt denn ihr Ganz-Einsatz ?

Samstag, 21. März 2015

Etwas ganz NEUES Jeremiah 31.31

Der Bund zwischen "Gott + Mensch" hat sich ueber die Zeiten hinweg entwickelt.
Noe / Exodus / Sinai ... Und nun bringt Jeremiah eine ganz neue VISION Gottes:
Das Gesetz Gottes ist ins Herz des Menschen eingeschrieben.

Ein Verstehens-Versuch:
Was immer geschieht; es ist ein auf mich Zukommendes - kommend aus dem
"all-heiligen-kosmisch-evolutiven Geheimnis".
Aufgrund meiner Wahrnehmungsstruktur selektioniere und modelliere ich das
Auf-mich-Zukommende - das sich folglich (bewusst oder unbewusst) praesentiert als erwartend und einladend oder als vernichtend and zu verwerfend...
stets aber als Gegenwart, Vergangenheit oder Zukunft...
und dann bilde ich es...  aus Instinkt und Ahnung, aus Erfahrung und Wissen,
aus Glauben und Hoffnung ... mache ich es mir zum Bild... damit bilde ich mich...
lasse mich davon beeindrucken und baue die Welt weiter...
im naturwissenschaftlichen Rahmen vom Dunkel der sinnlosen Evolution auf den Weg der Erhellung, Bestimmung, Sinngebung...
im mystagogischen Rahmen vom mystischen Licht der Gnade auf den Weg der
Lebensfuelle
[ der homo sapiens hat heutzutage sowohl ein naturwissenschaftliches als auch
ein mythisches (intuitiv-seelisches) Empfangen, beides ist ein psycho-somatisch-geistiger Vorgang und kann als einheitlicher erlebt werden...
vom Herzen symbolisiert ]

Story:
Ich sah im Traum drei Menschen im Schatten.
Der Knabe stand auf und ging in den Sonnschein, wanderte herum und freute sich.
Da sah er im Schatten das Maedchen mit dem gebrochenen Bein.
Was soll er tun? Er geht und hilft ihm aufzustehen.
Sie beide wandern im Sonnschein herum und entdecken im Schatten ein Kind, gelaehmt am Boden. Was sollen sie tun? Beide haben einige Vorschlaege...
Sie erwerben einen Rollstuhl - und seither geht das Kind mit ihnen...
und alle drei wundern sich, was bietet sich wohl als die naechste Chance an:
die Welt heller, freudiger, herzlicher zu machen ???

Samstag, 14. März 2015

KUNSTWERK GOTTES

In der Fastenzeit ist es erlaubt und eventuell sogar passend, "SICH" wieder einmal
ganz besonders als "VOLK GOTTES" zu fuehlen, ein Volk, das durch die Wueste wandert. "WIR wandern / nicht nur ICH" !!!  Die Bibel beschreibt uns so eine Wuesten-Wanderung (Exodus, Leviticus, Numeri). Das alttestamentliche "Volk Gottes" von anno-dazumal ist uns eine Vorgeschichte. Ein Symbol fuer unsere eigene Situation. Why not ? Ein Lehr-Gedicht ! Ein faszinierender Mythos, der uns antreibt und mahnt und aufmerksam macht...

Wir sind "mitten in der Wueste von heute" auf demWeg in die Fuelle des Lebens.
Die gegenwaertige Welt ist noch kein Paradies. Es gibt uebrall "toedliche Schlangen, es mangelt vielen an Brot, und oefters kein Wasser weit und breit".  Ich spreche also hier nicht vom sozio-biologischen Leben, dessen Zustand die Naturwissen- schaftler uns aufzuzeigen versuchen als die momentane Evolutions-Etappe. Ich
spreche vom Christlichen TRAUM, wo einst alle faehig sein werden "einander zu lieben". Vom "Heiligen Land" im Hier + Jetzt.

Der heutige Sonntag (der vierte in der Fastenzeit 2015 / 15.03.15) macht uns darauf aufmerksam, dass Gott uns immer wieder "auf der Wuesten-Wanderung"
Botschafter / Profeten sendet:
a) 2 Chro 36.14-23  damit wir uns bekehren, die Wendung zu Gott wagen...
b) Eph 2.4-10  damit wir in der Tat (durch den Profeten JvN) das gute Leben leben
c) Joh 3.14-21  damit wir die "Fuelle des Lebens" in uns sprudeln lassen...

Die meisten Menschen sind fuer uns "Staub bist du..." also gar nichts Besonderes.
Damit Jemand mir oder uns zum Botschafter wird, braucht es eine Transfiguration
1. Eine besondere Situation...  eine eigenartige Konstellation in unserer Beziehung
ein Stern, dem wir gefolgt sind...  Sympathy oder erotisches Licht etc...
2. Tiefes langes Hinsehen... realistisches Erkennen... Verabredungen... Gespraeche..
Abbau von Vorurteilen...  gegenseitiges Verstehen...
3. Geduldiges Hinhoeren... Uebersetzungsfaehigkeit...  Zeichensprache...

So entdecken wir durch TF die PERSON  (UND IHR LEBEN !!! )  als ein KUNSTWERK [wie Paulus heute sagt: WIR SIND KUNSTWERK GOTTES], das zu uns spricht. Vielleicht vernehmen wir eine Botschaft, - und lassen uns "etwas" gesagt sein !!!

Dienstag, 10. März 2015

Gott interveniert ???

Diese moderne FRAGE will heute tief meditiert sein; zB in der folgenden Story:

Mels ist die beste Gemeinde der CH - sagt Lis Hidber - und sie hat es bewiesen -
denn in der Aktion "langer Samstag" (Advent 2014) spendete Mels dem APC in
Namibia water-purification-machines, die in der Bevoelkerung gut angekommen sind.

Nun wurde bekannt, dass die Volkstheatergruppe Mels beschlossen hat 2015 das Spiel "Gottes Intervention" aufzufuehren. Die Melser wollen zeigen: Der Herrgott macht (sowieso) was ER will (wie Sawiri sagt) und das ist gut so.
Bei der Rollenverteilung kamen die rechten Personen zum Zug - nur die Rolle des Herrgott's war heikel zu vergeben. Die Melser wussten bereits durch die Kapuziner
Seelsorge: Der Herrgott ist a) sehr anders, b) unberechenbar, c) armen- genoessig (Klartext: ein Genosse der Armen). Wer koennte IHN spielen? Gewandet in grellem Gelb, stets im Hintergrund. Gewiss hat ER nicht viel zu sagen.(Entschuldigung: er hat eine reduzierte Sprechrolle). Nur etwa: "Ja, ich erhoere Euch" oder: "Nein, aus diplomatischen Gruenden kann ich Euch diesmal nicht beistehen". Auch etwa: "Wenn ich Euch erhoeren soll, dann muesst Ihr bei der Problemloesung ernsthafter und staerker mitmachen". Selten: "Wenn Ihr erst einig seid, dann erhoere ich Euch".
Klaus macht einen ueberraschenden Vorschlag: Wir fragen Lis in Namibia, uns den Herrgott zu schicken "anders - unberechenbar - armengenoessig". Die Gemeinde heisst den Vorschlag gut und nimmt ihn ins Budget auf. Lis sagt aus Dankbarkeit
fuer die Melser Grosszuegigkeit zu und findet Mr. Shikongo aeusserst geeignet. Sie lehrt ihn die Saetze in English und Deutsch. Die rehearsals auf beiden Seiten der Sahara bringen die Auffuehrung voran; schon steht der Eroeffnungs-Abend bevor. Einladende Plakate rufen: "Gott interveniert? - aber anders". Eine Melser-Delegation will Shikongo tagszuvor am Flughafen Kloten abholen - mit 2 Trachten- frauen und einem Kapuziner. Sie warten und warten und warten. Der Herrgott kommt nicht - bis heute. Der Kapuziner meint: "typisch Herrgott". Und die Trachtenfrauen klagen "Wie soll man heutzutage noch an Gott glauben, wenn er nicht einmal ankommt? zur Intervention nicht einmal mehr bereit ist".
Und die Melser tun bis heute schwer mit der FRAGE: Warum nur kommt der Herrgott nicht zur Intervention ???

Mittwoch, 4. März 2015

Staub bekommt Bedeutung

Die Fastenzeit sagt uns zuerst mit dem Aschenkreuz: "Staub bist du..."
Die Muttersprach-Forschung fraegt: heisst das: Dreck, Niemand, Unbedeutend ??? Gewiss, der Mensch ist Staub ! Wer wagt es dabeizubleiben ???
Am 2. Fasten-Sonntag geht die Kirche weiter (Mk 9.2-10 / Transfiguration / Tabor!)
Der Christliche Lebensstil besteht also darin: immer wieder weiter sehen; neues
entdecken, kreativ neues schaffen; ueber das Vorliegende hinausgehen; ein "MEHR"
wagen. Transfiguration = die Figur "ueberholen". Ein "MEHR" an Bedeutung der
Figur, der Form  "anzudichten", ihr "zuzugestehen".

Ja, der Mensch ist ein evolutionaeres Naturprodukt (also Sternenstaub); in einer
neueren Sicht ist der Mensch "mehr" eben "ein Kind Gottes". Dies zu realisieren,
zu erkennen und zuzugestehen, das ist Transfiguration.
Unser Universum ist ein Kosmos (ein heikles Kraftfeld); in einer neueren Sicht ist dieser Kosmos ein "mehr", eine Kreation (eine Schoepfung aus der Hand Gottes).
Jenes Girl, das ich gestern entdeckte, ist wirklich (dem Gott Eros sei Dank) das
wunderhuebscheste Geschoepf. In einer neueren Sicht wurde es mir zum Girlfriend, zur Braut, dann zur Gattin, zur Mutter, zur Hausfrau - eine typische Bedeutungs-Zuwachs-Reihe im 20. Jhh (soziale transfigurationen).
Das Haus, das ich kaufte kostete vielleicht CHF 250'000; nun aber machen wir es zu einem "Zu-Hause", zu "mehr", zu einem Heim fuer uns (hier bin ich daheim).
Wir Menschen leben, schwimmen in einem Meer von steten Tansfigurationen.
Sogar unser Weltbild ist stets eine Tansfiguration.

JvN ist ein typisches "Opfer" von Transfigurationen. Die Glaeubigen sehen in ihm immer "MEHR" Werte personal gelebt, dargestellt. Petrus sah in ihm den neuen
Moses und zeitigen Profeten; Paulus sah in ihm den Friedensfuersten; noch heute sehen wir ihn als "Licht im Dunkel der Welt" oder als "Brot fuer das Leben der Welt".
(cf. die Eucharistie als Tranfigurationsprozess) JvN wird zum Erloeser der Welt  (trans-figuriert) "stilisiert".
Fuer uns Christen ist entscheidend, dass wir diese Transfigurationen als Wirklichkeit anerkennen; sie sind nicht leere Einbildungen sondern dynamisch wirkende Bilder, die unser Leben praegen.
Ich wuensche allen viele Tabor-erlebnisse / peak-experiences.

Dienstag, 17. Februar 2015

Asche - "Staub bist du..."

Mr Shikongo ist am Okavango-Fluss aufgewachsen, tief in Afrika; da kann er die
Fasnacht gar nicht kennen. Die Kath. Kirche aber hat ihm die Fastenzeit gut bei-gebracht. Sie erscheint ihm, nach den Freuden von Weihnachten und dem unver-
staendlichen Gerede von "Gott ist Mensch geworden", soetwas wie: "sich dem Ernst
des Lebens zuwenden". Wenn das Leben karg ist, so ist fasten wie Alltag.
Am Tag vor Ash-Wednesday hat Shikongo einen Traum: Als stellvertretender
Liturgist teilte er das Aschenkreuz aus. Da stand ploetzlich hinter der Frau, die er
gerade mit dem Kreuz bediente, der Heilige Gott persoenlich. Oh Schreck! Kann
er zu Gott sagen: "Staub bist du..." ? oder soll er nicht eher zur Ehre Gottes singen: "Gedenke" UNSER, oh Herr, wenn du kommst in Herrlichkeit".???  Ein Engel fluestert ihm zu: "sag deutlich "STAUB", denn das ist Inkarnationscompatibel. Shikongo tat so
und sagte mit zitterndem Herzen zu Gott; "Staub bist du und zu Staub kehrst du zurueck". Aber verstanden hat er nichts und wachte vor lauter Erregung auf.
(Wenn das Kardinal Mueller von der Glaubenskongregation vernimmt !)
Seither beschaeftigt Shikongo die Formel: "Gedenke Mensch! Staub bist du..." Wem
sag ich das Warum ? Die Kirche ist clever, denkt er. Da ist kein: "NUR Staub bist du..." das wuerde allem Gerede von Seele und Himmel widersprechen, das waere Materialismus pur, das kann sich die Kirche gar nicht leisten. Da ist kein: "AUCH Staub bist du..." das wuerde einem "reality-turn" gleichkommen; einer Warnung, sich vom Himmel etwas wegzuwenden und sich eher zur irdischen Wirklichkeit hinzu- wenden. Shikongo hat von einem Schweizer gehoert, der propagiert die Formel:
"Gedenke! aus Sternenstaub bist du geworden zu Sternenstaub kehren wir zurueck"
Schikongo meint: das mit dem Sternenstaub stimmt wohl, ist realistisch; ist aber auch etwas weitsichtig und ueberhaupt: ob Staub oder Sternenstaub; tot ist sowieso tot. Etwas anthropologischer waere die Formel: "Gedenke! aus Fleisches-lust bist du geworden, zur allumfassenden Lebenslust sind wir gerufen". Das toent realistisch und idealistisch; hat aber im Jahr der Familien-Synode wohl kaum ein gutes Ohr... wo kaemen wir hin, wenn die Menschen aus purer Lebenslust leben wuerden? Wer denkt denn so verkehrt, dass zur Lebensfuelle auch noch die Lust dazugehoert? Shikongo schlussfolgert: Entweder bleiben wir beim Staub oder wir machen eine Kavango-Inkulturation und sagen dort: "Gedenke Mensch! Aus Wasser bist du und wirst schlussendlich verdunsten".  Theologen wuerden dann etwas "lebendiges Wasser" beifuegen und dass auch Gott - und dies gerade heutzutage - verdunstet. Und die von der Fasnacht vehoehnen: Aus Wasser bist du und wirst trotzdem verdursten.

Freitag, 13. Februar 2015

Das Volk Gottes auf dem Pilgerweg...

Im AT - das wandernde Volk stellt von Zeit zu Zeit "Camps" (Heilge Bezirke auf
und der "Aussaetzige" ist dazu verdammt, ausserhalb des Heiligen Bezirks, aus-
geschlossen vom Hl. Volk zu vegetieren (Lev 13.1-2,45-46).
Seine Kleider erbaermlich normal, zerrissen, sein Haar naturwuechsig.

Im NT - wer immer der "Ausgesetzte" (Mk 1.40-45): Jesus heilt. Er beruehrt den
oder die Ausgesetzte/n und sagt es deutlich: sei geheilt, akzeptiert.
Jesus ueberwindet die Bedingungen des Ausgesetzt-werdens.

Wir leben heute in einer Zeit starker Ausgrenzung: die Religionen, die Kirchen, Nationen und Parteien, Weltanschauungen und Kulturen etc... sie ziehen Grenzen. Die inclusiven Tendenzen werden zusehr beargwoehnt. Es ist an der Zeit zu fragen: denken, reden, handeln wir inclusiv oder eher exclusiv !

Es war eine aufschlussreiche Uebung im Gebetsjahr fuer das "konsekrierte Leben"
in den beiden Lesungen (Lev + Mk) den Aussaetzigen mit NCL zu uebersetzen
(non-consecrated-life / unclean). Im AT wird das NCL ausgesetzt; in eine Gegend ausserhalb des Heiligen Bezirks. Im NT wird NCL geheilt und in die Heilige Gemeinschaft wieder eingegliedert.

Wer in 2015 ohne oeffentlich deklarierte Geluebde lebt (Armut, Gehorsam,
Keuschheit) der/die wird in der Kath. Kirche beinahe "diskriminiert". Er/Sie gilt
als Nicht-Religioes, wird vom religioesen Zirkel ausgeschlossen und in die raue,
sekulare Welt verbannt.Dort sei ihr Wirkungsfeld. Obwohl die ehrwuerdigen
Orden, einst hochaktuell und heilswirksam, in der modernen Welt unglaubhaft geworden sind und sie deswegen absterben, tut die Kirche so, als ob ihr Heil von den Orden abhaenge. Es gilt als ziemlich sicher, dass Jesus oeffentlich keine Geluebde abgelegt hat. Dass nun die Geluebde in der Kirche zu einem aus-grenzenden Faktor geworden sind, ist mehr als bedenklich; vor allem wenn man weiss, wie diese Geluebde heutzutage in den Orden gelebt werden.

Einst hat die Taufe das Leben konsekriert, wie die Eucharistie das Brot.
Aber heute muss man Geluebde ablegen um konsekriert zu gelten...
welchen Pilgerweg haben wir da eingeschlagen ???

Samstag, 7. Februar 2015

Ob Gott in dieser Welt wirkt ???

Der Sammelband QD 262 hggbn von R.A. Siebenrock + Ch. J. Amor unter dem Titel
"Handeln Gottes" versteht sich als "Beitraege zur aktuellen Debatte" (Herder 2014).  Das Umfeld dieser Beitraege ist das theolog. Forschungszentrum der UNI Innsbruck RGKW (Religion, Gewalt, Kommunikation, Weltordnung) "gegruendet" von
R. Schwager SJ (1935 - 2004)  cf. www.uibk.ac-at/rgkw/drama (/komtheo)

20 Theologen/innen verteidigen auf hohem Niveau die Ueberzeugung, "dass Gott in der menschlichen Geschichte und im individuellen Leben wirkt, ja dass er handelnd darin praesent ist". Diese Ueberzeugung ist genaehrt von der Bibel, von der Theo-logy und von existentiellen Erfahrungen. Alle Beitraege meinen, ein Handeln Gottes anzunehmen sei unumgaenglich - das Buch ist also apologetisch - und eindeutig.
Mir fehlt der Psychologe, der die Erfahrungen vom Handeln Gottes in Frage stellt;
der Soziologe, der ihren "Gesellschaftswert" aufzeigt und der sog. Atheist, der die
Mechanismen zur Aufrechterhaltung des Glaubens an ein Wirken Gottes durch-schaut. Es ist doch klar, alle Glaeubigen freuen sich am Wirken Gottes (er ist fuer sie ja Vollendung, Liebe, Freiheit);aber Theologen muessten aufzeigen, dass dieser
Glaube einem Entscheid entspringt, der das Human-Risiko eingeht.Dass Gott angeblich nicht wirkt und wenn schon, dass sein Wirken nicht wahrgenommen werden kann - das ist doch das Problem. Dass er wirkt ist so selbstverstaendlich
wie Wasser und Luft - jeder Gedanke (Bewusstseins-Vorstellung) wirkt, auch der
Gottesgedanke! (der einem "Splitter im Fleisch" gleichkommt).

Aber damit kommen wir auf die Ebene der Inkarnation: Gott hat sich in sein Wort, sein Bild (Image) ausgegossen (Kenosis)  und wirkt als "Beziehungsfaktor; womit das Wirken das absoluten Gottes in sein Fragment verlagert wird und als solches hinfaellig wird. Diese Denkrichtung wird in 3 Beitraegen angedeutet,
die das Buch als Diskussionsbeitrag interessant machen:
Josef Niewiadomski: "Dramatische Aspekte des Glaubens an das Handeln Gottes"
Martina Kraml: "Gott" als Stolperstein.
Wilhelm Guggenberger: Die Frage nach gottgemaessem Handeln am Beispiel
                                    Dietrich Bonhoeffers.
HsL: DER MENSCH ALS DIE IKONE GOTTES
       ERSCHLIESST DAS GEHEIMNIS GOTT IN SEINEM WIRKEN.

Montag, 26. Januar 2015

Suenden-Reduktions-Strategie

Shikongo ist clever. Von seinem einstigen Pfarrer uebernahm er die Ansicht,
"Suenden-Reduktion" sei ein wichtiges Ziel der Kath. Kirche. Als er im Oct.14
die Family-Synode in Rom beobachtete, musste er jenen Mitras zustimmen, die beklagten: dass heutzutage "ausserehelich" (im vor- neben- und nachehelichen Berich) gegen das 6. Gebot der Sexualitaet recht viel gesuendigt wird. 
Das Verbot scheint fast wirkungslos. Gibt es eine positive Suenden-Reduktions-Strategy in diesem vitalen Bereich ?
Shikongo meint JA. Also geht er zu seinem Bischof und bittet ihn den folgenden
Vorschlag der Family-Synode (Oct 2015) zur Beratung vorzulegen:
"Neben leichteren Ehe-Nichtigkeitsprozessen empfiehlt der Vatikan anderseits
die 24 Stunden-Ehe. Wer immer mit einem Partner/in freien Sex zu haben ent-
schlossen ist, der moege dem Vatikan ein sms senden mit E+ (ID des gewuensch-
ten Partners/in. Der Vatikan setzt hinter die ID-Nummer ein Fragezeichen und sendet so das sms dem begehrten Partner/in zu. Dieser/diese setzt hinter das Fragezeichen ein Y (yes) oder ein N (NO) und sendet das sms dem Vatikan zurueck; im Fall Y  registriert er und segnet die 24h-Ehe ab womit sie auch in Kraft tritt. Der Vatikan gibt das sms dem Erstabsender zur Information zurueck. Wer die 24h-Ehe verlaengern will, setzt auf "repeat" und der sms-Weg wiederholt sich." Der Bischof sieht ein hartes Probelm auf die Kirche zukommen: Die sakramentale Ehe wir auf ein Zeit-Ereignis reduziert und die Ewigkeits-Ehe entmonopolisiert. Die Entschuldigung folgens Shikongo heisst: "Die Reduzierung aller "ausserehelichen sexual Suenden"  auf geradezu Null ist ein so grosser Heiligkeits-Sprung fuer die Welt, dass diese Strategy es verdient ausprobiert zu werden. Darauf faellt die Mitra ins kanonistische Traeumen: Besser 24h treu als gar nichts! Sollte die 24h-Ehe Anklang finden, so ist vorgesehen im 2018 die 7x24h-Ehe in den Ehe-Katalog aufzunehmen. Ab dem Jahr 2020 erhaelt jeder Abschluss einer 12x4x7x24h-Ehe
einen speziellen paepstlichen Segen. Die Ehe X x (12x4x7x24h), also lebenslang,
wird ab 2022 ins Weltkulturerbe-Gut aufgenommen und von der UNESCO weltweit
subventioniert.  Die Mitra, die Shikongo's Vorschlag der Synode auftischen wird,
ist bereits in der Stickerei - wir sind gespannt auf Oct 2015. Kardinal Kasper und Pell sind zu einem Symposion eingeladen um Antworten zu geben auf den neuesten
Synode-Fragebogen. Shikongo hilft beim ausfuellen....

Freitag, 16. Januar 2015

Das "Gott-geweihte Leben" / schraeg gesehen...

Als ein "secular priest" der Dioezese Chur in CH, arbeitend seit 1988 in Namibia
als "Fidei-Donum-Priester" gehoere ich nicht zu den "Religioesen" ( den alten und neuen Orden). Ich hab' kein Anrecht auf denTitel "Gott-geweihtes Leben" - denn ich hab' keine Geluebde abgelegt. Aber ich darf jene bestaunen...

Shikongo war gerade 12 Jahre alt geworden, als er eines Sonntags einen begeist-
ernden Prediger ueber das "Gott-geweihte Leben" schwaermen hoerte. Es wurde ihm klar, dem Heiligen Allmaechtigen geweiht, das ist schon was! Ihm zu gehorchen ist auch klug: Er weiss ja alles, - und nebenbei - man muss keine eigenen Entschei-
dungen mehr faellen. Und die Armut - es wird einem alles Noetige gegeben, und man muss keine Lohnarbeit verrichten - nicht schlecht. Und was die Keuscheit betrifft: Abstand von Maedchen heisst auch, sie koennen dich nicht ausbeuten. Die Frage ist nur: wie setzt man so ein hehres Ziel in die Praxis um ?
Inzwischen hat Shikongo sein Abitur ordentlich bestanden und er vernahm 2015 soll ein Jahr des "Gott-geweihten Lebens" sein. Darum war er am Epiphany-Fest mit Herz und Kopf dabei: Sterngucker finden den Weg; Weihrauch ist wie Gehorsam, Gold-weg-geben wie Armut; Keuschheit wie Myrrhe. Sein Entschluss stand fest: Er wird in den "Orden vom Heiligen Abendstern" eintreten. Weihrauch stieg auf, ein goldenes Kreuz wurde ihm umgehaengt, ein weisses Gewand uebergestuelpt. Nach den drei feierlichen Geluebden bestand im Orden sein Ziel darin, den Abendstern jeden Tag so frueh wie moeglich zu sehen, seine Botschaft dann zu entschluesseln und schlussendlich zu verbreiten. Als er vernahm in Durban komme der Abendstern frueher auf als in Namibia, beam er die Erlaubnis als Abendstern Missionar nach Durban zu wandern. Spaeter kam er so nach Moskau, ja sogar nach 10''000km Bahnfahrt nach Wladiwastok. Geaergert hat er sich stets am Mond, der oft dem Stern das Leuchten stahl.; an der liturgischen Vernachlaessigung von Weihrauch, an den goldigen Kirchenkuppeln von Moskau  und an der eisigen Kaelte am Ende der Welt. Dort verstarb er auch eines natuerlichen Todes, ausgezehrt von der weiten Pilgerreise. Als er vor das Himmelstor kam, fand er dieses verlassen und ver-schlossen. Durch ein vergittertes Fenster sah er drinnen ein altes Weihrauchfass ohne Kohle, eine Krone ohne Gold, ein Myrrhe-stengel ohne Blaetter. An einem Anschlag las er: Wir haben uns neu orientiert, sind umgezogen und folgen nun dem Morgenstern. In seiner Verrwirrung begann er das Schubert-Lied zu singen: "Wohin soll ich mich wenden..."