Dienstag, 23. Mai 2017

Kosmische Himmelfahrt - Geheimniss der Entfaltung

                                           Zur Meditation komponiert von Vic. Hs. Leu

A) Dar-Stellung: Samen + Erde
Wenn der Same nicht in die Ere faellt und nicht stirbt, dann bringt er keine Frucht.
Wenn die Erde den Samen nicht empfaengt, seinen Tod nicht zulaesst und sein Erwirken nicht mitbestimmt, dann gibt es keine Frucht. 


B) Vor-Stellung: Geheimniss der Entfaltung.
Das Meer traeumt in seinem Strudeln, lechzt am Strand und wuetet in den Wellen,
gischt ueber den Felsen und verdunstet im All.
Das Samenkorn in der Erde erwartet den Sonnenstrahl, das Wasser...
und seine Bedeutung in der Entfaltung.
Die Knospe entfaltet sich zur Bluete...  zur Frucht...
Die Sterne entstehen und vergluehen...
Der Mensch ahnt die Gnade im Leben und im Tod - und entfaltet sie zur Wirklichkeit.
Und Jesus Christus, die Wurzel, zieht sich zurueck, stirbt, verschwnidet, so dass die
andern Menschen Gelegenheit erhalten, den Geist Gottes auf je eigene Art zu entfalten.


C) In-Frage-Stellung. Neue Perspektive...
Himmelfahrt ist ent-faltete Antwort auf die frag-wuerdige Inkarnation.
Wenn Gott bereits stets all-gegenwaertig ist in Zeit und Raum,
dann gibt es keine Inkarnation und daher auch keine Himmelsfahrt.

Die ganze Dynamik verdunstet;
denn Gott hat sich schon laengst in seiner Kreation vergegenwaertigt.

Es geht also nur noch um die Epiphany: die Wirklichkeit des gegenwaertigen Gottes
soll human zum Vorschein kommen. Es geht um die bewusste humane Verkoerperung
des Geistes Gottes in Gottes Schoepfung zu der der Mensch eingeladen und heraus- gefordert ist. Gott ist immer schon kosmisch inkarniert - diese Tatsache aber soll human, zeitraeumlich kulturell, fragmentarisch proklamiert werden. Der inkarnierte Gott ist neuerdings: Himmel auf Erden und von daher entsteht die Neue Erde, das Reich Gottes unter den Menschen, die Lebensraeume , die Ggott denen bereitet hat, die ihn lieben.
Damit wird Himmelfahrt Gottes" zum Eingehen Gottes in sein Eigenstes, den Menschen.
Wo Gott immer schon war, da soll ER auch anerkannt und gelebt werden.
Und wie kommen wir diesem Ansinnen auf die Spur ? In der Welt-Erfahrung. 



Freitag, 19. Mai 2017

Auferstehung - Jenachdem...

In der liturgisch nachoesterlichen Zeit (Ostern bis Pfingsten) finde ich es vorteilhaft, die
Evangelien der Oster-Sonntage als Versuch zu werten, die Eigenart Jesu "abwesend + gegenwaertig zu sein" zu verkraften. Ebenso wichtig fuer die christliche Verkuendigung
in die Zukunft hinein ist der Versuch, in der Meditation dem Geheimnis "Auferstehung"
auf die Spur zu kommen. 

Was die Auferstehung letztlich ist, und was wir heutzutage unter Auferstehung verstehen,
uns vorstellen, das sind 2 verschiedene Paar Schuhe. Die christliche Botschaft aber ist gewiss Auferstehungs-zentriert. Gibt es sie NICHT wenigstens in irgendeiner Wirkichkeit, so sind wir Christen lebende Illusionisten (immer noch besser als Nihilisten). Um die Wirklichkeit "Auferstehung" glauben  zu koennen, darum unsere Muehe, sie in etwa zu verstehen, in Bildern sie uns vorzustellen um sie dann zu feiern (trotz schwach im "glauben" und sehr fragmentarisch im Verstehen). Das Ziel ist die Auferstehung zu leben - falls jemand weiss was das heisst.
Die Auferstehung zu glauben ist ein vernuenftiger Willensakt, sie zu verstehen ein kultur-
eller Lernprozess. Dieser ist gleichsam die Nahrung fuer den Risiko-Mut das Faktum Auferstehung zu glauben. Aber kann der Christ die Auferstehung auch tatsaechlich leben, d.h. gestaltend erleben? Mitten im Geheimnis - der Auferstehung angesichtig werden?


A) Der Charakter der Auferstehung.
Auferstehung kann als EREIGNIS oder als WEG gesehen werden. Jedenfalls setzt Auferstehung mindestens zwei Ebenen voraus: Die Ausgangs-Ebene von der her der Mensch aufersteht und die Eingangs-Ebene, in die der Mensch aufersteht. Auferstehung
ist daher Ausgang + Eingang und damit ein Uebergang, ein Prozess, ein Weg, den wir
(eventuell) gehen.  Anderseits, wenn es wahr ist, dass der Tod total ist, dann ist Aufer-

stehung ein Ereignis, das uns zustoesst, eine Evokation. Ist Auferstehung mehr als eine
Herausforderung, der wir uns stellen oder verweigern koennen? Wieviele "Entscheidungs-
Macht haben wir Christen in bezug auf Auferstehung? Ist Auferstehung ein goettlicher
Gunsterweis? eine menschliche Leistung? oder die "natuerlichste Sache" der Welt?
Und wenn in der Auferstehung alle 3 Dimensionen ineinander wirken - wer weiss wie ???


B) Der Adressat der Auferstehung.
Davon ausgehend, dass Auferstehung ein Faktum ist, wem wollen wie sie zugestehen? Wahrscheinlich zuerst dem JvN, dann seinen Juengern bis heute...  und seinen Wider-

sachern? Gewiss den "heilig" Gesprochenen! Dann denen die "heilig" leben konnten...
und den furchtbar Boesen? Jenen, die das menschliche Leben total korrupt exekutierten?
Dass Auferstehung den Menschen gilt, nehmen wir mal an. Aber warum sollte Auferstehung

nicht ein kosmisch-oekumenisches Ereignis sein? Die Menscheit, die Natur, der Kosmos sind evolutiv zur Auferstehung hin unterwegs - warum eigentlich nicht?

C) Hinweise zur Auferstehung.
In der Natur ist geborenwerden, leben und sterben ein Normalfall. Aber das Samenkorn in die Erde gestreut stirbt zu neuem Leben. Das Mehl gemahlen wird zu Brot, die Traube gekeltert zu Wein. Der Rosenstock blueht immer wieder neu auf.

Im spirituellen Leben kennen die Religionen auch solche Stadien, Uebergange. Da gibt
es Auferstehung von der Suende ins Tugendleben. In der Kath. Kirche kann jedes Sakrament als Auferstehungs-Vorgang gedeutet werden: ein Uebergang nicht nur in eine neue Situation sondern eben auch ein Neuer Mensch werden.
Das Wort schwimmt im unbewussten Gedaechtnis-Zeit-Raum (pool). Irgendein Ereignis provoziert das Wort und schleudert es in die Sprech-Anlage und diese verstaerkt das Wort
zur Aussage, bringt es auf die Ebene des Gehoertwerdens. Irgendeinmal geraet das Wort auch ins Bewusstsein und es wird in die Hand verwiesen um aufgeschrieben zu werden.

Der neue Tag beginnt normalerweise mit Aufstehen vom Schlaf ins halb- bis vollbewusste Leben. Diese taegliche Uebung wird fuer viele zum Hinweis, zum Signal, dass das Geheimnis der Auferstehung uns liebevoll umfasst. 


Samstag, 22. April 2017

Auferstehung ???

Nach dem Feiern der Passionswoche mit Einzug-Mahl-Tod-Auferweckung und dies in
3 verschiedenen Gemeinden, ist es wohl erlaubt, wieder in den normalen FRAGE-Zustand
umzuschalten. Wir feiern ja in unserer Gemeinschaft und in dieser "KORPORATION" schwebt, geistert  
"glauben" herum - und als ICH schwimme ich in diesem korporativen "glauben" mit. Gewiss enthaelt dieses "glauben" einiges an "erahnen-wissen-erfahren"
(a-w-e) vielleicht je nachdem 30% oder gar 75% - jedoch gilt: "glauben" gestuetzt auf
"a-w-e" ist vernuenftig und das "Geglaubte" zu feiern ist wohltuend und menschlich.
Der risikobehaftete spirituelle Wirklichkeits-Entscheid betreffs Zukunft wird im Feiern
zumindest mal ganz einfach vorausgesetzt. 


Am Ostermontag aber steht dann im normalen Lebens-Alltag die FRAGE wieder an:
glaubst du wirklich an die Auferstehung ???  Die 1. Antwort des Christen ist: JA /
Die 2. Antwort ist: JENACHDEM /  Die 3. Antwort: WIR WERDEN SEHEN  /  Die 4. Antwort: Vielleicht doch NICHT...  Ein Zugang zu einer vertieften Antwort ist die offenen FRAGE:
"Was verstehst du unter Auferstehung ???"
Dazu machen wir einen kleinen biblischen Ausflug. Es scheint die Bibel (NT) kennt in der Leben-Jesu-Erzaehlung 3 grosse Abschnitte:
a) Geburt + Aufwachen (Gabriel, Bethlehem, Tempel-Flucht, Jordan-Taufe)
b) Taten und Sprueche eines Wander-Predigers - oder: wie seine Botschaft gesehen
und bis heute noch verkuendigt wird (Inhalt + Form).
c) Todes und Auferstehungs - Drama.
Diese 3 Abschnitte zeigen wie die christlichen Kirchen in 2000 Jahren nun sich das Leben Jesu und seine Dramatik vorstellen. Die Vielfalt der biblischen Schriftsteller (Evv + Briefe + Apg + Apk + nichtkanonische Schriften und die Exegeten-Arbeiten) erwirkt eine noch in unserer heutigen Auffassung recht beachtliche Vorstellungs-Weite. Grund genug zu vielen Phantasien und Erklearungen - farbiger geht's kaum mehr. Es waere von grossem Vorteil wenn die Glaeubigen und die Kirchen ihrer heutigen Auferstehungs-Bilder bewusst wuerden. Dass wir Glaeubigen in 2000 Jahren das Geheimnis Jesu noch nicht ausgelotet haben stellt uns ein gutes Zeugnis aus. Wir sind immer noch etwas neugierig, offen fuer vertieftes Verstehen... damit unser "glauben" gestaerkt wird. 


Im Auferstehungs-Verstehen von heute spielt ein fragendes WANN eine immer wichtigere Rolle. Die Frage verbindet Jesu-Auferstehung und die unsrige wie ein festes Band. WANN geschieht Auferstehung? Im Leben oder nach dem Leben? Und dazu noch eine ver- zwickte Unterscheidung: Das Fact der Auferstehung (ontologische Ebene) und das Aufwachen des Bewusstseins in bezug auf das Geschehen (factum). WANN werden wir der Auferstehung bewusst, der theoretischen und faktischen? Ich hoffe die WANN- FRAGE wird zu einem Klaerungsbeitrag. Wurde dem Jesus seine "Auferstehung" in der Jordan-Taufe bewusst? Und wir? Sind wir so geduldig geworden, dass wir bis ueber den Tod hinaus warten und warten  oder koennte "Auferweckung" eher ein Ereignis mitten im Leben sein?
Dass Auferstehung wenig mit nwss Biology zu tun hat schimmert heute wieder durch. Als spirituelles Ereignis hat Auferstehung einen schweren Stand in einem nwss reduktionis- tischen Wirklichkeits-Verstaendnis. Erst im Horizont von einem als Wirklichkeit anerkannten
spirituellen personalen ICH-WIR-LEBEN wird Auferstehung als Eingehen in eine andere,
hellere Wirklichkeit erkennbar, lebendiger und aufgeweckter denn je - sogar erlebbar, wenn
"brain + heart" mitmachen.


Mittwoch, 12. April 2017

PASSION - als Leidenschaft

eher eine MEDITATION zur Passionswoche 2017

Das Wehen, Brausen und Saeuseln des Heiligen Geistes
gilt als leidenschaftlich und frei - und wirkt...
Wo und Wie immer sein Wille uns empfaenglich trifft.

Diese Botschaft - von Jesus uns geoffenbart - treibt uns an.
Er muss es ja wissen und teilt es uns gar mit.
Er sieht den Heiligen Geist Gottes ueberall am Werk,
Im Samen und im Staub - in Allem und in sich selbst. 


Symbol fuer dieses freie Wehen des Geistes ist der Brauch,
die christliche Asche in den kosmischen Wind auszustreuen, um zu wehen
                          oder in den gesegneten Boden einzubetten, um zu spriessen
Sich wie im Leben so im Tod der windigen Natur anheimzugeben
                                          oder im Boden eingepflanzt zu werden.
Du bist jedenfalls Staub, ja sogar Sternenstaub -
Du bist gewiss Samen, sogar als Wort...


Wer sich als Sternenstaub versteht - schreibt in sein Testament:
"Ich moechte in die Weiten des Kosmos ausgestreut werden": in die Ferne
Wer sich als Samenkorn versteht - schreibt in sein Testament:
"Ich moechte in den Mutterschoss der Erde eingepflanzt werden": Heimat

Das Samenkorn bringt Frucht und der Sternenstaub haelt die Welt aufrecht.
Am Aschermittwoch bekennen wir uns zum Sternenstaub...
Am Donnerstag zum "Brot + Wein" (Staub + Korn) als Public-Service
Am Karfreitag                                        zum Samenkorn...


Wir sind es und wissen es: Staub und Korn, als Eckstein und Wort
und manchmal tun wir es - was wir sind...
gewiss aber  - feiern wir es stets - an Ostern
weil es uns zukommt - grundsaetzlich - in der Auferstehung -
wohin immer im Kosmos der Geist uns dann verweht. 


Otjiwa 12.04.2017                                                                  Vic. Hs. Leu

Samstag, 1. April 2017

Eine MOSES - Erfahrung

Wir fragen manchmal: Warum hast Du uns ins Leben gerufen ? in all diese Schwierig- keiten, in den Schmerz und in die Verzweiflung, ins Elend und in den Tod ?
Moses fraegt sich (Ex 17.3-7): Wie kann ich diesem stoerrischen Volk nur helfen ?
Gott gibt Rat: "Nimm den Stab und schlag den Fels"
Moses folgt dem Rat Gottes und Wasser floss und das Volk drank.
Wir beten: Danke Gott fuer den guten Rat und fuer das Wasser.

Folgerungen:
1. Der Jahwe-Gott hat wiedereinmal gezeigt - auch in der Wueste - dass ER ein Gott des Lebens ist (wir sehen das ja auch daran, dass Gott die Erde mit natuerlichem Wasser begabte; Wasser das wir brauchen und auch sind).
2. Wir sehen aber auch, dass das natuerliche Wasser auf dieser Erde ungleich verteilt ist
(Es gibt Menschen am Fluss und Menschen in der Wueste).
3. Manchmal gehoeren wir zu den Menschen der Wueste: Wasser fehlt, keine Freude kommt auf, wir erfahren keine Hilfe, Schwierigkeiten bringen uns zur Verzweiflung, wir sind im Elend gefangen, die Probleme ueberwaeltigen uns...
4. Zugunsten von uns allen hat Moses von Gott eine Problem-Loesungs-Methode erhalten:     
"NIMM DEN STAB UND SCHLAG DEN FELS"

[Es ist wichtig zu beherzigen: Gott sagte NICHT: "Geh und bete" (ich werde dir das Problem loesen).Im Gegenteil: Die Leute haben ihre Hilfsmittel in die Hand zu nehmen und so die Probleme selbst zu loesen. Das ist ein Grund, warum wir ins Leben gerufen sind. 
Es gilt vor allem auch fuer die frommen - religioesen Christen sich zu merken"
Gott sagte zu Moses: Nimm den Stab und schlag den Fels". 


Paulus (Rom 5.1-2, 5-8) ergaenzt zur Moses-Erfahrung:
[Wie natuerliches Wasser in Fuelle gegeben ist] Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen (in jedes Herz) durch den Heiligen Geist, der uns ja gegeben ist.
Wie lange haben wir noch zu warten, es zu ertragen, dass fromme-religioese Getaufte Christen beginnen die Tatsache zu akzeptieren: Gott ist gegeben, der Hl. Geist ist ausgegossen.
Es kann also sehr wohl bedeuten, der Stab in der Hand ist die wirkliche Liebe, der Stab in die Hand genommen ist der Heilige Geist. In diesem Rahmen der geglaubten Wirklichkeit gilt der Ratschlag: "Nimm den Stab und schlag den Fels"


Der Ev Joh (4.5-42) weist uns hin auf eine neue weitere humane Ebene.
Wir Menschen sind verkoerperte Natur - gewiss - aber wir sind mehr: Geist und Seele.
Diese Joh-Geschichte zeigt uns einen Blick ins Christliche Leben auf der spirituellen Ebene.
Der Ev Joh ist ueberzeugt, (wie das natuerliche Wasser gegeben ist) das "lebendige Wasser", der Heilige Geist ist ausgegossen in Jesus Christus. 
Also, liebe samaritanische Frau. Falls du interessiert bist, frage nach dem lebendigen geistlichen Wasser und entdecke: Es ist bereits gegeben. Das ist wie bei der Eucharistie: Der Leib Christi ist bereits als "Brot des Lebens" gegeben, in unsere Haende uebergeben.
Auch auf dieser Christlich-Spirituellen Ebene gilt der 
Ratschlag an Moses:
Nimm den Stab (deine Begabung; deine Aufmerksamkeit fuer Jesus Christus und seine Botschaft, deine christliche Weisheit) und schlag den Fels (nimm die Probleme in die Hand... nimm dich der Situation an...   engagiere dich im Konflikt...):
und du wirst Jesus Christus erfahren als einen Springbrunnen, einen spriessenden Fruehling der zu ersten Fruechten auf dem Auferstehungs-Weg fuehrt. 








Montag, 13. März 2017

leben in der Gunst Gottes...

Die folgende Meditation basiert auf den Lesungen des 2. Fasten-Sonntags:
Gen 12.1 /  2. Tim 1.8-10 /  Mt 17.1-9 und erweitert sie in eine Lebensstrategie fuer
heutige Christen. Die Tabor-Verklaerung gilt als Anweisung fuer heute - also fuer 
die Zeit nach Jesu Tod, wo es fuer alle Menschen und Institutionen darum geht,
die je eigen-artige Berufung Gottes zu verkoerpern. 


1. Der Aufbruch
Alles beginnt mit dem Ruf an Abram, aufzubrechen in eine ungewisse Zukunft...
Dabei ist dieser Ruf universal! Er gilt dem Kosmos, unserem Sonnensystem, der Erde,
der Natur, dem Menschen... In der Abram-Story kommt der Ruf-Charakter ins universale Bewusstsein. Alle Werke und vor allem die Menschen folgen dem Ruf, sich in eine ungewisse Zukunft hinein zu entwickeln...  Die Planung, der Einsatz gewissenhafter Managers, und die Zukunftsforschung vermindern nur das Fehl-Risiko, beherrschen aber keinesfalls die Ungewissheit der Zukunft. Der Mensch ist durch diesen Ruf in seine
bewusste Eigenverwirklichung entlassen...  falls er diesen Ruf achtsam wahrnimmt. 


2. Die Zusage
Der Creator macht eine wichtige Zusage, eine Verheissung, eine Vision. Das ist der Vorteil des Glaubens an einen Creator, dass man seine Zusage annehmen kann - und die heisst:
A) Dein Werk wird gross  +  B) Du wirst ein Segen. Wer aufbricht tut gut daran, diese Zusage zu internalisieren. Er muss sie als Realitaet wahrnehmen. Das ist beste Voraus-

setzung fuer einen erfolgreichen Aufbruch.
Paulus bestaerkt diese Strategie. Die Gnade der Berufung und der freiheitlichen Wirkung (einSegen wirst du sein) sind durch Gott garantiert - und dies in jedem Fall.


3. Die christliche Vision
Als Christ, so Mt 17.1-9, stellst du dir Jesus Christus vor: Ein Peak-Erlebnis - Jesus Christus wie die Sonne und eindeutig klar wie ein weisses strahlendes Gewand.
Dieser JX, wie er im NT gezeichnet und von der Kirche verstanden wird, gilt dir als Licht,
um die Realitaet wirklich wahrzunehmen, als woertliche Anweisung, als naehrendes Brot und erfrischenden Wein. Damit wird dein Aufbruch, motiviert durch die Zusage, zu einem Auferstehungsweg. Die alte Abram-Vision ist konkretisiert. Es geht um die Christianisierung der Welt und das heisst erstaunlich eindeutig, um die Fuelle des Lebens fuer alle. Bekanntlich ein schwieriger, harter Weg (wie Paulus anmerkt) und nur in Gemeinschaft moeglich.


4. Die Ver-Wirklichung
Es darf nicht bei der Vision bleiben. Der Aufbruch fuehrt in die konkrete Wirklichkeit unserer Lebenssituation. Der Visionaer-Aufgebrochene muss ins Tal, auf den irdischen Boden kommen und gerade dort wirken... nur so wird einer "gross" und "segensreich" auf seinem Weg. Wenn JvN ein historisches Faktum war, dann leben die Christen in einem post- faktischen Zeitalter und dafuer ist die Tabor-Verklaerung animierend.

"Sonntag first" weil die Sonntags-Eucharistie fuer diesen Weg den Teilnehmenden
 Mut und Nahrung gegeben hat. 




Dienstag, 7. März 2017

Die Ahnung von Gott fuer einen saekularisierten Christen / Fastenzeit 2017

Ob du vor Freuden explodierst / im Alltag routinierst
im Betrieb versauerst / im Herumluemmeln dich bedauerst
in den Beziehungen dich machst / im Beten bettelst, lobst und dich fragst
im Wettbewerb dich verausgabst / im Wissen dich herauswagst
in die tiefsten Einbildungen dich verschweigst...


ES GIBT GOTT

Das Geheimnis-Ereignis kommt vielfaeltig auf uns zu...
Es wacht vielgestaltig auf im Bewusstsein...
Und es wirkt vielfoermig darueber hinaus...


als Wort Gottes !  Das in unsere bewusste Einbildungen funkt
als Tat Gottes !  Die unsere logischen Beschluesse verwirrt
als Schweigen Gottes !  Das nach unseren bewussten Entscheidungen fraegt
als Schoenheit Gottes ! Die in Allem unsere Sinne bezaubert
als Blitz Gottes !  Der Angst ausloest
als Donnergrollen Gottes !  Das Furcht einfloesst

als Raetselhaftigkeit Gottes ! Die unsere Gedankengaenge beschaeftigt
als Fruchtbarkeit Gottes ! Die Leben erzeugt
als Unerklaerbarkeit Gottes ! Die uns zum Schweigen bringt
als Alltaglichkeit Gottes ! Die Geborgenheit bietet
als Kirchlichkeit Gottes ! Die uns die Augen im Feiern oeffnet

als Gegenwart Gottes ! Die entzuendet

Und trotzdem:
Seine Gegenwart ist weder Objekt noch Subjekt, weder Tat noch Nichts,
weder Kosmos noch Natur, weder Technik noch Fortschritt,
weder Einbildung noch Fact


Sie ist gegenwaertig als Menschliche Entscheidung:
                                           SEIN  zu  GEBEN

Dienstag, 21. Februar 2017

Wer rettet die Welt ???

Es gibt ein Geruecht - oder man sagt: Die Menschen, und damit Gott und die Welt, seien hoch Absturz gefaehrdet. Die Welt und die Menschen und Gott bewegen sich heute im Wagnis der Vernichtung. Keine gute Aussicht...

Der Ruf, der Schrei nach Rettung ist hoerbar...

Die Zeitschrift CiG / 2016 (Christ in der Gegenwart / Herder Verlag) troestet im woechentlichen Kommentar: "Nicht wir retten die Welt, und wir retten selbst mit bester religioeser Anstrengung auch nicht Gott. Es ist Gott, der die Welt, den Menschen und sich selbst rettet".   Das ist eine klare Antwort  !!!  ???
Was fuer ein Trost fuer religioese Glaeubige. Es gibt diese Proklamation  "Gott rettet die Welt" seit uralten Zeiten; schon in der Noah-Geschichte rettet Gott - nach der angeordneten Vernichtungsflut - die Welt, die Menschen und sich selbst. Grenzenloses Vertrauen auf die Allmacht Gottes war schon lange ein guter Rat.

Was ist an dieser Proklamation "fragwuerdig" ?
 (Die Kunst des Lesens ist herausgefordert ! um sie irgendwie zu verstehen.)


Der Glaeubige Z liest in der Proklamation: "Der allm. Gott rettet die Welt" den alleinigen, exclusiven Gott. Fuer ihn rettet Gott allein die Welt. Menschen und Engel und Teufel werden nicht erwaehnt; sie werden daher vom Leser Z nicht mitgedacht, eher sogar ausge- schlossen. Sie sind nicht noetig, unbrauchbar.
Der Glaeubige Y liest in der Proklamation eine Einschraenkung: Der allm. Gott gibt die Anordnung und die Zuversicht, dass die Welt schlussendlich gerettet wird. (Zwar kennt niemand den, der dann die Rettung ausfuehrt, weil er ja gar nicht erwaehnt wird; geschweige denn die Stunde und die Art der Rettung.)
Der Glaeubige X liest: "Der Geist Gottes - verkoepert im Menschen - rettet die Welt" (d.h. Gehirn und Herz, Hand und Fuss, inspiriert von Gottes Geist, rettet die Welt). Hier wird Gott und Mensch als moegliche Einheit gesehen. Der Mensch gilt als in die Rettung total involviert. Und dies, weil der Leser X die Vorahnung pflegt, dass das Wort "Gott" nur inclusiv verstanden werden kann, d.h. Mensch + Welt + Kosmos sind im Wort "Gott" immer schon mitgedacht, miteingeschlossen, miteingefordert.


Das excl. Denken von Z ist gottseidank laengst ueberwunden; das theistische Denken von Y ueberlebt als alttestamentlich. Und das incl. X-Denken ? Leider noch selten im heutigen Kath. Glaubens-Zeit-Raum explicit und effectiv.
Die erstaunliche Einheit von Gott + dem Menschen JvN (bes. im Joh-Ev) ist aber neutestamentlich gut bezeugt. Daher hat die Kath. Kirche (theologisch abgesichert) allen Grund, den christlichen Menschen zu sagen: Es liegt an euch. Die Rettung von Welt und Mensch und Gott ist ein christliches Anliegen, eine christliche Verpflichtung, ein christlicher Ernstfall...
Es liegt an den Menschen den angebotenen Geist Gottes zu verkoerpern und in diesem Sinne die Welt heilswirksam zu gestalten (sei es in der Politik, der Wirtschaft, in der Gesellschaft und Kultur, bes. aber auch in der Welt der Kirchen und Religionen) und damit letztendlich in der Gestaltung die Welt auch zu retten.
Hat das nicht Jesus Christus exemplifiziert ?
Und das heisst: Das Ende schon in den Anfang integrieren. 



Donnerstag, 16. Februar 2017

Christliche Empathy-Neuronen

A) Die heutige Kirche erlebt eine tiefgreifende Sprach-Not.

1. Es bleibt ein offenes Geheimnis: "Was hat Jesus wirklich gesagt".
2. Was hat der Ev Mt im Sinn zu sagen ? Welche Interessen leiten seine Aussagen ?
3. Was wollen wir (die Kirche) den "Glaeubigen" von heute sagen
    und welche Interessen leiten uns bei den Formulierungen ?

Wenn wir ein bestimmtes Wort aussprechen, dann reagiert der Hoerer. Er versteht...
Aber WAS hat er denn verstanden ? oder hat er "es" in seinem Sinne verstanden ?
(typisch fuer viele "Woerter" denen ein selig, gluecklich zugetraut wird).

Mr. Salvatore Loiero sagt (cf. SKZ 3/2017 p 23): "Die Seligpreisungen sind deswegen so aussagestark, weil sie den Blick dafuer oeffnen, welche Resonanzen der Gott Jesu bei jedem Menschen evozieren moechte".
Gewiss, das Wort "GOTT" evoziert unsere Resonanzen, wie auch unsere Vorstellungen von "Gott". Aber Gott als das "allheilige Geheimnis Ereignis" kann nicht evozieren. Wir sind auf unsere aeusseren und inneren Sinne angewiesen. Es ist die Sprache, die Vorstellungen, die unsere Resonanzen und vieles mehr evozieren.
Ich teile die Ansicht von Salvatore Loiero, wenn er sagt: "In diesem Sinne erweisen sich die Seligpreisungen in der Tat immer wieder neu als Lernort eines an Empathie dichten Resonanzpotentials von Kirche". Das heute  (in den Seligpreisungen) offerierte Resonanzpotential aber ist sehr "gefaehrdet". Ich meine, dass die Seligpreisungen heute nicht mehr verstanden werden (cf. Blog Vic Posts 1,2,3); besser gesagt: "falsch" verstanden werden; 
d.h. die Aussagen von Jesus und jene von Ev Mt sind so "verschleiert", so uebersetzt, dass sie in uns "unglaubliche" Assoziationen wecken. Typische Worte dafuer: "Armut", "sanftmuetig", "die lauteren Herzens  sind" "Lohn im Himmel" etc...
Es ist daher angebracht, der Sprache unsere beste Aufmerksamkeit zu widmen.

Die Seligpreisungen formuliert von Antonio Sagardoy OCD (SKZ 3 / 2017) gehen mir in die richtige Richtung. Mein Zusatz: "Gluecklich der Mensch, der sein ganzes Leben lang ein Mensch bleiben kann".

B) Fuer mich ist die folgende Frage noch ungeloest: Sind die Seligpreisungen zuerst eine anthropologische Aussage, eine froh-stimmende Mitteilung, oder sind sie zuerst Ethik ?
Aufforderung ? Christliche Verhaltensnormen ?
Diese Frage ist relevant fuer die Predigt uebr die Seligpreisungen.
Ich neige zur ersten Ansicht. Es ist eine humane Grundtatsache, dass jener, der fuer andere dasein kann, gluecklich zu heissen ist. Jesus oeffent die Augen in erstaunlichem Masse fuer humane Realitaetten, fuer die Grundstruktur der Menschheit. Sie erkannt zu haben ist dann Motivation, sie auch zu realisieren.

Zum Schluss: Dass Jesus den"richtigen Menschen", d.h. dessen Grundstruktur preist, zeigt seine Menschenfreundlichkeit. Das kommt wunderbar im Gedicht von John Milton zum Ausdruck mit meiner Hinzufuegung:
Gluecklich der Mensch, der einen so  "heiligen " Eindruck wahrnehmen kann:
"Grace was in all her steps, heaven in her eyes, in every gesture, dignity and love".





Dienstag, 7. Februar 2017

Wirklichkeit oder Wunsch ??? (3)

Spricht der mt Jesus in der Bergpredigt davon, wie ER das Geheimnis der Menschen-Welt faktisch sieht (Reality) oder wie ER die Menschenwelt gerne haben moechte (Ethik) ???
6. Selig die Herzens-Guetigen, denn sie finden Gott in ihrem Herzen (zum Anschauen und zum vertrauten Gespraech). Sie empfinden: Gott genuegt und brauchen niemanden sonst. Und wenn sie "herzensrein" sind, dann sind sie leer von allen Gefuehlen, von allem "menschlichen" - nur noch zutiefst offen fuer Gott. Sie sind anspruchslos und gesaettigt.
Soli Deo gratia.



7. Selig die Frieden stiften - sie werden zu Sieges-Helden. In einem totalen Krieg - moeglichst alle gegen alle - im Leben und im Handel, im Wissen und im Sport, in der Religion und in der Gesellschaft - da werden die Ueberlebenden zu Helden. Und wer total siegt...  und alle andern nieder macht, stiftet ewigen Frieden; was fuer ein Gottes-Sohn. Schon Noah war nach der Flut im Frieden.


8. Selig sind die Verfolgten - denn sie erhalten bes. Schutz und Aufnahme und Unter- haltung.  Die heutigen Fluechtlings-Stroeme sind Beweis. Um verfolgt zu werden, braucht man einen Standpunkt (und eine Verteidigungsmacht) - die flexiblen, die kompromiss- bereiten schlaengeln sich durch (wie die Evolution) und gelten als schwach. Auf sie ist kein Verlass.


9. Selig sind die Geschmaehten - denn sie werden von den Wohlfahrts-Institutionen gesucht und gepflegt; von den Psychiatern wieder aufgestellt und die Schmaeh-Rufe werden verurteilt (oder im Muesum ausgestellt). Geschmaeht als reich, als selbstaendig,
als in vielen Beziehungen vernetzt - wird dein Lohn in der Fuelle des Lebens bestehen.
Sie schmaehen dich als ungueltig-verheiratet (sie verweigern dir das Brot) du aber weisst, du hast Liebes
-Verstaendnis wieder gewonnen. Sie schmaehen dich wegen sexueller Andersheit - freue dich, du wirst nie zurecht die Berufung zum Priestertum einfordern koennen (d.h. du bleibst verschont von dessen Freuden und Leiden).

Die "Bergpredigt" ist ein Sprachproblem! Wie formulieren wir heute jene Weisheit, die Mattheus den Jesus verkuenden hoert ??? Wenn er (die Bergpredigt) formuliert, bildet sich Mt ein, den Jesus verstanden zu haben ??? Und wie ergeht es den Uebersetzern ?

                                                                                      Fortsetzung folgt...